Zebra-Ampelkraut (Tradescantia zebrina, )
Zebra-Ampelkraut (Tradescantia zebrina) ist eine ausdauernde, kriechende bis hängende Pflanze der Commelinaceae aus Mexiko und Mittelamerika. Die fleischigen Triebe tragen oberseits grün und silbern gestreifte Blätter mit purpurner Unterseite. In Innenräumen wird die Art vor allem als Ampelpflanze kultiviert.
WeiterlesenZebra-Ampelkraut, Zebrakraut, Silver inch plant und Inch plant






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Taken Aug 25, 2022 by Victory CABCOR (cc-by-sa)
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Taken Nov 15, 2020 by Abdul-Ghakeem Abrahams (cc-by-sa)
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Tradescantia zebrina reicht von Südmexiko über Mittelamerika bis Kolumbien. Die weit verbreitete Kulturpflanze ist in mehreren tropischen und subtropischen Regionen eingebürgert und örtlich invasiv geworden. Diese eingeführten Vorkommen sind vom Herkunftsgebiet zu unterscheiden.
- Heimisch4
- Eingeführt1
- Invasiv2
- Mexiko
- Guatemala
- Honduras
- Kolumbien
- USA (Florida)
- Ostaustralien
- Südafrika
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Zebra-Ampelkraut (Tradescantia zebrina Bosse, 1849), auch Zebrakraut genannt, ist eine ausdauernde krautige Pflanze der Gattung Tradescantia in der Familie Commelinaceae. Die Art wächst kriechend oder hängend. Das Artepitheton zebrina verweist auf die silbrigen und grünen Längsstreifen der Blattoberseite; diese Zeichnung greift auch der deutsche Name auf. 1 4
Als kräftig wachsende Zimmerpflanze ist die Art in Europa weit verbreitet. Im englischsprachigen Handel begegnen die Bezeichnungen Silver inch plant und Inch plant. Fleischige Triebe, rasches Wachstum und eine einfache Kultur machen sie zu einer häufigen Ampelpflanze. Besonders die purpurne Blattunterseite bleibt beim herabhängenden Wuchs gut sichtbar und trägt zur markanten Farbwirkung bei. 2 3
Erkennung
Kriechende oder herabhängende, fleischige Triebe kennzeichnen Tradescantia zebrina. Sobald ein Knoten feuchtes Substrat berührt, kann er Wurzeln bilden. Die ovalen, zugespitzten Blätter sind 3 bis 8 cm lang. Auf grünem Grund verlaufen zwei silbrige Streifen auf der Oberseite; die Unterseite ist deutlich purpurn gefärbt. Die Kombination von Streifung und Unterseitenfarbe ist aussagekräftiger als ein einzelner Farbeindruck. 3 6
An jedem Sprossknoten umfasst die Blattbasis den Stängel als Blattscheide, ein typisches Merkmal der Commelinaceae. Die Knoten stehen regelmäßig in etwa 2 bis 3 cm Abstand. Auf diese kurzen Abschnitte bezieht sich der englische Name inch plant. An einer Bruchstelle tritt klarer, etwas zähflüssiger Pflanzensaft aus. Ein abgebrochener Trieb lässt sich daher sowohl an den Knoten als auch am Saft erkennen. 4 2
Kleine Blüten mit drei rosa- bis lilafarbenen Kronblättern stehen zwischen zwei Hochblättern an den Triebenden. Sie sind kurzlebig und fallen gegenüber dem Laub wenig auf. Im Zimmer bleibt die Pflanze ungefähr 15 bis 30 cm hoch; aus einer Ampel können ihre herabhängenden Triebe jedoch mehr als 60 cm Länge erreichen. Höhe und Trieblänge beschreiben hier also unterschiedliche Dimensionen. 3 5
Nützliche Taxonomie
Unter dem Namen Tradescantia zebrina beschrieb Bosse die Art 1849. Lange wurde sie der eigenständigen Gattung Zebrina zugeordnet, die heute zu Tradescantia gestellt wird. Ältere Bezeichnungen bleiben deshalb in gärtnerischer Literatur und auf Etiketten erhalten:
- Zebrina pendula Schnizl., ein Synonym aus der älteren Gartenbauliteratur
- Cyanotis zebrina (Bosse) Nees
- Commelina zebrina (Bosse) André
- Tradescantia zebrina var. zebrina
- Tradescantia zebrina var. flocculosa (G.Brückn.) D.R.Hunt
Der akzeptierte wissenschaftliche Name lautet Tradescantia zebrina. Bezeichnungen wie Purpusii oder Quadricolor meinen im hier behandelten gärtnerischen Zusammenhang Auslesen und sind nicht einfach als eigene Arten oder botanische Varietäten zu verstehen. Das Synonym Zebrina pendula ist besonders in älteren Gartenbauquellen verbreitet. Für eine Zuordnung muss daher zwischen historischem Artnamen und Sortenbezeichnung unterschieden werden. 1 4
Lebensraum und Verbreitung
Aus den warmen, feuchten Regionen Südmexikos und Mittelamerikas bis Kolumbien stammt Tradescantia zebrina. Die Art wächst in lichtem Unterwuchs, an schattigen Böschungen, auf Felsen und entlang von Wegen. Ihre kriechenden Triebe bilden dort dichte Bestände, die den Boden bedecken. Solche Standorte verbinden Feuchtigkeit mit Schutz vor ununterbrochener starker Besonnung. 1 3
Sehr rasches Wachstum und die Bewurzelung kleiner Triebfragmente erleichtern die Einbürgerung außerhalb des ursprünglichen Areals. In mehreren tropischen und subtropischen Regionen, unter anderem in Ostaustralien und Südafrika, ist die Art örtlich invasiv geworden. Dichte Bestände können dort die niedrige Vegetation feuchter Wälder verdrängen. Die gleiche Eigenschaft, die Stecklinge leicht anwachsen lässt, begünstigt somit auch eine unerwünschte Ausbreitung. 6 4
Eingeführte Vorkommen sind vom amerikanischen Herkunftsgebiet zu trennen. In winterkalten gemäßigten Klimaten, wie sie in weiten Teilen Mitteleuropas herrschen, wird die Art vor allem im Zimmer oder an frostgeschützten Plätzen gehalten. Diese Kulturbedingungen unterscheiden sich von den ganzjährig warmen Gebieten mit dokumentierter Ausbreitung; ein regionaler Invasivitätsbefund ist daher nicht unverändert auf jeden Standort übertragbar. 2 3
Lebenszyklus und Vermehrung
Kurzlebige Blüten mit drei Kronblättern gehören zum Lebenszyklus des Zebra-Ampelkrauts. Oft öffnen sie sich morgens und verwelken noch am selben Tag. Die Blüte bleibt unauffällig und ist nicht der eigentliche Zweck der Kultur. Im Zimmer erscheint sie zudem unregelmäßig; eine ausbleibende Blüte allein sagt deshalb wenig über die Entwicklung der Blattpflanze aus. 3 5
Besonders wirksam ist die vegetative Vermehrung. Ein abgebrochener Trieb kann auf feuchtem Substrat an seinen Knoten Wurzeln bilden und zu einer neuen Pflanze heranwachsen. Diese Strategie erklärt sowohl den kräftigen Wuchs im Topf als auch die häufige Weitergabe von Stecklingen unter Pflanzenfreunden. Ein bereits bewurzelter Triebabschnitt wächst dabei unabhängig von Blüten oder Samen weiter. 6 2
In Kultur werden vor allem Triebstecklinge mit einem Knoten und die Teilung dichter Bestände genutzt. Schneiden Sie einen Steckling knapp unter einem Knoten und stellen Sie ihn warm und hell, bei indirektem Licht, in Wasser oder feuchtes Substrat. Erste Wurzeln entstehen innerhalb von einer bis drei Wochen. Bei der Teilung werden mehrere bereits bewurzelte Abschnitte eines dichten Ballens getrennt; sie können ihr Wachstum unmittelbar fortsetzen. 2 3
Nutzen und Risiken
Vor allem als Blattschmuckpflanze wird Tradescantia zebrina genutzt. In Innenräumen hängen die Triebe aus Ampeln herab; in mildem Klima eignet sich die Art auch als Bodendecker und für Pflanzgefäße im Freien. Ihr kräftiges Wachstum erleichtert die Kultur, steht aber zugleich hinter ihrem invasiven Verhalten in manchen tropischen Regionen. Die gewünschte Wuchsfreude ist deshalb immer im jeweiligen Klima zu beurteilen. 4 6
Der Pflanzensaft wirkt leicht reizend. Bei empfindlicher Haut kann der Kontakt Rötungen und Juckreiz im Rahmen einer Hautentzündung auslösen; entsprechende Reaktionen sind bei Menschen und Tieren beschrieben. Nach Verschlucken sind leichte Verdauungsbeschwerden möglich. Die ASPCA nennt Tradescantia als mögliche Ursache einer Dermatitis bei Katzen und Hunden. Halten Sie die Pflanze deshalb von Haustieren und kleinen Kindern fern und tragen Sie beim Rückschnitt Handschuhe. 7 5
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Fast vollständig purpurne Blätter mit nur geringer Silberzeichnung kennzeichnen Purpusii. Quadricolor verbindet Grün, Silber, Rosa und Purpur; Burgundy und Silver Plus sind gärtnerische Farbbezeichnungen. Die angebotenen Formen sind keine eigenständigen Arten. Vor dem Kauf sind feste Blätter, gesunde Triebe und eine noch belaubte Basis hilfreicher als ein besonders auffälliger Handelsname. 2
Verwechslungen betreffen vor allem andere Arten derselben Gattung:
- Tradescantia fluminensis hat grüne Blätter ohne die typischen silbrigen Streifen;
- Tradescantia pallida wächst aufrechter und trägt vollständig violettes Laub;
- Tradescantia spathacea bildet eine kompakte Rosette mit purpurnen Blattunterseiten.
Die beiden silbrigen Längsstreifen auf grünem Grund, die deutlich purpurne Unterseite und die Blattscheide an jedem Knoten bilden gemeinsam die zuverlässigsten Erkennungsmerkmale. Damit lässt sich prüfen, ob eine unter einem allgemeinen Handelsnamen angebotene Pflanze tatsächlich Tradescantia zebrina ist. Purpurfarbenes Laub allein reicht zur Abgrenzung von den genannten Verwechslungspartnern nicht aus. 3 1
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Tradescantia zebrina Bosse
- Royal Horticultural Society, Tradescantia zebrina - silver inch plant
- Missouri Botanical Garden, Tradescantia zebrina
- Encyclopaedia Britannica, Zebrina pendula (Tradescantia zebrina)
- Plants For A Future, Tradescantia zebrina
- NC State Extension, Tradescantia zebrina
- ASPCA, Wandering Jew (Tradescantia) Giftigkeitsprofil
Häufig gestellte Fragen
Ist Zebra-Ampelkraut giftig?
Sein Pflanzensaft kann empfindliche Haut leicht reizen und Rötungen oder Juckreiz auslösen. Die ASPCA führt Tradescantia als mögliche Ursache von Hautentzündungen bei Katzen und Hunden auf. Halten Sie die Pflanze deshalb außerhalb der Reichweite von Haustieren und kleinen Kindern.
Warum verkahlt mein Zebra-Ampelkraut an der Basis?
Mit zunehmendem Alter oder bei Lichtmangel verlieren die Triebe unten ihre Blätter. Regelmäßiges Einkürzen der Triebspitzen verdichtet den Wuchs. Aus jungen Stecklingen lässt sich wieder eine kompakte Pflanze heranziehen.
Warum verblassen die Farben meiner Tradescantia zebrina?
Im Schatten werden die silbrigen Streifen und die purpurne Unterseite blasser. Helles indirektes Licht und etwas milde Sonne verstärken die Kontraste. Harte Mittagssonne kann das Laub dagegen stumpf wirken lassen.
Wie vermehrt man Zebra-Ampelkraut durch Stecklinge?
Schneiden Sie einen Trieb mit mindestens einem Knoten und stellen Sie ihn in Wasser oder feuchtes Substrat. Nach einer bis drei Wochen bilden sich Wurzeln. Die leichte Vermehrung erklärt, weshalb die Pflanze häufig unter Pflanzenfreunden weitergegeben wird.
Mit welchen Pflanzen wird Tradescantia zebrina verwechselt?
Vor allem mit Tradescantia fluminensis und Tradescantia pallida. Silbrige Streifen auf grünem Grund und die purpurne Blattunterseite sind wichtige Merkmale von Tradescantia zebrina.
Ist Zebra-Ampelkraut invasiv?
Im europäischen Frankreich wird es als Zimmerpflanze gehalten. In mehreren tropischen und subtropischen Regionen wächst es dagegen örtlich invasiv, weil es sich schnell ausbreitet und abgebrochene Triebe leicht bewurzeln. Dieser regionale Unterschied ist auch für die Beurteilung in anderen Klimaten wichtig.
Wie viel Licht braucht Tradescantia zebrina?
Helles indirektes Licht fördert die Blattzeichnung. Etwas milde Morgensonne verstärkt die Farben. Im Schatten bildet die Pflanze lange, schwache Triebe und verliert die deutliche silbrige Streifung.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.







