Gemeiner Lein (Linum usitatissimum, L. 1753)

Gemeiner Lein (Linum usitatissimum) ist eine einjährige krautige Pflanze der Linaceae, die seit Jahrtausenden wegen ihrer Textilfasern und ölreichen Samen angebaut wird. Der schlanke, aufrechte Stängel trägt himmelblaue Blüten mit fünf Kronblättern; auf dem Feld wie im Garten benötigt die kurzlebige Kulturpflanze volle Sonne.

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Wissenschaftlicher NameLinum usitatissimum
GattungLinum
OrdnungMalpighiales

Gemeiner Lein, Saat-Lein, Flachs, Faserlein, Öllein und Common flax

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen, Katzen, Hunde und Pferde
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Einjährige Blume · Gemüsegarten
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Einjährig
Herkunft
TürkeiIran
Lebensraum
Sonnige Felder und Gärten auf lockeren, durchlässigen Böden; keine beständige Wildflora
Jahresverlauf
Blütezeit
Sommer
Erntezeit
Sommer
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Reife Kapseln 90 bis 120 Tage nach der Aussaat
Vermehrung
Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Mittel, dünne Stängel neigen zum Lagern
Luftfeuchtigkeit
40–60 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Feuchter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Außenbereich
Gemüsegarten, Beet in voller Sonne
Pflanzgefäße
Pflanzgefäß
Erscheinungsbild
Höhe30–120 cmBreite10–20 cm
Blätter
Grün
Gemeiner Lein (Linum usitatissimum): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Gemeiner Lein (Linum usitatissimum): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Gemeiner Lein (Linum usitatissimum): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Gemeiner Lein (Linum usitatissimum): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Gemeiner Lein (Linum usitatissimum): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
Blau
Gemeiner Lein (Linum usitatissimum): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Gemeiner Lein (Linum usitatissimum): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Gemeiner Lein (Linum usitatissimum): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Gemeiner Lein (Linum usitatissimum): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Gemeiner Lein (Linum usitatissimum): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Braun
Gemeiner Lein (Linum usitatissimum): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Gemeiner Lein (Linum usitatissimum): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Gemeiner Lein (Linum usitatissimum): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Gemeiner Lein (Linum usitatissimum): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Gemeiner Lein (Linum usitatissimum): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Gemeiner Lein (Linum usitatissimum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Gemeiner Lein (Linum usitatissimum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Gemeiner Lein (Linum usitatissimum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Gemeiner Lein (Linum usitatissimum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Gemeiner Lein (Linum usitatissimum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün
Gemeiner Lein (Linum usitatissimum): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Gemeiner Lein (Linum usitatissimum): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Gemeiner Lein (Linum usitatissimum): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Gemeiner Lein (Linum usitatissimum): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Gemeiner Lein (Linum usitatissimum): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Linum usitatissimum ist eine eurasische Kulturpflanze, deren Vorfahren dem Gebiet von der Türkei bis zum Iran zugeordnet werden. Seit früher Zeit domestiziert, wird sie heute in allen gemäßigten Regionen der Erde für Fasern und Samen angebaut. Die Vorkommen betreffen überall ausgesäte Pflanzen, keine beständige ursprüngliche Wildflora.

  • Heimisch2
  • Türkei
  • Iran

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Gemeiner Lein (Linum usitatissimum L., 1753) ist eine krautige einjährige Pflanze der Familie Linaceae und gehört zur Gattung Linum. Keine andere Leinart wird weltweit in vergleichbarem Umfang angebaut. Zwei Erzeugnisse derselben Pflanze stehen dabei im Mittelpunkt: die Textilfaser aus dem Stängel und die ölreichen Samen, aus denen Leinöl gepresst wird. Die Bezeichnungen Flachs, Faserlein und Öllein beziehen sich auf diese unterschiedlichen Nutzungen. 1 3

An den schlanken, aufrechten Stängeln erscheinen im Sommer zahlreiche himmelblaue Blüten mit fünf Kronblättern. Jede einzelne hält nur kurz. Das lateinische Artepitheton usitatissimum, sinngemäß „der am meisten genutzte“, passt zu dieser alten Kulturpflanze: Sie liefert Fasern und Öl und bereichert zugleich sommerliche Gartenbeete durch ihre Blüte. 2 4

Erkennung

Ein dünner, kahler und aufrechter Stängel, der sich erst oben verzweigt, kennzeichnet Linum usitatissimum. Je nach Anbautyp und Saatdichte erreicht er häufig 70 cm bis 1,20 m. Die schmalen, lanzettlichen Blätter stehen wechselständig, besitzen keinen deutlich ausgebildeten Stiel und wirken leicht blaugrün. Zusammen mit der aufrechten Wuchsform geben sie der Pflanze ihr feines Erscheinungsbild. 5 3

Besonders auffällig sind die fünf himmelblauen Kronblätter; gelegentlich erscheinen sie weiß oder rosa. Die einzelnen Kronblätter sind weniger als einen Zentimeter breit. An den Zweigspitzen öffnen sich im Sommer immer neue Blüten, obwohl eine einzelne Blüte häufig nur einen Tag überdauert. Die kurze Lebensdauer der Einzelblüte bedeutet daher nicht, dass die gesamte Pflanze nur einen Tag blüht. 3 5

Nach dem Verblühen entstehen kleine, rundliche und trockene Kapseln. Jede enthält etwa zehn flache, ovale und glänzende Samen von brauner bis rotbrauner Farbe. Diese ölreichen Samen sind neben der Blütenform ein weiterer verlässlicher Anhaltspunkt zur Bestimmung. 4 2

Am Wuchs lassen sich Faserlein und Öllein unterscheiden. Für lange Fasern eignet sich ein hoher, wenig verzweigter Stängel; ein niedrigerer, stärker verzweigter Wuchs bildet dagegen mehr Kapseln aus. Solche Unterschiede beruhen auf der Sortenauslese. Blüten, Kapseln und Samen behalten die grundlegenden Merkmale derselben Art. 6 3

Nützliche Taxonomie

Unter dem Namen Linum usitatissimum L. beschrieb Linné die Art 1753. Zahlreiche Namen für Varietäten, Unterarten und Kulturgruppen sind später hinzugekommen und werden teilweise weiterhin verwendet. Zu den wichtigen historischen Bezeichnungen zählen:

  • Linum usitatissimum var. usitatissimum, die namensgebende Varietät;
  • Linum usitatissimum var. humile (Mill.) Pers., ein Varietätsname;
  • Linum usitatissimum subsp. crepitans (Boenn.) Schübl. & G.Martens, ein Unterartname;
  • Linum humile Mill., ein historischer Artname;
  • Linum crepitans (Boenn.) Dumort., ein weiterer historischer Artname.

Vor allem die Art der Kapselöffnung und die landwirtschaftliche Nutzung liegen diesen Benennungen zugrunde. Als verlässlicher Bezug dient der akzeptierte wissenschaftliche Name Linum usitatissimum. Faserlein und Öllein bezeichnen ausgelesene Kulturformen; es handelt sich nicht um getrennte botanische Arten. 1 3

Lebensraum und Verbreitung

Die eurasischen Ursprünge dieser Kulturpflanze lassen sich mit dem Gebiet von der Türkei bis zum Iran verbinden. Dort liegen die Vorkommen der Vorfahren und der wahrscheinliche Ausgangsraum der Domestikation aus einem verwandten wilden Lein. Linum usitatissimum ist somit vor allem im Zusammenhang mit seiner langen Anbaugeschichte zu verstehen. 1 5

Von diesem Ausgangsgebiet breitete sich der Anbau zunächst im Mittelmeerraum und anschließend in den gemäßigten Regionen der Erde aus. Heute wächst Lein sowohl auf großen Feldern als auch in Gartenbeeten. Lockere, durchlässige Böden und volle Sonne kennzeichnen die geeigneten Anbauflächen. 3 6

Sein Vorkommen geht überall auf gezielte Aussaat zurück. Schatten verträgt Lein nicht; eher trockene Böden werden vertragen, schwere Tonböden dagegen schlecht. Die angegebene Winterhärte umfasst ungefähr die USDA-Zonen 4 bis 8. Eine beständige spontane Wildflora bildet die Kulturpflanze nicht aus, anders als dauerhaft eingebürgerte Wildarten. 5 4

Lebenszyklus und Vermehrung

Innerhalb einer einzigen Saison keimt, blüht und fruchtet Gemeiner Lein. Von der Aussaat bis zur Kapselreife vergehen je nach Sorte und Klima 90 bis 120 Tage. Gelb werdende Stängel und trocknende Kapseln zeigen den Erntezeitpunkt an. Mit der Samenreife endet der Lebenszyklus dieser streng einjährigen Pflanze. 4 5

Die blauen Blüten sind zwittrig und überwiegend selbstbestäubend. Während ihrer kurzen sommerlichen Öffnungszeit besuchen auch Bienen die Blüten. Nach der Befruchtung entwickelt sich jeweils eine trockene Kapsel mit etwa zehn glänzend braunen Samen. Diese dienen sowohl der Fortpflanzung als auch der Ölgewinnung. 3 2

Vermehrt wird durch Frühjahrsaussaat unmittelbar am endgültigen Standort, denn Lein verträgt wurzelnacktes Verpflanzen schlecht. Die Samen werden flach auf einem fein vorbereiteten Saatbett ausgebracht; nach ein bis zwei Wochen erscheinen die Keimlinge. Im Feldanbau sollten auf derselben Fläche sechs bis sieben Jahre zwischen zwei Leinkulturen liegen. Diese Anbaupause begrenzt die Anreicherung bodenbürtiger Krankheiten wie Fusariose. 6 5

Nutzen und Risiken

Fasern und Samen machen Lein zu einer vielseitigen Nutzpflanze. Nach dem Ausziehen der Pflanzen und der Röste liefern die Stängel die Flachsfasern für Leinengewebe. Aus den Samen entsteht Leinöl, das unter den Pflanzenölen besonders reich an Alpha-Linolensäure ist und sowohl als Lebensmittel als auch für Farben und Lacke dient. Reife Samen enthalten Omega-3-Fettsäuren, Lignane und Ballaststoffe; gemahlen werden sie Brot, Getreidemischungen und diätetischen Zubereitungen zugesetzt. 3 4

Bei der Verwendung als Lebensmittel ist eine Einschränkung zu beachten. Rohe, unreife Samen enthalten cyanogene Glykoside wie Linamarin, die geringe Mengen Cyanid freisetzen können. Die Giftigkeit ist gering; reife, verarbeitete und maßvoll verzehrte Samen sind für die meisten Menschen unbedenklich. Gemahlene, gekochte oder gepresste Samen sind großen Mengen roher Samen vorzuziehen. Dieselbe Vorsicht gilt bei Tieren: Auch ihnen sollten keine großen Mengen roher Samen verfüttert werden. 7 4

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Unterschiedliche Anbauziele haben innerhalb derselben Art mehrere Kulturtypen hervorgebracht. Faserlein besitzt hohe, wenig verzweigte Stängel für lange Fasern. Öllein wächst niedriger und verzweigter zugunsten des Samenertrags. Hinzu kommen Sommer- und Winterformen mit unterschiedlichen Aussaatzeiten. Beim Saatgutkauf sind deshalb der gewünschte Verwendungszweck, der Kulturtyp und dessen Eignung für das örtliche Klima entscheidend.

Ähnliche Blüten oder ein verwandter Wuchs können zu Verwechslungen mit anderen Leinarten führen:

  • Linum perenne, ein ausdauernder Lein mit ähnlichen blauen Blüten und mehrjährigem Wurzelstock;
  • Linum grandiflorum, ein großblütiger Zierlein mit roten oder rosa Blüten;
  • Linum bienne, ein zweijähriger wilder Lein, der den Vorfahren der Kulturpflanze nahesteht.

Der einjährige Zyklus, der schlanke, oben verzweigte Stängel und die Kapseln mit glänzend braunen Samen bilden zusammen die sichersten Merkmale des Gemeinen Leins Linum usitatissimum. Erst diese Kombination erlaubt es, die Kulturpflanze von ähnlich blühenden verwandten Arten abzugrenzen. 5 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Sind Leinsamen giftig?

Reife Leinsamen werden gemahlen oder gekocht und in vernünftigen Mengen wegen ihrer Omega-3-Fettsäuren und Lignane geschätzt. Rohe, unreife Samen enthalten cyanogene Glykoside wie Linamarin; das geringe, aber reale Risiko spricht dafür, sie verarbeitet und maßvoll zu verzehren.

Was unterscheidet Faserlein von Öllein?

Faserlein wird auf hohe, wenig verzweigte Stängel ausgelesen, aus denen die Flachsfasern gewonnen werden. Der niedrigere, stärker verzweigte Öllein liefert ölreiche Samen. Beide gehören zu Linum usitatissimum.

Welchen Standort braucht Gemeiner Lein?

Volle Sonne ist unverzichtbar. Im Schatten bleibt Lein blass und blüht kaum. Ein offener, sonniger Standort sorgt für gesunde Stängel und eine regelmäßige Blüte.

Wann kann man Lein ernten?

Von der Aussaat bis zur Kapselreife vergehen je nach Sorte und Klima 90 bis 120 Tage. Geerntet wird durch Ausziehen der Pflanzen, sobald die Stängel gelb werden und die Kapseln trocken sind.

Ist Gemeiner Lein einjährig oder mehrjährig?

Gemeiner Lein durchläuft seinen gesamten Zyklus von der Aussaat bis zum Samen in einer Saison. Er ist nicht mit dem mehrjährigen Zierlein Linum perenne zu verwechseln, der einen ausdauernden Wurzelstock besitzt.

Woher stammt Gemeiner Lein?

Die Kulturpflanze hat eurasische Ursprünge; ihre Vorfahren werden dem Gebiet von der Türkei bis zum Iran zugeordnet. Sehr früh domestiziert, wird sie heute in allen gemäßigten Regionen der Erde angebaut.

Mit welchen Pflanzen kann man Gemeinen Lein verwechseln?

Am häufigsten mit Linum perenne, dessen blaue Blüten ähnlich aussehen. Diese Art hat jedoch einen ausdauernden Wurzelstock und wächst breiter. Der einjährige Zyklus und der dünne, oben verzweigte Stängel helfen bei der Unterscheidung.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.