Limabohne (Phaseolus lunatus, L. 1753)

Limabohne (Phaseolus lunatus) ist eine krautige Kletterpflanze aus der Familie der Fabaceae mit Ursprung im tropischen Amerika zwischen Mexiko und Peru. In warmem Klima wächst sie mehrjährig, in gemäßigten Gebieten wird sie einjährig angebaut. Ihre flachen Hülsen enthalten große nierenförmige, weiße, grüne oder rot marmorierte Samen, die ähnlich wie Gartenbohnen als Gemüse dienen. Rohe Samen, besonders farbige Formen, enthalten ein cyanogenes Glykosid und müssen vor dem Verzehr vollständig gegart werden.

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Wissenschaftlicher NamePhaseolus lunatus
GattungPhaseolus
OrdnungFabales

Limabohne, Mondbohne, Butterbohne, Lima bean und Butter bean

Identität
Toxizität
Rohe Samen giftig, besonders farbige Sorten; vollständig garen
Pflegeaufwand
Niedrig
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
MexikoGuatemalaPeruKolumbienVenezuela
Lebensraum
Flussufer und Ränder feuchter Tropenwälder; an Sträuchern und jungen Bäumen kletternd; häufig angebaut
Jahresverlauf
Blütezeit
Sommer
Erntezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
7/10
Reifezeit
Frische Hülsen nach 70–90 Tagen; trockene Samen nach 90–110 Tagen ab Aussaat
Vermehrung
Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gering, die windenden Stängel benötigen eine stabile Stütze
Luftfeuchtigkeit
50–80 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Tiefer Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Außenbereich
Gemüsegarten, Beet in voller Sonne
Pflanzgefäße
Pflanzgefäß
Erscheinungsbild
Höhe100–500 cmBreite60–150 cm
Blätter
Grün
Limabohne (Phaseolus lunatus): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Limabohne (Phaseolus lunatus): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Limabohne (Phaseolus lunatus): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Limabohne (Phaseolus lunatus): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Limabohne (Phaseolus lunatus): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißCremeRosa
Limabohne (Phaseolus lunatus): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Limabohne (Phaseolus lunatus): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Limabohne (Phaseolus lunatus): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Limabohne (Phaseolus lunatus): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Limabohne (Phaseolus lunatus): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Grün
Limabohne (Phaseolus lunatus): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Limabohne (Phaseolus lunatus): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Limabohne (Phaseolus lunatus): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Limabohne (Phaseolus lunatus): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Limabohne (Phaseolus lunatus): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Limabohne (Phaseolus lunatus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Limabohne (Phaseolus lunatus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Limabohne (Phaseolus lunatus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Limabohne (Phaseolus lunatus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Limabohne (Phaseolus lunatus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün

Weltweite Verbreitung

Phaseolus lunatus stammt aus dem tropischen Amerika zwischen Mexiko und Peru. Unabhängige Domestikationen erfolgten in den Anden um 2000 v. Chr. und in Mesoamerika um 800 n. Chr. Heute wird die Pflanze in den Tropen und in warmgemäßigtem Klima häufig angebaut; außerhalb ihres Herkunftsgebiets geht ihr Vorkommen auf gezielten Anbau zurück.

  • Heimisch5
  • Mexiko
  • Guatemala
  • Peru
  • Kolumbien
  • Venezuela

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Die Limabohne (Phaseolus lunatus L., 1753) gehört als Hülsenfrucht zur Familie der Fabaceae und zur Gattung Phaseolus. Anders als die Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) wächst sie in warmem Klima als mehrjährige Kletterpflanze. Verdickte Wurzeln ermöglichen ihr, von einer Saison zur nächsten erneut auszutreiben. In gemäßigtem Klima wird dieselbe Art dagegen als einjährige Kultur geführt. 1 2

Der Artname lunatus bedeutet halbmondförmig und bezieht sich auf den flachen, gekrümmten Samen, der sich deutlich von den ovalen Samen der Gartenbohne unterscheidet. Französische Namen wie „haricot de Madagascar“ und „tsidimy“ sowie „pois du Cap“ auf Réunion und Mauritius erinnern an die früheren Handelswege im Indischen Ozean. Sie bezeichnen dieselbe Pflanzenart. 4 3

Erkennung

Windende, kahle oder behaarte Stängel fallen bei Phaseolus lunatus besonders auf. Gut eingewachsene Kletterformen erreichen damit 4 bis 5 m Länge. Das Wurzelsystem reicht fast 2 m tief in den Boden und erklärt, weshalb etablierte Pflanzen Trockenheit gut vertragen. Diese Merkmale unterscheiden ihren Wuchs deutlich von niedrigen Buschformen verwandter Bohnen. 5 3

Die dreizähligen Blätter besitzen eiförmige bis lanzettliche Teilblätter von 3 bis 15 cm Länge. Der Blattstiel kann länger als 15 cm werden. Eine Besonderheit innerhalb der Gattung Phaseolus ist die epigäische Keimung: Bei Phaseolus lunatus gelangen die Keimblätter über die Erdoberfläche, während sie bei den meisten anderen Bohnen im Boden bleiben. 2 3

Kleine weißliche bis rosafarbene Schmetterlingsblüten besitzen ein um anderthalb Windungen gedrehtes Schiffchen. Die länglichen, häufig gebogenen Hülsen sind 5 bis 11 cm lang und 1,2 bis 2,5 cm breit. Sie enthalten zwei bis vier flache, nierenförmige Samen, je nach Sorte weiß, grün, schwarz oder rot marmoriert. Bereits ein mehr als 3 m langer Stängel zusammen mit oberirdisch erscheinenden Keimblättern grenzt verwandte Buschbohnen aus, ohne dass Blüten oder Samen abgewartet werden müssen. 3 2

Nützliche Taxonomie

Im Jahr 1753 beschrieb Carl von Linné Phaseolus lunatus, gleichzeitig mit der anderen bedeutenden Kulturbohne Phaseolus vulgaris. Saatgutkataloge und botanische Literatur verwenden noch mehrere veraltete Synonyme: Phaseolus limensis Macfad., Phaseolus lunatus var. macrocarpus (Moench) Benth., Phaseolus inamoenus L., Phaseolus puberulus Kunth und Phaseolus xuaresii Zuccagni. Alle diese Namen bezeichnen dieselbe Art mit ihren nierenförmigen Samen.

Die Bezeichnung limensis verweist auf die peruanische Hauptstadt Lima. Sie veranschaulicht eine häufige Verwechslung zwischen dem Namen „lima bean“ und dem tatsächlichen Areal, das weit über die Region Lima hinausreicht. Für die sichere Zuordnung bleibt der akzeptierte Name Phaseolus lunatus maßgeblich. Die Synonyme helfen vor allem beim Wiederfinden alter Katalogeinträge und Handelsbezeichnungen. 1 4

Lebensraum und Verbreitung

Zwischen Mexiko und Peru liegt das natürliche Verbreitungsgebiet von Phaseolus lunatus. Dazu gehören Populationen in Mittelamerika und in mehreren südamerikanischen Ländern, etwa Kolumbien und Venezuela. An ihren natürlichen Standorten wächst die Art an Rändern feuchter Tropenwälder und an Gewässerufern, wo sie Sträucher und junge Bäume als Kletterstützen nutzt. 1 3

Zwei getrennte Vorgänge der Domestikation prägten diese Kulturpflanze. Um 2000 v. Chr. entstand in den peruanischen Anden eine großsamige Gruppe, deren Samen an archäologischen Stätten der Nazca- und Mochica-Kulturen gefunden wurden. Eine zweite Domestikation in Mesoamerika um 800 n. Chr. brachte eine kleinsamige, häufig als Sieva bezeichnete Gruppe hervor. 6 7

Heute ist die Limabohne in den Tropen und in warmgemäßigten Gebieten weit verbreitet im Anbau. Ihr Auftreten geht überwiegend auf gezielte Kultur zurück. Sie verwildert nur örtlich und zählt nicht zu den bedeutenden invasiven Pflanzenarten. 2

Lebenszyklus und Vermehrung

Unter tropischen Bedingungen kann Phaseolus lunatus mehrere Jahre leben; im gemäßigten Klima wird sie nach den letzten Frösten ausgesät und einjährig kultiviert. Nach zwölfstündigem Einweichen in lauwarmem Wasser laufen die Samen nach etwa zehn Tagen auf. Das Einweichen beschleunigt die Keimung und macht das Auflaufen gleichmäßiger. 3 5

In den Blattachseln entstehen Blütentrauben an langen Stielen, die häufig mehr als 15 cm messen. Jede befruchtete Hülse enthält mehrere Samen. Bei voller Reife ist deren Samenschale trocken und spröde. Dieses Merkmal unterscheidet die Ernte trockener Samen vom früheren Stadium der unreifen, frisch verwendeten Hülsen. 3 2

Im Anbau wird die Limabohne ausschließlich durch Aussaat in erwärmten Boden vermehrt. Bei Temperaturen über 30 °C nimmt der Samenansatz deutlich ab. Geeignet sind daher warme Vegetationsperioden ohne übermäßige Hitze; ausgeprägte Hitzewellen sind für den Ansatz ungünstiger als gleichmäßige Wärme. 3

Nutzen und Risiken

Für die Ernährung werden unreife Hülsen in Wasser gekocht, trockene Samen eingeweicht und anschließend gegart oder gekeimte Sprosse in einzelnen Zubereitungen verwendet. Unter dem Namen garrofó gehört die Bohne zur traditionellen valencianischen Paella. Auf Réunion und Mauritius begleitet der „pois du Cap“ das Cari und dient als Grundzutat für Bonbon piment. 3 2

Die größte Gefahr geht von rohen Samen aus, besonders von farbigen Sorten. Ihr Phaseolunatin ist ein cyanogenes Glykosid, das durch Enzymwirkung Blausäure freisetzt. Längeres Einweichen und anschließendes Garen in reichlich Wasser, wobei das Wasser nach jedem Schritt verworfen wird, zerstören diesen Stoff und machen die Samen verzehrbar. Weiße Samen enthalten deutlich weniger davon als farbige Formen. 8 2

Bunt gemusterte Zierformen werden wegen ihres Laubs oder ihrer Blüten statt zur Ernährung kultiviert. Ihre Samen bleiben selbst nach teilweisem Garen giftig und dürfen niemals gegessen werden. Die Eignung einer Speisesorte lässt sich deshalb nicht allein von einer ähnlich aussehenden Zierform ableiten. 2

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Zwei große Sortengruppen gehen auf die beiden Domestikationen zurück: großsamige andine Formen, die Limabohnen im engeren Sinn, und kleinsamige mesoamerikanische Formen, als Sieva oder „butter bean“ bezeichnet. Moderne Sorten kombinieren buschigen oder kletternden Wuchs mit unterschiedlichen Samenfarben und Reifezeiten entsprechend dem vorgesehenen Verwendungszweck. 6 5

Andere Hülsenfrüchte des Gemüsebeets können ähnlich aussehen:

  • Phaseolus vulgaris, die Gartenbohne mit kleineren, weniger flachen Samen;
  • Phaseolus coccineus, die Feuerbohne mit großen roten Blüten;
  • Vicia faba, die Saubohne aus einer anderen Verwandtschaftslinie mit ähnlich geformten Hülsen.

Zur Abgrenzung von verwandten Kulturbohnen sind der flache, nierenförmige Samen und die gebogene, 5 bis 11 cm lange Hülse aussagekräftiger als die Samenfarbe allein. Diese kann je nach Sorte zwischen Weiß und Schwarz wechseln, ohne dass sich dadurch die Artzugehörigkeit ändert. 2 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Limabohne giftig?

Rohe Samen, besonders farbige Sorten, enthalten Phaseolunatin, ein cyanogenes Glykosid, das Blausäure freisetzt. Einweichen und vollständiges Garen mit Weggießen des Wassers nach jedem Schritt zerstören diesen Giftstoff. Weiße Samen enthalten deutlich weniger davon als farbige Formen.

Wie unterscheidet sie sich von der Gartenbohne?

Die Limabohne (Phaseolus lunatus) besitzt größere, flache, gekrümmte Samen; die Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) hat kleinere, stärker gewölbte Samen. Beide werden ähnlich angebaut, kreuzen sich aber nicht auf natürliche Weise.

Warum sind manche Limabohnen gefährlicher als andere?

Farbige Samen enthalten mehr cyanogenes Glykosid als weiße und bergen deshalb ein höheres Risiko. Bunt gefärbte Zierformen, die wegen ihrer Blüten statt als Lebensmittel angebaut werden, bleiben selbst nach teilweisem Garen giftig.

Woher stammt die Limabohne?

Ihr natürliches Areal reicht von Mexiko bis Peru. Die Art wurde unabhängig in den Anden um 2000 v. Chr. und in Mesoamerika um 800 n. Chr. domestiziert. Diese Ursprünge erklären die unterschiedlichen Samengrößen heutiger Sorten.

Lässt sich die Limabohne in gemäßigtem Klima anbauen?

Ja, als einjährige Kultur mit Aussaat nach den letzten Frösten. Für vollständig reife Samen benötigt sie jedoch eine längere warme Saison als die Gartenbohne.

Ist die Limabohne mehrjährig?

Im tropischen Herkunftsgebiet kann sie dank verdickter Wurzeln mehrere Jahre überdauern und nach jeder Saison neu austreiben. In gemäßigtem Klima mit Frost wird sie einjährig angebaut.

Woran erkennt man die Limabohne im Garten?

Windende Kletterstängel, längliche leicht gebogene Hülsen und vor allem flache, nierenförmige Samen sind die zuverlässigsten Merkmale. Die Samenfarbe allein hilft weniger, weil sie zwischen den Sorten stark schwankt.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.