Winter-Bohnenkraut (Satureja montana, L. 1753)

Winter-Bohnenkraut (Satureja montana) ist ein aromatischer Halbstrauch der Lamiaceae aus dem Mittelmeerraum bis zum Libanon. Es wächst niedrig und dicht mit verholzter Basis in voller Sonne auf trockenen Kalkböden. Sein immergrünes Laub und der halbstrauchige Wuchs unterscheiden es vom einjährigen Sommer-Bohnenkraut. Seit der Antike wird es als Gewürz und Heilpflanze kultiviert.

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Wissenschaftlicher NameSatureja montana
GattungSatureja
OrdnungLamiales

Winter-Bohnenkraut, Berg-Bohnenkraut, Winter savory und Mountain savory

Identität
Toxizität
Ungiftig : Menschen, darunter Kinder, Katzen, Hunde und Tiere · Unbekannt : Pferde
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Halbimmergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
FrankreichItalienKroatienGriechenlandSpanienLibanon
Lebensraum
Kalkgarrigue, Felsböschungen, alte Mauern und trockene Steingärten in unteren Berglagen; durchlässige arme Böden
Jahresverlauf
Blütezeit
SommerHerbst
Erntezeit
Sommer
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
5/10
Reifezeit
Ernte ab der ersten Saison möglich, voller Ertrag ab dem zweiten Jahr
Vermehrung
Aussaat, Steckling, Teilung
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Kalkhaltiger Boden, Gut entwässerter Boden
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

In die volle Sonne mit intensivem direktem Licht den ganzen Tag stellen.

Unbedingt volle Sonne
Innenbereich
Helles Fensterbrett
Außenbereich
Beet in voller Sonne, Frostsichere Rocaille, Gemüsegarten
Pflanzgefäße
Terrakotta, Abflusstopf
Erscheinungsbild
Höhe15–50 cmBreite20–45 cm
Blätter
Grün
Winter-Bohnenkraut (Satureja montana): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Winter-Bohnenkraut (Satureja montana): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Winter-Bohnenkraut (Satureja montana): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Winter-Bohnenkraut (Satureja montana): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Winter-Bohnenkraut (Satureja montana): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißRosaViolett
Winter-Bohnenkraut (Satureja montana): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Winter-Bohnenkraut (Satureja montana): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Winter-Bohnenkraut (Satureja montana): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Winter-Bohnenkraut (Satureja montana): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Winter-Bohnenkraut (Satureja montana): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Winter-Bohnenkraut (Satureja montana): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Winter-Bohnenkraut (Satureja montana): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Winter-Bohnenkraut (Satureja montana): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Winter-Bohnenkraut (Satureja montana): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Winter-Bohnenkraut (Satureja montana): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Winter-Bohnenkraut (Satureja montana): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Winter-Bohnenkraut (Satureja montana): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Winter-Bohnenkraut (Satureja montana): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Winter-Bohnenkraut (Satureja montana): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Winter-Bohnenkraut (Satureja montana): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
GrünBraun
Winter-Bohnenkraut (Satureja montana): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Winter-Bohnenkraut (Satureja montana): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Winter-Bohnenkraut (Satureja montana): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Winter-Bohnenkraut (Satureja montana): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Winter-Bohnenkraut (Satureja montana): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Satureja montana reicht vom südlichen Mitteleuropa und Südeuropa bis zum Libanon, mit deutlichem Schwerpunkt im Mittelmeerraum. Zwei akzeptierte Unterarten haben kleinere Areale: subsp. macedonica im Norden Griechenlands und subsp. variegata von Nordostitalien bis zum westlichen Balkan. Außerhalb ihres natürlichen Areals wird die Art vor allem als Gewürzpflanze für trockene Gärten kultiviert.

  • Heimisch6
  • Frankreich
  • Italien
  • Kroatien
  • Griechenland
  • Spanien
  • Libanon

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Winter-Bohnenkraut (Satureja montana L., 1753), auch Berg-Bohnenkraut, ist ein aromatischer Halbstrauch der Gattung Satureja aus der Familie der Lamiaceae. Plants of the World Online und der International Plant Names Index bestätigen den akzeptierten Namen und seine Autorenangabe. 1 2

Die verholzte Basis unterscheidet Satureja montana unmittelbar vom verwandten Sommer-Bohnenkraut (Satureja hortensis). Dieses ist einjährig, milder im Duft und verschwindet jeden Herbst. Satureja montana ist dagegen mehrjährig und wird seit der Antike als Gewürz und Heilpflanze angebaut. 5 7

Die französischen Namen „sarriette des montagnes“ und „sarriette de montagne“ verweisen unmittelbar auf den Lebensraum der Art in Garriguen und an kalkreichen Hängen. 8

Erkennung

Niedrige, dichte Horste erreichen 15–50 cm Höhe und 20–45 cm Breite. Ihre aufsteigenden oder aufrechten Stängel sind an der Basis verholzt. Die ledrigen, schmalen, linealisch lanzettlichen Blätter haben eine scharfe Spitze und bewimperte Ränder; je nach Standort sind sie dunkelgrün bis graugrün. 3 8

Je nach Klima dauert die Blüte von Juni bis Oktober. Kleine weiße, blass lavendelfarbene oder rosafarbene Blüten stehen in endständigen Ähren oder Quirlen. Sie sind deutlich kleiner als beim Sommer-Bohnenkraut. Dieser Größenunterschied hilft bei der Unterscheidung nebeneinander wachsender Pflanzen. 3 7

Zwischen den Fingern zerriebene Blätter duften scharf und pfeffrig, kräftiger als das einjährige Bohnenkraut. Das Laub bleibt im Winter immergrün oder wintergrün; Sommer-Bohnenkraut stirbt dagegen beim ersten Frost vollständig ab. 3

Nützliche Taxonomie

Unter dem akzeptierten Namen Satureja montana L. wurde die Art 1753 in Species Plantarum veröffentlicht. Heute werden drei Unterarten anerkannt: subsp. montana, die auf Nordgriechenland begrenzte subsp. macedonica und subsp. variegata von Nordostitalien bis zum westlichen Balkan. 1 2

Frühere Zuordnungen zu anderen Gattungen erklären alte Etiketten in Baumschulen und Herbarien:

  • Clinopodium montanum (L.) Kuntze
  • Micromeria montana (L.) Rchb.
  • Saturiastrum montanum (L.) Fourr.
  • Thymus montanus (L.) Dum.Cours., illegitimer Name

An diesen Synonymen zeigt sich die wechselnde Zuordnung der Bohnenkräuter zu Micromeria, Clinopodium, Thymus und Satureja je nach Autor. Verlässlicher Bezugspunkt bleibt der akzeptierte Artname Satureja montana. 1

Lebensraum und Verbreitung

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet reicht vom südlichen Mitteleuropa und Südeuropa bis zum Libanon und hat einen klaren Mittelmeerschwerpunkt. In Frankreich wächst die Art im Mittelmeerraum in kalkreichen, basischen Garriguen der unteren und mittleren Berglagen. 1 8

Alte Mauern, Felsböschungen, trockene Hänge und sonnige Steingärten besiedelt Satureja montana stets auf nährstoffarmen, kalkhaltigen oder neutralen, gut durchlässigen Böden. Schatten und stehende Nässe sind für sie tödlich: Ohne direkte Sonne vergeilt sie und blüht kaum; in dauerhaft feuchter Erde faulen ihre Wurzeln innerhalb weniger Wochen. 3 7

Außerhalb des Herkunftsgebiets wird Satureja montana in gemäßigten Regionen vielfach als Gewürzpflanze in trockenen Gärten angebaut, etwa im Vereinigten Königreich und in Nordamerika. Dort gilt sie je nach winterlicher Drainage bis USDA-Zone 5 als winterhart. 7 6

Lebenszyklus und Vermehrung

Zur sommerlichen Blüte besuchen viele Bienen die Pflanze, gerade wenn in der heißen Garrigue andere Nektarquellen knapper werden. Nach der Blüte entsteht je Blüte eine für Lamiaceae typische kleine Trockenfrucht, die in mehrere Nüsschen zerfällt. 7 3

Vermehren lässt sich die Art durch Aussaat im Frühjahr, im Sommer geschnittene halbverholzte Triebstecklinge oder Teilung eines eingewachsenen Horstes. Stecklinge bewurzeln sich in durchlässigem Substrat innerhalb von 2–4 Wochen, in schwerer, feuchter Erde deutlich langsamer. 5 3

Etwa 2–3 Jahre bleibt ein Horst voll ertragreich. Danach verholzt die Basis und die Mitte verkahlt; die Bildung junger Triebe nimmt deutlich ab. Regelmäßiges Teilen oder Schneiden von Stecklingen verhindert diesen Vitalitätsverlust. 5

Nutzen und Risiken

Vor allem als Küchenkraut werden die pfeffrig und ähnlich wie Majoran schmeckenden Blätter genutzt. Sie würzen Fleisch, Bohnen, Saucen und Salate und werden idealerweise kurz vor der Blüte geerntet. Traditionell gilt die Pflanze auch als Heilmittel mit antiseptischer, blähungslindernder und verdauungsfördernder Wirkung. 5 7

Für die Art ist kein Giftstoff dokumentiert; beim Verzehr als Küchenkraut ist somit kein Risiko bekannt. Wirkliche Vorsicht verlangt das konzentrierte ätherische Öl: Es darf niemals mit dem frischen Blatt gleichgesetzt werden; Schwangeren wird von seiner Anwendung abgeraten. 5

Ernste Schädlinge oder Krankheiten sind bei der Kultur nicht dokumentiert. Die eigentliche Schwäche liegt in der Drainage: Im Winter dauerhaft feuchte Erde verursacht größere Schäden als mäßige trockene Kälte. 7 3

Bei Bohnengerichten reicht die Verbindung zum Bohnenkraut über den Gemüsegarten hinaus. Traditionell würzt es geschmorte Hülsenfrüchte. Sein pfeffriger Geschmack bleibt auch nach langer Garzeit wahrnehmbar, anders als bei empfindlicheren Kräutern wie Petersilie. 7 5

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Drei gärtnerische Formen werden häufig unter Satureja montana verkauft, ohne eigene Arten zu sein. 'Nana' bezeichnet eine kompakte Zwergform für Töpfe. 'Purple Mountain', von der Royal Horticultural Society geführt, blüht kräftiger. Subsp. illyrica wird oft unter einer Handelsbezeichnung für purpurfarbenes Winter-Bohnenkraut angeboten. 4 1

Am häufigsten wird die Art mit Sommer-Bohnenkraut (Satureja hortensis) verwechselt. Im Unterschied zur hier beschriebenen verholzten, immergrünen Staude ist dieses eine krautige Einjährige mit milderem Duft, die im Herbst vollständig abstirbt. Beide werden im Gartenhandel als Bohnenkraut angeboten; vor dem Kauf lohnt sich daher der Blick auf den vollständigen wissenschaftlichen Namen. 7 5

Weitere Verwechslungen ergeben sich aus der taxonomischen Geschichte. Alte Kataloge und Herbarien führen die Art teils noch unter Micromeria oder Thymus. Eine Suche nur nach der Gattung statt nach dem vollständigen Artnamen kann deshalb irreführen. 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Was unterscheidet Winter- und Sommer-Bohnenkraut?

Satureja montana ist mehrjährig, an der Basis verholzt und immergrün. Sommer-Bohnenkraut, Satureja hortensis, ist dagegen einjährig und stirbt beim ersten Frost ab. Winter-Bohnenkraut duftet zudem kräftiger und hat schmalere Blätter.

Ist Winter-Bohnenkraut für Katzen und Hunde giftig?

Nein. Für die verbreitete Küchenpflanze ist kein Giftstoff dokumentiert. Vorsicht gilt weiterhin für das konzentrierte ätherische Öl, das niemals mit dem frischen Blatt gleichgesetzt werden darf.

Warum verliert mein Winter-Bohnenkraut seinen Duft?

Ein zu nährstoffreicher Boden oder zu viel Stickstoffdünger macht das Laub weicher und weniger aromatisch. Weniger Nährstoffe und ein armer, trockener Boden verstärken das Aroma.

Muss Winter-Bohnenkraut jährlich geschnitten werden?

Ein leichter Rückschnitt im Frühjahr oder nach der Blüte hält den Horst kompakt. Ohne Schnitt verholzt die Basis innerhalb von 2–3 Jahren und verkahlt in der Mitte; dadurch entstehen weniger junge Triebe.

Welcher Boden eignet sich für Satureja montana?

Ein nährstoffarmer, kalkhaltiger oder neutraler und vor allem sehr durchlässiger Boden. Stehende Nässe im Winter schadet der Pflanze stärker als trockene Kälte selbst.

Wächst Winter-Bohnenkraut auch im Schatten?

Nein, für Blüten und Aroma braucht es volle Sonne. Im Schatten vergeilt es und bildet nur wenige Blüten.

Wie lange lebt Winter-Bohnenkraut?

Ein Horst bleibt etwa 2–3 Jahre produktiv, bevor die Basis verholzt und die Mitte verkahlt. Regelmäßiges Teilen oder Vermehren durch Stecklinge ermöglicht es, die Pflanzung ohne Unterbrechung zu erneuern.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.