Winter-Bohnenkraut (Satureja montana, )
Winter-Bohnenkraut (Satureja montana) ist ein aromatischer Halbstrauch der Lamiaceae aus dem Mittelmeerraum bis zum Libanon. Es wächst niedrig und dicht mit verholzter Basis in voller Sonne auf trockenen Kalkböden. Sein immergrünes Laub und der halbstrauchige Wuchs unterscheiden es vom einjährigen Sommer-Bohnenkraut. Seit der Antike wird es als Gewürz und Heilpflanze kultiviert.
WeiterlesenWinter-Bohnenkraut, Berg-Bohnenkraut, Winter savory und Mountain savory
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Satureja montana reicht vom südlichen Mitteleuropa und Südeuropa bis zum Libanon, mit deutlichem Schwerpunkt im Mittelmeerraum. Zwei akzeptierte Unterarten haben kleinere Areale: subsp. macedonica im Norden Griechenlands und subsp. variegata von Nordostitalien bis zum westlichen Balkan. Außerhalb ihres natürlichen Areals wird die Art vor allem als Gewürzpflanze für trockene Gärten kultiviert.
- Heimisch6
- Frankreich
- Italien
- Kroatien
- Griechenland
- Spanien
- Libanon
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Winter-Bohnenkraut (Satureja montana L., 1753), auch Berg-Bohnenkraut, ist ein aromatischer Halbstrauch der Gattung Satureja aus der Familie der Lamiaceae. Plants of the World Online und der International Plant Names Index bestätigen den akzeptierten Namen und seine Autorenangabe. 1 2
Die verholzte Basis unterscheidet Satureja montana unmittelbar vom verwandten Sommer-Bohnenkraut (Satureja hortensis). Dieses ist einjährig, milder im Duft und verschwindet jeden Herbst. Satureja montana ist dagegen mehrjährig und wird seit der Antike als Gewürz und Heilpflanze angebaut. 5 7
Die französischen Namen „sarriette des montagnes“ und „sarriette de montagne“ verweisen unmittelbar auf den Lebensraum der Art in Garriguen und an kalkreichen Hängen. 8
Erkennung
Niedrige, dichte Horste erreichen 15–50 cm Höhe und 20–45 cm Breite. Ihre aufsteigenden oder aufrechten Stängel sind an der Basis verholzt. Die ledrigen, schmalen, linealisch lanzettlichen Blätter haben eine scharfe Spitze und bewimperte Ränder; je nach Standort sind sie dunkelgrün bis graugrün. 3 8
Je nach Klima dauert die Blüte von Juni bis Oktober. Kleine weiße, blass lavendelfarbene oder rosafarbene Blüten stehen in endständigen Ähren oder Quirlen. Sie sind deutlich kleiner als beim Sommer-Bohnenkraut. Dieser Größenunterschied hilft bei der Unterscheidung nebeneinander wachsender Pflanzen. 3 7
Zwischen den Fingern zerriebene Blätter duften scharf und pfeffrig, kräftiger als das einjährige Bohnenkraut. Das Laub bleibt im Winter immergrün oder wintergrün; Sommer-Bohnenkraut stirbt dagegen beim ersten Frost vollständig ab. 3
Nützliche Taxonomie
Unter dem akzeptierten Namen Satureja montana L. wurde die Art 1753 in Species Plantarum veröffentlicht. Heute werden drei Unterarten anerkannt: subsp. montana, die auf Nordgriechenland begrenzte subsp. macedonica und subsp. variegata von Nordostitalien bis zum westlichen Balkan. 1 2
Frühere Zuordnungen zu anderen Gattungen erklären alte Etiketten in Baumschulen und Herbarien:
- Clinopodium montanum (L.) Kuntze
- Micromeria montana (L.) Rchb.
- Saturiastrum montanum (L.) Fourr.
- Thymus montanus (L.) Dum.Cours., illegitimer Name
An diesen Synonymen zeigt sich die wechselnde Zuordnung der Bohnenkräuter zu Micromeria, Clinopodium, Thymus und Satureja je nach Autor. Verlässlicher Bezugspunkt bleibt der akzeptierte Artname Satureja montana. 1
Lebensraum und Verbreitung
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet reicht vom südlichen Mitteleuropa und Südeuropa bis zum Libanon und hat einen klaren Mittelmeerschwerpunkt. In Frankreich wächst die Art im Mittelmeerraum in kalkreichen, basischen Garriguen der unteren und mittleren Berglagen. 1 8
Alte Mauern, Felsböschungen, trockene Hänge und sonnige Steingärten besiedelt Satureja montana stets auf nährstoffarmen, kalkhaltigen oder neutralen, gut durchlässigen Böden. Schatten und stehende Nässe sind für sie tödlich: Ohne direkte Sonne vergeilt sie und blüht kaum; in dauerhaft feuchter Erde faulen ihre Wurzeln innerhalb weniger Wochen. 3 7
Außerhalb des Herkunftsgebiets wird Satureja montana in gemäßigten Regionen vielfach als Gewürzpflanze in trockenen Gärten angebaut, etwa im Vereinigten Königreich und in Nordamerika. Dort gilt sie je nach winterlicher Drainage bis USDA-Zone 5 als winterhart. 7 6
Lebenszyklus und Vermehrung
Zur sommerlichen Blüte besuchen viele Bienen die Pflanze, gerade wenn in der heißen Garrigue andere Nektarquellen knapper werden. Nach der Blüte entsteht je Blüte eine für Lamiaceae typische kleine Trockenfrucht, die in mehrere Nüsschen zerfällt. 7 3
Vermehren lässt sich die Art durch Aussaat im Frühjahr, im Sommer geschnittene halbverholzte Triebstecklinge oder Teilung eines eingewachsenen Horstes. Stecklinge bewurzeln sich in durchlässigem Substrat innerhalb von 2–4 Wochen, in schwerer, feuchter Erde deutlich langsamer. 5 3
Etwa 2–3 Jahre bleibt ein Horst voll ertragreich. Danach verholzt die Basis und die Mitte verkahlt; die Bildung junger Triebe nimmt deutlich ab. Regelmäßiges Teilen oder Schneiden von Stecklingen verhindert diesen Vitalitätsverlust. 5
Nutzen und Risiken
Vor allem als Küchenkraut werden die pfeffrig und ähnlich wie Majoran schmeckenden Blätter genutzt. Sie würzen Fleisch, Bohnen, Saucen und Salate und werden idealerweise kurz vor der Blüte geerntet. Traditionell gilt die Pflanze auch als Heilmittel mit antiseptischer, blähungslindernder und verdauungsfördernder Wirkung. 5 7
Für die Art ist kein Giftstoff dokumentiert; beim Verzehr als Küchenkraut ist somit kein Risiko bekannt. Wirkliche Vorsicht verlangt das konzentrierte ätherische Öl: Es darf niemals mit dem frischen Blatt gleichgesetzt werden; Schwangeren wird von seiner Anwendung abgeraten. 5
Ernste Schädlinge oder Krankheiten sind bei der Kultur nicht dokumentiert. Die eigentliche Schwäche liegt in der Drainage: Im Winter dauerhaft feuchte Erde verursacht größere Schäden als mäßige trockene Kälte. 7 3
Bei Bohnengerichten reicht die Verbindung zum Bohnenkraut über den Gemüsegarten hinaus. Traditionell würzt es geschmorte Hülsenfrüchte. Sein pfeffriger Geschmack bleibt auch nach langer Garzeit wahrnehmbar, anders als bei empfindlicheren Kräutern wie Petersilie. 7 5
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Drei gärtnerische Formen werden häufig unter Satureja montana verkauft, ohne eigene Arten zu sein. 'Nana' bezeichnet eine kompakte Zwergform für Töpfe. 'Purple Mountain', von der Royal Horticultural Society geführt, blüht kräftiger. Subsp. illyrica wird oft unter einer Handelsbezeichnung für purpurfarbenes Winter-Bohnenkraut angeboten. 4 1
Am häufigsten wird die Art mit Sommer-Bohnenkraut (Satureja hortensis) verwechselt. Im Unterschied zur hier beschriebenen verholzten, immergrünen Staude ist dieses eine krautige Einjährige mit milderem Duft, die im Herbst vollständig abstirbt. Beide werden im Gartenhandel als Bohnenkraut angeboten; vor dem Kauf lohnt sich daher der Blick auf den vollständigen wissenschaftlichen Namen. 7 5
Weitere Verwechslungen ergeben sich aus der taxonomischen Geschichte. Alte Kataloge und Herbarien führen die Art teils noch unter Micromeria oder Thymus. Eine Suche nur nach der Gattung statt nach dem vollständigen Artnamen kann deshalb irreführen. 1
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Satureja montana L.
- International Plant Names Index, Satureja montana L.
- Royal Horticultural Society, Satureja montana
- Royal Horticultural Society, Satureja montana 'Purple Mountain'
- Plants For A Future, Satureja montana
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Satureja montana
- NC State Extension Gardener Plant Toolbox, Satureja montana
- INPN, Satureja montana L. 1753, Berg-Bohnenkraut
Häufig gestellte Fragen
Was unterscheidet Winter- und Sommer-Bohnenkraut?
Satureja montana ist mehrjährig, an der Basis verholzt und immergrün. Sommer-Bohnenkraut, Satureja hortensis, ist dagegen einjährig und stirbt beim ersten Frost ab. Winter-Bohnenkraut duftet zudem kräftiger und hat schmalere Blätter.
Ist Winter-Bohnenkraut für Katzen und Hunde giftig?
Nein. Für die verbreitete Küchenpflanze ist kein Giftstoff dokumentiert. Vorsicht gilt weiterhin für das konzentrierte ätherische Öl, das niemals mit dem frischen Blatt gleichgesetzt werden darf.
Warum verliert mein Winter-Bohnenkraut seinen Duft?
Ein zu nährstoffreicher Boden oder zu viel Stickstoffdünger macht das Laub weicher und weniger aromatisch. Weniger Nährstoffe und ein armer, trockener Boden verstärken das Aroma.
Muss Winter-Bohnenkraut jährlich geschnitten werden?
Ein leichter Rückschnitt im Frühjahr oder nach der Blüte hält den Horst kompakt. Ohne Schnitt verholzt die Basis innerhalb von 2–3 Jahren und verkahlt in der Mitte; dadurch entstehen weniger junge Triebe.
Welcher Boden eignet sich für Satureja montana?
Ein nährstoffarmer, kalkhaltiger oder neutraler und vor allem sehr durchlässiger Boden. Stehende Nässe im Winter schadet der Pflanze stärker als trockene Kälte selbst.
Wächst Winter-Bohnenkraut auch im Schatten?
Nein, für Blüten und Aroma braucht es volle Sonne. Im Schatten vergeilt es und bildet nur wenige Blüten.
Wie lange lebt Winter-Bohnenkraut?
Ein Horst bleibt etwa 2–3 Jahre produktiv, bevor die Basis verholzt und die Mitte verkahlt. Regelmäßiges Teilen oder Vermehren durch Stecklinge ermöglicht es, die Pflanzung ohne Unterbrechung zu erneuern.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.







