Nordmann-Tanne (Abies nordmanniana, )
Die Nordmann-Tanne (Abies nordmanniana) ist ein großer immergrüner Nadelbaum aus dem Norden der Türkei und dem westlichen Kaukasus. Ihr dunkles, nicht stechendes und lange haltbares Nadelkleid erklärt ihre Verwendung als Zier- und Weihnachtsbaum.
WeiterlesenNordmann-Tanne und Nordmanns Tanne
Pinus nordmanniana, Picea nordmanniana und Pinus abies var. nordmanniana





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Weltweite Verbreitung
Die Art ist vom Norden der Türkei bis zum westlichen Kaukasus heimisch und wurde in mehrere europäische Länder sowie in den Süden Neuseelands eingeführt.
- Heimisch3
- Eingeführt1
- Türkei
- Nordkaukasus
- Transkaukasien
- Mittel- und Nordeuropa
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Die Nordmann-Tanne (Abies nordmanniana (Steven) Spach, 1841), auch Nordmanns Tanne genannt, ist eine anerkannte Art der Kieferngewächse. Unter diesem Namen wurde sie 1841 veröffentlicht; ihr Basionym Pinus nordmanniana Steven, 1838 dokumentiert die Erstbeschreibung. 12
Die belegten französischen Namen sind sapin de Nordmann, sapin du Caucase und sapin de Crimée. 6 Der wissenschaftliche Name ehrt Alexander von Nordmann, einen Naturforscher, der mit der Entdeckung des Baums im Kaukasus im Jahr 1836 verbunden ist. 5 Die im Deutschen übliche Bezeichnung bezieht sich somit auf die Person Nordmann und nicht auf eine skandinavische Herkunft, obwohl die Art im europäischen Weihnachtsbaumanbau stark vertreten ist.
Erkennungsmerkmale
Das beste Merkmal an einem Zweig ist die Benadelung: Die Nadeln sind flach, ledrig, glänzend und nicht stechend. Auf ihrer Unterseite liegen zwei deutlich erkennbare weiße Spaltöffnungsstreifen. Die Spitze ist meist abgerundet und häufig eingekerbt. Die Nadeln weisen nach vorn und bedecken die Zweigoberseite weitgehend, statt dort eine klare Scheitellinie freizulassen. 85
Die junge Rinde bleibt glatt und graubraun und trägt Harzblasen. Die Knospen sind wenig oder gar nicht harzig. Die weiblichen Zapfen sind zunächst grün oder rötlich und später braun; sie stehen aufrecht auf den Zweigen und werden etwa 15 cm lang. Wie bei anderen Tannen lösen sich ihre Schuppen noch am Baum, um die Samen freizugeben. Ein vollständig erhaltener Zapfen am Boden spricht daher eher für eine Fichte oder Kiefer. 35
Nützliche Taxonomie
Die Art gehört zu den Pinales, zur Familie Pinaceae und zur Gattung Abies. Drei homotypische Synonyme sind verzeichnet: Picea nordmanniana (Steven) Loudon, Pinus abies var. nordmanniana (Steven) F.Muell. und Pinus nordmanniana Steven. 1 Diese früheren Gattungszuordnungen erklären alte Namen in Katalogen, bezeichnen aber nicht drei verschiedene Arten.
Zwei infraspezifische Taxa sind anerkannt: die Nominatunterart und Abies nordmanniana subsp. equi-trojani (Asch. & Sint. ex Boiss.) Coode & Cullen aus dem Nordwesten der Türkei. 15 Für die übliche Bestimmung ist die Art die angemessene Rangstufe, solange Herkunft oder Merkmale einer Unterart nicht geklärt sind.
Lebensraum und Verbreitung
Das natürliche Areal reicht vom Norden der Türkei bis zum westlichen Kaukasus, über Türkei, Transkaukasien und Nordkaukasus im gemäßigten Biom. 1 Die Bergwälder liegen in etwa 900 bis 2.200 m Höhe, in Gebieten mit mehr als 1.000 mm Jahresniederschlag. Diese Herkunft erklärt das Verhalten im Garten: Der Baum bevorzugt gleichmäßige Feuchtigkeit und verträgt heiße, trockene Sommer schlecht. 5
Eingeführte Vorkommen bestehen außerdem in zahlreichen europäischen Ländern und im Süden Neuseelands. 1 Ein Vorkommen außerhalb des Kaukasus belegt somit nicht von selbst eine natürliche Population. Herkünfte werden in Plantagen, Arboreten und Versuchen in Frankreich und Dänemark erhalten; in der Türkei stehen Bestände unter Schutz. 7
Lebenszyklus, Kultur und Vermehrung
Die Nordmann-Tanne ist ein immergrüner Nadelbaum. Sie bildet keine Blüten im Sinne der Bedecktsamer, sondern männliche und weibliche Zapfen. Die Schuppen der aufrechten weiblichen Zapfen lösen sich bei der Reife voneinander und geben geflügelte Samen frei. 5 Die Wildform wird im Gartenbau durch Aussaat vermehrt. 3
Das Saatgut wird mit einem Fragezeichen einer mittleren Lagerkategorie zugeordnet, womit diese Einordnung als unsicher gekennzeichnet ist; zudem wird eine schwache Keimruhe beschrieben. Für die Lagerung sind kontrollierte Feuchtigkeit und Temperatur nötig. Die Angaben beziehen sich auf forstliche Saatgutpartien und sind keine Keimgarantie für unter einem Baum gesammelte Samen. 9 Die Vermehrung über Samen bewahrt die Vielfalt der Herkünfte, die in Erhaltungseinheiten und Ex-situ-Versuchen untersucht wird. 7
Im Garten braucht die Nordmann-Tanne einen dauerhaft ausreichend großen Standort. Sie erreicht langfristig 30 m oder mehr Höhe und 4 bis 8 m Kronenbreite; bis zur gärtnerischen Reife vergehen 20 bis 50 Jahre. In nordamerikanischer Kultur misst sie häufiger 12 bis 18 m, im natürlichen Lebensraum jedoch bis etwa 61 m. 35 Diese Maße stammen aus verschiedenen Kontexten und dürfen nicht zu einer universellen Größenspanne zusammengezogen werden.
Ein frischer, nährstoffreicher und gut durchlässiger, saurer bis neutraler Boden sowie ein sonniger Platz sind die am besten belegten Kulturbedingungen. Halbschatten wird vertragen. 35 In Deutschland, Österreich und der Schweiz eignet sich der Baum besonders für geräumige Gärten in kühleren, niederschlagsreichen Lagen. Heiße, trockene Sommer, Stadtverschmutzung und dauerhaft vernässte Böden sind ungünstig. Ein Erziehungsschnitt ist selten nötig, weil die kegelförmige Krone von selbst entsteht; ein regelmäßiger Schnitt wird nicht empfohlen. 35
Verwendung und Risiken
Die sichtbarste Verwendung ist die als Weihnachtsbaum. Die dunkelgrünen Nadeln fallen nach dem Fällen sehr langsam ab, während sich die Nadeln der Gemeinen Fichte schneller lösen. 4 Die Art wird außerdem als Zierbaum und Sichtschutz sowie zur Papier- und Bauholzgewinnung genutzt. 5
Der globale Status lautet Nicht gefährdet (LC). 101 Diese Einstufung entbindet nicht davon, die genetische Vielfalt der kaukasischen Populationen zu bewahren, die fortlaufend beobachtet wird. 7
Die Giftigkeit der Nordmann-Tanne bleibt bei Katzen, Hunden, Pferden, Kindern, Erwachsenen und anderen Tieren unbekannt, ohne daraus Unbedenklichkeit abzuleiten. Weihnachtsbäume aller Arten gelten im Allgemeinen als nur wenig giftig für Haustiere; dennoch sollte das Wasser im Baumständer abgedeckt werden, da Bakterien oder Dünger Übelkeit, Durchfall oder Magenbeschwerden auslösen können. Diese allgemeine Vorsichtsmaßnahme begründet keine Giftigkeitsstufe für Abies nordmanniana. 11
Kulturformen, Verwechslungen und ähnliche Pflanzen
Die Nordmann-Tanne wird vor allem mit der Weiß-Tanne und aus der Entfernung mit der Gemeinen Fichte verwechselt. Gegenüber der Fichte weisen flache Nadeln ohne verholzte Nadelkissen und aufrechte, am Baum zerfallende Zapfen auf eine Tanne hin. Im Vergleich zur Weiß-Tanne ist das Laub der Nordmann-Tanne dichter, ledriger und auf der Zweigoberseite stärker nach vorn gerichtet; diese Anordnung trennt die beiden Arten. 8
Die niedrige, gelbnadelige Auslese ‘Golden Spreader’ entspricht weder der Wuchsform noch der Farbe der Wildform. 5 Vor dem Kauf eines Jungbaums unter einem Sortennamen sollte deshalb dessen eigene Endhöhe geprüft werden. Die für die Art genannten 12 bis mehr als 30 m gelten nicht automatisch für gärtnerische Zwergformen. Die anerkannten Unterarten sind botanische Taxa und keine Kultivare. 1
Wichtigste Quellen
- Kew, Plants of the World Online, Abies nordmanniana
- International Plant Names Index, Abies nordmanniana
- Royal Horticultural Society, Abies nordmanniana
- Royal Horticultural Society, Weihnachtsbaumarten und ihre Pflege
- NC State Extension, Abies nordmanniana
- INPN, ZNIEFF-Inventar 210020071, TAXREF-Tabelle, Seite 54
- EUFORGEN, Abies nordmanniana
- Forest Research, Nadelbäume auf den Britischen Inseln
- Forest Research, Saatgutlagerung bei Abies nordmanniana
- Rote Liste der IUCN, Abies nordmanniana
- ASPCA, Vorsichtsmaßnahmen für Tiere rund um Weihnachtsbäume
Häufig gestellte Fragen
Wie erkennt man eine Nordmann-Tanne?
Ihre flachen, nicht stechenden und glänzenden Nadeln tragen auf der Unterseite zwei weiße Streifen und bedecken die Oberseite des Zweigs weitgehend. Die zylindrischen Zapfen stehen aufrecht.
Wie hoch wird eine Nordmann-Tanne?
In gärtnerischer Kultur erreicht der Baum langfristig 30 m oder mehr. In nordamerikanischer Kultur misst er eher 12 bis 18 m und im natürlichen Lebensraum bis ungefähr 61 m.
Wo pflanzt man eine Nordmann-Tanne?
Sie eignet sich für ein großes Grundstück mit frischem, aber gut durchlässigem, saurem bis neutralem Boden und Schutz vor heißen, trockenen Sommern. Ihre gärtnerische Wuchsbreite beträgt 4 bis 8 m.
Warum wird die Nordmann-Tanne als Weihnachtsbaum verwendet?
Ihr dunkelgrünes Laub sticht nicht, und ihre Nadeln lösen sich nach dem Fällen nur langsam. Beide Eigenschaften sind bei einem Baum gefragt, der über die Feiertage im Haus steht.
Ist die Nordmann-Tanne giftig?
Die Giftigkeit der Art bleibt bei Katzen, Hunden, Pferden, Kindern, Erwachsenen und anderen Tieren unbekannt. Bekannte Vorsichtsmaßnahmen betreffen nur Weihnachtsbäume im Allgemeinen.
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.

