Peyote (Lophophora williamsii, )
Lophophora williamsii ist ein kleiner, kugeliger und dornenloser Kaktus der Cactaceae aus den Wüsten im südlichen Texas und nordöstlichen Mexiko. Er wächst äußerst langsam und enthält im Spross psychoaktive Alkaloide, darunter Meskalin. Darauf beruht eine mehrere Jahrtausende alte rituelle Nutzung durch indigene Völker Amerikas. Die IUCN stuft die Art als gefährdet ein; ihr rechtlicher Status unterscheidet sich stark je nach Land.
WeiterlesenPeyote, Peyotl, Mescal, Mescal buttons und Dumpling cactus
Viel Umgebungslicht bieten, ohne direkte Sonne auf den Blättern.
Halbschatten bis gefiltertes Licht




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Taken Apr 26, 2022 by Fabrice Rubio (cc-by-sa)
Taken Jul 29, 2022 by Fabrice Rubio (cc-by-sa)
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Lophophora williamsii beschränkt sich auf das südwestliche und südliche Texas sowie das nordöstliche Mexiko und reicht laut POWO südwärts bis Jalisco. Außerhalb dieses Areals sind weder Einbürgerungen noch ein invasiver Status gemeldet. Das weltweite Vorkommen in Sammlungen beruht auf rechtlich geregelter Kultur und nicht auf spontaner Verwilderung.
- Heimisch2
- Texas
- Mexiko
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Lophophora williamsii (Lophophora williamsii (Lem. ex J.F.Cels) J.M.Coult., 1894), auch Peyote oder Peyotl, ist eine anerkannte Art der Gattung Lophophora in der Familie Cactaceae. POWO führt diesen Namen als gültigen Artnamen. Charles Lemaire beschrieb die Art ursprünglich; John Merle Coulter stellte sie 1894 in die Gattung Lophophora. 1
Die Bezeichnung Peyotl stammt aus dem Nahuatl peyōtl, das Sprachwissenschaftler mit peyōni, „glänzen“ oder „schimmern“, verbinden. Wahrscheinlich ist der seidige Eindruck der wolligen Areolen an der Sprossspitze gemeint. 7
Im Spross sind mehrere Dutzend Phenethylamin-Alkaloide konzentriert, vor allem Meskalin. Dieser Stoff erklärt die seit über dreitausend Jahren dokumentierte rituelle Nutzung durch indigene Völker Amerikas. Archäologische Reste wurden in Höhlen in Texas gefunden. 8
Erkennung
Ein kugeliger, dornenloser Spross mit abgeflachtem Scheitel und wolligen Areolen in der zentralen Vertiefung kennzeichnet die Art. NC State Extension nennt meist 2 bis 3 cm Höhe bei 7,5 bis 13 cm Durchmesser. Botanische Literatur beschreibt außergewöhnliche Exemplare bis fast 20 cm. Die Färbung reicht von Graugrün an der Basis bis Aschgrün am Scheitel. 3 5
Unter dem Spross liegt eine fleischige Rübenwurzel von 6 bis 12 cm Länge. Sie ist häufig voluminöser als der oberirdisch sichtbare Pflanzenteil. Im Alter entstehen bisweilen mehrere Köpfe an einer Pflanze, die eine kompakte Gruppe dicht benachbarter Sprosse bilden. 5
Von Mai bis September erscheinen einzelne oder paarige, rosa bis weiße, gelegentlich gelbe Blüten von 1,3 bis 2,5 cm Durchmesser. Sie öffnen sich nur bei Tageslicht und halten zwei bis drei Tage. Die kleine rosa bis rote Beere benötigt nach der Blüte bis zu einem Jahr zur Reife. 3 4
Nützliche Taxonomie
Innerhalb der Gattung Lophophora erkennt POWO zwei weithin anerkannte Arten: Lophophora williamsii und Lophophora diffusa. Letztere ist auf ein kleineres Gebiet in Querétaro und Hidalgo beschränkt. Vor der heutigen Kombination trug die Art Namen, die inzwischen als Synonyme gelten: Echinocactus williamsii Lem. ex J.F.Cels für die ursprüngliche Beschreibung sowie Anhalonium lewinii Henn. und Lophophora lewinii (Henn.) Rusby, die lange in der Pharmakologie verwendet wurden. Im Gartenbau kamen Lophophora jourdaniana Haberm. und Lophophora williamsii var. cristata Houghton für besondere Formen hinzu.
Diese fünf historischen Namen erklären unterschiedliche Etiketten für dieselbe Pflanze in Büchern oder im Handel. Als verlässlicher Bezug bleibt der akzeptierte Name Lophophora williamsii. 1
Lebensraum und Verbreitung
Im südwestlichen und südlichen Texas beginnt das natürliche Areal und reicht über das nordöstliche Mexiko laut POWO südwärts bis Jalisco. In der Chihuahua-Wüste wächst die Art einzeln oder in Gruppen auf trockenem, kalkhaltigem, stark mineralischem Boden zwischen 100 und 1900 m Höhe. Meist schützen Dornsträucher sie vor direkter Sonne. 1 4
Seit ihrer Bewertung von 2017 stuft die IUCN Lophophora williamsii als gefährdet ein. Wildsammlung für den rituellen Markt verringert unmittelbar einzelne Bestände, besonders in Texas. Außerhalb des natürlichen Areals sind weder Einbürgerungen noch invasives Auftreten gemeldet. Das weltweite Vorkommen geht fast ausschließlich auf rechtlich geregelte Sammlungskultur zurück, nicht auf Verwilderung aus Gärten. 2
Lebenszyklus und Vermehrung
Zu den langsamsten bekannten Kakteen gehört Lophophora williamsii: In der Natur vergehen bis zur ersten Blüte oft bis zu 30 Jahre. Unter Kulturbedingungen sind es 6 bis 10 Jahre. Auf einer Unterlage wie Echinopsis pachanoi, dem San-Pedro-Kaktus, kann ein gepfropftes Exemplar nach etwa 3 Jahren ausgewachsen sein. 3
Nach der Bestäubung entsteht aus jeder Blüte eine kleine fleischige Frucht, die mehrere Monate reift. Die Samen keimen in feuchtem, warmem Substrat am Boden; der Aufgang ist langsam und unregelmäßig. Neben der geschlechtlichen Vermehrung vermehren sich ältere Pflanzen vegetativ, indem sie mehrere Köpfe aus derselben Wurzel bilden. 4
Nutzung und rechtlicher Rahmen
Seit mehr als dreitausend Jahren ist die rituelle Nutzung durch indigene Völker Nordamerikas belegt, unter anderem durch Pflanzenreste in texanischen Höhlen. Die Native American Church betrachtet die Einnahme bis heute als Sakrament und verwendet die Pflanze bei nächtlichen Heilungszeremonien. Das US-Bundesrecht und mehrere Bundesstaaten nehmen diese religiöse Nutzung von den allgemeinen Betäubungsmittelregeln aus. 8
Je nach Land unterscheidet sich der Rechtsstatus erheblich. In Frankreich wurde die Pflanze 1957 zunächst als giftig, 1966 als Betäubungsmittel eingestuft, 1990 wieder zugelassen und durch den Erlass vom 18. August 2004 erneut als Betäubungsmittel erfasst. Die Einstufung betrifft die Pflanze selbst und ihre aktiven Alkaloide, nicht allein Meskalin. Die Schweiz kennt ein vergleichbares Verbot; in den meisten anderen europäischen Ländern wird die Pflanze als solche nicht geregelt. 6
Für rechtliche Fragen ist die Unterscheidung zwischen der Pflanze, ihren Alkaloiden und einer bestimmten Nutzung entscheidend. Welche Bestimmungen im Einzelfall gelten, richtet sich nach dem örtlichen Recht. 6
Giftigkeit und Vorsicht
Bei Tieren ordnet NC State Extension die Art als schwach giftig ein. Das Verschlucken frischer oder getrockneter Pflanzenteile kann bei Katzen und Hunden Verdauungsstörungen, erweiterte Pupillen, Sehstörungen und mitunter Halluzinationen verursachen. 3
Mehrere Dutzend Phenethylamin-Alkaloide wirken auf den Menschen. Meskalin prägt die psychotropen Effekte, während Lophophorin und Anhalonidin zusätzliche beruhigende oder gefäßerweiternde Eigenschaften besitzen. Das Mengenverhältnis dieser Nebenalkaloide variiert zwischen Pflanzen und trägt zu unterschiedlichen Wirkungen bei zwei Personen bei, die dieselbe Pflanze konsumieren. Nach versehentlichem Verschlucken durch ein Kind oder Tier ist eine Giftinformationsstelle beziehungsweise ein Tierarzt zu kontaktieren; die Dosis sollte nicht selbst eingeschätzt werden. 3
Sorten, Verwechslungen und verwandte Arten
Unter Sammlern verwendete Namen wie 'Cristata' und 'Jourdaniana' bezeichnen keine eigenständigen Arten oder botanischen Varietäten. Cristata ist eine kammförmige, verbänderte Form entsprechend der früheren Lophophora williamsii var. cristata, heute bei POWO ein Synonym. Jourdaniana ist ein historischer Name für mehrköpfige Gruppen. 1
Verwechslungen betreffen besonders Lophophora diffusa aus Querétaro mit schwächer ausgeprägten Rippen. Auch junge Ariocarpus oder Astrophytum können kugelig und wenig bedornt erscheinen. Wissenschaftlicher Name und dokumentierte Herkunft sind deutlich verlässlicher als die allgemeine Sprossform.
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Lophophora williamsii (Lem. ex J.F.Cels) J.M.Coult. – Artenprofil
- IUCN Red List, Lophophora williamsii Bewertung (Terry, 2017)
- North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, Lophophora williamsii – Artenprofil
- Native Plant Information Network / Lady Bird Johnson Wildflower Center, Lophophora williamsii – Artenprofil
- Flora of North America via eFloras, Lophophora williamsii – Artenprofil
- Légifrance, Erlass vom 18. August 2004 zur Änderung der Betäubungsmittelliste (Peyotl)
- Merriam-Webster, peyote (Etymologie aus dem Nahuatl)
- Frontiers in Psychiatry, Peyote und die Native American Church (2017)
Häufig gestellte Fragen
Darf Lophophora williamsii in Frankreich kultiviert werden?
Nein. Seit dem Erlass vom 18. August 2004 ist Lophophora williamsii in Frankreich als Betäubungsmittel eingestuft. Anbau und Besitz sind dort trotz des Erscheinungsbildes eines kleinen sukkulenten Kaktus verboten.
Ist Lophophora williamsii für Katzen und Hunde giftig?
Ja. NC State Extension stuft die Art beim Verschlucken als schwach giftig ein. Bei betroffenen Tieren sind Verdauungsstörungen, erweiterte Pupillen und Sehstörungen möglich.
Warum wächst Lophophora williamsii so langsam?
In der Natur benötigt die Art oft bis zu dreißig Jahre bis zur ersten Blüte. In Kultur verkürzt sich diese Zeit auf sechs bis zehn Jahre; Pfropfen beschleunigt die Entwicklung zusätzlich.
Wie lässt sich die Art von Lophophora diffusa unterscheiden?
Lophophora diffusa aus Querétaro hat schwächer ausgeprägte Rippen und wirkt gelbgrüner. Die dokumentierte Herkunft bleibt das verlässlichste Unterscheidungsmerkmal.
Ist Lophophora williamsii in der Natur gefährdet?
Ja. Die IUCN stuft sie seit der Bewertung von 2017 als gefährdet ein. Intensive Wildsammlung und der Rückgang einzelner Bestände, insbesondere in Texas, sind die Gründe.
Woher stammt der Name Peyotl?
Er geht auf Nahuatl peyōtl zurück und wird mit peyōni, glänzen oder schimmern, verbunden. Vermutlich bezieht er sich auf den seidigen Eindruck der wolligen Areolen am Spross.
Lässt sich Lophophora williamsii durch Pfropfen kultivieren?
Ja, das ist eine übliche gärtnerische Praxis. Auf einer Unterlage wie Echinopsis pachanoi erreicht ein Pfropfreis nach etwa drei Jahren die Reife, statt erst nach mehreren Jahren aus Saat.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.


