Persischer Ehrenpreis (Veronica persica, )
Persischer Ehrenpreis (Veronica persica Poir., 1808) ist eine einjährige Art der Plantaginaceae aus dem Kaukasus und dem nördlichen Iran. Heute ist er auf fast allen Kontinenten als Beikraut bearbeiteter Böden und in Rasen eingebürgert. Kennzeichnend sind kleine einzelne himmelblaue Blüten mit weißer Mitte auf langen fadenförmigen Stielen und eine zweilappige V-förmige Kapsel. Eine Giftigkeit für Menschen oder Haustiere ist nicht dokumentiert.
WeiterlesenPersischer Ehrenpreis, Birdeye speedwell, Persian speedwell und Common field-speedwell
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Veronica persica liegt im Kaukasus und im nördlichen Iran. Seitdem ist die Art auf fast allen Kontinenten eingebürgert und steht auch auf der nordamerikanischen Beikrautliste der WSSA. Heute ist sie in Europa, Ost- und Südafrika, Ostasien, Amerika und Ozeanien nachgewiesen.
- Heimisch2
- Eingeführt8
- Iran
- Georgien
- Frankreich
- Vereinigtes Königreich
- Vereinigte Staaten
- Kanada
- China
- Japan
- Australien
- Neuseeland
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Persischer Ehrenpreis (Veronica persica Poir., 1808) ist eine einjährige Art der Gattung Veronica aus der Familie Plantaginaceae. Auf Französisch heißt er auch véronique commune. POWO akzeptiert den wissenschaftlichen Namen und verortet das natürliche Areal vor allem im Kaukasus und im nördlichen Iran. 1 3
Der Gattungsname geht auf das lateinische Veronica zurück, den Vornamen einer mit mehreren Wunderlegenden verbundenen Heiligen. Einer Legende zufolge brachte sie ein Bildnis Christi nach Rom, das Aussatz heilen konnte; daher stammt der alte französische Pflanzenname „herbe aux ladres“, Kraut der Aussätzigen. Das Artepitheton persica verweist auf das von Poiret beschriebene Herkunftsgebiet, das damals zum historischen Persien gehörte. 8
Die Art ist hybriden Ursprungs: Genetische Untersuchungen beschreiben sie als allotetraploid, entstanden aus einer Kreuzung von Veronica polita mit Veronica ceratocarpa und anschließender Verdoppelung der Chromosomenzahl auf 28, gegenüber 14 bei den beiden Elternarten. 7
Erkennung
Ein niedriger, niederliegender bis locker ausgebreiteter Teppich kennzeichnet Veronica persica. Die behaarten, oft rötlichen Stängel bewurzeln sich an den Knoten und richten sich nur an den Spitzen auf; die gesamte Pflanze misst 10 bis 40 cm. 3 6
Unten sind die Blätter gegenständig, oben wechselständig angeordnet. Sie sind kurz gestielt, herzförmig-eiförmig, stark gezähnt und etwa 1 bis 2 cm lang. Schon Keimlinge lassen sich vor den ersten Blüten an ihren dreieckigen Keimblättern mit gestutztem Grund erkennen. 7
Etwa 1 cm breite, himmelblaue Blüten mit dunkleren Streifen und weißer Mitte stehen einzeln in den Blattachseln. Ihr fadenförmiger, behaarter Stiel ist ein- bis dreimal so lang wie das Blatt und krümmt sich bei der Fruchtbildung bogenförmig zurück. 3 7
Die Frucht ist eine behaarte Kapsel, 6 bis 7 mm breit und 4 bis 5 mm hoch, mit tiefer Ausrandung. Zwei abgeflachte, stark auseinanderstrebende Lappen bilden ein deutliches „V“ und enthalten jeweils 4 bis 8 Samen. Bei ähnlichen Ehrenpreisarten bleiben die Fruchtlappen dagegen parallel, statt deutlich V-förmig auseinanderzustreben. 3
Taxonomie und Namen
Als akzeptierter Name gilt Veronica persica Poir., veröffentlicht 1808 in Lamarcks Encyclopédie méthodique, botanique. In der Literatur kommen mehrere Synonyme vor, darunter Veronica buxbaumii Ten., Veronica tournefortii C.C.Gmel. und Pocilla persica (Poir.) Fourr. 3 2
Im Französischen stehen zwei gebräuchliche Namen nebeneinander: véronique de Perse bezeichnet diese Art, während véronique commune auch für andere kleine Ehrenpreisarten in Gärten verwendet wird und daher mehrdeutig ist. Der wissenschaftliche Name Veronica persica beseitigt diese Unklarheit, da er nur eine von POWO anerkannte Art bezeichnet. 3
Lebensraum und Verbreitung
Vom Kaukasus und Westasien aus hat sich Veronica persica auf fast allen Kontinenten eingebürgert. Die Art wird sogar auf der nordamerikanischen Beikrautliste der WSSA (Weed Science Society of America) geführt. 5
Für Westeuropa ist die Einführung gut dokumentiert: Der erste Nachweis in Großbritannien stammt von 1825. Im 19. Jahrhundert breitete sich die Pflanze rasch aus und war bereits 1960 im britischen und irischen Tiefland allgegenwärtig. 7
Coste nennt für Frankreich kultivierte und unkultivierte Stellen, hier und da in fast ganz Frankreich sowie auf Korsika. Weltweit besiedelt die Art auch Nordamerika, Ost- und Südafrika, Ostasien und Ozeanien; in diese Gebiete gelangte sie durch den Handel mit landwirtschaftlichen und gärtnerischen Erzeugnissen. 3 5
Lebenszyklus und Vermehrung
Als selbstbestäubende einjährige Pflanze bildet Veronica persica zahlreiche Samen. In mildem Klima kann sie fast ganzjährig keimen und blühen; in Frankreich liegt der deutliche Schwerpunkt zwischen Februar und Juni. 7 3
Quer gerunzelte Samen von kaum 1 bis 2 mm Länge werden teilweise durch Ameisen verbreitet. Diese Myrmekochorie begünstigt die Ansiedlung unmittelbar neben der Mutterpflanze. Hinzu kommt vegetative Vermehrung: Jeder Knoten eines aufliegenden Stängels kann bei Bodenkontakt neue Wurzeln bilden. So entsteht nach einer einzigen Keimungswelle rasch ein dichter Teppich. 7 7
Verwendung und Giftigkeit
Für Veronica persica ist keine Giftigkeit bei Menschen, Katzen, Hunden oder Pferden dokumentiert. Die Art steht auf keiner der üblichen Giftpflanzenlisten. 6
Gärtnerisch wird die Art kaum genutzt. Die RHS stuft sie als Beikraut ein, das allenfalls wegen seiner frühen blauen Blüte in einer naturnahen Blumenwiese geduldet wird. Traditionelle Medizin verwendete früher einige Ehrenpreisarten, darunter Veronica persica, gegen Herzbeschwerden, Schlangenbisse, Blutungen, entzündliches Rheuma und Asthma sowie als Schleimlöser. Diese Anwendungen sind historisch und ersetzen keine heutige ärztliche Beratung. 4 7
Verwechslungen, Ökologie und Regulierung
Mehrere kleine einjährige Ehrenpreisarten können im Gelände verwechselt werden. Veronica polita und Veronica agrestis haben parallele, nicht V-förmig auseinanderstrebende Fruchtlappen. Ihr Blütenstiel ist kürzer als oder so lang wie das Blatt, bei Veronica persica deutlich länger. Veronica filiformis besitzt runde Blätter, die kleiner als die Blüte sind; Veronica hederifolia hat anders geformte Blattlappen. 7
Im Garten besiedelt die Pflanze zuerst nährstoffreiche, frische und gestörte Böden in Beeten, Gemüsegärten, lückigen Rasen und an Wegrändern. Die RHS nennt außerdem gelegentlichen Befall durch Blattläuse, Falschen Mehltau, pilzliche Blattflecken, Phytophthora-Fäule und Hallimasch. Vollständiges Ausreißen samt Wurzeln vor der Kapselbildung begrenzt den Neuaustrieb besser als Mähen allein: Dieses kappt Blüten, entfernt aber keine bereits bewurzelten Knoten. Zusammen mit regelmäßigem Rasenmähen zur Begrenzung der Blüte bleibt dieses doppelte Vorgehen die Empfehlung der RHS. Im Gelände ist zuerst die V-förmige, 6 bis 7 mm breite Kapsel zusammen mit dem längeren Blütenstiel zu prüfen. 6 4 4
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Veronica persica Poir.
- International Plant Names Index, Veronica persica
- Tela Botanica / BDTFX-Referenzwerk, Veronica persica Poir.
- Royal Horticultural Society, Veronica persica, field speedwell
- EPPO Global Database, Veronica persica (VERPE)
- NC State Extension, Veronica persica Pflanzenporträt
- Wikipedia (EN), Veronica persica
- CNRTL, Etymologie des französischen Namens „véronique“
- GBIF Backbone Taxonomy, Veronica persica Poir.
Häufig gestellte Fragen
Ist Persischer Ehrenpreis giftig?
Für Menschen, Katzen, Hunde oder Pferde ist keine Giftigkeit dokumentiert. Die Art erscheint auf keiner der üblichen Giftpflanzenlisten.
Wie unterscheidet sich Veronica persica von anderen Ehrenpreisarten?
Am zuverlässigsten ist die Frucht: eine Kapsel mit stark V-förmig auseinanderstrebenden Lappen, zusammen mit einem Blütenstiel, der ein- bis dreimal so lang wie das Blatt ist. Veronica polita und Veronica agrestis haben parallele Fruchtlappen und einen kürzeren Blütenstiel.
Woher stammt Persischer Ehrenpreis?
Sein natürliches Areal liegt im Kaukasus und im nördlichen Iran. In Großbritannien seit 1825 nachgewiesen, bürgerte er sich in wenig mehr als einem Jahrhundert auf fast allen Kontinenten ein.
Warum blüht er so früh im Jahr?
Veronica persica kann in mildem Klima fast das ganze Jahr keimen und blühen, mit einem deutlichen Schwerpunkt von Februar bis Juni in Frankreich. Damit liefert er Insekten, die schon im Spätwinter aktiv sind, früh Nektar.
Wie lässt sich Persischer Ehrenpreis im Rasen entfernen?
Am zuverlässigsten ist das Ausreißen samt Wurzeln vor der Kapselbildung. Regelmäßiges Mähen begrenzt zusätzlich Blüte und Bildung neuer Samen.
Bezeichnet der französische Name véronique commune immer diese Art?
Nein. Dieser gebräuchliche Name wird auch für andere kleine einjährige Ehrenpreisarten in Gärten verwendet und ist deshalb mehrdeutig. Der wissenschaftliche Name Veronica persica bleibt die einzige eindeutige Bezeichnung.
Was bedeutet das Artepitheton persica?
Es verweist auf das von Jean Louis Marie Poiret 1808 beschriebene Herkunftsgebiet. Dieses gehörte damals zum historischen Persien und entspricht heute dem Kaukasus und dem nördlichen Iran.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.




