Bunte Pfeilwurz (Maranta leuconeura, )
Bunte Pfeilwurz (Maranta leuconeura) ist eine ausdauernde, rhizombildende Staude aus der Familie der Pfeilwurzgewächse (Marantaceae), die aus den feuchten Wäldern Brasiliens stammt. Sie bildet niedrige Horste mit auffällig gezeichneten ovalen Blättern. Abends richten sich diese wie zum Gebet gefaltete Hände auf, weshalb die Art auch Gebetspflanze heißt.
WeiterlesenBunte Pfeilwurz, Gebetspflanze, Maranta und Prayer plant






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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Maranta leuconeura liegt in den feuchten Wäldern Zentral- und Ostbrasiliens. Als beliebte Blattschmuckpflanze wird die Art weit darüber hinaus in Töpfen und Gewächshäusern kultiviert. Diese Kulturgebiete sind vom brasilianischen Ursprungsgebiet zu unterscheiden.
- Heimisch1
- Brasilien
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Bunte Pfeilwurz (Maranta leuconeura É.Morren, 1874), auch Maranta und Gebetspflanze genannt, ist eine ausdauernde, rhizombildende Staude der Familie Marantaceae in der Gattung Maranta. Der Name Gebetspflanze verweist auf eine auffällige Eigenschaft: Abends richten sich die Blätter wie gefaltete Hände auf und öffnen sich am Morgen erneut. 1 5
In europäischen Wohnungen wird die Art vor allem als Zimmerpflanze mit markanter Blattzeichnung kultiviert. Ihre ovalen Blätter tragen je nach Varietät silberweiße oder leuchtend rote Adern. Diese Zeichnung macht sie zu einem der bekanntesten und am häufigsten kultivierten Pfeilwurzgewächse. 2 4
Erkennung
Niedrige, ausgebreitete Horste erreichen bei Maranta leuconeura selten mehr als 20–30 cm Höhe. Ein dicht unter der Substratoberfläche verlaufendes Rhizom lässt sie in die Breite wachsen. Die etwa 10–12 cm langen Blätter sind oval, breit, ganzrandig und samtig; sie sitzen an kurzen Blattstielen. 4 3
Besonders kennzeichnend sind die Blattadern: Von der Mittelrippe ziehen silberweiße oder leuchtend rote Linien über einen dunkelgrünen Grund. Die Blattunterseite ist häufig graugrün bis purpurfarben getönt. Beim Aufrichten des Blatts verstärkt sich der Farbkontrast. 4 8
Als zweites Merkmal fällt die nyktinastische Bewegung auf. Tagsüber liegen die Blätter waagerecht, abends richten sie sich auf. Diese täglich mit bloßem Auge erkennbare Bewegung unterscheidet die Maranta deutlich von vielen anderen Blattschmuckpflanzen. 5 4
Nützliche Taxonomie
Die Erstbeschreibung als Maranta leuconeura É.Morren stammt von 1874. Der Gattungsname Maranta ehrt den venezianischen Botaniker Bartolomeo Maranta. Mehrere noch gebräuchliche infraspezifische und gärtnerische Namen beziehen sich auf dieselbe Art:
- Botanische Bezeichnung: Maranta leuconeura var. erythroneura G.S.Bunting
- Botanische Bezeichnung: Maranta leuconeura var. kerchoveana É.Morren
- Botanische Bezeichnung: Maranta leuconeura var. massangeana É.Morren
- Botanische Bezeichnung: Maranta massangeana (É.Morren) hort.
- Botanische Bezeichnung: Maranta kerchoveana É.Morren
Für die Zuordnung bleibt der akzeptierte wissenschaftliche Name Maranta leuconeura maßgeblich. Handelsnamen wie erythroneura und kerchoveana bezeichnen Varietäten oder gärtnerische Auslesen und keine eigenständigen Arten. 1 3
Lebensraum und Verbreitung
Feuchte Tropenwälder in Zentral- und Ostbrasilien bilden das Ursprungsgebiet von Maranta leuconeura. Dort wächst sie am Boden im schattigen Unterwuchs, auf frischen, bedeckten Substraten und vor direkter Sonne geschützt. 1 4
Als Pflanze der unteren Vegetationsschicht bedeckt sie den Boden durch seitliche Ausbreitung. Ihr kriechender Trieb bildet an jedem Knoten Wurzeln und erschließt so nach und nach eine kleine Fläche der Waldstreu. Dieser bodendeckende Wuchs erklärt den dichten Horst in Kultur. 5 8
Durch den Gartenbau ist die Art weit über ihr natürliches Areal hinaus verbreitet. Sie wird in Florida, Europa und Ostasien in Töpfen und Gewächshäusern gehalten. Diese Kulturgebiete sind vom brasilianischen Areal zu unterscheiden, in dem sie wild vorkommt. 4 6
Lebenszyklus und Vermehrung
Unauffällig und im Zimmer selten bleibt die Blüte. Wenn sie im späten Frühjahr oder Sommer erscheint, entstehen kleine weiße bis lilafarbene Blüten an dünnen, aufrechten Ähren. Die Blüten sind wenig auffällig; im Mittelpunkt der Kultur steht das Laub. 4 2
Die tägliche Blattbewegung wird durch den Pulvinus gesteuert, ein verdicktes Gelenk an der Blattstielbasis. Sein Turgor verändert sich im Wechsel von Licht und Dunkelheit. Nachts heben sich die Blätter, tagsüber liegen sie wieder waagerecht; der Rhythmus benötigt genügend Licht. 5 4
Zur Vermehrung in Kultur dient vor allem die Teilung beim Umtopfen. Jedes abgetrennte Stück muss Wurzeln und Triebe behalten. Auch Triebstecklinge mit Knoten eignen sich: Unterhalb eines Knotens schneiden, an dem die neuen Wurzeln entstehen. Warm aufgestellt bilden sie in kalkarmem Wasser oder feuchtem Substrat nach drei bis vier Wochen erste Wurzeln. Die Teilung ist zuverlässiger, weil sofort ein bereits aufgebauter Horst vorhanden ist. 6 8
Nutzen und Risiken
Der hauptsächliche Nutzen ist ornamental: Als Zimmerpflanze wird Maranta leuconeura wegen der farbigen Blätter und ihrer nächtlichen Bewegung geschätzt. In feuchten Tropen kann sie schattige Flächen bedecken. In gemäßigten Gebieten bleibt sie eine niedrige Topfpflanze. 3 6
Bei der Sicherheit bietet die Gebetspflanze einen seltenen Vorteil: Laut ASPCA ist sie für Katzen, Hunde und Pferde ungiftig. Vergiftungssymptome werden nicht beschrieben. Damit gehört sie zu den sichereren größeren Blattschmuckpflanzen für Haushalte mit Tieren oder kleinen Kindern. Schwieriger ist die Kultur: Trockene Luft oder kalkhaltiges Wasser lassen die Blattränder rasch braun werden. 7 4
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Die angebotenen Formen sind keine getrennten Arten. var. erythroneura trägt leuchtend rote Adern auf dunklem Grund, var. kerchoveana braune, winkelförmige Flecken auf Grün und var. leuconeura silberweiße Adern. Der gärtnerische Name Massangeana bezeichnet eine dunkle Form mit silbrigen Adern. Vor dem Kauf sollten Varietätenname, Wurzelzustand und gleichmäßige Blattentwicklung geprüft werden. 2
Häufige Verwechslungen betreffen andere Pfeilwurzgewächse:
- Goeppertia (früher Calathea), mit auffälliger Blattzeichnung und derselben nächtlichen Bewegung;
- Ctenanthe, mit längeren, oft panaschierten Blättern;
- Stromanthe, mit deutlich purpurfarbenen Blattunterseiten.
Der niedrige, bodendeckende Wuchs, die von der Mittelrippe ausstrahlenden Adern und die tägliche Blattbewegung sind die zuverlässigsten Merkmale, um eine als Maranta verkaufte Pflanze als Maranta leuconeura zu bestätigen. 4 1
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Maranta leuconeura É.Morren
- Royal Horticultural Society, Maranta leuconeura var. erythroneura
- Royal Horticultural Society, Maranta leuconeura var. kerchoveana
- Missouri Botanical Garden, Maranta leuconeura
- Encyclopaedia Britannica, Gebetspflanze
- Plants For A Future, Maranta leuconeura
- ASPCA, Bunte Pfeilwurz (Maranta leuconeura), als ungiftig eingestuft
- University of Florida IFAS, Kulturanleitung für Maranta leuconeura
Häufig gestellte Fragen
Ist die Bunte Pfeilwurz giftig?
Nein. Die ASPCA führt die Bunte Pfeilwurz als ungiftig für Katzen, Hunde und Pferde. Sie gehört zu den größeren Blattschmuckpflanzen für Innenräume ohne bekanntes Vergiftungsrisiko für Haustiere.
Warum richtet die Maranta abends ihre Blätter auf?
Diese nyktinastische Bewegung steuert ein verdicktes Gelenk an der Blattstielbasis, der Pulvinus. Es reagiert auf den Wechsel zwischen Licht und Dunkelheit. Nachts heben und schließen sich die Blätter, tagsüber breiten sie sich wieder flach aus.
Warum werden die Blattränder braun?
Braune Spitzen und Ränder entstehen vor allem durch trockene Luft oder kalkhaltiges Wasser. Eine Luftfeuchte von 60–80 % und kalkarmes Gießwasser begrenzen das häufige Problem in beheizten Räumen.
Wie viel Licht braucht Maranta leuconeura?
Helles, indirektes Licht bringt die Blattfarben am besten zur Geltung. Direkte Sonne bleicht die Blattspreite aus und verbrennt sie; zu wenig Licht lässt die Adern blasser wirken und beeinträchtigt die nächtliche Bewegung.
Wie lässt sich die Bunte Pfeilwurz vermehren?
Am einfachsten ist die Teilung beim Umtopfen, wobei jedes Teilstück Wurzeln und Triebe behält. Auch Triebstecklinge mit Knoten bewurzeln sich, meist innerhalb von drei bis vier Wochen.
Mit welchen Pflanzen wird Maranta leuconeura verwechselt?
Vor allem mit Calathea-Arten, die heute zur Gattung Goeppertia gehören, sowie mit Ctenanthe. Alle zählen zu den Marantaceae und besitzen auffällig gezeichnetes Laub mit Blattbewegungen.
Wie groß wird die Bunte Pfeilwurz?
Im Topf bleibt die Pflanze niedrig und bodendeckend, etwa 20–30 cm hoch und etwas breiter. Sie breitet sich über ihr Rhizom aus, statt in die Höhe zu wachsen.
Sind Formen mit roten Blattadern andere Arten?
Nein. Die Varietäten erythroneura, kerchoveana und leuconeura gehören alle zu Maranta leuconeura. Sie unterscheiden sich durch die Farben der Adern und Zeichnungen, nicht durch die Artzugehörigkeit.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.







