Duftende Platterbse (Lathyrus odoratus, )
Duftende Platterbse (Lathyrus odoratus), auch Duftwicke oder Edelwicke, ist eine einjährige Kletterpflanze der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) aus Sizilien und Süditalien. Ihre stark duftenden, pastellfarbenen Blütentrauben machen sie zur Beet- und Schnittblume. Die Samen sind giftig und dürfen nicht mit denen der Gartenerbse verwechselt werden.
WeiterlesenDuftende Platterbse, Duftwicke, Edelwicke, Gartenwicke, Sweet pea und Sweetpea


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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Lathyrus odoratus beschränkt sich auf Sizilien, Süditalien und die Inseln der Ägäis. Seit dem 17. Jahrhundert vielfach als Zierpflanze angebaut, ist sie außerhalb dieses Gebiets stellenweise eingebürgert, unter anderem in gemäßigten Regionen Europas und Amerikas. Diese eingeführten Vorkommen sind vom ursprünglichen Mittelmeerareal zu unterscheiden.
- Heimisch2
- Eingeführt2
- Italien (Sizilien)
- Griechenland
- Vereinigte Staaten
- Australien
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Duftende Platterbse (Lathyrus odoratus L., 1753), auch Duftwicke oder Edelwicke, ist eine einjährige Kletterpflanze der Gattung Lathyrus aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Das Artepitheton odoratus bedeutet „duftend“. Es benennt das wichtigste Merkmal der Art: intensiv süß duftende Blüten, wie sie bei Kletterpflanzen im Garten selten sind. 1 4
An Rankgittern und in Sträußen ist die Art vor allem als kletternde Zierpflanze und klassische Schnittblume bekannt. Ihre traubigen Blütenstände mit pastellfarbenen Schmetterlingsblüten schmücken den Sommergarten. Sie braucht volle Sonne und lässt sich leicht aussäen. Ihre Samen sind jedoch giftig und dürfen nicht mit denen der Gartenerbse verwechselt werden. 2 3
Erkennung
Ein geflügelter, kletternder Stängel lässt Lathyrus odoratus innerhalb einer Saison 1 bis 2 m Höhe erreichen. Jedes zusammengesetzte Blatt trägt nur ein Paar Fiederblättchen und endet in einer verzweigten Ranke. Dieses für Platterbsen typische Haftorgan windet sich um erreichbare Stützen und ermöglicht der Pflanze den Aufstieg. 3 6
Besonders auffällig ist die Schmetterlingsblüte. Die Blüten stehen in lockeren Trauben und erscheinen je nach Sorte in pastelligen Rosa-, Purpur-, Weiß- oder Blautönen. Alte Formen duften fast immer intensiv, süß und moschusartig. Manche modernen Auslesen haben einen Teil dieses Dufts zugunsten größerer Blüten verloren; Größe und Duftstärke sind deshalb getrennt zu betrachten. 2 4
Nach der Blüte entstehen behaarte Hülsen mit mehreren runden Samen. Die Duftende Platterbse stirbt als einjährige Pflanze nach der Fruchtbildung ab. Sie besitzt keinen ausdauernden Wurzelstock. Dies unterscheidet sie deutlich von der Stauden-Platterbse Lathyrus latifolius, die im folgenden Jahr erneut austreibt. 5 3
Nützliche Taxonomie
Schon 1753 veröffentlichte Carl von Linné die Art als Lathyrus odoratus L. Zur Gattung Lathyrus, auf Deutsch Platterbsen, gehören zahlreiche einjährige und ausdauernde Arten. In der Gartenliteratur begegnen außerdem ältere Namen unterhalb der Artebene. Zu den wichtigen historischen Synonymen zählen:
- Lathyrus odoratus var. albus Alef. (historische Bezeichnung)
- Lathyrus odoratus var. carneus Alef. (historische Bezeichnung)
- Lathyrus odoratus var. siculus L. (historische Bezeichnung)
- Lathyrus odoratus f. pleniflorus Moldenke (historische Bezeichnung)
- Lathyrus odoratus-zeylanicus Burm.f. (historische Bezeichnung)
Der akzeptierte wissenschaftliche Name Lathyrus odoratus bleibt der verlässliche Bezugspunkt. Bezeichnungen von Gartengruppen wie Spencer oder Cupani stehen für gärtnerische Auslesen. Sie benennen keine eigenständigen Arten und auch keine getrennten botanischen Varietäten. 1 7
Lebensraum und Verbreitung
Sizilien, Süditalien und die Inseln der Ägäis bilden das eng begrenzte Ursprungsgebiet von Lathyrus odoratus. Dort wächst die Art im Mittelmeerklima auf Brachflächen, an Säumen und auf steinigem Gelände. Die Böden sind frisch und gut durchlässig. 1 4
Ein kühler, heller Frühling begünstigt diese Art wie viele andere einjährige Hülsenfrüchtler. Trockene Sommerhitze beendet dagegen die Blüte. Ihre Vorliebe für mäßige Temperaturen von etwa 13 bis 18 °C bestimmt die Gartenkultur und erklärt, weshalb eine frühe Aussaat von Vorteil ist. 2 6
Seit dem 17. Jahrhundert wird die Duftende Platterbse vielfach als Zierpflanze angebaut. Außerhalb ihres Ursprungsgebiets ist sie stellenweise eingebürgert, unter anderem in mehreren gemäßigten Regionen Europas und Amerikas. Diese eingeführten Vorkommen bleiben von ihrem natürlichen Mittelmeerareal zu unterscheiden. 7 5
Lebenszyklus und Vermehrung
Bei Lathyrus odoratus passt der gesamte einjährige Lebenszyklus in eine Vegetationsperiode. Der Samen keimt im Frühling, die Pflanze klettert, blüht und bildet Früchte, bevor sie im Herbst abstirbt. Etwa drei Monate nach der Aussaat beginnt die Blüte. 3 2
Die Schmetterlingsblüten sind an die Bestäubung durch langrüsselige Insekten angepasst, insbesondere Bienen und Hummeln. Viele Gartensorten können sich außerdem selbst bestäuben. Nach der Befruchtung reifen die Hülsen und geben runde Samen frei. In geeignetem Klima kann daraus eine spontane Selbstaussaat entstehen. 4 5
Im Garten erfolgt die Vermehrung ausschließlich durch Aussaat. Die Samen werden über Nacht eingeweicht, damit ihre Hülle weicher wird. Anschließend sät man im Spätwinter geschützt oder im Frühling direkt am vorgesehenen Standort. Entspitzen oberhalb des zweiten Blattpaares fördert die Verzweigung und damit blütenreichere Pflanzen. Bei modernen Sorten geben Sämlinge die elterliche Blütenfarbe nicht immer zuverlässig wieder. Soll eine bestimmte Sorte erhalten werden, sammelt man Samen von isoliert stehenden Pflanzen. 2 6
Nutzen und Risiken
Als Zierpflanze begrünt Lathyrus odoratus Rankgitter, Stangenzelte und Zäune für eine Saison. Zugleich gehört sie zu den besonders stark duftenden Schnittblumen des Sommergartens. Geeignete Standorte sind sonnige Beete, Einfassungen oder große Töpfe mit einer stabilen Rankhilfe. 2 3
Im Gegensatz zur Gartenerbse ist die Duftende Platterbse nicht essbar. Ihre Samen enthalten ein Aminopropionitril, das bei wiederholtem Verzehr Lathyrismus hervorrufen kann. Dazu gehören Störungen des Nervensystems und der Bewegungsfähigkeit. Die ASPCA stuft Sweet pea für Katzen, Hunde und Pferde als giftig ein. Samen und Hülsen sollten deshalb für Tiere und kleine Kinder unerreichbar bleiben. Sie dürfen niemals als Gemüsesamen oder essbare Erbsen behandelt werden. 8 5
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Die angebotenen Gartenformen gehören derselben Art an. Zur Gruppe Spencer zählen die großen gewellten Blüten moderner Floristensorten. Cupani und Painted Lady sind alte zweifarbige Formen, die wegen ihres intensiven Dufts geschätzt werden. Royal Family und Cuthbertson bezeichnen gärtnerische Serien, die wegen Wuchskraft und Hitzetoleranz ausgewählt wurden. Vor dem Kauf sind daher der Sortenname, ein ausdrücklicher Hinweis auf starken Duft und der empfohlene Aussaatzeitpunkt hilfreich. 2
Besondere Verwechslungsgefahr besteht bei diesen nahe verwandten Hülsenfrüchtlern:
- Pisum sativum, die essbare Gartenerbse, deren Samen keinesfalls mit den giftigen Samen der Duftenden Platterbse verwechselt werden dürfen;
- Lathyrus latifolius, die Stauden-Platterbse, mit großen duftlosen Blüten und ausdauerndem Wurzelstock;
- Lathyrus sativus, die Saat-Platterbse, eine weitere Art der Gattung, die mit Lathyrismus in Verbindung steht.
Intensiver Blütenduft, ein geflügelter Stängel mit Ranken und der streng einjährige Lebenszyklus bilden zusammen die zuverlässigsten Erkennungsmerkmale. An ihnen lässt sich prüfen, ob eine als Duftwicke verkaufte Pflanze tatsächlich Lathyrus odoratus ist. Gerade der Duft und das fehlende dauerhafte Überwinterungsorgan grenzen sie von der Stauden-Platterbse ab. 3 1
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Lathyrus odoratus L.
- Royal Horticultural Society, Lathyrus odoratus - sweet pea
- Missouri Botanical Garden, Lathyrus odoratus
- Encyclopaedia Britannica, sweet pea
- Plants For A Future, Lathyrus odoratus
- NC State Extension, Lathyrus odoratus
- USDA PLANTS Database, Lathyrus odoratus L.
- ASPCA, Sweet pea (Lathyrus odoratus) Angaben zur Giftigkeit
Häufig gestellte Fragen
Ist die Duftende Platterbse giftig?
Ja, ihre Samen sind giftig. Lathyrus odoratus ist nicht essbar. Die Samen enthalten ein Aminopropionitril, das bei wiederholtem Verzehr Lathyrismus mit Nerven- und Bewegungsstörungen auslösen kann. Die ASPCA stuft sie für Katzen, Hunde und Pferde als giftig ein.
Kann man die Duftende Platterbse wie Gartenerbsen essen?
Nein. Trotz ähnlicher Blüten und Hülsen ist Lathyrus odoratus nicht die Gartenerbse Pisum sativum. Ihre Samen sind giftig und dürfen niemals gegessen werden.
Wie sät man die Duftende Platterbse aus?
Weichen Sie die Samen über Nacht ein. Säen Sie im Spätwinter geschützt oder im Frühling direkt ins Freiland. Setzen Sie die Jungpflanzen an eine stabile Rankhilfe, sobald keine starken Fröste mehr zu erwarten sind.
Warum blüht meine Duftende Platterbse nicht weiter?
Oft beenden trockene Hitze oder an der Pflanze belassene Samen die Blüte. Halten Sie den Boden frisch, gießen Sie am Boden und entfernen Sie regelmäßig Verblühtes, um die Blüte zu verlängern.
Kommt die Duftende Platterbse jedes Jahr wieder?
Nein. Die einjährige Pflanze stirbt nach der Fruchtbildung ab und muss jedes Jahr neu ausgesät werden. Verwechslungen gibt es mit der ausdauernden, aber duftlosen Stauden-Platterbse Lathyrus latifolius.
Welche Rankhilfe braucht die Duftende Platterbse?
Ihre Ranken halten sich selbstständig an Gittern, Drahtzäunen oder Stangenzelten fest. Planen Sie eine stabile Stütze von mindestens 1,5 bis 2 m Höhe ein, denn im Frühling wächst der Stängel rasch empor.
Wie unterscheidet sie sich von der Stauden-Platterbse?
Lathyrus latifolius hat größere, aber duftlose Blüten und treibt jedes Jahr aus ihrem Wurzelstock aus. Die Duftende Platterbse Lathyrus odoratus ist einjährig und fällt vor allem durch ihren intensiven Duft auf.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.


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