Kletten-Labkraut (Galium aparine, L. 1753)

Kletten-Labkraut (Galium aparine) ist eine einjährige krautige Pflanze aus der Familie der Rubiaceae. Es kommt im gemäßigten Europa, in Nordafrika und in Asien bis Japan vor. Winzige Hakenhaare an den vierkantigen Stängeln und Blättern heften sich an Kleidung, Tierfell und Nachbarpflanzen und ermöglichen das Emporklimmen ohne eigene Stützorgane. Die Art wächst in Hecken, auf Brachflächen und besonders in Getreidefeldern. Auch die Nutzung als Wildgemüse und gerösteter Früchte als Kaffeeersatz ist dokumentiert.

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Wissenschaftlicher NameGalium aparine
GattungGalium
OrdnungGentianales

Kletten-Labkraut, Klebkraut, Cleavers, Catchweed bedstraw und Sticky willy

Identität
Toxizität
Keine Giftigkeit dokumentiert; Hakenhaare können die Haut reizen
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Einjährige Kräuterpflanze · Unkraut · Essbare Pflanze · Historische medizinische Verwendung · Halbfrucht
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Einjährig
Herkunft
FrankreichVereinigtes KönigreichSpanienJapan
Lebensraum
Hecken, Säume, Brachen, Wegränder, Getreidefelder, Obst- und Weinbau auf schweren, stickstoff- und phosphorreichen Böden
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommer
Erntezeit
FrühlingSommer
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Blüte je nach Keimzeit vom Frühjahr bis Sommer; Fruchtreife im Sommer
Vermehrung
Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Luftfeuchtigkeit
50–80 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Reicher Boden, Feuchter Boden, Gestörter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Viel Umgebungslicht bieten, ohne direkte Sonne auf den Blättern.

Halbschatten bis volle Sonne
Außenbereich
Feldhecke, Feldrand, Straßenrand
Erscheinungsbild
Höhe10–120 cmBreite30–150 cm
Blätter
Grün
Blüten
WeißGrün
Früchte
GrünBraun
Wuchsform
Kletten-Labkraut (Galium aparine): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Rinde
Grün

Weltweite Verbreitung

Nach POWO reicht das natürliche Areal von Galium aparine von Makaronesien bis ins gemäßigte Eurasien, von Europa und Nordafrika bis Japan. Inzwischen ist die Art in Nord- und Südamerika, Australien und Neuseeland weit eingebürgert und tritt dort als Beikraut in Getreidekulturen auf.

  • Heimisch4
  • Eingeführt2
  • Invasiv2
  • Frankreich
  • Vereinigtes Königreich
  • Spanien
  • Japan
  • Kanada
  • Neuseeland
  • Vereinigte Staaten
  • Australien

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Kletten-Labkraut (Galium aparine L., 1753) ist eine einjährige krautige Pflanze aus der Familie der Rubiaceae. Hakenhaare an Stängeln, Blättern und Früchten greifen bereits bei leichter Berührung. Carl von Linné beschrieb die Art 1753 in Species Plantarum. Der Gattungsname geht auf das altgriechische gala, Milch, zurück: Dioskurides bezeichnete damit bereits das zum Gerinnen von Milch verwendete Echte Labkraut, Galium verum. 4 1

Auch das Epitheton aparine wird aus dem Griechischen abgeleitet, von apairo, greifen oder festhalten. Die kleinen Haken lassen die Pflanze an Kleidung, Tierfell und benachbarter Vegetation haften. So kann sie ohne Ranken oder Haftorgane an anderen Pflanzen emporwachsen. 4

Erkennung

Vier Kanten kennzeichnen den schlanken Stängel; an ihnen sitzen kleine rückwärts gekrümmte Borsten. Ohne Ranken oder Haftorgane bleibt er über einige Dutzend Zentimeter hinaus nicht selbstständig aufrecht. Gestützt auf eine Hecke oder Kulturpflanze klettert oder kriecht er bis 1,2 m weit, bei günstigem Klima gelegentlich darüber hinaus. 4 3

An jedem Knoten stehen schmale, lanzettliche Blätter in Quirlen zu 6 bis 8. Hakenhaare an ihren Rändern verstärken das Haften des Stängels. Die nur 2 bis 3 mm großen Blüten haben vier grünlich weiße Kronblätter. Sie stehen zu zweit oder dritt in den Blattachseln und erscheinen je nach Region vom Spätwinter bis zum Sommer. 3 2

Kugelige Früchte von 3 bis 7 mm Größe bestehen aus ein bis zwei eng verbundenen Achänen. Ihre Oberfläche ist vollständig mit Hakenhaaren besetzt. Die haftenden Früchte sind im Gelände oft aussagekräftiger als die unscheinbaren Blüten und helfen auch nach der Blütezeit bei der Bestimmung. 5 4

Nützliche Taxonomie

Unter Galium aparine L. führt Plants of the World Online die Art als akzeptiert. Der 1753 veröffentlichte Name gehört zur Familie der Rubiaceae und zur Unterfamilie der Rubioideae. 1

Regionale französische Namen wie rièble, grateron, gratte-langue, saigne-langue und ne-me-quitte-pas bezeichnen dieselbe Art. Mehrere dieser Bezeichnungen spielen auf das Haften an Haut oder Kleidung an. Im Deutschen beschreibt der Name Kletten-Labkraut ebenfalls diese auffällige Eigenschaft. 5

Mehrere Hundert Arten gehören zur Gattung Galium. Ohne die Früchte und den Geruch zerriebener Pflanzenteile zu prüfen, werden sie leicht verwechselt. Für eine eindeutige Zuordnung ist daher der vollständige wissenschaftliche Name Galium aparine verlässlicher als ein alleiniger volkstümlicher Name. 1

Lebensraum und Verbreitung

Von Makaronesien über Europa und Nordafrika bis ins gemäßigte Asien und nach Japan reicht laut POWO das natürliche Areal von Galium aparine. In Nord- und Südamerika, Australien und Neuseeland ist die Art mittlerweile weithin eingebürgert. 1 4

Frankreichweit wächst Kletten-Labkraut in Hecken und Getreidefeldern. In den Vereinigten Staaten ist es eingeführt; die USDA erfasst es als Beikraut in großen Ackerkulturen, darunter Mais und Soja. 6 7

Besonders gut gedeiht es auf schweren, stickstoff- und phosphorreichen Böden bei einem pH-Wert von 5,5 bis 8. Dort besiedelt es Hecken, Säume und Brachen sowie vor allem Getreidefelder, Obstgärten und Weinberge. Dichte Bestände weisen häufig auf übermäßige Düngung hin. 4 5

Lebenszyklus und Vermehrung

Bereits im Spätwinter setzt die Keimung ein; winterannuelle Populationen keimen schon im Herbst. Eine Pflanze bildet gewöhnlich 300 bis 400 Samen, die im Boden nur zwei bis drei Jahre keimfähig bleiben. Der schnelle Nachschub erklärt, weshalb Mähen während einer einzigen Saison die Art nicht dauerhaft beseitigt. 3

Überwiegend erfolgt die Ausbreitung durch Epizoochorie, also das äußere Anhaften an Tieren. Fruchthaken greifen auch an Kleidung und landwirtschaftlichen Geräten und tragen die Samen weiter, als sie beim bloßen Herabfallen gelangen würden. Samen überstehen außerdem den Verdauungstrakt von Weidevieh und verbreiten sich so entlang von Weidewegen. Als Pionierpflanze besiedelt die Art auch Brandflächen aus dem im Boden vorhandenen Samenvorrat neu; kontrolliertes Abbrennen wirkt deshalb nur wenig gegen sie. 3 8

Nutzen und Risiken

Vor dem Verhärten der Früchte geerntete junge Triebe werden wie Spinat als gekochtes Gemüse gegessen. Roh machen die Haken die Pflanze wenig angenehm. Reife Früchte liefern nach dem Trocknen und Rösten einen koffeinärmeren Kaffeeersatz. Diese Nutzung ist sowohl aus Frankreich als auch aus dem Vereinigten Königreich dokumentiert. 4 5

Zum Inhaltsstoffspektrum gehören Iridoidglykoside wie Asperulosid, Flavonoide, Cumarine und ein Anthrachinon-Derivat, das bestimmte Raupen abwehrt. Diese Stoffe stehen hinter traditionellen Anwendungen als harntreibender Kräutertee und als Umschlag bei kleinen Wunden. Eine Giftigkeit beim Verzehr ist nicht dokumentiert. 4

Das belegte Risiko ist mechanisch. Bei empfindlicher Haut können wiederholte Berührungen der Hakenhaare leichte Reizungen verursachen. Solche winzigen Kratzer werden gelegentlich irrtümlich für eine allergische Reaktion gehalten. 4

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Gärtnerische Auslesen gibt es beim Kletten-Labkraut nicht. Es ist ein spontan wachsendes Beikraut, das nie als Zierpflanze domestiziert wurde. Darin unterscheidet es sich vom verwandten Waldmeister, der als Bodendecker für schattige Gehölzbereiche kultiviert wird. 2

Verwechslungen betreffen vor allem andere Arten derselben Gattung:

  • Galium spurium, das Kleinfrüchtige Kletten-Labkraut, trägt kleinere Früchte an oft dünneren Stängeln und wächst in denselben Kulturen;
  • Galium odoratum, Waldmeister, hat keine Stängelhaken und duftet nach dem Trocknen nach geschnittenem Heu;
  • Galium verum, das Echte Labkraut, besitzt deutlich gelbe Blüten und glatte Früchte ohne Hakenhaare.

Für die Unterscheidung im Gelände zählen vor allem der Geruch, der bei frischem Galium aparine fehlt, und die Haken an der gesamten Pflanze. Diese Merkmalskombination erlaubt eine zuverlässigere Zuordnung als der Wuchsort allein.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Kletten-Labkraut giftig?

Nein. Die Referenzquellen dokumentieren weder eine Giftigkeit beim Verzehr noch einen Giftstoff für Menschen oder Haustiere. Das belegte Risiko ist mechanisch: Wiederholter Kontakt mit den Hakenhaaren kann bei empfindlicher Haut leichte Reizungen auslösen.

Kann man Kletten-Labkraut essen?

Ja. Junge Triebe werden vor dem Verhärten der Früchte als gekochtes Gemüse gegessen. Reife, getrocknete und anschließend geröstete Früchte dienen als koffeinärmerer Kaffeeersatz.

Warum bleibt Kletten-Labkraut an Kleidung hängen?

Stängel, Blätter und Früchte tragen kleine, hakenförmig gekrümmte Haare. Vor allem verbreiten sie die Früchte durch Anheften an das Fell vorbeistreifender Tiere; dies heißt Epizoochorie.

Wie unterscheidet sich Kletten-Labkraut von Waldmeister?

Waldmeister, Galium odoratum, hat keine Hakenhaare am Stängel und entwickelt beim Trocknen einen Duft nach geschnittenem Heu. Kletten-Labkraut ist dagegen im frischen Zustand geruchlos.

Kann Kletten-Labkraut in Kulturen überhandnehmen?

Ja, in Getreidefeldern, Obstgärten und Weinbergen. Seine Stängel verflechten sich mit den Kulturpflanzen und können die Ernte behindern. Jede Pflanze bildet 300 bis 400 Samen, die den Samenvorrat im Boden rasch erneuern.

Woher stammt der Name Galium aparine?

Galium geht auf das griechische gala für Milch zurück und verweist auf Galium verum, das zum Gerinnen von Milch verwendet wurde. Aparine wird vom griechischen apairo, greifen, abgeleitet und beschreibt die Hakenhaare.

Wächst Kletten-Labkraut auch in Frankreich?

Ja, es kommt in ganz Frankreich in Hecken, auf Brachen und besonders in Getreidefeldern vor, auf stickstoff- und phosphorreichen Böden.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.