Großes Löwenmaul (Antirrhinum majus, )
Großes Löwenmaul (Antirrhinum majus), auch Garten-Löwenmaul genannt, gehört zu den Wegerichgewächsen (Plantaginaceae) und stammt aus dem westlichen Mittelmeerraum. Die kurzlebige Staude wird häufig einjährig kultiviert. An aufrechten Blütenständen sitzen zweilippige Blüten, die sich wie ein kleines Maul öffnen, wenn eine Hummel sie aufdrückt.
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Antirrhinum majus liegt im Südwesten Europas, von Nordspanien bis Südostfrankreich am westlichen Mittelmeer. Als weit verbreitete Zierpflanze hat sich die Art darüber hinaus auf alten Mauern und Böschungen zahlreicher gemäßigter Regionen eingebürgert. Diese Einführungsgebiete sind vom ursprünglichen Areal zu unterscheiden.
- Heimisch3
- Eingeführt3
- Spanien
- Südfrankreich
- Italien
- Portugal
- Vereinigtes Königreich
- Vereinigte Staaten
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Das Große Löwenmaul (Antirrhinum majus L., 1753), auch Garten-Löwenmaul oder Löwenmäulchen, gehört zur Gattung Antirrhinum in der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Linné beschrieb die Art, die früher zu den Braunwurzgewächsen (Scrophulariaceae) gestellt wurde. Erst die spätere Neuordnung der Gruppe führte zur heutigen Einordnung in die Plantaginaceae. 1 4
Im Garten ist die Art vor allem als Beetpflanze und Schnittblume bekannt. Botanisch handelt es sich um eine kurzlebige Staude, die jedoch meist einjährig kultiviert wird. Innerhalb einer Saison bildet sie aufrechte Blütenstände mit farbigen Blüten, die vom Frühling bis in den Herbst erscheinen. Die übliche einjährige Kultur beschreibt also die gärtnerische Verwendung und nicht die grundsätzlich mögliche Lebensdauer. 2 6
Erkennung
Die zweilippige Blüte ist das auffälligste Merkmal von Antirrhinum majus. Sie bleibt wie ein kleines Maul geschlossen und öffnet sich erst bei seitlichem Druck. Darauf beziehen sich die Namen Löwenmaul und Löwenmäulchen. Die Blüten stehen dicht in endständigen Blütenständen an aufrechten, verzweigten Stängeln. An diesem Zusammenspiel von Blütenform und aufrechtem Wuchs lässt sich die Gartenpflanze gut erkennen. 4 2
Dunkelgrüne, lanzettliche Blätter stehen im unteren Bereich eher gegenständig und weiter oben wechselständig. Je nach Sortenserie schwankt die Höhe erheblich: von 15 cm bei niedrigen Beetformen bis etwa 90 cm bei hohen Serien für den Schnitt. Die Pflanzen werden ungefähr 15 bis 30 cm breit. Für die spätere Verwendung ist die Serienhöhe daher ebenso aussagekräftig wie die Blütenfarbe. 6 3
Aus jeder befruchteten Blüte entsteht nach dem Verblühen eine trockene Kapsel. Sie öffnet sich durch Poren und gibt zahlreiche sehr feine Samen frei. Die Blütenfarben reichen von Weiß über Gelb, Orange und Rosa bis Rot und Purpur; daneben kommen zweifarbige Formen vor. Blütenfarbe allein ist deshalb kein sicheres Merkmal für eine bestimmte Sortenserie. 3 5
Nützliche Taxonomie
Als Antirrhinum majus L. beschrieb Linné die Art im Jahr 1753; dieser wissenschaftliche Name ist weiterhin akzeptiert. Die Gattung Antirrhinum umfasst zahlreiche mediterrane Formen. In der Literatur begegnen deshalb viele ältere oder unterhalb der Artebene gebildete Namen. Zu den mit der Art verbundenen Synonymen und Kombinationen zählen:
- Antirrhinum majus subsp. tortuosum (Bosc ex Lam.) Ball, als Unterart geführter Name
- Antirrhinum majus subsp. cirrhigerum (Welw. ex Ficalho) Franco, weitere Unterartbezeichnung
- Antirrhinum majus var. linkianum hort., als Varietät angeführter Name
- Antirrhinum majus f. angustifolium (Chav.) Jáv., als Form geführte Kombination
Der akzeptierte Artname Antirrhinum majus bietet eine beständige Orientierung. Seriennamen wie Rocket oder Floral Showers bezeichnen gärtnerische Auslesen und keine botanischen Einheiten. Für die Identität der Art sind sie daher anders zu bewerten als die wissenschaftlichen Namen aus der taxonomischen Literatur. 1 4
Lebensraum und Verbreitung
Im Südwesten Europas und am westlichen Mittelmeer, von Nordspanien bis Südostfrankreich, liegt das ursprüngliche Areal von Antirrhinum majus. Wild wächst die Art auf Felsen, alten Mauern, trockenen Böschungen und sonnigen, steinigen Flächen. Diese Standorte verbinden viel Licht mit raschem Wasserabzug. 1 6
Aus den natürlichen Wuchsorten erklären sich die Ansprüche im Garten: volle Sonne, ein durchlässiger Boden und nach dem Einwurzeln eine gute Verträglichkeit von Trockenheit. Neutrale bis leicht kalkhaltige Böden werden vertragen. Stauende Nässe am Wurzelhals ist dagegen ungünstig. Eine sonnige Lage allein ersetzt somit keinen gut entwässerten Boden. 2 3
Durch den verbreiteten Zierpflanzenanbau hat sich das Löwenmaul weit außerhalb seines Ursprungsgebiets eingebürgert. Alte Mauern und Brachen vieler gemäßigter Regionen bieten ihm geeignete Wuchsorte. Solche Vorkommen in Einführungsgebieten sind vom ursprünglichen mediterranen Areal zu unterscheiden, auch wenn die Pflanzen dort ohne weitere Pflege wachsen. 4 5
Lebenszyklus und Vermehrung
Für die Bestäubung des Großen Löwenmauls sind vor allem Hummeln wichtig. Nur ausreichend schwere Insekten können die beiden Kronlippen auseinanderdrücken und den Nektar erreichen. Die Blüte wirkt damit wie ein mechanisch selektiver Zugang. Diese besondere Bauweise zählt zu den gut untersuchten biologischen Merkmalen der Art. 4 6
Im Garten erfolgt die Vermehrung vorwiegend durch Aussaat. Die sehr feinen Samen werden nur auf die Oberfläche gestreut und nicht bedeckt, weil Licht die Keimung fördert. Eine geschützte Anzucht im Spätwinter mit anschließendem Auspflanzen nach den letzten Frösten ermöglicht eine frühe Blüte. Bis zur Keimung vergehen etwa eine bis drei Wochen, bis zu den ersten Blütenständen anschließend zwei bis drei Monate. 2 3
Als kurzlebige Staude kann das Löwenmaul in milden Gegenden nach einem leichten Winter erneut aus dem Wurzelstock austreiben. Dies ist in den USDA-Zonen 7 bis 10 und bei etwa −7 °C in durchlässigem Boden möglich. In kälteren Lagen wird es einjährig kultiviert und sät sich gern selbst aus. Die Blüte reicht vom Frühling bis in den Herbst; das Entfernen verblühter Blüten verlängert sie. 6 2
Nutzen und Risiken
Als Zierpflanze findet Antirrhinum majus Verwendung in Beeten, Einfassungen, Töpfen und als Schnittblume. Hohe Serien liefern lange Stiele für Sträuße, niedrige Serien eignen sich für die vorderen Beetbereiche. Daneben ist die Art eine Modellpflanze der Pflanzengenetik. Untersuchungen ihrer durch Anthocyane und Aurone bestimmten Blütenfarben halfen, die Vererbung von Blütenmerkmalen zu erklären. 4 3
Die ASPCA stuft das Löwenmaul als ungiftig für Katzen, Hunde und Pferde ein. Seine Blüten sind sogar essbar. Wegen ihres bitteren Geschmacks dienen sie jedoch eher der Dekoration von Speisen als einer regelmäßigen kulinarischen Verwendung. Die Essbarkeit sagt somit wenig darüber aus, wie angenehm die Blüten als Lebensmittel schmecken. 7 6
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Die im Handel angebotenen Serien stellen keine getrennten Arten dar. Rocket und Liberty bezeichnen hohe Formen mit langen Stielen; Floral Showers und Montego sind kompakte Zwergserien. Madame Butterfly trägt gefüllte, azaleenartige Blüten mit wenig ausgeprägtem Maul. Vor dem Kauf sind die angegebene Höhe und gesunde Blätter wichtig, denn das Laub ist anfällig für Rost. 2
Verwechslungen betreffen besonders die folgenden verwandten Pflanzen:
- Linaria, die Leinkräuter, mit kleineren, gespornten Blüten von ähnlichem Bau;
- Cymbalaria muralis, das Zimbelkraut alter Mauern, mit herabhängendem Wuchs;
- Misopates orontium, das Acker-Löwenmaul, mit zierlicherem Wuchs und kleineren Blüten.
Der aufrechte Blütenstand mit zweilippigen, aufklappbaren Blüten, die große Farbvielfalt und der buschige Wuchs bleiben die zuverlässigsten Merkmale für Antirrhinum majus. Sie helfen, eine Beetpflanze als Großes Löwenmaul zu erkennen, auch wenn der Name ihrer Sortenserie nicht bekannt ist. 4 1
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Antirrhinum majus L., botanischer Eintrag
- Royal Horticultural Society, Antirrhinum majus - Löwenmaul
- Missouri Botanical Garden, Antirrhinum majus, botanischer Eintrag
- Encyclopaedia Britannica, Löwenmaul
- Plants For A Future, Antirrhinum majus, botanischer Eintrag
- North Carolina State Extension, Antirrhinum majus, botanischer Eintrag
- ASPCA, Löwenmaul (Antirrhinum majus) Eintrag als ungiftig
Häufig gestellte Fragen
Ist das Große Löwenmaul (Antirrhinum majus) giftig?
Nein. Die ASPCA und gartenbauliche Datenbanken führen das Löwenmaul als ungiftig für Katzen, Hunde und Pferde. Die Blüten sind sogar essbar, wegen ihres bitteren Geschmacks aber eher als Speisendekoration geeignet.
Warum heißt Antirrhinum majus Löwenmaul?
Die zweilippige Blüte bleibt geschlossen und öffnet sich wie ein kleines Maul, wenn man sie seitlich zusammendrückt. Diesen natürlichen Verschluss können nur ausreichend schwere Bestäuber öffnen, vor allem Hummeln.
Ist das Löwenmaul einjährig oder mehrjährig?
Antirrhinum majus ist eine kurzlebige Staude, wird jedoch meist einjährig kultiviert. In mildem Klima, in den USDA-Zonen 7 bis 10, kann sie nach einem leichten Winter aus dem Wurzelstock wieder austreiben.
Welchen Standort braucht das Löwenmaul?
Volle Sonne bringt die besten Ergebnisse mit reicher Blüte und kräftigen Stielen. Leichter Halbschatten wird vertragen, führt aber zu lockerem Wuchs und weniger Blüten.
Warum bekommt mein Löwenmaul Rost?
Löwenmaulrost ist seine wichtigste Schwachstelle. Nasse Blätter und schlechte Luftzirkulation begünstigen den Befall. Bodennahes Gießen, ausreichende Pflanzabstände und das Entfernen befallener Blätter begrenzen die Ausbreitung.
Wie hoch wird Antirrhinum majus?
Die Höhe hängt stark von der Sortenserie ab. Sie reicht von 15 cm bei Zwergformen für Beete bis etwa 90 cm bei hohen Schnittblumenserien.
Wie sät man Löwenmaul aus?
Die feinen Samen oberflächlich aussäen und nicht bedecken, da Licht die Keimung fördert. Eine geschützte Anzucht im Spätwinter und das Auspflanzen nach den Frösten ermöglichen eine frühe Blüte.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.






