Gartenbohne (Phaseolus vulgaris, )
Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) ist eine einjährige Gemüsepflanze aus der Familie der Fabaceae und stammt aus dem tropischen Amerika. Busch- und kletternde Stangenformen werden wegen ihrer grünen Hülsen oder trockenen Samen angebaut. Als stickstoffbindende Hülsenfrucht gehört sie zu den Grundkulturen im Gemüsebeet. Ihre rohen Samen sind giftig und müssen vollständig durchgegart werden.
WeiterlesenGartenbohne, Buschbohne, Stangenbohne, Grüne Bohne, Fisole und Common bean






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Weltweite Verbreitung
Phaseolus vulgaris geht auf Wildformen des tropischen Amerikas zurück, die von Mexiko bis Nordargentinien verbreitet sind. Unabhängige Domestikationen erfolgten in Mesoamerika und den Anden. Nach der Ankunft der Europäer in Amerika verbreitete sich die Gartenbohne weltweit; außerhalb ihres Herkunftsgebiets ist sie eine Kulturpflanze.
- Heimisch4
- Mexiko
- Guatemala
- Peru
- Argentinien
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Die Gartenbohne (Phaseolus vulgaris L., 1753) gehört als Gemüsepflanze zur Familie der Fabaceae und zur Gattung Phaseolus. Sie zählt zu den weltweit am häufigsten für die menschliche Ernährung angebauten Hülsenfrüchten. Geerntet werden entweder die ganze junge grüne Hülse oder die eiweißreichen trockenen Samen. Die Pflanze lebt einjährig und bindet über ihre Wurzeln Stickstoff aus der Luft. 1 4
Im Gemüsebeet stehen zwei Wuchsformen zur Wahl: niedrige, buschige Buschbohnen und windende, kletternde Stangenbohnen, die an Stützen gezogen werden. Bezeichnungen wie Filetbohne, grüne Bohne oder Trockenbohne beschreiben häufig den Verwendungszweck und das Erntestadium derselben Gemüseart. Sie stehen somit eher für unterschiedliche Ernteweisen als für botanisch getrennte Pflanzen. 2 3
Erkennung
Dreizählige Blätter kennzeichnen Phaseolus vulgaris: Jedes Blatt besteht aus drei breiten, zugespitzten, sattgrünen Teilblättern; die Blätter stehen wechselständig am Stängel. Bei Buschsorten wächst dieser aufrecht und verzweigt. Stangenformen bilden dagegen windende Klettertriebe, die sich an einer Stütze zwei bis drei Meter hochschrauben können. 3 5
Die typischen Schmetterlingsblüten der Fabaceae sind je nach Sorte weiß, rosa oder violett. Aus ihnen entstehen längliche, gerade oder leicht gebogene Hülsen, die grün, gelb oder rot marmoriert sein können und mehrere Samen enthalten. Die nierenförmigen Samen zeigen eine außergewöhnlich breite Farbpalette, von reinem Weiß über Rot bis Schwarz sowie verschiedenfarbige Muster. 4 6
Ein weniger auffälliges Merkmal zeigt sich an den Wurzeln einer herausgezogenen Pflanze: kleine Wurzelknöllchen. In diesen Verdickungen leben die stickstoffbindenden Bakterien, die für Hülsenfrüchtler charakteristisch sind. 5 4
Blütenfarbe, Hülsenform und besonders die Samenfarbe unterscheiden sich erheblich zwischen den Sorten. Diese Vielfalt gehört zur Variation innerhalb der Art. Das dreizählige Blatt, die Schmetterlingsblüte und die Hülse bleiben dabei als grundlegende Merkmale der Gartenbohne erhalten. 6 3
Nützliche Taxonomie
Linné beschrieb die Gartenbohne 1753 als Phaseolus vulgaris L. Zur Gattung Phaseolus gehören mehrere angebaute Arten. Für die Gartenbohne finden sich weiterhin ältere Namen und Bezeichnungen einzelner Formen, darunter folgende:
- Phaseolus vulgaris var. vulgaris, die Nominatvarietät
- Phaseolus vulgaris var. nanus (L.) Asch., ein älterer Varietätsname
- Phaseolus nanus L., ein älteres Synonym
- Phaseolus communis Pritz., ein weiterer historischer Name
- Phaseolus esculentus Salisb., ebenfalls ein älteres Synonym
Besonders aufschlussreich ist die Varietät nanus: Mit diesem Namen wurden lange Buschbohnen von Stangenformen unterschieden, bevor beide der einen Art Phaseolus vulgaris zugeordnet wurden. Der akzeptierte wissenschaftliche Name bietet daher die verlässlichste Zuordnung. Namen von Gemüsesorten bezeichnen gärtnerische Auslesen und keine eigenständigen botanischen Arten. 1 5
Lebensraum und Verbreitung
Wildformen aus dem tropischen Amerika stehen am Ursprung von Phaseolus vulgaris. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Mexiko bis in den Norden Argentiniens. In diesem Raum wurde die Gartenbohne domestiziert; verwandte Wildpopulationen wachsen dort weiterhin unter tropischen Bedingungen mit ausgeprägter Trockenzeit. 1 4
Bemerkenswert sind die zwei unabhängigen Domestikationen der Gartenbohne. Ein Zentrum lag in Mesoamerika um Mexiko, das andere in den Anden. Diese beiden Ursprünge erklären einen großen Teil der genetischen und morphologischen Vielfalt heutiger Sorten, von kleinen mesoamerikanischen bis zu großen andinen Samen. 4 3
Nach der Ankunft der Europäer in Amerika gelangte der Bohnenanbau zunächst in den gesamten Mittelmeerraum und anschließend in gemäßigte und warme Gebiete weltweit. Außerhalb ihres Ursprungsgebiets wird die Pflanze gezielt ausgesät. Sie verwildert praktisch nicht und gehört dort nicht zur spontan auftretenden Flora. 6 7 5
Lebenszyklus und Vermehrung
Von der Aussaat bis zur Samenbildung durchläuft die Gartenbohne ihren einjährigen Zyklus innerhalb einer warmen Vegetationsperiode. Ein bis zwei Wochen nach der Aussaat laufen die Keimlinge auf. Rasches Wachstum geht der Blüte voraus. Die Blüten bestäuben sich überwiegend selbst, meist schon bevor sie sich öffnen. 5 4
Nach der Befruchtung setzt jede Blüte eine Hülse mit mehreren Samen an. Als junge, zarte grüne Bohne lässt sie sich etwa 50 bis 70 Tage nach der Aussaat ernten. Für Trockensamen bleibt sie bis zur Reife und zum Trocknen an der Pflanze, gewöhnlich 80 bis 100 Tage. Das Erntestadium prägt die Verwendung in der Küche stärker als die Sorte allein. 2 3
Die Vermehrung erfolgt ausschließlich durch Aussaat direkt am Standort nach den letzten Frösten, sobald der Boden über 12 °C warm ist. Kalte oder vernässte Erde lässt die großen Samen vor dem Auflaufen faulen und erklärt den späten Saattermin im Frühjahr. Buschbohnen werden in Reihen oder Horsten gesät, Stangenbohnen am Fuß einer stabilen Rankhilfe. 2 6
Nutzen und Risiken
Als Lebensmittel liefern Gartenbohnen sowohl ganze unreife Hülsen als auch frische oder trockene Samen. Letztere sind reich an Eiweiß und Ballaststoffen und bilden die Grundlage vieler Gerichte weltweit. Im Garten hat die Art einen agronomischen Nutzen: Durch die Bakterien in ihren Wurzelknöllchen reichert sie den Boden mit Stickstoff an und eignet sich als Vorkultur in der Fruchtfolge. 4 5
Das wichtigste Risiko liegt bei den rohen Samen. Sie enthalten Phytohämagglutinin, ein Lektin, das bei rohem oder ungenügend gegartem Verzehr Übelkeit, Erbrechen und Durchfall hervorruft. Vollständiges Garen zerstört diesen Stoff. Trockenbohnen werden deshalb eingeweicht und danach sprudelnd gekocht. Durchgegarte Hülsen und Samen sind unbedenklich. 4 6
Für Katzen und Hunde führt die ASPCA die Gartenbohne unter den ungiftigen Pflanzen. Vorsichtshalber sollten Tiere dennoch keine rohen Samen erhalten, denn diese enthalten dasselbe Lektin wie für den Menschen. Für Tiere kommen nur gegarte, ungewürzte Reste infrage. 8 5
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Zahlreiche Gemüsesorten gehören zu derselben Art und stellen keine getrennten Arten dar. Contender und Phénomène sind Buschbohnen für grüne Hülsen. Coco de Paimpol wird als halbreife Auskernbohne geerntet; Tarbais und Borlotto dienen als Auskern- oder Trockenbohnen. Vor der Aussaat sollten Wuchsform, Nutzung als grüne oder trockene Bohne sowie Reifezeit geprüft werden.
Ähnliche Hülsenfrüchte im Gemüsebeet können Verwechslungen verursachen:
- Phaseolus coccineus, die Feuerbohne mit großen roten Blüten und langen Hülsen;
- Phaseolus lunatus, die Limabohne mit flachen, abgeplatteten Samen;
- Vicia faba, die Saubohne aus einer anderen Verwandtschaftslinie, ebenfalls wegen ihrer großen Samen angebaut.
Das dreizählige Blatt, die Schmetterlingsblüte und die mehrsamige Hülse bleiben die zuverlässigsten Merkmale, um eine Gartenbohne Phaseolus vulgaris zu bestätigen. Farbe und einzelne Sorteneigenschaften ergänzen diese Merkmale, ersetzen sie aber nicht. 3 1
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Phaseolus vulgaris L.
- Royal Horticultural Society, French beans - grow your own
- Missouri Botanical Garden, Phaseolus vulgaris
- Encyclopaedia Britannica, common bean
- Plants For A Future, Phaseolus vulgaris
- North Carolina State Extension, Phaseolus vulgaris
- USDA PLANTS Database, Phaseolus vulgaris L.
- ASPCA, toxic and non-toxic plants list
Häufig gestellte Fragen
Ist die Gartenbohne giftig?
Rohe Samen enthalten das Lektin Phytohämagglutinin, das Übelkeit, Erbrechen und Durchfall verursacht. Vollständiges Garen zerstört es; gut gegarte Hülsen und Samen sind unbedenklich. Die ASPCA führt die Gartenbohne als ungiftig für Tiere, dennoch sollten diese keine rohen Samen erhalten.
Warum müssen Trockenbohnen gut gekocht werden?
Rohe oder unzureichend gegarte Samen enthalten konzentriertes Phytohämagglutinin und können Verdauungsbeschwerden auslösen. Einweichen und anschließendes sprudelndes Kochen zerstören das Lektin und machen die Samen essbar.
Wie unterscheiden sich Buschbohnen und Stangenbohnen?
Buschbohnen bilden niedrige Büsche, brauchen keine Stütze und liefern früh eine rasche Ernte. Stangenbohnen wachsen windend an einer Stütze, beginnen später zu tragen und liefern über einen längeren Zeitraum Hülsen.
Wann werden Gartenbohnen ausgesät?
Die Direktsaat erfolgt nach den letzten Frösten bei einer Bodentemperatur über 12 °C, im gemäßigten Klima meist von Mai bis Juli. In zu kalter Erde faulen die Samen vor dem Auflaufen.
Braucht die Gartenbohne Stickstoffdünger?
Nein. Bakterien in den Wurzelknöllchen binden Luftstickstoff. Ein Stickstoffüberschuss fördert Blätter zulasten der Hülsen; lockerer Boden und etwas Kompost reichen aus.
Welche Pflanzen ähneln der Gartenbohne?
Verwechslungen betreffen vor allem andere Phaseolus-Arten, etwa die Feuerbohne mit roten Blüten oder die Limabohne mit großen flachen Samen. Dreizählige Blätter und Hülsen bleiben wichtige Erkennungsmerkmale.
Woher stammt die Gartenbohne?
Sie geht auf Wildformen des tropischen Amerikas zurück und wurde unabhängig in Mesoamerika und den Anden domestiziert. Nach der Ankunft der Europäer in Amerika verbreitete sich ihr Anbau weltweit.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.




