Parijat (Nyctanthes arbor-tristis, L. 1753)

Nyctanthes arbor-tristis ist ein Strauch oder kleiner Baum der Ölbaumgewächse (Oleaceae) aus dem Himalaya, dem indischen Subkontinent und dem kontinentalen Südostasien. Seine weißen Blüten mit orangefarbener Röhre öffnen sich in der Abenddämmerung, duften nachts und fallen bei Tagesanbruch ab. Dieses Verhalten erklärt das lateinische Artepitheton arbor-tristis, „trauriger Baum“. In den Tropen wird die Art wegen ihrer Blüten und ihres Farbstoffs verbreitet kultiviert, im gemäßigten Gartenbau bleibt sie selten.

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Wissenschaftlicher NameNyctanthes arbor-tristis
GattungNyctanthes
OrdnungLamiales

Parijat, Coral jasmine, Night-flowering jasmine und Harsingar

Identität
Toxizität
Keine Giftigkeit dokumentiert, vorsorglich umsichtig behandeln
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Halbimmergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
IndienNepalThailandKambodschaIndonesien
Lebensraum
Trockene Laubwälder und steinige Hänge vom Meeresspiegel bis 1.500 m Höhe
Jahresverlauf
Blütezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
6/10
Reifezeit
Ausgewachsener Habitus und reiche Blüte nach mehreren Jahren; Kapseln reifen langsam
Vermehrung
Steckling, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Etabliert gut, Jungpflanzen vor austrocknendem Wind schützen
Luftfeuchtigkeit
40–80 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Gut entwässerter und warmer Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne bis lichter Halbschatten
Innenbereich
Veranda, Warmhaus
Abstand zum Fenster
Überwinterung etwa 50 cm vom Südfenster entfernt
Außenbereich
Beet in voller Sonne, Pflanzgefäß
Pflanzgefäße
Terrakotta, Schwerer entwässernder Topf
Erscheinungsbild
Höhe200–1000 cmBreite200–600 cm
Blätter
Grün
Nyctanthes arbor-tristis: Herkunft und Verwendung — blätter 1
Nyctanthes arbor-tristis: Herkunft und Verwendung — blätter 2
Nyctanthes arbor-tristis: Herkunft und Verwendung — blätter 3
Nyctanthes arbor-tristis: Herkunft und Verwendung — blätter 4
Nyctanthes arbor-tristis: Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißOrange
Nyctanthes arbor-tristis: Herkunft und Verwendung — blüten 1
Nyctanthes arbor-tristis: Herkunft und Verwendung — blüten 2
Nyctanthes arbor-tristis: Herkunft und Verwendung — blüten 3
Nyctanthes arbor-tristis: Herkunft und Verwendung — blüten 4
Nyctanthes arbor-tristis: Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Braun
Nyctanthes arbor-tristis: Herkunft und Verwendung — früchte 1
Nyctanthes arbor-tristis: Herkunft und Verwendung — früchte 2
Nyctanthes arbor-tristis: Herkunft und Verwendung — früchte 3
Nyctanthes arbor-tristis: Herkunft und Verwendung — früchte 4
Nyctanthes arbor-tristis: Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Nyctanthes arbor-tristis: Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Nyctanthes arbor-tristis: Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Nyctanthes arbor-tristis: Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Nyctanthes arbor-tristis: Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Nyctanthes arbor-tristis: Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
BraunGrün
Nyctanthes arbor-tristis: Herkunft und Verwendung — rinde 1
Nyctanthes arbor-tristis: Herkunft und Verwendung — rinde 2
Nyctanthes arbor-tristis: Herkunft und Verwendung — rinde 3
Nyctanthes arbor-tristis: Herkunft und Verwendung — rinde 4
Nyctanthes arbor-tristis: Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Nyctanthes arbor-tristis reicht vom östlichen Himalaya und dem indischen Subkontinent bis ins kontinentale Südostasien sowie nach Sumatra und Java. Wegen der duftenden Blüten und des Farbstoffs wurde die Art in den Tropen verbreitet eingeführt und kultiviert, unter anderem in der Karibik und in französischen Überseegebieten wie Réunion.

  • Heimisch5
  • Eingeführt3
  • Indien
  • Nepal
  • Thailand
  • Kambodscha
  • Indonesien
  • Malaysia
  • Réunion
  • Trinidad und Tobago

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Nyctanthes arbor-tristis (Nyctanthes arbor-tristis L., 1753), auch Parijat, ist ein Strauch oder kleiner Baum der Ölbaumgewächse (Oleaceae). Als einzige Art der Gattung Nyctanthes ist sie in Kultur wirklich weit verbreitet. Üblicherweise erreicht der Strauch 2 bis 6 m, frei wachsend gelegentlich 10 m. Seine orangerote Kronröhre macht ihn auf einen Blick kenntlich; kein Jasmin der Gattung Jasminum besitzt dieses Detail. Das lateinische Artepitheton arbor-tristis bedeutet wörtlich „trauriger Baum“. Es beschreibt die kurzlebigen Blüten, die sich bei Einbruch der Dämmerung öffnen und noch vor Tagesanbruch abfallen. 1 2

Im europäischen Frankreich bleibt die Art außerhalb von Gewächshäusern selten. Das nationale Inventar führt sie unter den französischen Bezeichnungen nyctanthe arbre-triste und jasmin de nuit. Auch auf Réunion ist sie etabliert; das dortige tropische Klima entspricht ihren Ansprüchen wesentlich besser. 5

Erkennung

Bei Kulturpflanzen sind 2 bis 6 m Höhe üblich, während frei wachsende Exemplare unter günstigen Klimabedingungen an 10 m heranreichen können. Die graue, raue und schuppig abblätternde Rinde unterscheidet sich deutlich vom glatten Holz zahlreicher ähnlich wirkender Jasmine. 4 3

Gegenständige, einfache Blätter erreichen 6 bis 12 cm Länge und 2 bis 6,5 cm Breite. Ihre raue Oberseite hilft, die Art auch ohne Blüten zu erkennen. Die weißen Blüten besitzen 5 bis 8 Kronlappen und eine unverwechselbare orangerote Kronröhre. Jeweils 2 bis 7 Blüten stehen zusammen. 3 4

Eine einzelne Blüte lebt nur eine Nacht. Sie öffnet sich in der Abenddämmerung, duftet mehrere Stunden und fällt beim Morgengrauen verwelkt ab, sodass der Boden weiß und orange bedeckt wird. Die Frucht ist eine flache, braune, herzförmige Kapsel von etwa 2 cm Durchmesser. Sie gliedert sich in zwei Fächer mit jeweils einem einzigen Samen. 3

Nützliche Taxonomie

Unter dem 1753 veröffentlichten Namen Nyctanthes arbor-tristis L. wird die Art von POWO/WCVP anerkannt. Im Verlauf botanischer Revisionen sind mehrere Synonyme hinzugekommen:

  • Parilium arbor-tristis (L.) Gaertn., synonymischer Name
  • Nyctanthes dentata Blume, synonymischer Name
  • Bruschia macrocarpa Bertol., synonymischer Name
  • Scabrita scabra L., synonymischer Name
  • Scabrita triflora L., synonymischer Name

Ältere Klassifikationen ordneten die Art lange den Verbenaceae zu. Nach heutiger Taxonomie gehört sie jedoch zu den Oleaceae und damit in dieselbe Familie wie Ölbaum, Liguster und die Jasmine der Gattung Jasminum. Die Gattung Nyctanthes umfasst nur wenige Arten des tropischen Asiens. Keine andere besitzt eine vergleichbare gärtnerische Bedeutung. 1 8

Lebensraum und Verbreitung

Vom östlichen Himalaya und dem indischen Subkontinent mit Nepal und Indien erstreckt sich die natürliche Verbreitung bis ins kontinentale Südostasien. Dazu gehören Myanmar, Thailand, Kambodscha, Laos und Vietnam; weitere Populationen reichen bis Sumatra und Java. Die Pflanze besiedelt trockene Laubwälder und steinige Hänge vom Meeresspiegel bis in 1.500 m Höhe. 4 1

Wegen ihrer Blüten und ihres Farbstoffs wurde die Art in vielen tropischen Gebieten eingeführt. Sie hat sich im insularen Südostasien, in der Karibik und in mehreren französischen Überseegebieten wie Réunion etabliert. Außerhalb der ursprünglichen Heimat wird sie vor allem als Zierpflanze und für religiöse Zwecke genutzt. Ein invasiver Status ist nicht dokumentiert. 4 5

Lebenszyklus und Vermehrung

Vom Spätsommer bis in den Herbst reicht je nach Klima die Blütezeit; in Südasien liegt ihr Höhepunkt häufig in der Regenzeit. In Westbengalen ist die Pflanze Staatsblume. Ihr massenhaftes Aufblühen kündigt dort traditionell das Fest Durga Puja an. 4 6

Über halb verholzte Triebstecklinge gelingt die Bewurzelung innerhalb weniger Wochen. Dieser Weg ist deutlich schneller und zuverlässiger als die Aussaat, bei der die Keimung unregelmäßig bleibt. Auch nach starkem Rückschnitt treibt der Strauch leicht wieder aus. Diese Eigenschaft erleichtert die Pflege einer frei wachsenden Hecke. 4

Der intensive nächtliche Duft legt eine Bestäubung durch dämmerungs- und nachtaktive Insekten nahe. Dasselbe Merkmal findet sich bei anderen weißen, stark duftenden Blüten wie Jasmin. Samen, von denen jedes Kapselfach nur einen enthält, bieten den langsamsten Vermehrungsweg. Ihre unregelmäßige Keimung erklärt, warum Kultivateure Stecklinge vorziehen. 4

Nutzen und Risiken

In der orangefarbenen Kronröhre liegt Nyctanthin vor, ein Pigment, das dem Crocetin des Safrans nahesteht. Es färbt Seide und Baumwolle safrangelb. In Südostasien wurde derselbe Farbstoff lange auch zum Färben buddhistischer Mönchsgewänder verwendet. 4

Die bitteren Blätter werden in der traditionellen Heilkunde gegen Fieber, Rheuma und Darmwürmer eingesetzt. Neuere Arbeiten verbinden sie mit antimalarischen und entzündungshemmenden Eigenschaften. Eine Studie zur akuten Giftigkeit bei Mäusen nennt für die intraperitoneale Verabreichung eine mittlere tödliche Dosis von 977 mg/kg. Das entspricht einer insgesamt geringen Giftigkeit, doch spezifische veröffentlichte Daten zu Katzen, Hunden oder Menschen fehlen. 7 4

Aus den Samen wird ein blassgelbes Öl mit hohem Anteil an Sterolverbindungen gewonnen. Die Rinde enthält Glykoside, die außerhalb regionaler Laboratorien bislang wenig untersucht sind. Keine westliche Gesundheitsbehörde hat eine therapeutische Dosis von Nyctanthes arbor-tristis für Menschen bestätigt. Eine Anwendung ohne ärztliche Begleitung erfordert daher besondere Vorsicht. 4

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Als Ziersorten nennt die indische gartenbauliche Literatur 'Karna-phool' und 'Seeya Shrinagar'. Ein internationaler botanischer Standard ist für diese beiden Namen bislang nicht verifiziert. Ihre Erwähnung beschreibt somit die gärtnerische Überlieferung, ohne eine international gesicherte Sortenabgrenzung vorauszusetzen. 4

Verwechslungen betreffen am häufigsten die ebenfalls duftenden und teilweise nachts blühenden Jasmine der Gattung Jasminum. Ihnen fehlen jedoch die orangerote Kronröhre und die rauen, gegenständigen Blätter, die Nyctanthes arbor-tristis kennzeichnen. Der hochgiftige Oleander (Nerium oleander) teilt mit dieser Art lediglich die Nutzung als tropische Zierpflanze; eine nähere botanische Verwandtschaft besteht nicht.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Nyctanthes arbor-tristis ein Jasmin?

Nein. Nyctanthes arbor-tristis gehört zwar wie die Jasmine der Gattung Jasminum zur Familie Oleaceae, bildet aber eine eigene Gattung. Die orangerote Kronröhre und die rauen, gegenständigen Blätter unterscheiden die Art von echtem Jasmin.

Warum fallen die Blüten jeden Morgen ab?

Die Blüten von Nyctanthes arbor-tristis öffnen sich in der Abenddämmerung und welken natürlicherweise bei Tagesanbruch. Eine einzelne Blüte lebt also nur eine Nacht. Dieses schon zu Linnés Zeit bekannte Verhalten erklärt das Artepitheton arbor-tristis.

Ist die Pflanze für Katzen und Hunde giftig?

Eine formelle Bewertung der Giftigkeit für Haustiere liegt nicht vor. In einer Studie zur akuten Toxizität bei Mäusen betrug die mittlere tödliche Dosis bei intraperitonealer Verabreichung 977 mg/kg. Dies entspricht einer insgesamt geringen Giftigkeit; spezifische Daten für Katzen oder Hunde fehlen.

Wofür wird der Blütenfarbstoff verwendet?

Die orangefarbene Kronröhre enthält Nyctanthin, ein dem Crocetin des Safrans verwandtes Pigment. Es dient zum safrangelben Färben von Seide und Baumwolle sowie bestimmter buddhistischer Mönchsgewänder.

Woher stammt der Name Parijat?

Parijat ist der Sanskritname der Pflanze. Er ist mit einer hinduistischen Legende verbunden, in der Krishna den himmlischen Baum aus Indras Garten entwendet. Der Name bleibt in Indien gebräuchlich, besonders für die Staatsblume Westbengalens.

Welcher Standort und welche Wassergaben eignen sich?

Der Strauch bevorzugt volle Sonne bis lichten Halbschatten und mäßiges Gießen. Lassen Sie das Substrat zwischen zwei Wassergaben abtrocknen, um Wurzelfäule zu vermeiden, die wichtigste Schwachstelle in Kultur.

Lässt sich Nyctanthes arbor-tristis mit einer anderen Art der Gattung verwechseln?

Die Gattung Nyctanthes umfasst mehrere verwandte Arten in Süd- und Südostasien. Nyctanthes arbor-tristis ist jedoch mit Abstand die am häufigsten kultivierte und die einzige gartenbaulich breit beschriebene Art. Der vollständige wissenschaftliche Name bleibt das zuverlässigste Merkmal der Zuordnung.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.