Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus, L. 1753)

Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus L., 1753) ist ein sommergrüner Strauch der Viburnaceae aus Europa, Sibirien, der Türkei und Nordalgerien. Seine dreilappigen Blätter erinnern an Ahorn; weiße Schirmrispen und durchscheinende rote Früchte, die gekocht essbar sind, unterscheiden ihn deutlich. Die Sorte 'Roseum' mit kugeligen Blütenständen ist seine am häufigsten angebaute Zierform.

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Wissenschaftlicher NameViburnum opulus
GattungViburnum
OrdnungDipsacales

Gemeiner Schneeball, Gewöhnlicher Schneeball, Wasser-Schneeball, Guelder-rose, European cranberrybush und Kalina

Identität
Toxizität
Für Mensch und Tier ungiftig; rohe Früchte in Menge reizend
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Strauch · Heckenstrauch
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
FrankreichNord- und MitteleuropaTürkeiRusslandUkraine
Lebensraum
Hecken, Gebüsche und Waldränder auf frischen bis feuchten Böden, oft nahe Sumpfgebieten
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommer
Erntezeit
HerbstWinter
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
6/10
Reifezeit
Ausgewachsen nach 8 bis 15 Jahren, Blüte schon in den ersten Jahren
Vermehrung
Aussaat, Steckling, Abmoosen
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Eingewachsen recht gut; empfindlicher auf nassem Boden und bei Wind
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Kühler, feuchter Boden, Freies Land, Entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne bis Halbschatten
Außenbereich
Feldhecke, Gartenbeet, Offener Boden
Erscheinungsbild
Höhe200–400 cmBreite200–400 cm
Blätter
Grün
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißCremeGröße5–10 cm
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
GrünRotGröße0.6–0.9 cm
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
GrünBraun
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

POWO/WCVP nennt Europa einschließlich Frankreichs bis Sibirien, die Türkei und Nordalgerien als natürliches Areal von Viburnum opulus. Als Zierstrauch, besonders mit der Sorte 'Roseum', wurde die Art in Nordamerika weit verbreitet eingeführt. Der Missouri Botanical Garden bezeichnet sie dort als potenziell invasiv und rät im Mittleren Westen von ihrer Pflanzung ab.

  • Heimisch5
  • Invasiv1
  • Europäisches Frankreich einschließlich Korsikas
  • Nord- und Mitteleuropa
  • Türkei und Kaukasus
  • Westsibirien
  • Ukraine
  • USA und Kanada

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus L., 1753) ist ein sommergrüner Strauch der Viburnaceae, der ausgewachsen 2 bis 4 m hoch wird. Die dreilappigen Blätter erinnern an Ahorn. Ein einfaches Merkmal trennt beide: kleine runde, eingesenkte Drüsen am oberen Ende des Blattstiels, die echten Ahornen fehlen. 2 6

Das lateinische Artepitheton opulus verweist auf die Blattähnlichkeit mit dem Feldahorn, der früher Acer opulus hieß. Auch der französische Name „obier“ bewahrt diese Verbindung. 1 7 Tela Botanica nennt für dasselbe Taxon weitere regional gebräuchliche französische Namen, darunter „viorne aquatique“ und „boule-de-neige“. 7

Der englische Name guelder-rose soll auf die niederländische Provinz Gelderland zurückgehen, wo sich die völlig steril blühende Sorte 'Roseum', der Schneeball mit kugeligen Blütenständen, besonders verbreitet haben soll. Mit echten Rosen ist die Pflanze jedoch nicht verwandt. 6

Erkennung

Unter besonders günstigen Bedingungen erreicht der Strauch sogar 8 m, erheblich mehr als die üblichen 2 bis 4 m. Die gegenständigen Blätter haben drei spitze, gezähnte Lappen, eine runzelige Oberfläche und vertiefte Adern. Sie erinnern an Ahornblätter; entscheidend bleiben die runden, eingesenkten Drüsen des Blattstiels, die echten Ahornen fehlen. 2 6

Von Mai bis Juli tragen flache 5 bis 10 cm breite Schirmrispen einen Kranz großer steriler Schaublüten um kleinere fruchtbare Blüten im Zentrum. Nach der Bestäubung entstehen aus den fruchtbaren Blüten ovale, durchscheinende Früchte, die sich von Grün zu leuchtendem Rot verfärben. Sie bleiben unter einem Zentimeter groß und hängen oft bis in den Winter in überhängenden Fruchtständen. 3 5

Taxonomie und Namen

WCVP führt Viburnum opulus L. als akzeptierten Namen in der Familie Viburnaceae. Mehrere nordamerikanische Floren und ein Teil der slawischen Literatur stellen die Gattung hingegen zu den Adoxaceae im weiteren Sinne oder historisch zu den Caprifoliaceae. Die Einordnungen unterscheiden sich, die Pflanze bleibt dieselbe: Je nach Referenzwerk ändert sich allein die Abgrenzung der Familie. 1 7

Zur botanischen Synonymie gehört unter anderem die gelbfrüchtige Varietät Viburnum opulus var. xanthocarpum (Späth) C.K.Schneid., 1911, auf die die gleichnamige Gartensorte zurückgeht. 1

Bei der Bestimmung wird Gemeiner Schneeball am häufigsten mit dem nah verwandten Wolligen Schneeball (Viburnum lantana) mit ungeteilten, ungelappten Blättern oder mit dem American cranberrybush (Viburnum trilobum) verwechselt. Letzterer ist eine nordamerikanische Art mit sehr ähnlichem Wuchs und ähnlichen Früchten, die lange als bloße Varietät von Viburnum opulus galt, bevor sie als eigenständiges Taxon anerkannt wurde. 5

Lebensraum und Verbreitung

Nach POWO/WCVP reicht das natürliche Areal von Europa einschließlich Frankreichs bis Sibirien, in die Türkei und nach Nordalgerien. 1 Die Art besiedelt Hecken, Gebüsche und Waldränder auf frischen bis feuchten Böden. Zeitweisen Wasserüberschuss verträgt sie besser als viele andere Heckensträucher. 4

Als Zierstrauch, insbesondere mit der Sorte 'Roseum', wurde Gemeiner Schneeball in Nordamerika vielerorts eingeführt und hat sich in mehreren Regionen eingebürgert. Der Missouri Botanical Garden bezeichnet ihn als potenziell invasiv und rät im Mittleren Westen von seiner Pflanzung ab. 3 Für Frankreich weist das INPN keinen invasiven Status aus: Dort gilt die Art als heimisch und ist in weiten Teilen des europäischen Staatsgebiets vertreten. 8

Lebenszyklus, Ökologie und Kultur

Die Samen keimen langsam, häufig erst nach mehr als 18 Monaten. Diese Verzögerung begrenzt die spontane Ausbreitung stark und macht die Aussaat zur Vermehrung einer bestimmten Sorte weniger zuverlässig als halbverholzte Stecklinge oder Absenker. Das gilt besonders für 'Roseum', die keine Samen bildet, da sämtliche Blüten steril sind. 4

Die Blüten ernähren Schwebfliegen und andere Blütenbesucher. Die bis mitten im Winter verfügbaren roten Beeren sind eine wichtige Nahrung für Vögel wie Gimpel und Misteldrossel. 6 Weil die Früchte lange nach der Reife hängen bleiben, verteilen sich die Samen über einen großen Teil des Winters, statt nur während einer kurzen Spitze im Herbst.

Nutzen und Risiken

Rohe, noch grüne oder leuchtend rote Früchte reizen in großer Menge Menschen wie Tiere und können Erbrechen sowie vorübergehenden Durchfall auslösen. Gekocht verlieren sie ihre Schärfe und lassen sich zu säuerlichem Gelee verarbeiten. Dieser traditionelle Gebrauch erklärt den Beinamen European cranberrybush. 4 6 Die getrocknete, im Herbst geerntete Rinde heißt auf Englisch cramp bark. Sie wurde in der traditionellen Pflanzenheilkunde lange als krampflösendes Mittel gegen Muskelkrämpfe und Menstruationsbeschwerden verwendet. 4

Im Garten eignet sich Gemeiner Schneeball für frei wachsende Hecken, als Solitär oder für Beete am Wasser. Die Sorte 'Roseum' mit ihren kugeligen, völlig sterilen Blütenständen dient ausschließlich als Zierpflanze und trägt niemals Früchte. 2 In der Ukraine ist der rote Schneeball, die Kalina, ein altes nationales Symbol und wird noch im patriotischen Lied Oi u luzi tscherwona kalyna besungen. 6

Sorten und Verwechslungen

Bei 'Roseum' sitzen sämtliche Blüten in sterilen kugeligen Büscheln. Die Sorte wird ausschließlich durch Stecklinge oder Absenker vermehrt und trägt im Gegensatz zur Wildart niemals Früchte. 2 'Compactum' wächst zwergig und wird etwa halb so breit wie die typische Art. 'Xanthocarpum' geht auf die gelbfrüchtige botanische Varietät in der WCVP-Synonymie zurück. 5 1 Beim Kauf ist der genaue Sortenname aussagekräftiger als die Blütenfarbe: Wer dekorative Früchte für Vögel sucht, muss 'Roseum' ausschließen, da diese Form im Gegensatz zur typischen Art oder zu 'Xanthocarpum' niemals fruchtet.

Neben dem Ahorn mit nur oberflächlich ähnlichen Blättern kommen als Verwechslungspartner vor allem der Wollige Schneeball mit ovalen, ungeteilten, ungelappten Blättern und der American cranberrybush (Viburnum trilobum) infrage. Diese eigenständige nordamerikanische Art wird oft unter ähnlichen Handelsnamen angeboten. Der Schneeballblattkäfer (Pyrrhalta viburni), dessen ursprüngliche europäische Wirtspflanze Gemeiner Schneeball ist, schädigt den Strauch stärker als jeder andere an ihm erfasste Schädling. Seine Larven können das Laub so weit skelettieren, dass die Pflanze über mehrere Jahre nachhaltig geschwächt wird. 5

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Gemeiner Schneeball giftig?

Nein, er wird nicht als giftig eingestuft. Nur rohe, noch grüne oder leuchtend rote Früchte können bei Mensch und Tier in großer Menge Erbrechen und vorübergehenden Durchfall auslösen. Gekocht verlieren sie ihre Schärfe.

Warum tragen manche Pflanzen des Gemeinen Schneeballs nie Früchte?

Das gilt für die Sorte 'Roseum' mit kugeligen Blütenständen: Alle ihre Blüten sind steril. Ohne bestäubbare fruchtbare Blüten trägt diese Zierform im Gegensatz zur Wildart niemals Früchte.

Wie unterscheidet man Gemeinen Schneeball von einem Ahorn?

Die Blätter ähneln sich, doch am oberen Ende des Blattstiels sitzen beim Gemeinen Schneeball kleine runde, eingesenkte Drüsen. Echten Ahornen fehlen sie. Der strauchige Wuchs und die Blüten in Schirmrispen bestätigen die Bestimmung.

Ist Gemeiner Schneeball invasiv?

In Europa nicht, dort ist er heimisch. In Nordamerika wurde er als Zierstrauch eingeführt und hat sich in mehreren Regionen eingebürgert. Der Missouri Botanical Garden bezeichnet ihn als potenziell invasiv und rät im Mittleren Westen von seiner Pflanzung ab.

Welcher Boden eignet sich für Gemeinen Schneeball?

Frischer bis feuchter Boden mit einem breiten pH-Bereich. Er gehört zu den wenigen Heckensträuchern, die zeitweisen Wasserüberschuss schadlos vertragen. Längere Trockenheit setzt ihm dagegen besonders zu.

Warum heißt diese Pflanze Schneeball?

Der Name bezieht sich auf die Sorte 'Roseum': Ihre völlig sterilen Blüten bilden weiße kugelige Büschel. Die kleinen fruchtbaren Blüten im Zentrum, die man bei der Wildart sieht, fehlen.

Ist der Schneeballblattkäfer eine ernste Gefahr?

Ja. Gemeiner Schneeball ist die ursprüngliche europäische Wirtspflanze dieses Insekts. Seine Larven können die Blätter zwischen den Adern skelettieren und den Strauch bei wiederholtem Befall über mehrere Jahre nachhaltig schwächen.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.