Möhre (Pflanzenart) (Daucus carota, L. 1753)

Möhre (Pflanzenart) (Daucus carota) ist eine zweijährige Pflanze der Familie Apiaceae, verbreitet auf Wiesen, Brachen und an Straßenrändern der gemäßigten Alten Welt. Ihre fein gegliederte weiße Dolde trägt oft eine purpurrote Mittelblüte. Die Pfahlwurzel ist blass; beim Sammeln drohen gefährliche Verwechslungen mit tödlich giftigen Doldenblütlern.

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Wissenschaftlicher NameDaucus carota
GattungDaucus
OrdnungApiales

Möhre (Pflanzenart), Wilde Möhre, Gewöhnliche Möhre, Wild carrot und Queen Anne's lace

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen, Katzen, Hunde und Pferde
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Wildpflanze · Zweijährlich
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Zweijährig
Herkunft
FrankreichEuropaMarokkoChina
Lebensraum
Trockenwiesen, Brachen, Böschungen und Straßenränder auf nährstoffarmen, sonnigen Böden
Jahresverlauf
Blütezeit
Sommer
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
7/10
Reifezeit
Blüte im zweiten Jahr nach winterlichem Kältereiz
Vermehrung
Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut, biegsame Stängel und feste Verankerung durch die Pfahlwurzel
Luftfeuchtigkeit
30–60 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Armer Boden, Entwässerter Boden, Kalkboden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Außenbereich
Wiese, Straßenrand, Beet in voller Sonne
Erscheinungsbild
Höhe30–120 cmBreite20–60 cm
Blätter
Grün
Blüten
WeißViolett
Früchte
Braun
Wuchsform
Möhre (Pflanzenart) (Daucus carota): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Rinde
Grün

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Daucus carota umfasst gemäßigte Gebiete der Alten Welt, von Makaronesien und Nordafrika über Europa bis Südchina. Seit Jahrtausenden gesammelt, angebaut und verbreitet, hat sich die Art andernorts weithin eingebürgert, insbesondere in Nordamerika und Australien. Dort besiedelt sie Brachen und Straßenränder; diese eingeführten Vorkommen sind vom Ursprungsareal zu unterscheiden.

  • Heimisch4
  • Eingeführt4
  • Europäisches Frankreich
  • Europa
  • Nordafrika
  • China (Süden)
  • Vereinigte Staaten
  • Kanada
  • Australien
  • Neuseeland

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Die Möhre (Pflanzenart) (Daucus carota L., 1753), hier in ihrer Wildform Wilde Möhre, ist eine zweijährige Pflanze der Apiaceae aus der Gattung Daucus. Sie ist die wilde Stammform der Gartenmöhre. Ihre Pfahlwurzel bleibt jedoch blass, dünn und faserig und besitzt nicht das farbige Fleisch der Kulturpflanze. 1 4

Auf Trockenwiesen, Brachen und an Straßenrändern der gemäßigten Gebiete ist die Art sehr häufig. Erkennbar ist sie an der breit ausgebreiteten weißen Dolde, oft mit einer purpurroten Blüte in der Mitte. Sie lässt sich leicht beobachten, muss aber von gefährlichen verwandten Apiaceae unterschieden werden. 3 8

Erkennung

Im ersten Jahr bildet Daucus carota eine Rosette aus stark geteilten, zwei- bis dreifach gefiederten Blättern. Beim Zerreiben riechen sie deutlich nach Möhre. Im zweiten Jahr wächst ein aufrechter, verzweigter, gerillter und steif behaarter Stängel von 30 bis 120 cm Höhe. 3 6

Besonders kennzeichnend ist die breite Doppeldolde aus winzigen weißen Blüten. Sie ist flach, fein wie Spitze gegliedert und besitzt häufig eine einzelne purpurrote bis schwärzliche Mittelblüte. Unter ihr bilden in schmale Abschnitte zerteilte Hüllblätter einen auffälligen Kragen. Dieser ist ein wichtiger Unterschied zu Schierlingsarten. 8 4

Nach dem Verblühen zieht sich die Dolde zu einer konkaven, vogelnestartigen Schale zusammen. Die braunen Trockenfrüchte tragen kleine Stacheln. Sie bleiben an Tierfell oder Kleidung hängen und werden dadurch verbreitet. 5 3

Nützliche Taxonomie

Bereits 1753 beschrieb Carl von Linné die Art als Daucus carota L. Der stark variable Komplex der Wilden Möhre hat zahlreiche Unterarten und ältere Namen hervorgebracht. Zu den wichtigsten gehören:

  • Daucus carota subsp. carota (typische Wildform)
  • Daucus carota subsp. sativus (Hoffm.) Schübl. & G.Martens
  • Daucus carota subsp. gummifer (Syme) Hook.f.
  • Caucalis carota (L.) Crantz
  • Daucus carota var. carnosus (Roth) Roth

Verlässlich bleibt der akzeptierte wissenschaftliche Name Daucus carota. Innerhalb der Art ist die typische wilde Unterart von der domestizierten Unterart sativus, der Gartenmöhre, zu unterscheiden. 1 7

Lebensraum und Verbreitung

Ursprünglich stammt Daucus carota aus den gemäßigten Gebieten der Alten Welt, von Makaronesien und Nordafrika über Europa bis Südchina. Als Pionierpflanze besiedelt sie offene Lebensräume wie Magerwiesen, Böschungen, Brachen und Straßenränder auf nährstoffarmen, gut drainierten Böden. 1 8

Sonne und ein Boden ohne Staunässe entsprechen ihren Standortansprüchen als Wiesen-Doldenblütler. Sommertrockenheit und eher kalkreiche Böden verträgt sie gut. Diese Vorliebe für offene, trockene Standorte erklärt ihr häufiges Auftreten an Straßen und auf gestörten Flächen. 3 6

Durch jahrtausendelangen Transport und Anbau hat sich die Wilde Möhre außerhalb ihres natürlichen Areals weithin eingebürgert. Dazu gehören Nordamerika, Australien und Neuseeland, wo sie teilweise als sich ausbreitendes Unkraut gilt. Diese eingeführten Vorkommen sind vom Ursprungsareal in der Alten Welt zu unterscheiden. 7 6

Lebenszyklus und Vermehrung

Zwei Jahre umfasst der typische Lebenszyklus von Daucus carota. Im ersten Jahr entstehen Blattrosette und Reserven in der Pfahlwurzel. Nach dem winterlichen Kältereiz schosst die Pflanze im zweiten Jahr, blüht, bildet Samen und stirbt ab. Wegen dieser Vernalisation blühen ausgesäte Pflanzen nicht schon im selben Jahr. 3 5

Die offenen Dolden werden von zahlreichen verschiedenen Insekten besucht. Über die purpurrote Mittelblüte wird vermutet, dass sie ein sitzendes Insekt nachahmt und so weitere Bestäuber anlockt. Nach der Befruchtung entstehen kleine Trockenfrüchte mit hakigen Stacheln. 4 8

Für naturnahe Gärten erfolgt die Vermehrung ausschließlich durch Aussaat im Frühjahr direkt an einen sonnigen Platz mit offenem Boden. Die Pfahlwurzel verträgt das Verpflanzen schlecht. Später sät sich die Art von selbst reichlich aus. Um ihre Ausbreitung zu begrenzen, müssen mitunter die Dolden vor der Samenreife abgeschnitten werden. 5 6

Nutzen und Risiken

Heute steht der ökologische und gestalterische Wert der Wilden Möhre im Vordergrund. Als Blumenwiesenpflanze ernährt sie Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge. Zugleich ist sie die direkte Stammform der Gartenmöhre, der domestizierten Unterart sativus. Ihre eigene dünne und faserige Wurzel hat dagegen keine verbreitete Verwendung als Lebensmittel. 4 5

Zwei Risiken verlangen besondere Aufmerksamkeit. In Laub und Saft enthaltene Furanocumarine können eine lichtbedingte Hautentzündung auslösen. Wiederholter Kontakt mit anschließender Sonne kann zu Rötungen und Blasen führen. Beim Umgang mit den Stängeln sind daher Handschuhe ratsam. 5 6

Am schwersten wiegt die Verwechslungsgefahr beim Sammeln. Die Wilde Möhre ähnelt tödlich giftigen Apiaceae, insbesondere dem Gefleckten Schierling (Conium maculatum) und der Hundspetersilie (Aethusa cynapium). Ihre steif behaarten Stängel, der Möhrengeruch und die zerteilten Hüllblätter unterscheiden sie vom glatten, purpurfleckigen Stängel und Mäusegeruch des Gefleckten Schierlings. Bei Zweifel dürfen wilde Doldenblütler keinesfalls gegessen werden. 9 3

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Die anerkannten Formen sind Unterarten eines variablen Komplexes. Die typische Unterart carota ist die gewöhnliche Wildform, sativus die Gartenmöhre. gummifer bezeichnet eine fleischige Küstenform, maximus eine kräftige mediterrane Form. Der Artname Daucus carota bleibt der gemeinsame Bezugspunkt. 1 7

Besonders gefährliche Verwechslungen betreffen weitere weiß blühende Apiaceae:

  • Conium maculatum, Gefleckter Schierling, sehr giftig, mit glattem purpurfleckigem Stängel;
  • Aethusa cynapium, Hundspetersilie, ebenfalls giftig;
  • Anthriscus sylvestris, Wiesen-Kerbel, früher blühend und harmlos.

Für die Bestimmung als Daucus carota sind steif behaarte Stängel, ein deutlicher Möhrengeruch beim Zerreiben und die zerteilten Hüllblätter unter der Dolde die zuverlässigsten Merkmale. 9 8

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Wilde Möhre gefährlich?

Wiederholter Kontakt mit dem Saft kann bei Sonneneinstrahlung eine lichtbedingte Hautentzündung auslösen. Die eigentliche Gefahr ist die Verwechslung mit tödlich giftigen Apiaceae wie dem Gefleckten Schierling. Verzehren Sie eine Wilde Möhre niemals ohne absolute Bestimmungssicherheit.

Wie unterscheidet sich die Wilde Möhre vom Gefleckten Schierling?

Die Wilde Möhre hat steif behaarte Stängel, riecht beim Zerreiben nach Möhre und trägt fein zerteilte Hüllblätter unter der Dolde. Der Gefleckte Schierling (Conium maculatum) hat glatte, kahle, purpurfleckige Stängel und riecht unangenehm nach Mäusen.

Sind Wilde Möhre und Gartenmöhre dieselbe Pflanze?

Die Gartenmöhre ist die domestizierte Unterart Daucus carota subsp. sativus, die auf fleischige, farbige Wurzeln ausgelesen wurde. Die Wildform besitzt dagegen eine blasse, dünne Wurzel, die sich praktisch nicht zum Essen eignet.

Warum sitzt eine dunkle Blüte in der Doldenmitte?

Die purpurrote bis schwärzliche Mittelblüte ist ein charakteristisches Merkmal. Vermutlich ahmt sie ein sitzendes Insekt nach und lockt so weitere Bestäuber an die weiße Dolde.

Ist die Wilde Möhre invasiv?

In Frankreich ist sie eine häufige einheimische Pflanze der Wiesen und Brachen und wird nicht als invasiv eingestuft. Außerhalb ihres Ursprungsareals, besonders in Nordamerika, gilt sie dagegen als sich ausbreitendes Unkraut.

Kann man die Wurzel der Wilden Möhre essen?

Die dünne, faserige und zähe Wurzel unterscheidet sich deutlich von handelsüblichen Karotten. Vor allem die Verwechslungsgefahr mit giftigen Apiaceae macht das Sammeln zu Speisezwecken ohne Fachkenntnis sehr riskant; davon wird dringend abgeraten.

Wann blüht die Wilde Möhre?

Sie blüht im Sommer, vor allem von Juni bis September, im zweiten Lebensjahr. Im ersten Jahr bildet sie nur eine bodennahe Blattrosette.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.