Ginkgo (Ginkgo biloba, L. 1771)

Ginkgo (Ginkgo biloba L., 1771) ist ein sommergrüner Nacktsamer und die einzige lebende Art der Ginkgogewächse (Ginkgoaceae) und der Abteilung Ginkgophyta. Der bis 35 m hohe Baum stammt aus Ostchina, wird seit Jahrhunderten in Ostasien kultiviert und ist heute weltweit als Zierbaum verbreitet. Seine fächerförmigen Blätter färben sich im Herbst goldgelb.

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Wissenschaftlicher NameGinkgo biloba
GattungGinkgo
OrdnungGinkgoales

Ginkgo, Fächerblattbaum, Tempelbaum, Silberaprikose und Maidenhair tree

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen, darunter Kinder · Ungiftig : Katzen, Hunde und Tiere · Unbekannt : Pferde
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
China
Lebensraum
Frische Bergwaldtäler in freier Natur; häufig in Parks, Alleen und botanischen Gärten gepflanzt
Jahresverlauf
Blütezeit
Frühling
Erntezeit
Herbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
4/10
Reifezeit
Erste Samen nach fünfzehn bis zwanzig Jahren, mitunter später
Vermehrung
Aussaat, Steckling, Transplantation
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut, verträgt Wind und städtische Luftverschmutzung
Luftfeuchtigkeit
30–70 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Tiefer Boden
Salzhaltiger Boden
Wird vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Volle Sonne für einen gleichmäßigen Wuchs
Außenbereich
Gartenbeet, Offener Boden
Erscheinungsbild
Höhe2000–3500 cmBreite800–2000 cm
Blätter
GrünGelb
Ginkgo (Ginkgo biloba): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Ginkgo (Ginkgo biloba): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Ginkgo (Ginkgo biloba): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Ginkgo (Ginkgo biloba): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Ginkgo (Ginkgo biloba): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
Ginkgo (Ginkgo biloba): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Ginkgo (Ginkgo biloba): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Ginkgo (Ginkgo biloba): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Ginkgo (Ginkgo biloba): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Ginkgo (Ginkgo biloba): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
GelbOrangeGröße2–3 cm
Ginkgo (Ginkgo biloba): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Ginkgo (Ginkgo biloba): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Ginkgo (Ginkgo biloba): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Ginkgo (Ginkgo biloba): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Ginkgo (Ginkgo biloba): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Ginkgo (Ginkgo biloba): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Ginkgo (Ginkgo biloba): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Ginkgo (Ginkgo biloba): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Ginkgo (Ginkgo biloba): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Ginkgo (Ginkgo biloba): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Ginkgo (Ginkgo biloba): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Ginkgo (Ginkgo biloba): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Ginkgo (Ginkgo biloba): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Ginkgo (Ginkgo biloba): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Ginkgo (Ginkgo biloba): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Ginkgo biloba beschränkt sich auf wenige Regionen Ostchinas, besonders die Provinz Zhejiang. Wirklich wilde Populationen sind selten und ihr Status ist umstritten; die meisten Ginkgos in China, auch bei Tempeln, gehen auf alte Pflanzungen zurück. Seit Jahrhunderten in Ostasien kultiviert, wurde der Baum später nach Europa eingeführt und weltweit als Zier- und Alleebaum gepflanzt.

  • Heimisch1
  • China

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identité

Ginkgo (Ginkgo biloba L., 1771), auch Fächerblattbaum oder Tempelbaum, ist die einzige lebende Art der Ginkgogewächse (Ginkgoaceae) und der Abteilung Ginkgophyta. Dieser sommergrüne Nacktsamer erreicht bis 35 m Höhe. Er ist weder mit Nadelbäumen noch mit anderen heute lebenden Bäumen näher verwandt. 1 7

Der Gattungsname Ginkgo entstand aus einer Umschrift des Japanischen, die der Naturforscher Engelbert Kaempfer im 18. Jahrhundert festhielt. Lange galt diese Schreibweise als fehlerhaft, doch sie blieb der akzeptierte wissenschaftliche Gattungsname. Der französische Beiname arbre aux quarante écus erinnert an den als überhöht empfundenen Preis der ersten gegen Ende desselben Jahrhunderts nach Frankreich eingeführten Bäume. 6 7

Als lebendes Fossil besitzt die Gattung Ginkgo eine außergewöhnliche Geschichte. Sehr ähnliche Fossilien stammen aus dem mittleren Jura vor etwa 170 Millionen Jahren, während alle verwandten Gattungen inzwischen ausgestorben sind. Sechs Ginkgos nahe dem Hypozentrum des Atombombenabwurfs auf Hiroshima 1945 überstanden Druckwelle und Feuer. Sie leben noch heute und werden im Japanischen hibakujumoku genannt. 10

Erkennung

Charakteristisch sind lang gestielte Fächerblätter mit parallelen Adern, die sich gabelig verzweigen, ohne ein Netz oder eine Mittelrippe zu bilden. Oft ist die Blattspreite in der Mitte zu zwei Lappen eingeschnitten, worauf das Epitheton biloba verweist. Andere Blätter, besonders an Kurztrieben, bleiben nahezu ungeteilt. 2 4

Ausgewachsene Bäume werden meist 20 bis 35 m hoch. Ihre anfangs kegelförmige Krone wird später unregelmäßiger und breiter. Der Stamm trägt eine graue, dicke, im Alter rissige Borke. Besonders in den ersten Jahrzehnten bleibt das Wachstum langsam bis mäßig. 2 3

Beim Ginkgo sind die Geschlechter auf getrennte Bäume verteilt: Er ist zweihäusig. Jeder Baum trägt entweder männliche oder weibliche Organe. Vor der Fortpflanzungsreife fehlen erkennbare Blütenorgane, sodass sich das Geschlecht oft erst nach fünfzehn bis zwanzig Jahren bestätigt. Im Herbst wird das Laub fast gleichmäßig gelb und fällt innerhalb weniger Tage massenhaft ab. 5 3

Nützliche Taxonomie

Unter dem Namen Ginkgo biloba L. beschrieb Linné die Art 1771. Taxonomisch steht sie isoliert: Als einziger lebender Vertreter der Ginkgophyta hat sie unter heutigen Pflanzen keine nahen Verwandten. Die Blätter erinnern gelegentlich an Frauenhaarfarn, was den englischen Namen maidenhair tree erklärt. 1 7

Der akzeptierte Name Ginkgo biloba bleibt der verlässliche taxonomische Bezugspunkt. Gartensorten wie Autumn Gold und Fastigiata sind veredelte Auslesen desselben Taxons, keine eigenen botanischen Varietäten. Mit beiden pflanzt man daher dieselbe Art in unterschiedlicher Wuchsform. 2 3

Lebensraum und Verbreitung

Nur wenige Gebiete in Ostchina, besonders in der Provinz Zhejiang, gehören zum natürlichen Areal von Ginkgo biloba. Wirklich wilde Populationen sind selten und umstritten. Die meisten chinesischen Ginkgos, auch nahe Tempeln, stammen von alten Pflanzungen und nicht aus spontan entstandenen Wäldern. 1 8

Jahrhundertelange Kultur an ostasiatischen Tempeln und Heiligtümern ging der Einführung nach Europa im 18. Jahrhundert voraus. Später wurde der Ginkgo weltweit als Zier- und Alleebaum gepflanzt. Er verträgt Luftverschmutzung, Hitze, nach dem Anwachsen auch Trockenheit sowie Salz und verdichtete Böden. Diese Eigenschaften erklären seine Beliebtheit im städtischen Raum. 4 3

Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft Ginkgo biloba als stark gefährdet ein. Diese ältere Bewertung gilt weiterhin, weil umfangreiche und gut dokumentierte Wildpopulationen fehlen. 8

Lebenszyklus und Vermehrung

Im Frühjahr gelangt der Pollen männlicher Bäume mit dem Wind zu den Samenanlagen weiblicher Bäume. Der Befruchtungsvorgang ähnelt dem der Nadelbäume, besitzt aber eine unter Samenpflanzen seltene Besonderheit: Ginkgo bildet bewegliche Spermatozoiden, die zur Eizelle schwimmen können. 5 1

Ausschließlich weibliche Ginkgos tragen die im Herbst reifenden Samen. Ihre fleischige gelborange Hülle entwickelt beim Herabfallen und Zersetzen am Boden einen üblen Geruch. Wegen dieser Hülle bevorzugen die meisten Baumschulen für öffentliche Flächen die Veredelung männlicher Sorten. 4 2

Mehrere Jahrhunderte, gelegentlich mehr als ein Jahrtausend, können Ginkgos alt werden; entsprechende Bäume sind in Ostasien erfasst. Die Art wird gärtnerisch durch Aussaat nach einer Stratifikation vermehrt. Dabei bleibt das Geschlecht des späteren Baums offen. Nur Veredelung und Stecklingsvermehrung reproduzieren eine bestimmte Sorte samt ihrem Geschlecht zuverlässig. 5 2

Nutzen und Risiken

Als Zierbaum wird der Ginkgo in Städten wegen seiner Widerstandsfähigkeit und goldgelben Herbstfarbe gepflanzt. In Ostasien kommt seine symbolische Bedeutung bei Tempeln hinzu. Geschälte Samen heißen in China bai guo, in Japan ginnan; gekocht werden sie in kleinen Mengen in traditionellen Gerichten verwendet. 4 5

Rohe Samen beziehungsweise ein übermäßiger Samenverzehr bergen Risiken. Ebenso wie frische, unverarbeitete Blätter enthalten sie einen Giftstoff, der besonders bei Kindern Krämpfe auslösen kann. Reizende Verbindungen der fleischigen Samenhülle können auf empfindlicher Haut außerdem eine Kontaktdermatitis hervorrufen. Zum Aufsammeln werden deshalb Handschuhe empfohlen. 9 2

Extrakte der Ginkgoblätter werden breit als Nahrungsergänzung zur vermeintlichen Gedächtnisförderung verkauft. Große klinische Studien haben jedoch keinen überzeugenden Nutzen zur Vorbeugung gegen kognitiven Abbau oder Demenz nachgewiesen. Wechselwirkungen mit gerinnungshemmenden Arzneimitteln sind dokumentiert. 9

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Bei der Sortenwahl steht häufig ein praktischer Wunsch im Vordergrund: der Geruch weiblicher Samen soll ausbleiben. Autumn Gold und Princeton Sentry sind männliche Auslesen. Erstere wächst breit und gleichmäßig, Letztere schmal und säulenförmig und eignet sich dadurch für platzsparende städtische Alleen. Fastigiata besitzt einen ähnlichen Säulenwuchs. Pendula und die zwergige Mariken wachsen dagegen überhängend und kommen für kleine Gärten infrage. 2 3

Mit anderen Bäumen lässt sich Ginkgo kaum verwechseln. Als einzige lebende Art seiner Abteilung besitzt er keine nahen botanischen Verwandten. Eine Verwechslung bleibt eine Ausnahme: Ein unbestimmter Jungbaum kann zunächst wie ein gewöhnlicher Strauch wirken, bis sich die charakteristischen Fächerblätter vollständig entfalten. 7 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist der Ginkgo ein Nadelbaum?

Nein. Wie die Nadelbäume ist er ein Nacktsamer, gehört aber zur eigenen Abteilung Ginkgophyta, deren einziger lebender Vertreter er ist. Seine Fächerblätter unterscheiden sich deutlich von Nadeln und Schuppenblättern.

Warum riechen manche Ginkgos im Herbst unangenehm?

Nur weibliche Bäume bilden Samen mit einer fleischigen Hülle. Beim Herabfallen und Zersetzen verströmt diese einen üblen Geruch. Für öffentliche Flächen bevorzugen Baumschulen deshalb veredelte männliche Sorten.

Wie erkennt man männliche und weibliche Ginkgos?

Vor der Fortpflanzungsreife ist das nicht möglich; sie wird oft erst nach fünfzehn bis zwanzig Jahren erreicht. Sicher zeigt sich das Geschlecht erst, wenn männliche Organe Pollen freisetzen oder weibliche Bäume Samenanlagen entwickeln.

Ist der Ginkgo giftig?

Rohe Samen beziehungsweise Samen im Übermaß enthalten einen Giftstoff, der vor allem bei Kindern Krämpfe auslösen kann. Die fleischige Samenhülle kann zudem die Haut reizen; zum Aufsammeln werden daher Handschuhe empfohlen.

Warum gilt der Ginkgo als lebendes Fossil?

Sehr ähnliche Fossilien stammen aus dem mittleren Jura vor etwa 170 Millionen Jahren. Alle anderen nah verwandten Gattungen sind inzwischen ausgestorben, während sich der heutige Ginkgo nur wenig verändert hat.

Verbessert Ginkgoblattextrakt das Gedächtnis?

Große klinische Studien haben keinen überzeugenden Nutzen zur Vorbeugung gegen kognitiven Abbau oder Demenz gezeigt, obwohl die Extrakte weit verbreitet als Nahrungsergänzung verkauft werden. Wechselwirkungen mit gerinnungshemmenden Arzneimitteln sind dokumentiert.

Ist der Ginkgo invasiv?

Nein, die Art gilt nicht als invasiv. Langsames Wachstum und besondere Voraussetzungen für die Befruchtung begrenzen ihre spontane Ausbreitung, obwohl sie in Städten häufig gepflanzt wird.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.