Echte Goldrute (Solidago virgaurea, )
Echte Goldrute (Solidago virgaurea L.) ist eine ausdauernde Art der Asteraceae, die in Europa und im gemäßigten Asien heimisch ist. Sie wächst von lichten Wäldern der Ebene bis zu subalpinen Felsfluren. Anders als ihre vielerorts invasiven nordamerikanischen Verwandten bildet sie keine dichten Kolonien und bleibt eine traditionelle Heil- und Bienenpflanze des Spätsommers.
WeiterlesenEchte Goldrute, Gewöhnliche Goldrute, Gemeine Goldrute, Petrusstab und Goldenrod
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Taken Aug 7, 2012 by Tela Botanica − Dominique REMAUD (cc-by-sa)
Taken Jul 7, 2011 by Tela Botanica − Jean Michel FOULETIER (cc-by-sa)
Taken Oct 3, 2019 by curritodelacroix (cc-by-sa)
Taken Aug 30, 2012 by Tela Botanica − Jean-Jacques HOUDRÉ (cc-by-sa)
Taken Oct 29, 2019 by Eduard (cc-by-sa)
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Weltweite Verbreitung
POWO und INPN behandeln Solidago virgaurea als heimisch in Europa und im gemäßigten Asien, von Westeuropa bis Zentralsibirien und zu den Philippinen. In Frankreich gehört die Art zur gewöhnlichen Flora, besonders im Gebirge und im Süden. Anders als ihre nordamerikanischen Verwandten hat sie keinen invasiven Status.
- Heimisch5
- Europäisches Frankreich einschließlich Korsika
- Mittel- und Nordeuropa
- Russland und Sibirien
- China
- Philippinen (Luzon)
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Echte Goldrute (Solidago virgaurea L., 1753) bildet einen kompakten Horst von 20 cm bis 1,2 m Höhe. Die langen kriechenden Rhizome ihrer nordamerikanischen Verwandten fehlen. Die auch als Gewöhnliche Goldrute und Gemeine Goldrute bekannte Art gehört zur Gattung Solidago und zur Familie der Asteraceae. Linné beschrieb sie 1753 in den Species Plantarum. 1 2
Im französischen Sprachraum nennt INPN neben dem Hauptnamen und der Kurzform verge d’or auch die alten Bezeichnungen herbe des Juifs und baguette d’Aaron. Der Gattungsname geht auf das lateinische solidare, fest oder ganz machen, zurück und verweist auf eine alte Anwendung zur Wundheilung. Das Epitheton virgaurea verbindet virga, Rute oder Stängel, mit aurea, golden. 3 8
Europäische Brachen und Straßenränder werden von den nordamerikanischen Solidago canadensis und Solidago gigantea besiedelt, die auf dem Kontinent als invasive Neophyten gelten. Solidago virgaurea gehört dagegen zur heimischen Flora und bildet keine dichten Kolonien, welche die örtliche Vegetation verarmen lassen. 4
Die gelbe Spätsommerblüte ist eine anerkannte Bienenweide. Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge besuchen sie rege, wenn viele andere Stauden ihren Jahreszyklus bereits abgeschlossen haben. 8
Erkennung
Aus dem kurzen Wurzelstock der Echten Goldrute entspringt nur ein einfacher oder wenig verzweigter Stängel. Er trägt wechselständige, lanzettliche Blätter, die unten breiter und am Rand fein gezähnt sind. Der Wuchs ist damit deutlich kompakter als die hohen, verzweigten Stängel von Solidago canadensis. 4 5
Im Gelände ist der Blütenstand das zuverlässigste Merkmal: Leuchtend gelbe, 1 bis 2 cm breite Körbchen stehen in einer einfachen Traube oder kurzen Rispe an der Stängelspitze. Eine breite, einseitswendige Pyramidenrispe wie bei nordamerikanischen Goldruten fehlt. Je nach Höhenlage reicht die Blüte von Juli bis Oktober. 5 4
Im Gebirge besiedelt eine niedrigere Form die subalpine und alpine Stufe zwischen 1.500 und 2.800 m. Allein wegen geringer Größe sollte eine Bestimmung daher nicht vorschnell verworfen werden. 4
Nützliche Taxonomie
Innerhalb von Solidago virgaurea erkennt POWO mehrere Unterarten an. Dazu gehören die aus Frankreich beschriebene Solidago virgaurea subsp. rupicola (Rouy) Lambinon und die von der Krim stammende Solidago virgaurea subsp. jailarum (Juz.) Tzvelev. Diese Taxa entsprechen vor allem örtlichen Anpassungen an Höhenlage und Untergrund, ohne für die Geländebestimmung große Unterschiede im Erscheinungsbild zu zeigen. 1
Der akzeptierte Name Solidago virgaurea L. bleibt die verlässliche Bezugsgröße gegenüber historischen Synonymen in älteren Regionalfloren. Für Nichtfachleute verdienen vor allem benachbarte Gattungen Aufmerksamkeit: Mehrere gelbe Asteraceae des Spätsommers sehen ähnlich aus, gehören aber nicht zu Solidago. 1 2
Auch bei handelsüblichen Saatgutmischungen hilft der akzeptierte Name. Unter Bezeichnungen wie „verge d’or“ oder „goldenrod“ verkaufte Tüten enthalten mitunter Sorten von Solidago canadensis oder Gartenhybriden, ohne direkten Bezug zu den hier beschriebenen europäischen Wildpopulationen. 5
Lebensraum und Verbreitung
Von Westeuropa bis Zentralsibirien erstreckt sich das natürliche Areal, mit beschriebenen Populationen bis zu den Philippinen auf Luzon. In weiten Teilen Frankreichs ist die Art häufig, besonders im Gebirge und im Süden; im streng mediterranen Bereich kommt sie seltener vor. 1 3
Lichte Wälder, Heiden, Felsfluren, Felswände und Trockenwiesen bilden ihre Standorte. Sie wächst auf sauren wie kalkreichen Böden von Meereshöhe bis in die subalpine Stufe. Diese Toleranz erklärt das durchgehende Vorkommen von Tieflandbrachen bis zu felsigen Gebirgslagen. 5 4
Als heimische Art unterliegt Solidago virgaurea in Europa keinen Maßnahmen zur Bestandskontrolle oder Ausrottung. Damit unterscheidet sie sich von Solidago canadensis, die in mehreren europäischen Ländern gezielt überwacht wird. 3
Lebenszyklus und Vermehrung
Jedes Frühjahr treibt die Echte Goldrute aus einem kurzen Wurzelstock neu aus. Die ausgedehnten klonalen Kolonien nordamerikanischer Goldruten entstehen dabei nicht. Von März bis Juni wachsen die neuen Stängel vor der Blüte in die Länge. 4
Zwischen Juli und Oktober öffnen sich die Blüten. Nach der Bestäubung, vor allem durch Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge, bildet jedes Körbchen kleine Achänen mit Haarkranz. Der Wind verbreitet sie über eher kurze Entfernungen. 5 8
Im Garten erfolgt die Vermehrung durch Aussaat im Frühjahr im kalten Frühbeet oder durch Horstteilung im Frühjahr oder Herbst. Mit der Teilung lässt sich schneller eine Pflanze gewinnen, deren Blüte der Mutterpflanze entspricht. 5
Nutzen und Risiken
Nach der Einstufung von Perenual ist Solidago virgaurea für Katzen und Hunde ungiftig. Für Pferde bleibt der Status in dieser Quelle undokumentiert. Ein als Nahrungsgift wirkender Inhaltsstoff ist für die Art nicht verzeichnet. 9
Europäische Kräuterkundige nutzten die ganze Pflanze bereits im 15. und 16. Jahrhundert zur Wundheilung, worauf der englische Name woundwort verweist. Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat inzwischen eine Monographie zu den getrockneten oberirdischen Teilen bewertet, die traditionell als Tee bei leichten Harnwegsbeschwerden eingesetzt werden. 7
Eine neuere Übersicht berichtet aus Tierversuchen über eine mit Furosemid vergleichbare harntreibende Aktivität sowie über im Labor dokumentierte entzündungshemmende und antioxidative Effekte. Sie betont jedoch das Fehlen randomisierter klinischer Studien am Menschen. Vorsorglich wird die traditionelle Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei chronischer Niereninsuffizienz nicht empfohlen. 6 5
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Ähnliche gelb blühende Korbblütler lassen sich anhand folgender Merkmale unterscheiden:
- Solidago canadensis und Solidago gigantea wachsen höher, bilden lange kriechende Rhizome und tragen einen deutlich breiteren, oft einseitig überhängenden Blütenstand;
- Jacobaea vulgaris hat strahlende gelbe Körbchen und stark geteiltes Laub, die deutlich von der schmalen Traube der Goldrute abweichen;
- Hieracium spp. tragen einzelne oder wenige zusammenstehende gelbe Körbchen ohne die für Solidago virgaurea typische verlängerte Traube.
Vor einer abschließenden Bestimmung sollten die Körbchenanordnung in einer schmalen Traube statt einer breiten Rispe, die Größe des Wurzelstocks und das Fehlen langer kriechender Rhizome geprüft werden. 4 5
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Solidago virgaurea L.
- International Plant Names Index, Solidago virgaurea L.
- INPN, Solidago virgaurea L., 1753
- InfoFlora Schweiz, Solidago virgaurea subsp. virgaurea
- Plants For A Future, Solidago virgaurea
- PMC, Solidago virgaurea, Übersicht zu ethnomedizinischen Anwendungen, Phytochemie und pharmakologischen Aktivitäten
- European Medicines Agency, Monographie zu Solidaginis virgaureae herba
- Herbal Reality, Goldenrod (Solidago virgaurea)
- Perenual, gärtnerische Merkmale und Giftigkeit, Solidago virgaurea
Häufig gestellte Fragen
Ist die Echte Goldrute so invasiv wie die Kanadische Goldrute?
Nein. Solidago virgaurea ist in Europa und im gemäßigten Asien heimisch. Sie bildet keine dichten Rhizomkolonien wie Solidago canadensis oder Solidago gigantea, zwei nordamerikanische Arten, die in Europa als invasiv eingestuft werden.
Ist die Echte Goldrute für Katzen und Hunde giftig?
Nein. Perenual stuft Solidago virgaurea als ungiftig für Katzen und Hunde ein. Der Status für Pferde bleibt in dieser Quelle undokumentiert.
Was bedeuten die französischen Namen herbe des Juifs und baguette d’Aaron?
Es sind alte französische Volksnamen, die INPN neben solidage verge d’or und verge d’or aufführt. In französischen Regionalfloren bezeichnen sie dieselbe Pflanze, die Echte Goldrute.
Ist eine medizinische Anwendung der Echten Goldrute anerkannt?
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat eine Monographie zu den getrockneten oberirdischen Teilen bewertet, die traditionell als Tee bei leichten Harnwegsbeschwerden verwendet werden. Randomisierte klinische Studien am Menschen sind jedoch weiterhin begrenzt.
Wie unterscheidet man Solidago virgaurea von Solidago canadensis?
Solidago virgaurea bildet kompakte Horste ohne lange kriechende Rhizome und trägt die Blütenkörbchen in einer schmalen Traube. Solidago canadensis breitet lange Rhizome aus und hat eine breite, pyramidenförmige, häufig einseitswendige Rispe.
Wo wächst die Echte Goldrute in Frankreich?
Sie wächst in lichten Wäldern, Heiden, Felsfluren und Trockenwiesen auf sauren bis kalkreichen Böden, von Meereshöhe bis in die subalpine Stufe. Im streng mediterranen Bereich ist sie seltener.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.





