Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa, L. 1753)

Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa) ist eine einjährige Pflanze der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Das von POWO anerkannte natürliche Areal reicht von Rumänien bis in den Südwesten Irans. Seine schwarzen, kantigen und aromatischen Samen dienen in weiten Teilen der muslimischen Welt und Asiens als Gewürz und traditionelles Heilmittel. Mit der giftigen Kornrade ist er nicht näher verwandt.

Weiterlesen
Wissenschaftlicher NameNigella sativa
GattungNigella
OrdnungRanunculales

Echter Schwarzkümmel, Schwarzkümmel, Römischer Koriander, Black cumin und Kalonji

Identität
Toxizität
Sehr geringe Giftigkeit für Menschen und Haustiere
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Einjährige Blume · Kräuterartig aromatisch
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Einjährig
Herkunft
RumänienIran
Lebensraum
Steppen, Brachen und Feldränder in mediterranem bis semiaridem Klima; örtlich auf gemäßigten Ruderalflächen
Jahresverlauf
Blütezeit
Sommer
Erntezeit
Herbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Sommerblüte; Samen etwa 3 bis 4 Monate nach der Aussaat reif
Vermehrung
Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gering, die RHS empfiehlt einen windgeschützten Standort
Luftfeuchtigkeit
40–70 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Kalkhaltiger Boden, Leichter Sandboden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Außenbereich
Beet in voller Sonne, Gemüsegarten
Erscheinungsbild
Höhe10–50 cmBreite10–50 cm
Blätter
Grün
Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißBlauGröße2.5–3.5 cm
Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
GrünBraun
Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün
Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa): Herkunft und Verwendung — rinde 2

Weltweite Verbreitung

Das von POWO anerkannte natürliche Areal reicht von Rumänien bis in den Südwesten Irans. Der Gewürzanbau verbreitete die Art anschließend im Mittelmeerraum, in Nordafrika, Äthiopien sowie West- und Südasien. Außerhalb des Ursprungsgebiets wurde sie örtlich auf Brachflächen eingebürgert, etwa in Neuengland.

  • Heimisch2
  • Eingeführt1
  • Rumänien
  • Iran
  • Vereinigte Staaten (Neuengland)

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa L., 1753), auch Schwarzkümmel, ist eine einjährige Art der Gattung Nigella innerhalb der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Die botanische Zuordnung ist für die Bestimmung entscheidender als die unterschiedlichen Gewürznamen, unter denen seine Samen angeboten werden. 1 5

Im Englischen und in mehreren südasiatischen Sprachen heißen dieselben Samen black cumin, common fennel flower, kalanji oder Kalonji. Unter diesen vier Bezeichnungen steht Kalonji ausschließlich für Nigella sativa, niemals für Kreuzkümmel (Cuminum cyminum). Dieser gehört zu den Doldenblütlern (Apiaceae) und ist trotz des gemeinsam verwendeten englischen Namens botanisch nicht näher verwandt. 2

Erkennung

An den aufrechten, verzweigten Trieben erreicht Nigella sativa eine Höhe von 10 bis 50 cm. Das leuchtend grüne Laub ist fein in fadenförmige Abschnitte zerteilt, deren schmale Gestalt an Spinnenbeine erinnert. Diese Blattgliederung prägt den lockeren Gesamteindruck der einjährigen Pflanze. 2 9

Unmittelbar unter der einzeln stehenden Blüte fehlt ein Kranz feiner Hüllblätter, das sogenannte Involukrum. Fünf weiße, bläulich getönte, kronblattartige Kelchblätter und zahlreiche Staubblätter bilden eine Blüte von bis zu 3,5 cm Durchmesser. Das fehlende Involukrum trennt Nigella sativa zuverlässiger von Nigella damascena als die Blütenfarbe: Nur die zweite Art besitzt diesen feinen Hüllblattkranz direkt unter der Blüte. 2 9

Die große, aufgeblähte Fruchtkapsel besteht aus mehreren verwachsenen Balgfrüchten und öffnet sich bei Reife zur Samenfreisetzung. Die schwarzen Samen von Nigella sativa sind kantig, verkehrt pyramidenförmig und rau. Sie fallen deutlich größer aus als die rundlichen, gerieften Samen von Nigella damascena. 10

Nützliche Taxonomie

Für die Art in der Ordnung Ranunculales führt POWO Nigella sativa L. als akzeptierten Namen. Auch zwei Varietäten sind anerkannt, die keine bloßen Synonyme darstellen: die für Gewürzsamen am häufigsten angebaute Typusvarietät Nigella sativa var. sativa und Nigella sativa var. hispidula Boiss.. Letztere ist stärker behaart und kommt vom Südwesten und Nordosten Irans bis Turkmenistan vor. 1

Unter der Typusvarietät werden mehrere ältere Namen als Synonyme geführt; sie bezeichnen keine eigenständigen taxonomischen Einheiten:

  • Nigella sativa var. indica (Roxb.) DC., synonymischer Name
  • Nigella sativa var. cretica (Mill.) DC., synonymischer Name
  • Nigella sativa var. citrina DC., synonymischer Name
  • Nigella sativa var. brachyloba Boiss., Synonym von var. hispidula

Der vollständige botanische Name bietet damit den beständigen Bezugspunkt, gegebenenfalls einschließlich der angegebenen Varietät. Ein Verkaufsname wie Kalonji allein leistet diese taxonomische Unterscheidung nicht. 1

Lebensraum und Verbreitung

Von Rumänien bis in den Südwesten Irans reicht das von POWO anerkannte natürliche Verbreitungsgebiet. Dieser Bogen umfasst mediterrane bis semiaride Klimabedingungen. 1

Durch den Anbau als Samengewürz gelangte die Art weit über dieses engere natürliche Areal hinaus in den Mittelmeerraum, nach Nordafrika, Äthiopien sowie West- und Südasien. Zu ihren Standorten gehören dort auch ungenutzte Flächen und Brachen. 3

Außerhalb ihrer ursprünglichen Heimat kann Nigella sativa aus Kulturen verwildern und sich in gemäßigten Gebieten einbürgern. In Neuengland wächst sie beispielsweise auf vom Menschen geprägten Standorten, besonders auf Ruderalflächen. In Frankreich wird sie im nationalen Floreninventar vorwiegend als Kulturpflanze geführt. 9 4

Lebenszyklus und Vermehrung

Bei einer Frühjahrsaussaat nennt PFAF Juli als Blühmonat und September für die Samenreife. Der gesamte Lebenszyklus findet somit innerhalb einer einzigen Anbausaison statt, von der keimenden Pflanze bis zur reifen Saat. 3

Nach der Blüte wächst die aufgeblähte Kapsel weiter und öffnet sich schließlich, um die schwarzen Samen freizusetzen. Die RHS gibt für die Sommerblüte je nach Klima und Aussaatzeit einen Zeitraum von Juni bis September an. 2

Für die Kultur bleibt die Direktsaat am endgültigen Standort die einzige zuverlässige Methode. Die Pfahlwurzel dieser einjährigen Art verträgt das Umpflanzen schlecht, sodass vorgezogene Pflanzen nach dem Umsetzen nur schwer anwachsen. PFAF empfiehlt deshalb die Aussaat „in situ“, direkt an Ort und Stelle, statt einer später auszupflanzenden Topfkultur. 3

Nutzen und Risiken

Als Gewürz aromatisieren die schwarzen Samen Brot und Gebäck sowie zahlreiche Schmorgerichte der asiatischen und nahöstlichen Küche. Unter den Inhaltsstoffen steht Thymochinon erheblich stärker im Mittelpunkt wissenschaftlicher Arbeiten als die übrigen Bestandteile des ätherischen Öls. Je nach Extraktionsverfahren werden Konzentrationen von 18 bis 25 µg/mL angegeben. 9 8

Die Bedeutung von Nigella sativa reicht über die Küche hinaus. Nach der pharmakognostischen Übersicht von Ghedira werden die Samen seit Jahrhunderten in der traditionellen Medizin verwendet. Im Arabischen tragen sie sogar eine Bezeichnung mit der Bedeutung „gesegneter Same“. 6

Eine Untersuchung zur akuten und chronischen Giftigkeit des fetten Öls ermittelte bei Mäusen eine orale mittlere tödliche Dosis von 28,8 mL/kg. Dieser hohe Wert steht für eine nahezu fehlende orale Giftigkeit. Bei intraperitonealer Injektion sinkt die tödliche Dosis dagegen auf 2,06 mL/kg und liegt damit wesentlich niedriger als bei oraler Aufnahme. Dieser Weg betrifft die Injektion konzentrierten ätherischen Öls und entspricht keiner üblichen Lebensmittelverwendung. Eine zwölfwöchige Behandlung von Ratten mit fettem Öl zeigte keine Schäden an den untersuchten Organen; die Autoren sprechen bei üblichen Dosen von einer „großen Sicherheitsspanne“. 7

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Besonders leicht wird die Art mit Nigella damascena verwechselt, deren Name und Wuchsbild ähnlich sind. Diese besitzt jedoch direkt unter der Blüte einen feinen Hüllblattkranz, der bei Nigella sativa fehlt. Auch die Samen helfen bei der Unterscheidung: Bei Nigella sativa sind sie größer, kantig und rau, bei Nigella damascena kleiner, rundlich und quer gerieft. 9 10

Eine weitere Verwechslung betrifft historische Namen: Die Kornrade (Agrostemma githago) gehört zu den Nelkengewächsen (Caryophyllaceae) und ist mit den Ranunculaceae nicht näher verwandt. Ihre Samen enthalten reichlich Saponine sowie ein ribosomeninaktivierendes Protein. Früher verunreinigten sie Weizenmehl und verursachten dokumentierte Lebensmittelvergiftungen. Durch die moderne Unkrautbekämpfung im Getreideanbau ist dieses Risiko heute selten geworden. 11

Innerhalb von Nigella sativa bleiben Typusvarietät und var. hispidula derselben Art zugeordnet. Ein Handelsname wie Kalonji beschreibt dagegen eine kommerzielle Herkunft und bezeichnet niemals eine eigenständige botanische Varietät.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Echter Schwarzkümmel giftig?

Samen, Öl und wässrige Auszüge besitzen eine sehr geringe orale Giftigkeit, wie Untersuchungen zur akuten und chronischen Toxizität des fetten Öls zeigen. Nur hochkonzentriertes ätherisches Öl zeigt bei Injektion eine Giftwirkung; dieser Aufnahmeweg ist mit dem Verzehr als Lebensmittel nicht vergleichbar.

Sind Nigella sativa und Nigella damascena dieselbe Pflanze?

Nein. Nigella damascena trägt unmittelbar unter der Blüte einen Kranz feiner Hüllblätter, der bei Nigella sativa fehlt. Auch die Samen unterscheiden sich: Bei Nigella sativa sind sie größer und rau, bei Nigella damascena kleiner, rundlich und gerieft.

Kann man Echten Schwarzkümmel mit der Kornrade verwechseln?

Die historische Namensähnlichkeit verbindet zwei verschiedene Pflanzen. Die Kornrade (Agrostemma githago) gehört zu den Nelkengewächsen (Caryophyllaceae) und ist mit Nigella sativa nicht näher verwandt. Ihre Samen sind tatsächlich giftig und enthalten Saponine sowie ein ribosomeninaktivierendes Protein.

Wann lassen sich die Samen ernten?

PFAF nennt für eine Frühjahrsaussaat die Blüte im Juli und die Samenreife im September. Ernten Sie die Kapseln, sobald sie braun und trocken werden, bevor sie sich von selbst öffnen.

Woher stammt Echter Schwarzkümmel?

Das von POWO anerkannte natürliche Areal reicht von Rumänien bis in den Südwesten Irans. Der Gewürzanbau erweiterte die Nutzung auf den Mittelmeerraum, Nordafrika und Südasien. Die genaue Herkunft einer Samenpartie ist deshalb oft schwer festzustellen.

Ist Schwarzkümmel mit Kreuzkümmel verwandt?

Nein. Der englische Name black cumin bezeichnet Nigella sativa aus den Ranunculaceae, während Kreuzkümmel (Cuminum cyminum) zu den Apiaceae gehört. Nur die optische Ähnlichkeit der schwarzen Samen erklärt diese Verwechslung der Bezeichnungen.

Lässt sich eine Schwarzkümmelpflanze umsetzen?

Das ist nicht empfehlenswert. Die Pfahlwurzel von Nigella sativa verträgt das Umpflanzen schlecht. PFAF empfiehlt daher eine Direktsaat am endgültigen Standort im Frühjahr oder zu Beginn des Herbstes.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.