Christusdorn (Euphorbia) (Euphorbia milii, Des Moul. 1826)

Christusdorn (Euphorbia) (Euphorbia milii) ist ein sukkulenter, dorniger Halbstrauch aus der Familie der Euphorbiaceae und stammt aus trockenen Gebüschen Madagaskars. Lange gerade Dornen, zeitweise abfallende Blätter und fast durchgehend erscheinende rote, rosa, gelbe oder weiße Hochblätter prägen sein Aussehen. Alle Pflanzenteile führen weißen, reizenden Milchsaft und erfordern vorsichtigen Umgang.

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Wissenschaftlicher NameEuphorbia milii
GattungEuphorbia
OrdnungMalpighiales

Christusdorn (Euphorbia), Christusdorn, Christ plant, Crown of thorns und Corona de Cristo

Identität
Toxizität
Reizender Saft, giftig bei Aufnahme oder Kontakt
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Halbimmergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
Madagaskar
Lebensraum
Trockene, steinige Gebüsche auf nährstoffarmen, durchlässigen Böden in voller Sonne
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommerHerbstWinter
Erntezeit
FrühlingSommer
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
5/10
Reifezeit
Bei Wärme und viel Licht ist Blüte schon im ersten Jahr möglich
Vermehrung
Steckling, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Mäßig, brüchige Triebe, stark exponierte Standorte meiden
Luftfeuchtigkeit
30–50 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Kaktusmischung
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Direkte volle Sonne
Innenbereich
Helles Fensterbrett, Trockene Veranda
Abstand zum Fenster
Etwa 10 cm von einem Südfenster
Außenbereich
Frostsichere Rocaille, Beet in voller Sonne
Pflanzgefäße
Terrakotta, Abflusstopf
Erscheinungsbild
Höhe30–200 cmBreite30–100 cm
Blätter
Grün
Christusdorn (Euphorbia) (Euphorbia milii): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Christusdorn (Euphorbia) (Euphorbia milii): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Christusdorn (Euphorbia) (Euphorbia milii): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Christusdorn (Euphorbia) (Euphorbia milii): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Christusdorn (Euphorbia) (Euphorbia milii): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
RotRosaGelbWeißGröße1–3 cm
Christusdorn (Euphorbia) (Euphorbia milii): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Christusdorn (Euphorbia) (Euphorbia milii): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Christusdorn (Euphorbia) (Euphorbia milii): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Christusdorn (Euphorbia) (Euphorbia milii): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Christusdorn (Euphorbia) (Euphorbia milii): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Braun
Christusdorn (Euphorbia) (Euphorbia milii): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Christusdorn (Euphorbia) (Euphorbia milii): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Christusdorn (Euphorbia) (Euphorbia milii): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Christusdorn (Euphorbia) (Euphorbia milii): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Christusdorn (Euphorbia) (Euphorbia milii): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Christusdorn (Euphorbia) (Euphorbia milii): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Christusdorn (Euphorbia) (Euphorbia milii): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Christusdorn (Euphorbia) (Euphorbia milii): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Christusdorn (Euphorbia) (Euphorbia milii): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Christusdorn (Euphorbia) (Euphorbia milii): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
GrünBraun
Christusdorn (Euphorbia) (Euphorbia milii): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Christusdorn (Euphorbia) (Euphorbia milii): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Christusdorn (Euphorbia) (Euphorbia milii): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Christusdorn (Euphorbia) (Euphorbia milii): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Christusdorn (Euphorbia) (Euphorbia milii): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Euphorbia milii beschränkt sich auf trockene Regionen im Westen und Süden Madagaskars. Nach der Einführung nach Frankreich 1821 verbreitete sich die Art als Zierpflanze in den meisten tropischen und subtropischen Regionen, ohne dort als invasiv zu gelten.

  • Heimisch1
  • Eingeführt5
  • Madagaskar
  • Réunion
  • Spanien
  • Ecuador
  • Australien
  • Vereinigte Staaten

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Christusdorn (Euphorbia) (Euphorbia milii Des Moul., 1826), kurz Christusdorn, fällt durch gerade, 2 bis 3 cm lange Dornen auf. Sein weißer Milchsaft grenzt ihn von einem Kaktus ab. Der sukkulente Halbstrauch gehört zur Gattung Euphorbia und zur Familie der Euphorbiaceae. Wild wächst er in trockenen, steinigen Gebüschen im Westen und Süden Madagaskars. 1 6

An Baron Milius, den Gouverneur der Insel Bourbon, heute Réunion, erinnert der wissenschaftliche Name. Er führte die Pflanze 1821 nach Frankreich ein. Die formelle botanische Beschreibung folgte erst 1826 durch den Naturforscher Charles des Moulins. Einführung in die Kultur und wissenschaftliche Erstbeschreibung fanden somit zu verschiedenen Zeitpunkten statt. 4

Die dornigen Triebe erklären den verbreiteten Namen. Eine Legende verbindet die langen Dornen und blutroten Hochblätter mit der Dornenkrone Christi bei der Kreuzigung. Diese populäre Erzählung ist jedoch anachronistisch, denn die Art verließ Madagaskar erst im 19. Jahrhundert. Der Name beschreibt daher eine bildhafte Assoziation und keinen historischen Herkunftsnachweis. 3

Erkennung

Graue, mit feinen geraden Dornen besetzte Triebe bilden einen sukkulenten, buschigen bis kletternden Strauch. Die 2 bis 3 cm langen Dornen stehen spiralig an den Achsen. Im natürlichen Lebensraum auf Madagaskar sind 1,5 bis 2 m Höhe möglich; bei Topfpflanzen werden dagegen selten 60 cm überschritten. 4 3

Kleine, verkehrt eiförmige und leuchtend grüne Blätter stehen vor allem an den Enden junger Triebe. Vor einer Ruhephase, meist im Winter, fallen sie zyklisch ab. Blattverlust ist bei dieser Pflanze deshalb nicht automatisch ein Krankheitszeichen, sondern muss im Zusammenhang mit Jahreszeit und Kulturbedingungen beurteilt werden. 4

Die eigentliche Blüte ist winzig. Typisch für die Gattung Euphorbia ist der als Cyathium bezeichnete Blütenstand, den zwei farbige Hochblätter umgeben. Je nach Sorte sind diese rot, rosa, gelb oder weiß. Bei Wärme erscheinen Blüten nahezu durchgehend; in gemäßigtem Klima liegt ein Schwerpunkt im Winter. 3 2

An jeder angeschnittenen Sprossachse tritt weißer, milchiger Latex aus. Dieser Milchsaft dient als verlässliches Merkmal zur Abgrenzung des Christusdorns von echten Kakteen, die ihn nicht bilden. Das Merkmal lässt sich an einer bereits vorhandenen Verletzung erkennen; für das Verständnis der Pflanze sind Blüten und Blätter ebenfalls wichtig. 8

Nützliche Taxonomie

Mehrere ältere Namen wurden lange für diese Pflanze verwendet. Heute werden sie als Synonyme eingeordnet oder als gärtnerische Varietäten weitergeführt. Beim Vergleich von Etiketten und älterer Literatur begegnen insbesondere folgende Bezeichnungen:

  • Euphorbia splendens Bojer ex Hook., historische Bezeichnung
  • Euphorbia milii var. splendens (Bojer ex Hook.) Ursch & Leandri, historische Bezeichnung
  • Euphorbia milii var. hislopii (N.E.Br.) Ursch & Leandri, historische Bezeichnung
  • Euphorbia bojeri Hook., historische Bezeichnung
  • Euphorbia breonii Nois., historische Bezeichnung

Im Gartenbau ist Euphorbia splendens noch immer weit verbreitet, während Kew Euphorbia milii als akzeptierten wissenschaftlichen Namen führt. Die als große Form des Christusdorns bekannte Varietät hislopii besitzt größere Blätter und Hochblätter als die typische Form. Solche Bezeichnungen erklären Unterschiede im Angebot, ersetzen aber die botanische Einordnung nicht. 1 6

Lebensraum und Verbreitung

Trockene Gebüsche und steinige, gut entwässerte Böden im Süden und Westen Madagaskars bilden den natürlichen Lebensraum. Dort steht die Art vollsonnig. Dornen und Milchsaft schützen sie vor Verbiss, eine Eigenschaft, die sie mit anderen sukkulenten madagassischen Wolfsmilchgewächsen teilt. Durchlässigkeit und hohe Sonneneinstrahlung sind prägende Standortmerkmale. 1

Seit der Einführung nach Frankreich im Jahr 1821 hat sich der Christusdorn als Zierpflanze in zahlreichen tropischen und subtropischen Regionen verbreitet. Heute ist er unter anderem in Australien, Ecuador einschließlich der Galápagosinseln, Spanien und bis zu den Marshallinseln kultiviert oder eingebürgert, ohne dort als invasiv zu gelten. 6

Die IUCN bewertet die Art als nicht gefährdet, entsprechend der Kategorie Least Concern. Ihre Wildbestände gelten derzeit nicht als bedroht. Der internationale Handel mit sukkulenten Wolfsmilchgewächsen der Gattung unterliegt dennoch den Bestimmungen von CITES, Anhang II. Gefährdungseinstufung und Handelsregelung beschreiben damit unterschiedliche Sachverhalte. 6

Lebenszyklus und Vermehrung

Fast immer erfolgt die Vermehrung über Triebstecklinge. Dafür wird ein 10 bis 15 cm langes Stück abgetrennt. Seine Basis trocknet anschließend 24 bis 48 Stunden an der Luft, damit sich Kallus bildet und der Kontakt mit dem Milchsaft begrenzt wird. Erst danach kommt der Steckling in durchlässiges Substrat. 4

Eine Aussaat ist ebenfalls möglich, verläuft jedoch langsamer; bei Wärme dauert die Keimung mehrere Wochen. Ein junger Steckling bildet gewöhnlich innerhalb von 3 bis 6 Wochen Wurzeln und entwickelt in den folgenden Monaten seine ersten vollständig ausgebildeten Dornen. Für die gärtnerische Vermehrung erklärt dieser Zeitunterschied die Bedeutung der Stecklinge. 4

Als natürliches Molluskizid wurde der Milchsaft außerdem gegen Weichtiere untersucht, die Bilharziose übertragen. In niedriger Dosis zeigte er bei Ratten keine teratogene Wirkung; hohe Dosen waren jedoch für Muttertier und Embryo toxisch. Diese Untersuchung beschreibt einen Forschungszusammenhang und gehört von der normalen Zierpflanzenkultur getrennt betrachtet. 7

Nutzen und Risiken

In tropischem Klima lassen sich mit den dornigen Trieben wirksame Schutzhecken zur Abgrenzung von Gärten bilden. In mediterranen Regionen wächst die Pflanze in trockenen Steingärten im Boden. In kälteren Gebieten bleibt sie eine Zimmerpflanze für sehr helle Standorte, etwa nahe einem Südfenster, und benötigt entsprechenden Schutz vor Kälte. 2

Reizende Diterpenester sind im Milchsaft enthalten. Bei Haustieren verursacht die Aufnahme Reizungen von Maul und Verdauungstrakt: Speicheln, Appetitverlust, Erbrechen oder Durchfall können folgen. Auch Kontakt von Haut oder Augen mit dem Saft führt zu Reizungen; am Auge sind teilweise Hornhautschäden möglich. Dornen und Milchsaft verlangen deshalb beide Aufmerksamkeit. 5 8

Menschen reagieren je nach Kontaktweg ähnlich auf den Saft. Auf der Haut kann eine Kontaktdermatitis entstehen, bei Spritzern ins Auge eine Verätzung der Hornhaut. Die seltenere Aufnahme führt zu Blasen im Mund. Bei jedem Rückschnitt und beim Schneiden von Stecklingen werden Handschuhe empfohlen, um den direkten Kontakt zu begrenzen. 3 4

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Moderne Gartenhybriden, besonders thailändische Selektionen, tragen deutlich größere Hochblätter als die Wildform. Ihre Farben reichen über zahlreiche Rot-, Rosa-, Gelb- und Weißtöne. Die Varietät hislopii sowie Sorten wie 'Cherokee' und 'Peppermint Candy' werden trotz sehr unterschiedlicher Erscheinungsbilder derselben Art zugeordnet. Größe und Farbe allein begründen deshalb keine eigene Art. 4

Weißer Milchsaft tritt bei einem Schnitt oder einer Verletzung sofort aus und grenzt die Pflanze von Kakteen ab, die ihn nicht bilden. Auch echte Blätter, selbst wenn sie zeitweise abfallen, bestätigen die Einordnung als Wolfsmilchgewächs statt als Kakteengewächs, bei dem Dornen an die Stelle der Blätter treten. 8

Ohne verlässliches Etikett werden gelegentlich andere sukkulente Wolfsmilchgewächse aus Madagaskar oder Afrika mit Christusdorn verwechselt, etwa Euphorbia tirucalli. Wo ein Trivialname mehrdeutig ist, hilft der wissenschaftliche Artname bei der Zuordnung. Er bleibt deshalb auch bei Pflanzen mit vertrautem Handelsnamen ein wichtiger Bezugspunkt. 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Christusdorn für Katzen und Hunde giftig?

Ja. Sein Milchsaft enthält reizende Diterpenester. Nach Aufnahme entstehen Reizungen im Maul und Verdauungstrakt, mit Speicheln, Appetitverlust, Erbrechen oder Durchfall. Auch Haut- und Augenkontakt verursacht Reizungen.

Ist Christusdorn ein Kaktus?

Nein. Trotz Dornen und sukkulentem Wuchs gehört Euphorbia milii zu den Euphorbiaceae und nicht zu den Cactaceae. Der weiße Milchsaft an Schnittstellen gilt als sicherstes Unterscheidungsmerkmal; bei echten Kakteen fehlt er.

Warum verliert mein Christusdorn Blätter?

Ein zyklischer Blattfall vor der winterlichen Ruhezeit ist normal. Außerhalb dieser Zeit kann Blattfall auch auf Wasserstress oder Lichtmangel hinweisen.

Woher kommt der Name Christusdorn?

Die Legende verbindet die langen Dornen und roten Hochblätter mit der Dornenkrone Christi bei der Kreuzigung. Die verbreitete Erzählung ist anachronistisch: Euphorbia milii stammt aus Madagaskar und gelangte erst Anfang des 19. Jahrhunderts nach Europa.

Wie vermehrt man Christusdorn durch Stecklinge?

Einen 10 bis 15 cm langen Trieb abschneiden, die Basis 24 bis 48 Stunden zur Kallusbildung trocknen lassen und dann in kaum feuchtes, durchlässiges Substrat stecken. Die Bewurzelung dauert meist 3 bis 6 Wochen.

Welche Farben haben die Hochblätter des Christusdorns?

Sorten und Hybriden, insbesondere thailändische Selektionen, besitzen rote, rosa, gelbe oder weiße Hochblätter. Diese sind teilweise deutlich größer als bei der Wildform.

Welche Mindesttemperatur verträgt Christusdorn?

Unter 5 °C leidet die Pflanze unter Kälte; unter 2 °C wird Frost rasch tödlich. Sie sollte eingeräumt werden, sobald die Nachttemperaturen sich dieser Schwelle nähern.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.