Vielblütige Rose (Rosa multiflora, Thunb. 1784)

Die Vielblütige Rose (Rosa multiflora Thunb., 1784) ist eine kletternde Wildrose aus der Familie Rosaceae und stammt aus China, Korea, Taiwan und Japan. Ihre großen Schirmrispen tragen zahlreiche kleine weiße bis blassrosa Blüten, gefolgt von kleinen roten bis purpurfarbenen Hagebutten. Außerhalb Asiens vielfach als Veredelungsunterlage, Windschutz und Deckung für Wildtiere eingeführt, ist sie auf mehreren Kontinenten eingebürgert und bildet im östlichen Nordamerika schwer zu beseitigende Dickichte.

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Wissenschaftlicher NameRosa multiflora
OrdnungRosales

Vielblütige Rose, Büschel-Rose, Rispen-Rose, Multiflora rose, Baby rose und Noïbara

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen, darunter Kinder · Ungiftig : Katzen und Hunde · Unbekannt : Pferde
Pflegeaufwand
Hoch
Pflanzenart
Kletterrose · Heckenstrauch · Laubstrauch
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
ChinaSüdkoreaTaiwanJapan
Lebensraum
Lichte Wälder, Waldränder und Bachufer, von Meereshöhe bis in mittlere Gebirgslagen Ostasiens
Jahresverlauf
Blütezeit
Sommer
Erntezeit
HerbstWinter
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
9/10
Reifezeit
Blüte ab 2 bis 3 Jahren möglich, ohne Pflege in wenigen Jahren dichte Besiedlung
Kronendurchmesser
200–500 cm
Vermehrung
Aussaat, Steckling
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut, bogige und biegsame Rosentriebe
Luftfeuchtigkeit
35–70 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Ton, Armer Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne bis lichter Halbschatten
Außenbereich
Feldhecke, Straßenrand, Flussberge, Feldrand
Pflanzgefäße
Offener Boden, Großes Becken
Erscheinungsbild
Höhe200–800 cmBreite200–500 cm
Blätter
Grün
Vielblütige Rose (Rosa multiflora): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Vielblütige Rose (Rosa multiflora): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Vielblütige Rose (Rosa multiflora): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Vielblütige Rose (Rosa multiflora): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Vielblütige Rose (Rosa multiflora): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißRosaGröße1.5–4 cm
Vielblütige Rose (Rosa multiflora): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Vielblütige Rose (Rosa multiflora): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Vielblütige Rose (Rosa multiflora): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Vielblütige Rose (Rosa multiflora): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Vielblütige Rose (Rosa multiflora): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Rot
Vielblütige Rose (Rosa multiflora): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Vielblütige Rose (Rosa multiflora): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Vielblütige Rose (Rosa multiflora): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Vielblütige Rose (Rosa multiflora): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Vielblütige Rose (Rosa multiflora): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Vielblütige Rose (Rosa multiflora): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Vielblütige Rose (Rosa multiflora): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Vielblütige Rose (Rosa multiflora): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Vielblütige Rose (Rosa multiflora): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Vielblütige Rose (Rosa multiflora): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
GrünBraun
Vielblütige Rose (Rosa multiflora): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Vielblütige Rose (Rosa multiflora): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Vielblütige Rose (Rosa multiflora): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Vielblütige Rose (Rosa multiflora): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Vielblütige Rose (Rosa multiflora): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Rosa multiflora umfasst Zentral- und Ostchina, Korea, Taiwan und Japan. Dort wächst die Art in lichten Wäldern und an Gewässerrändern. Außerhalb Asiens als Veredelungsunterlage, Windschutz und Deckung für Wildtiere eingeführt, ist sie auf mehreren Kontinenten eingebürgert und bildet im östlichen Nordamerika problematische Dickichte. In Frankreich besteht keine allgemeine Einstufung als invasive gebietsfremde Art.

  • Heimisch4
  • Eingeführt4
  • Invasiv1
  • China
  • Korea
  • Taiwan
  • Japan
  • Kanada
  • Vereinigtes Königreich
  • Südafrika
  • Neuseeland
  • Vereinigte Staaten (Osten)

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Die Vielblütige Rose (Rosa multiflora Thunb., 1784) ist eine von POWO akzeptierte Art, die Carl Peter Thunberg veröffentlichte. Sie gehört zur Gattung Rosa und Familie Rosaceae. Gebräuchlich sind auch Büschel-Rose und Rispen-Rose. Der französisch ebenfalls verwendete Name Noïbara ist eine Umschrift des japanischen Namens für die dort heimische Wildrose. 1 2

Bei Rosa multiflora handelt es sich um einen sehr wüchsigen Wildstrauch, der mit langen bogigen Rosentrieben an anderen Pflanzen emporklettert. Im Westen dient er vor allem als Veredelungsunterlage und als Elternart moderner Rosengruppen. Das Epitheton multiflora bezieht sich auf eines der auffälligsten Feldmerkmale: Büschel mit oft mehr als einem Dutzend kleiner Blüten zugleich. 3 6

Erkennung

Der sommergrüne Strauch wächst kletternd oder mit langen, überhängenden Trieben. Seine kräftigen Rosentriebe erreichen freistehend gewöhnlich 2 bis 5 m, mit Stütze bis zu 8 m. An den Trieben sitzen gekrümmte Stacheln, die an manchen jüngeren Zweigen fehlen können. 3 4

Eine zusammengesetzte Blattspreite trägt meist 7 bis 9 Fiederblättchen. Gefranste Nebenblätter an ihrer Basis unterscheiden die Art zuverlässig von anderen Kletterrosen mit ähnlichem Laub. Die weißen bis blassrosa Blüten messen 1,5 bis 4 cm und stehen in großen pyramidenförmigen Schirmrispen mit oft mehreren Dutzend Blüten. Nordamerikanische Wildrosen tragen dagegen meist nur eine oder wenige Blüten je Zweig. 3 4

Auf die Frühsommerblüte folgen kleine rote bis purpurfarbene Hagebutten von etwa 6 bis 8 mm Durchmesser. Sie bleiben häufig bis in den Winter am Strauch und sind lange nach dem Laubfall sichtbar. 4 3

Taxonomie und Varietäten

POWO akzeptiert Rosa multiflora Thunb.; zu den häufig genannten Synonymen der typischen Varietät zählt Rosa polyantha Siebold & Zucc. IPNI und USDA GRIN bewahren den nomenklatorischen Eintrag zur Veröffentlichung von 1784. 1 2 7

In alten Katalogen und Züchtungsprogrammen begegnen besonders zwei Gartenformen: die Varietät cathayensis mit bis zu 4 cm großen weißen, rosa gerandeten Blüten und die Sorte 'Platyphylla'. Letztere wird als Seven Sisters Rose verkauft, weil ihre gefüllten Blüten innerhalb weniger Tage von Karminrot zu Elfenbein wechseln. Keine der beiden Formen ist eine eigene botanische Art. 7 3

Für die Rosenzüchtung wurde die Art ebenfalls prägend: Kreuzungen mit Rosa chinensis durch den Gärtner Jean-Baptiste Guillot ab 1875 begründeten die Klasse der Polyantha-Rosen. Daraus ging später ein großer Teil der heute angebotenen modernen Buschrosen hervor. 3

Lebensraum und Verbreitung

Von Arunachal Pradesh über viele chinesische Provinzen und Taiwan bis Korea und Japan erstreckt sich das natürliche Areal im Fernen Osten. POWO beschreibt die Pflanze als Strauch oder kleinen Baum mit langen, überhängenden Trieben im gemäßigten Klima. In Japan, wo sie Noïbara heißt, ist sie die häufigste Wildrose des Archipels. Sie wächst in lichten Wäldern und an Gewässerrändern von Meereshöhe bis in mittlere Gebirgslagen. 1 7

Um die Wende zum 20. Jahrhundert wurde die Art als Veredelungsunterlage und Windschutz nach Nordamerika eingeführt, später auch als Deckung für Wildtiere genutzt. Danach bürgerte sie sich weithin ein. Penn State Extension und Missouri Botanical Garden führen sie heute in mehreren östlichen US-Bundesstaaten als zu überwachende Pflanze oder schädliches Unkraut. Dort bildet sie dichte Dickichte an Weiden und Waldrändern. 8 4

Die von diesen beiden Einrichtungen dokumentierte Invasivität betrifft vor allem Nordamerika. Der Atlas of Florida Plants nennt Rosa multiflora als nicht heimische Art, die örtliche Netzwerke für invasive gebietsfremde Pflanzen beobachten. In Frankreich bleibt sie dagegen vor allem als Veredelungsunterlage in Kultur; eine allgemeine Einstufung als invasive gebietsfremde Art besteht dort bislang nicht. 10

Lebenszyklus und Vermehrung

Im Frühsommer öffnen sich die Blüten, auf der Nordhalbkugel im Juni und Juli, an seit mindestens einer Saison bestehenden Rosentrieben. Die großen Schirmrispen ziehen zahlreiche bestäubende Insekten an, bevor sich Hagebutten bilden. 3 4

Außerhalb von Gärten treibt vor allem die geschlechtliche Vermehrung die Ausbreitung an: Vögel fressen die Hagebutten und tragen die Samen über weite Strecken an Waldränder und auf Weiden. Die Keimung bleibt langsam. Plants For A Future nennt eine oft erforderliche Kältestratifikation von fast zwei Jahren, bevor die Sämlinge auflaufen. 5 8

Zusätzlich breitet sich die Art vegetativ aus. Lange bogige Rosentriebe bewurzeln sich bei Bodenkontakt. Diese natürliche Absenkerbildung verdichtet bestehende Dickichte schnell, ohne den Umweg über Samen. Im Gartenbau erfolgt die kontrollierte Vermehrung vor allem über im Sommer geschnittene halbverholzte Triebstecklinge. 5 4

Verwendung, Veredelungsunterlage und Vorsicht

Als wichtigste gärtnerische Nutzung bleibt die Veredelungsunterlage: Rosa multiflora verträgt saure und nährstoffarme Böden und entwickelt kräftige Wurzeln. Damit bildet sie die Basis vieler veredelter Gartenrosen, insbesondere mit den auf reduzierte Stacheln ausgelesenen Gartenformen 'Inermis' und 'Japonica'. 3

Für Katzen, Hunde und Pferde stuft die ASPCA Rosen der Gattung Rosa als ungiftig ein. Das Hauptrisiko ist mechanisch: Gekrümmte Stacheln zerkratzen leicht Haut und Kleidung. Die inneren Haare der Hagebutten können bei längerem Umgang Haut oder Schleimhäute reizen. 9

Bei der Flächenpflege empfehlen in den USA mehrere Beratungseinrichtungen wiederholte mechanische Bekämpfung vor der Fruchtbildung. Sie nennen auch die Rosenrosettenkrankheit, eine von einer mikroskopisch kleinen Milbe übertragene Viruskrankheit, als natürlichen Faktor für den Rückgang bereits etablierter Bestände. 8

Verwechslungen und verwandte Arten

Gegenüber heimischen nordamerikanischen Wildrosen liefert die Blütenzahl je Blütenstand das verlässlichste Merkmal. Rosa multiflora trägt oft mehrere Dutzend Blüten oder Früchte je Büschel. Nordamerikanische Wildrosen tragen meist nur eine Handvoll pro Zweig. 4 8

Auffällige gefranste Nebenblätter an der Basis jedes zusammengesetzten Blattes trennen die Art auch von Kletterrosen mit einfachen Nebenblättern, darunter Rosa canina. Bei einer veredelten Gartenrose kann ein Austrieb unterhalb der Veredelungsstelle zur Unterlage Rosa multiflora gehören. Seine einfachen weißen Blüten unterscheiden sich stark von denen der gekauften Sorte. 3

Die Varietät cathayensis und die Sorte 'Platyphylla' bleiben Formen derselben Art und sind keine eigenständigen Taxa. Die beständige Orientierung liefert der akzeptierte wissenschaftliche Name Rosa multiflora. 7 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Rosa multiflora in Frankreich invasiv?

Für Frankreich wird keine allgemeine Einstufung als invasive gebietsfremde Art zugrunde gelegt. Dort wird sie vor allem als Veredelungsunterlage kultiviert. Die dokumentierte Invasivität betrifft in erster Linie den Osten der USA und einige Regionen Kanadas.

Warum dient Rosa multiflora als Veredelungsunterlage?

Sie verträgt saure und nährstoffarme Böden gut und hat kräftiges Wurzelwachstum. Die Auslesen Inermis und Japonica mit reduzierten Stacheln dienen vielen veredelten Gartenrosen als Unterlage.

Ist Rosa multiflora giftig für Katzen und Hunde?

Die ASPCA stuft Rosen der Gattung Rosa als ungiftig für Katzen, Hunde und Pferde ein. Das Risiko bleibt mechanisch: Stacheln und die inneren Haare der Hagebutten.

Woran erkennt man Rosa multiflora?

Achten Sie auf große Schirmrispen mit mehreren Dutzend kleinen weißen bis rosa Blüten, gefranste Nebenblätter an der Blattbasis und bogige Rosentriebe mit gekrümmten Stacheln.

Warum breitet sich die Art außerhalb ihres natürlichen Areals so schnell aus?

Vögel fressen die Hagebutten und verbreiten die Samen über weite Strecken. Zugleich bewurzeln sich bogige Rosentriebe bei Bodenkontakt und ermöglichen zusätzlich eine vegetative Ausbreitung.

Was unterscheidet sie von der Hunds-Rose Rosa canina?

Rosa multiflora trägt wesentlich blütenreichere Büschel mit bis zu mehreren Dutzend Blüten und besitzt gefranste Nebenblätter. Rosa canina blüht meist einzeln oder in kleinen Gruppen.

Gibt es eine biologische Bekämpfung von Rosa multiflora?

In den USA lässt die Rosenrosettenkrankheit, eine durch eine mikroskopisch kleine Milbe übertragene Viruskrankheit, manche etablierte Bestände natürlich zurückgehen. Sie ist jedoch keine garantierte Lösung für die Bestandsregulierung.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.