Langer Pfeffer (Piper longum, L. 1753)

Langer Pfeffer (Piper longum) ist eine Kletterpflanze oder ein Halbstrauch der Piperaceae aus dem östlichen Himalaja, Südchina und Indochina. Seine getrockneten Fruchtstände schmecken schärfer als Schwarzer Pfeffer. Sie werden ebenso wie die fleischige Wurzel seit der Antike als Gewürz und in der ayurvedischen Heilkunde verwendet.

Weiterlesen
Wissenschaftlicher NamePiper longum
GattungPiper
OrdnungPiperales

Langer Pfeffer, Stangenpfeffer, Pippali, Long pepper und Indian long pepper

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen, darunter Kinder · Unbekannt : Katzen, Hunde, Pferde und Tiere
Pflegeaufwand
Mäßig
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
NepalChinaVietnam
Lebensraum
Feuchter tropischer Wald in Ebenen und unteren Berglagen; an Stämmen kletternd oder als ausgebreiteter Halbstrauch
Jahresverlauf
Blütezeit
Sommer
Erntezeit
HerbstWinter
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
6/10
Reifezeit
Erste Fruchtstände nach 2–3 Jahren, danach jährliche Ernte
Vermehrung
Stecklingsvermehrung von Stängeln mit Knoten, Teilung
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gering, vor kalter Zugluft schützen
Luftfeuchtigkeit
60–85 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Reiche und lockere Erde, Entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

An einen Platz mit indirektem Licht oder in einen schattigen Raum stellen.

Halbschatten mit gefiltertem Licht
Innenbereich
Veranda, Helles Zimmer
Abstand zum Fenster
Etwa 50 cm vor einem hellen Fenster, ohne direkte Sonne
Außenbereich
Warmhaus, Feuchte Veranda
Pflanzgefäße
Topf mit Pflanzstab, Abflusstopf
Erscheinungsbild
Höhe50–500 cmBreite50–200 cm
Blätter
Grün
Langer Pfeffer (Piper longum): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Langer Pfeffer (Piper longum): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Langer Pfeffer (Piper longum): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Langer Pfeffer (Piper longum): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Langer Pfeffer (Piper longum): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
GrünGelbGröße2–3.5 cm
Langer Pfeffer (Piper longum): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Langer Pfeffer (Piper longum): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Langer Pfeffer (Piper longum): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Langer Pfeffer (Piper longum): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Früchte
GrünSchwarzGröße2–3.5 cm
Langer Pfeffer (Piper longum): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Langer Pfeffer (Piper longum): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Langer Pfeffer (Piper longum): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Langer Pfeffer (Piper longum): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Langer Pfeffer (Piper longum): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Langer Pfeffer (Piper longum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Langer Pfeffer (Piper longum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Langer Pfeffer (Piper longum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Langer Pfeffer (Piper longum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Langer Pfeffer (Piper longum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
GrünBraun

Weltweite Verbreitung

Laut POWO erstreckt sich das natürliche Areal von Piper longum vom östlichen Himalaja bis Südchina, insbesondere dem südlichen Yunnan, und Indochina. Später wurde die Pflanze auf der indischen Dekkan-Halbinsel in großem Umfang domestiziert und angebaut. Diese Region bleibt das wichtigste Zentrum der kommerziellen Produktion.

  • Heimisch3
  • Nepal
  • China (Yunnan)
  • Vietnam

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Langer Pfeffer (Piper longum L., 1753), auch Pippali oder Stangenpfeffer, wächst als Kletterpflanze oder Halbstrauch der Gattung Piper in der Familie der Piperaceae. Sein Sanskritname pippali steht am Anfang der Wortgeschichte von „Pfeffer“. Über das Altgriechische gelangte er ins lateinische piper. In den meisten europäischen Sprachen bezeichnet das daraus entstandene Wort heute vor allem die verwandte Art Piper nigrum. 1 3

Zwei Pflanzenteile werden getrennt gehandelt: der getrocknete Fruchtstand als Pippali und die fleischige Hauptwurzel als Piplamul. Beide werden seit der Antike als Gewürz und Heilmittel verwendet, erhalten im Handel aber jeweils eigene Qualitätsklassen. Die Bezeichnungen beziehen sich somit auf unterschiedliche Ernteprodukte derselben Pflanzenart. 7

Je nach Sprache trägt Langer Pfeffer zahlreiche verschiedene Namen. Trotz unterschiedlicher Schreibweisen bezeichnen diese dasselbe botanische Taxon Piper longum. Der wissenschaftliche Artname verbindet die regionalen Benennungen und erleichtert es, die Pflanze über Sprachgrenzen hinweg eindeutig zuzuordnen. 8

Erkennung

Kriechende, knotige Triebe mit verdickten Knoten entspringen kräftigen, ausdauernden und verholzenden Wurzeln. Je nach Erziehung und verfügbarer Stütze klettert die Pflanze bis 5 m hoch oder breitet sich als 50 cm bis 2 m hoher Halbstrauch aus. Diese Wandelbarkeit des Wuchses unterscheidet sie von Piper nigrum und Piper betle, die im Anbau dauerhaft an Stützen gezogen werden. 1 4

Die wechselständigen Blätter besitzen keine Nebenblätter, sind länglich herzförmig und werden bis 15 cm lang. Winzige Blüten ohne sichtbare Kronblätter stehen in aufrechten Ähren von 2 bis 3,5 cm Länge. Sie sind eingeschlechtlich; männliche und weibliche Blüten befinden sich auf getrennten Pflanzen. 4 5

Ein dichter Fruchtstand erinnert eher an ein Haselkätzchen als an einzelne Pfefferkörner. Seine winzigen Beeren, jede etwa so groß wie ein Mohnsamen, sind an der Oberfläche des Kolbens miteinander verwachsen. Unreif sind sie grün, beim Trocknen werden sie schwarz. Anders als beim Schwarzen Pfeffer erhält man daher keine einzelnen runden Körner, sondern einen zusammenhängenden Fruchtstand. 3 6

Nützliche Taxonomie

Innerhalb der Piperaceae und der Ordnung Piperales gilt Piper longum L. bei POWO als akzeptierter Name. Mehrere historische Synonyme bezeichnen dieselbe Art: 1

  • Chavica longa (L.) H.Karst. (historisches Synonym)
  • Chavica roxburghii Miq. (historisches Synonym)
  • Piper roxburghii (Miq.) J.Presl (historisches Synonym)

Der 1826 veröffentlichte Name Piper longum Blume gilt dagegen als falsch angewendet und bezeichnet tatsächlich eine andere Art der Gattung. Bei älteren botanischen Angaben ist deshalb die Autorenangabe wichtig. Einen beständigen Bezugspunkt bietet der vollständige akzeptierte Name Piper longum L., 1753. 1 2

Lebensraum und Verbreitung

Vom östlichen Himalaja bis Südchina, insbesondere dem südlichen Yunnan, und nach Indochina reicht das von POWO angegebene natürliche Areal. Dort besiedelt Langer Pfeffer den Unterwuchs feuchter tropischer Wälder der Ebenen und unteren Berglagen. Das natürliche Vorkommen ist von den später entstandenen Anbaugebieten zu unterscheiden. 1 5

Der indische Dekkan entwickelte sich früh zu einem historischen Zentrum der Domestikation und ist bis heute das wichtigste Gebiet der kommerziellen Erzeugung. Daneben bestehen Kulturen in Nepal, Sri Lanka, Malaysia und weiteren Teilen Südostasiens. Die lange Nutzung als Gewürz und Heilpflanze prägt daher auch die heutige geografische Verbreitung. 3 4

Am natürlichen Standort verankert sich die Pflanze an Baumstämmen oder wächst, abhängig vom Lichtangebot, auf Lichtungen. Auf Anbauflächen in Indien und Nepal gedeiht sie unter teilweiser Beschattung in nährstoffreichen, kalkhaltigen Böden. Sowohl die Stützmöglichkeit als auch das Lichtangebot beeinflussen dort ihre Wuchsform. 7

Lebenszyklus und Vermehrung

Männliche und weibliche Exemplare tragen beim Langen Pfeffer jeweils eingeschlechtliche Blüten. Damit sich Fruchtstände bilden können, ist eine natürliche Bestäubung zwischen diesen getrennten Pflanzen erforderlich. Das bloße Vorhandensein einer blühenden Einzelpflanze bedeutet daher noch keine gesicherte Fruchtbildung. 4

Von der sommerlichen Blüte bis zur Ernte im Herbst oder Winter vergehen nach der Bestäubung mehrere Monate. Die Fruchtstände werden noch grün geerntet und anschließend in der Sonne getrocknet, wobei sie schwarz und hart werden. Das ähnelt dem Trocknen von Schwarzem Pfeffer; hier wird jedoch die ganze Ähre verarbeitet, während dort einzelne Körner getrocknet werden. 6 3

Für die Kultur dienen Stängelstecklinge mit Knoten oder die Teilung von Wurzelstücken. Beide Verfahren führen auf warmem, feuchtem Substrat innerhalb von 3 bis 4 Wochen zur Bewurzelung. Eine aus einem Steckling gezogene Pflanze bildet ihre ersten Fruchtstände nach 2 bis 3 Jahren. 7

Nutzen und Risiken

Als Heilpflanze und Küchengewürz hat Langer Pfeffer seine größte Bedeutung. In der ayurvedischen Heilkunde gehört er zu Trikatu, einer traditionellen Mischung aus Langem Pfeffer, Schwarzem Pfeffer und Ingwer. Auch alte Texte wie die Caraka Samhita nennen die Pflanze. Der getrocknete Fruchtstand enthält Piperin und Piperlongumin, zwei für die Schärfe verantwortliche und pharmakologisch untersuchte Alkaloide. 7

Im antiken Rom war Langer Pfeffer bereits vor Schwarzem Pfeffer bekannt und wurde dort zu einem bis zu dreimal höheren Preis gehandelt. Da Schwarzer Pfeffer leichter in großem Umfang angebaut werden konnte, verdrängte er den Langen Pfeffer in Europa seit dem Mittelalter allmählich. Im heutigen Gewürzhandel ist die ältere Handelsware deshalb vergleichsweise selten. 6 3

Die zugrunde liegenden Quellen stufen die Art nicht als giftig für Haustiere ein. Für den Fruchtstand wurde im Tierversuch jedoch eine empfängnisverhütende Wirkung beschrieben, weshalb während Schwangerschaft und Stillzeit besondere Vorsicht geboten ist. Außerdem kann Piperin über seinen Einfluss auf Leberenzyme die Wirkung bestimmter Arzneimittel verändern. Eine traditionelle medizinische Verwendung bedeutet somit keine uneingeschränkte Sicherheit. 7

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Im Gewürzhandel werden zwei Arten häufig unter derselben Bezeichnung angeboten: Piper longum aus Indien und dem östlichen Himalaja sowie Java-Pfeffer (Piper retrofractum) von Java in Indonesien. Beide heißen im Handel Langer Pfeffer, bleiben botanisch aber eigenständige Arten. Der Handelsname allein reicht deshalb für eine sichere Artzuordnung nicht aus. 6

Schwarzer Pfeffer (Piper nigrum) unterscheidet sich durch seine einzelnen runden Früchte deutlich vom dichten Fruchtstand des Langen Pfeffers. Beide besitzen jedoch Piperin als schärfegebenden Inhaltsstoff. Sichuanpfeffer (Zanthoxylum, Rutaceae) und Rosa Pfeffer (Schinus, Anacardiaceae) tragen ebenfalls „Pfeffer“ im Namen, gehören aber weder zur Gattung Piper noch besitzen sie dieselbe chemische Zusammensetzung. 1

Die beiden Ernteprodukte Pippali und Piplamul werden jeweils nach Dicke und regionaler Herkunft in Handelsklassen eingeteilt. Solche Qualitätsstufen des Fruchtstands beziehungsweise der Wurzel entsprechen keiner registrierten botanischen Varietät. Sie beschreiben das gehandelte Pflanzenmaterial und dessen Beschaffenheit, kein eigenständiges botanisches Taxon.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Langer Pfeffer schärfer als Schwarzer Pfeffer?

Ja. Langer Pfeffer schmeckt schärfer und süßlicher als Schwarzer Pfeffer und besitzt eine ausgeprägte erdige Note. Wegen dieses Geschmacksprofils wird er in der Küche in kleineren Mengen eingesetzt.

Sind Langer Pfeffer und Java-Pfeffer dieselbe Pflanze?

Nein. Der Handel fasst Piper longum aus Indien und dem östlichen Himalaja sowie Piper retrofractum von Java in Indonesien oft unter der Bezeichnung Langer Pfeffer zusammen. Botanisch sind es zwei getrennte Arten der Gattung Piper.

Welche Pflanzenteile werden verwendet?

Der getrocknete Fruchtstand heißt Pippali und ist die am häufigsten als Gewürz und Heilmittel gehandelte Form. Die Hauptwurzel, Piplamul genannt, wird in der ayurvedischen Medizin getrennt geerntet und nach ihrer Dicke in Handelsklassen eingeteilt.

Wird von Langem Pfeffer in der Schwangerschaft abgeraten?

Für die Früchte von Piper longum wurde im Tierversuch eine empfängnisverhütende Wirkung beschrieben. Da ausreichende Sicherheitsdaten für Menschen fehlen, ist während Schwangerschaft und Stillzeit besondere Vorsicht geboten.

Warum verdrängte Schwarzer Pfeffer den Langen Pfeffer in Europa?

Langer Pfeffer erreichte Europa früher und war in Rom teurer als Schwarzer Pfeffer. Dieser ließ sich leichter in großem Umfang anbauen und transportieren und verdrängte ihn seit dem Mittelalter schrittweise. Heute ist Langer Pfeffer im Handel selten.

Kann Langer Pfeffer im Haus wachsen?

In gemäßigtem Klima eignet sich vor allem ein Warmhaus oder feuchter Wintergarten mit gleichbleibenden Temperaturen über 18 °C. In einem gewöhnlichen Zimmer bildet die Topfpflanze wegen unzureichender Wärme nur selten Früchte.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.