Kletter-Feige (Ficus pumila, )
Die Kletter-Feige (Ficus pumila) ist eine Kletterpflanze aus der Familie der Maulbeergewächse (Moraceae) aus Ostasien. Junge Triebe haften mit kurzen Haftwurzeln an Mauern und tragen sehr kleine herzförmige Blätter. Im Alter bildet sie vom Untergrund abstehende Fruchttriebe mit deutlich größeren, ledrigen Blättern.
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Ficus pumila umfasst Zentral- und Südchina, Japan, Taiwan und Indochina. Die häufig zur Mauerbegrünung kultivierte Art ist außerhalb dieses Areals eingebürgert, insbesondere im Südosten der USA. Diese eingeführten Vorkommen sind vom ostasiatischen Ursprungsgebiet zu unterscheiden.
- Heimisch4
- Eingeführt2
- China
- Japan
- Taiwan
- Vietnam
- USA (Florida)
- Australien
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Die Kletter-Feige (Ficus pumila L., 1753) ist eine kletternde Feigenart aus der Familie der Maulbeergewächse (Moraceae). Das Epitheton pumila leitet sich vom lateinischen pumilus, „zwergig“, ab und bezieht sich auf die sehr kleinen Blätter der jungen Triebe. 1 5
In Europa kennt man die Art vor allem als Zimmerpflanze und zur Mauerbegrünung. Ihre dünnen Triebe heften sich ähnlich wie Efeu mit kurzen Haftwurzeln an den Untergrund und bilden ein dichtes, immergrünes Blattkleid, das ganze Flächen bedecken kann. 2 4
Erkennung
Auffällig ist der ausgeprägte Blattdimorphismus von Ficus pumila. Junge Klettertriebe tragen kleine herzförmige, ledrige Blätter von etwa 2,5 cm Länge. Sie sind mittel- bis dunkelgrün und stehen wechselständig an Trieben, die eng am Untergrund anliegen. 4 3
Mit zunehmendem Alter entstehen Fruchttriebe, die von Mauer oder Stamm abstehen. Ihre ovalen bis elliptischen Blätter sind deutlich größer und erreichen bis zu 10 cm Länge. Wird ein Blatt oder Trieb angeschnitten, tritt wie bei allen Feigen weißer Milchsaft aus. 4 3
Zur Bestimmung hilft auch die Befestigung: Entlang junger Triebe entstehen kurze Haftwurzeln, die am Untergrund haften. So kann die Pflanze ohne Kletterhilfe eine ganze Wand bedecken. Als Zimmerpflanze bleibt die Kletter-Feige biegsam und breitet sich meist über 1 bis 2 m aus; im Freiland klettert sie bei mildem Klima mehrere Meter hoch. 2 3
Nützliche Taxonomie
Die Erstbeschreibung als Ficus pumila L. stammt von Carl von Linné aus dem Jahr 1753. Innerhalb der großen Gattung Ficus begegnen weiterhin ältere Namen und infraspezifische Ränge. Zu den wesentlichen Namen gehören:
- Ficus pumila var. pumila (Nominatvarietät)
- Ficus pumila var. awkeotsang (Makino) Corner (botanische Varietät)
- Ficus pumila Thunb. (illegitimer Name)
- Ficus stipulata Thunb. (älterer Name)
- Plagiostigma pumila Zucc. (älterer Name)
Als verlässlicher Bezug dient der akzeptierte wissenschaftliche Name Ficus pumila L. Sortennamen wie Minima oder Variegata bezeichnen gärtnerische Auslesen, keine eigenen Arten. Die in Taiwan kultivierte Varietät awkeotsang besitzt dagegen einen anerkannten botanischen Rang. 1 5
Lebensraum und Verbreitung
In feuchten subtropischen Gebieten Zentral- und Südchinas, Japans, Taiwans und Indochinas liegt das natürliche Areal von Ficus pumila. Auf Felsen, schattigen Felswänden und Stämmen ermöglichen die Haftwurzeln der Art, hochzuklettern und große Flächen zu bedecken. 1 3
Anders als hemiepiphytische Feigen ist diese Art keine Würgefeige. Sie nutzt ihren Untergrund als Stütze, ohne ihn zu parasitieren. Ihre größere Winterhärte gegenüber tropischen Feigen erlaubt ein Gedeihen in den USDA-Zonen 8 bis 11; starker Frost lässt die oberirdischen Teile jedoch absterben. 4 2
Durch die häufige Kultur zur Mauerbegrünung und als Zimmerpflanze ist die Kletter-Feige außerhalb ihres Areals eingebürgert, besonders im Südosten der USA und in mehreren warmen Regionen. Diese eingeführten Vorkommen sind vom ostasiatischen Ursprungsgebiet zu unterscheiden. 4 3
Lebenszyklus und Vermehrung
Wie alle Ficus-Arten besitzt die Kletter-Feige einen besonderen Blütenstand: Die Blüten liegen eingeschlossen in einer hohlen Feige. Eine kleine spezialisierte Wespe bestäubt sie. Fehlt dieser Bestäuber außerhalb des Ursprungsgebiets, bleiben Früchte selten und die Pflanze sät sich praktisch nicht selbst aus. 5 3
Nur die erwachsenen, vom Untergrund abstehenden Triebe bilden bei mildem Klima Feigen. Diese sind zunächst grün und reif purpurfarben. In Taiwan liefern die Samen der Varietät awkeotsang einen Schleimstoff für ein traditionelles Speisegelee. Diese örtliche Nutzung betrifft nicht die Zierformen. 4 3
Gärtnerisch wird die Art vor allem durch Triebstecklinge mit Knoten oder Absenker vermehrt. Da ihre Triebe bei Bodenkontakt wurzeln, gelingt Letzteres besonders leicht. Vor dem Einsetzen sollte der Milchsaft antrocknen; sonst nässt die Schnittfläche und heilt schlecht. Ein direkt unter einem Knoten geschnittener Steckling bildet bei Wärme und hellem indirektem Licht nach drei bis fünf Wochen erste Wurzeln. Für einen Absenker wird ein beblätterter Trieb auf feuchtem Substrat befestigt und erst nach der Wurzelbildung von der Mutterpflanze getrennt. 2 6
Nutzen und Risiken
Zur Zierde wird Ficus pumila in mildem Klima als Mauerbegrünung, im Zimmer als Kletter- oder Hängepflanze genutzt. Ihre Haftwurzeln begrünen selbstständig Mauern, Spaliere und Terrarien. Dieselbe Haftwirkung kann jedoch auf gestrichenen oder brüchigen Untergründen Spuren hinterlassen. 2 4
Der weiße Milchsaft der Feigen wirkt leicht reizend. Auf empfindlicher Haut kann er Rötungen und Juckreiz auslösen, nach Aufnahme Mundreizungen und milde Verdauungsbeschwerden. Die ASPCA stuft die Kletter-Feige als giftig für Katzen und Hunde ein; die Symptome sind meist mäßig ausgeprägt. Halten Sie die Pflanze von Tieren und kleinen Kindern fern und tragen Sie beim Rückschnitt Handschuhe. 7 8
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Im Handel angebotene Formen sind keine getrennten Arten. Minima ist eine dichte, langsam wachsende Auslese mit sehr kleinen Blättern. Die cremefarben panaschierten Sorten Variegata und Sunny benötigen mehr Licht, um ihre Färbung zu erhalten. Quercifolia bezeichnet gelapptes Laub. Vor dem Kauf sollten Sortenname, Zustand der Triebe und Blattdichte geprüft werden. 2
Verwechslungen kommen besonders mit folgenden Pflanzen vor:
- Hedera helix, Gemeiner Efeu, ebenfalls flächig kletternd und mit Haftwurzeln;
- Ficus elastica, Gummibaum, eine Zimmerfeige mit deutlich größeren Blättern;
- Ficus lyrata, Geigen-Feige, mit geigenförmigen Blättern.
Sehr kleine herzförmige Blätter an jungen Trieben, kurze Haftwurzeln und weißer Milchsaft sind die zuverlässigsten Merkmale, um eine als Kletter-Feige verkaufte Pflanze als Ficus pumila zu erkennen. 4 1
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Ficus pumila L.
- Royal Horticultural Society, Ficus pumila – Kletter-Feige
- Missouri Botanical Garden, Ficus pumila
- North Carolina State Extension, Ficus pumila – Kletter-Feige
- Encyclopaedia Britannica, Ficus (Pflanzengattung)
- Plants For A Future, Ficus pumila
- ASPCA, Kletter-Feige (Ficus pumila), Giftigkeit
- Merck Veterinary Manual, für Tiere giftige Zimmer- und Zierpflanzen
Häufig gestellte Fragen
Ist die Kletter-Feige giftig?
Ihr weißer Milchsaft reizt Haut, Augen und Verdauungstrakt leicht. Die ASPCA stuft die Kletter-Feige als giftig für Katzen und Hunde ein, wobei die Symptome meist mild bleiben. Halten Sie die Pflanze von Tieren und kleinen Kindern fern.
Warum bekommt meine Kletter-Feige ungewöhnlich große Blätter?
Mit zunehmendem Alter verändert die Pflanze ihr Laub. Die erwachsenen, vom Untergrund abstehenden Triebe tragen deutlich größere und ledrigere Blätter als die kleinen Herzblätter der jungen Klettertriebe.
Kann die Kletter-Feige an einer Wand hochwachsen?
Ja. Wie Efeu haftet sie mit kurzen Haftwurzeln und kann eine ganze Wand bedecken. Im Zimmer wird sie oft am Spalier oder Moosstab sowie als Hängepflanze gezogen.
Mit welchen Pflanzen lässt sich die Kletter-Feige verwechseln?
Am häufigsten mit Efeu, da beide flächig wachsen und Haftwurzeln bilden. Die sehr kleinen Herzblätter und der weiße Milchsaft der Feigen sind gute Unterscheidungsmerkmale.
Wie viel Licht braucht die Kletter-Feige?
Helles indirektes Licht oder Halbschatten fördern dichtes Laub. Sanfte Morgensonne wird vertragen, heiße direkte Sonne kann die kleinen Blätter jedoch austrocknen.
Wie groß wird die Kletter-Feige?
An einer Kletterhilfe im Zimmer breitet sie sich meist über 1 bis 2 m aus. Im Freiland kann sie in mildem Klima mehrere Meter Mauer bedecken; erwachsene Triebe reichen höher.
Sind panaschierte Kletter-Feigen eigene Arten?
Nein. Variegata und Sunny sind auf cremefarbene Panaschierung ausgelesene Sorten, keine eigenen Arten. Sie brauchen etwas mehr Licht, um ihre Blattfärbung zu erhalten.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.








