Mate-Strauch (Ilex paraguariensis, A.St.-Hil. 1822)

Mate-Strauch (Ilex paraguariensis A.St.-Hil.), auch Yerba Mate, ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Stechpalmengewächse (Aquifoliaceae). Er stammt aus dem Paranábecken in Südamerika. Seine getrockneten und gerösteten Blätter liefern das gleichnamige koffeinhaltige Aufgussgetränk, das traditionell aus einer Kalebasse mit einer Bombilla getrunken wird.

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Wissenschaftlicher NameIlex paraguariensis
GattungIlex
OrdnungAquifoliales

Mate-Strauch, Mate-Baum, Yerba Mate und Paraguay tea

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen, darunter Kinder, Katzen, Hunde, Pferde und Tiere
Pflegeaufwand
Mäßig
Pflanzenart
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
BrasilienArgentinienParaguayUruguay (Norden)
Lebensraum
Unterwuchs und Säume feuchter subtropischer Atlantikwälder, auf frischem Boden, oft in mittleren Lagen an Bächen
Jahresverlauf
Blütezeit
Frühling
Erntezeit
HerbstWinter
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
3/10
Reifezeit
Erntefähige Blätter nach mehreren Jahren; ausgewachsener Baum nach etwa zehn Jahren
Vermehrung
Aussaat, Halbholzsteckling
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Mittel, vor kaltem und trockenem Wind schützen
Luftfeuchtigkeit
60–85 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Saurer Lehm, Feuchter, gut durchlässiger Boden, Reicher Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse
Milde Sonne bis Halbschatten
Innenbereich
Kühler Wintergarten
Außenbereich
Geschützter Garten, Waldrand
Pflanzgefäße
Großes Becken, Abflusstopf
Erscheinungsbild
Höhe400–1500 cmBreite300–600 cm
Blätter
Grün
Mate-Strauch (Ilex paraguariensis): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Mate-Strauch (Ilex paraguariensis): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Mate-Strauch (Ilex paraguariensis): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Mate-Strauch (Ilex paraguariensis): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Mate-Strauch (Ilex paraguariensis): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißGrün
Mate-Strauch (Ilex paraguariensis): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Mate-Strauch (Ilex paraguariensis): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Früchte
RotViolett
Mate-Strauch (Ilex paraguariensis): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Mate-Strauch (Ilex paraguariensis): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Mate-Strauch (Ilex paraguariensis): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Mate-Strauch (Ilex paraguariensis): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Wuchsform
Mate-Strauch (Ilex paraguariensis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Mate-Strauch (Ilex paraguariensis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Mate-Strauch (Ilex paraguariensis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Rinde
BraunGrün
Mate-Strauch (Ilex paraguariensis): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Mate-Strauch (Ilex paraguariensis): Herkunft und Verwendung — rinde 2

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Ilex paraguariensis beschränkt sich auf das Paraná- und Uruguaybecken: Süd- und Südostbrasilien, Nordostargentinien (Provinz Misiones), Paraguay und Norduruguay. Anders als bei anderen gärtnerisch genutzten Stechpalmen ist außerhalb dieser Region kein invasives Vorkommen dokumentiert. Die Art bleibt vor allem eine regionale landwirtschaftliche Kulturpflanze.

  • Heimisch4
  • Brasilien (Süden und Südosten)
  • Argentinien (Misiones)
  • Paraguay
  • Uruguay (Norden)

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Mate-Strauch (Ilex paraguariensis A.St.-Hil., 1822), auch Yerba Mate, ist eine südamerikanische Stechpalmenart, die wegen ihrer koffeinhaltigen Blätter angebaut wird. Der immergrüne Strauch oder kleine Baum gehört zur Gattung Ilex in der Familie der Stechpalmengewächse (Aquifoliaceae). Der französische Botaniker Auguste de Saint-Hilaire beschrieb die Art, nachdem er sie zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf seinen Reisen durch Brasilien und Paraguay kennengelernt hatte. 1 2

Hinter dem Namen Mate steht das Quechua-Wort mati. Es bezeichnete zunächst die Kalebasse als Trinkgefäß, später auch das Getränk und die Pflanze. Aus getrockneten und anschließend gerösteten Blättern wird ein koffeinhaltiger Aufguss zubereitet. Traditionell trinkt man ihn aus einer ausgehöhlten Kalebasse und saugt ihn durch eine Bombilla, einen Trinkhalm mit Filter. 5 3

Erkennung

Eine dichte, ovale Krone, die auch im Alter gleichmäßig bleibt, kennzeichnet Ilex paraguariensis. Für eine leichtere Ernte wird die Pflanze niedrig gehalten und erreicht gewöhnlich 4 bis 8 m. Ohne entsprechenden Schnitt kann sie 15 m hoch werden, bei einem Stammdurchmesser von 30 bis 40 cm. Das Wachstum bleibt auch nach der Jugendphase langsam und beschleunigt sich kaum. 5

Die wechselständigen Blätter sind ledrig, dunkelgrün und glänzend. Ihr Rand ist gezähnt; sie messen 3 bis 11 cm in der Länge und 3 bis 5,5 cm in der Breite. Nach Trocknung und Röstung liefern sie den Mate-Aufguss. Rohe Blätter werden nicht in derselben Weise konsumiert wie das daraus aufbereitete Getränk. 3 5

Kleine, grünlich weiße Blüten mit vier Kronblättern stehen in Gruppen in den Blattachseln und locken Schmetterlinge sowie andere Bestäuber an. Anschließend entstehen kleine rote bis purpurfarbene Beeren. Die Früchte sind giftiger als das Laub und bergen damit ein höheres Risiko für neugierige Tiere, die Teile der Pflanze aufnehmen. 5

Nützliche Taxonomie

Unter Ilex paraguariensis A.St.-Hil. wird die 1822 veröffentlichte Art bei POWO und IPNI geführt. Unterhalb des Artrangs werden drei Varietäten akzeptiert: var. paraguariensis, die typische Varietät und Grundlage des angebauten Mates, var. vestita (Reissek) Loes. aus Südost- und Südbrasilien sowie var. sincorensis Loes. aus Nordostbrasilien. Diese Namen bezeichnen botanische Einheiten innerhalb derselben Art. 1 2

Vier weitere historische Kombinationen oder untergeordnete Einheiten sind beispielsweise die folgenden Namen:

  • Ilex paraguariensis var. latifolia Reissek, historischer Varietätsname
  • Ilex paraguariensis var. angustifolia Reissek, historischer Varietätsname
  • Ilex paraguariensis f. pubescens (Reissek) Loes., historischer Formenname
  • Ilex paraguariensis var. dentata Miers, historischer Varietätsname

Diese Bezeichnungen gelten heute als Synonyme der Art oder einer ihrer akzeptierten Varietäten. Beim Kauf und bei der Bestimmung ist deshalb der vollständige wissenschaftliche Name der verlässlichere Bezugspunkt. Andere südamerikanische Stechpalmen, darunter Ilex dumosa und Ilex theezans, werden zwar ebenfalls kommerziell genutzt, gehören aber nicht zu derselben Art. Die gemeinsame Nutzung macht die Pflanzen nicht botanisch gleich. 1

Lebensraum und Verbreitung

Auf das Paraná- und Uruguaybecken beschränkt sich das natürliche Areal von Ilex paraguariensis. Es umfasst Süd- und Südostbrasilien, Nordostargentinien mit der Provinz Misiones, Paraguay und Norduruguay. Die Art wächst im Unterwuchs und an den Rändern des feuchten subtropischen Atlantikwalds, häufig nahe Fließgewässern. Sie besiedelt dabei auch mittlere Höhenlagen bis etwa 1.500 m. 3 5

Die IUCN stuft die Art als potenziell gefährdet ein. Dahinter steht vor allem der Druck auf den Atlantikwald durch Entwaldung und die Umwandlung in landwirtschaftliche Flächen. Die Bewertung betrifft somit die natürlichen Lebensräume und Bestände. Sie bedeutet nicht, dass angebauter Mate als Kulturpflanze selten wäre: Für die kommerzielle Produktion wird er in großem Umfang vermehrt. 4

Während andere Stechpalmen als Gartengehölze weltweit verbreitet wurden, wird Ilex paraguariensis überwiegend im natürlichen Areal und in unmittelbar angrenzenden Regionen angebaut. Eine invasive Einbürgerung außerhalb dieses Gebiets ist bislang nicht dokumentiert. Das regionale Anbaugebiet und das Fehlen einer dokumentierten invasiven Ausbreitung sind dabei getrennte Aussagen über die Verbreitung der Pflanze. 5

Lebenszyklus und Vermehrung

Bei der Aussaat ist Geduld nötig: Vor der Keimung wird eine 4 bis 7 Monate dauernde Schichtung in feuchtem, warmem Sand benötigt. Bis zum Auflaufen vergehen anschließend oft 2 bis 3 Jahre. Jungpflanzen bleiben etwa 10 bis 11 Monate in der Baumschule, bevor sie ausgepflanzt werden. Weitere Jahre müssen verstreichen, bis erstmals Blätter geerntet werden können. 5

Im Erwerbsanbau übernimmt die Ernte die Funktion eines sonst üblichen Rückschnitts. Ein Teil der belaubten Zweige wird entnommen, in der Regel höchstens ein Drittel des gesamten Laubs. So bleibt genügend Blattmasse erhalten, damit sich der Baum bis zum nächsten Schnitt regenerieren kann. Geerntet wird im Herbst und Winter der Südhalbkugel, wenn die Blätter als besonders gehaltvoll gelten. 5

Ursprünglich sammelten vor allem die Guarani Mate an wild wachsenden Pflanzen. Im 17. Jahrhundert gingen die Jesuitenmissionen in den Reduktionen von Misiones zur Domestikation und zu größeren Pflanzungen über. Damit entwickelte sich aus der örtlichen Nutzung eine dauerhafte regionale Kultur. Wildsammlung und gezielter Anbau gehören somit zu unterschiedlichen Abschnitten der Nutzungsgeschichte. 3

Nutzen und Risiken

Im Mittelpunkt der Verwendung steht der koffeinhaltige Aufguss aus getrockneten und gerösteten Blättern. Er wird in einer Kalebasse zubereitet und durch eine metallene Bombilla mit Filter getrunken. Häufig teilen mehrere Personen während einer gemeinsamen Trinkrunde dasselbe Gefäß. Der traditionelle Gebrauch betrifft die entsprechend aufbereiteten Blätter und nicht die roten Früchte. 5

Wie Tee und Kaffee enthält Mate Koffein, früher teilweise Matein genannt. Zu viel Koffein kann bei Tieren den Herzrhythmus stören, Unruhe verursachen und Verdauungsbeschwerden auslösen. In den Früchten kommen dagegen reizende Saponine vor. Wie bei anderen Stechpalmen können diese Stoffe nach dem Verschlucken zu Erbrechen und Durchfall führen. Koffein im Laub und Saponine in den Früchten stellen somit unterschiedliche Risiken dar. 6 5

Für ein weiteres dokumentiertes Risiko ist die Trinktemperatur entscheidend. Die Internationale Agentur für Krebsforschung stuft den Konsum sehr heißer Getränke über 65 °C als wahrscheinlich krebserregend für die Speiseröhre ein. Eine Neubewertung von 2016 bestätigte diesen Zusammenhang, ohne Mate selbst als krebserregende Substanz einzustufen. Die betreffende Aussage bezieht sich auf die Hitze beim Trinken und nicht auf die chemische Zusammensetzung des Mates. 7 8

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Die drei akzeptierten botanischen Varietäten, var. paraguariensis, var. vestita und var. sincorensis, verändern die grundlegende Erkennung im Gelände nicht. Sie dienen eher als Hinweise auf die geografische Verbreitung. Ohne einen botanischen Bestimmungsschlüssel liefern ihre Namen keine einfach abzulesenden visuellen Unterscheidungsmerkmale. Für die allgemeine Artbestimmung bleiben daher die gemeinsamen Merkmale des Mate-Strauchs maßgeblich. 1

Drei andere Arten führen besonders häufig zu Verwechslungen. Ilex dumosa wird kommerzieller Yerba gelegentlich unter dem Namen „yerba mate compañera“ beigemischt. Auch Ilex theezans, eine weitere südamerikanische Stechpalme mit ähnlichen Blättern, kann dazukommen. Der Teestrauch Camellia sinensis liefert ebenfalls koffeinhaltige Blätter für einen Aufguss, gehört jedoch zu den Teestrauchgewächsen (Theaceae) und nicht zu den Aquifoliaceae.

Immergrüne, ledrige Blätter von 3 bis 11 cm Länge und rote bis purpurfarbene Beeren bilden zusammen die wichtigsten Merkmale zur Erkennung im Gelände. Ein Ziergehölz aus der Gattung Ilex, dem diese Merkmalskombination fehlt, lässt sich nicht als Ilex paraguariensis ansprechen. Auch die Kultur im Freiland allein liefert keinen Hinweis darauf, dass es sich um einen Mate-Strauch handelt. 5 3

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist der Mate-Strauch eine Stechpalme?

Ja. Ilex paraguariensis gehört wie die Europäische Stechpalme zur Gattung Ilex innerhalb der Aquifoliaceae. Aus ihren getrockneten und gerösteten Blättern entsteht das Getränk Mate oder Yerba Mate.

Enthält Mate Koffein?

Ja, die Blätter und ihr Aufguss enthalten Koffein, das früher teilweise Matein genannt wurde. Der Gehalt liegt in einer ähnlichen Größenordnung wie bei Tee und unter dem von Kaffee.

Ist Mate für Katzen und Hunde giftig?

Wie bei anderen Stechpalmen enthalten die Früchte reizende Saponine. Koffeinhaltige Blätter und Aufgüsse bergen zusätzlich ein Koffeinrisiko. Pflanze und Getränk sollten für Tiere unerreichbar bleiben.

Ist sehr heiß getrunkener Mate gefährlich?

Die Internationale Agentur für Krebsforschung stuft das Trinken sehr heißer Getränke über 65 °C als wahrscheinlich krebserregend für die Speiseröhre ein. Dieses Risiko geht von der Trinktemperatur aus, nicht von der chemischen Zusammensetzung des Mates.

Wo wächst der Mate-Strauch wild?

Sein natürliches Areal liegt im Paraná- und Uruguaybecken: Süd- und Südostbrasilien, Nordostargentinien, Paraguay und Norduruguay, im subtropischen Atlantikwald.

Wann kann man von einem Mate-Strauch erstmals Blätter ernten?

Die Samen keimen sehr langsam, oft erst nach 2 bis 3 Jahren. Jungpflanzen bleiben etwa 10 bis 11 Monate in der Baumschule, bevor sie ausgepflanzt werden. Danach vergehen bis zur ersten Ernte weitere Jahre.

Lässt sich der Mate-Strauch außerhalb Südamerikas anbauen?

Andernorts ist der Anbau wenig verbreitet. Die Art verträgt keine längeren Frostperioden und braucht ein feuchtes subtropisches Klima. Eine invasive Einbürgerung außerhalb ihres natürlichen Areals ist nicht dokumentiert.

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