Große Klette (Arctium lappa, L. 1753)

Große Klette (Arctium lappa L., 1753) ist eine zweijährige Pflanze der Asteraceae aus dem gemäßigten Europa und Asien. Ihre großen herzförmigen Blätter sind unterseits filzig; violette Blütenkörbe stehen in Schirmrispen und werden zu hakigen Kletten. Die fleischige Wurzel wird als Gemüse angebaut, besonders in Japan unter dem Namen Gobo. Die Haken der Fruchtstände dienten als Vorbild für den Klettverschluss.

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Wissenschaftlicher NameArctium lappa
GattungArctium
OrdnungAsterales

Große Klette, Butzenklette, Klette, Gobo, Great burdock und Beggar's buttons

Identität
Toxizität
Bei Verzehr ungiftig; Haken verursachen mechanische Reizungen
Pflegeaufwand
Mäßig
Pflanzenart
Zweijährlich · Rosette
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Zweijährig
Herkunft
FrankreichDeutschlandItalienChina
Lebensraum
Brachen, Schuttplätze, Wegränder und Böschungen auf stickstoffreichen Böden
Jahresverlauf
Blütezeit
Sommer
Erntezeit
Herbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
6/10
Reifezeit
Blattrosette im ersten Jahr; Blütenstängel und Fruchtbildung im zweiten
Vermehrung
Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Kräftiger, verzweigter Stängel; nach dem Anwachsen gut windfest
Luftfeuchtigkeit
40–70 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Reicher Boden, Tiefer Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne bis Halbschatten
Außenbereich
Gemüsegarten, Offener Boden
Pflanzgefäße
Tiefer Behälter
Erscheinungsbild
Höhe150–300 cmBreite100–150 cm
Blätter
GrünWeiß
Große Klette (Arctium lappa): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Große Klette (Arctium lappa): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Große Klette (Arctium lappa): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Große Klette (Arctium lappa): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Große Klette (Arctium lappa): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
ViolettRosaGröße2.5–4 cm
Große Klette (Arctium lappa): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Große Klette (Arctium lappa): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Große Klette (Arctium lappa): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Große Klette (Arctium lappa): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Große Klette (Arctium lappa): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
BraunGröße0.5–0.6 cm
Große Klette (Arctium lappa): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Große Klette (Arctium lappa): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Große Klette (Arctium lappa): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Große Klette (Arctium lappa): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Große Klette (Arctium lappa): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Große Klette (Arctium lappa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Große Klette (Arctium lappa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Große Klette (Arctium lappa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Große Klette (Arctium lappa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Große Klette (Arctium lappa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün
Große Klette (Arctium lappa): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Große Klette (Arctium lappa): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Große Klette (Arctium lappa): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Große Klette (Arctium lappa): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Große Klette (Arctium lappa): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal der Großen Klette liegt im gemäßigten Europa und Asien. Dort wächst sie auf stickstoffreichen Brachen, Schuttplätzen und Wegrändern. In Nord- und Südamerika ist sie vielfach eingeführt; ihr Verhalten reicht dort von unauffälliger Einbürgerung bis zu überwachten Massenbeständen an Ackerrändern.

  • Heimisch4
  • Eingeführt3
  • Frankreich
  • Deutschland
  • Italien
  • China
  • Kanada
  • Vereinigte Staaten
  • Brasilien

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Große Klette (Arctium lappa L., 1753) ist eine zweijährige Pflanze der Gattung Arctium innerhalb der Asteraceae. Der Gattungsname geht auf das griechische arktos, „Bär“, zurück und spielt auf das zottige Erscheinungsbild an. Das Artepitheton lappa wird von griechisch lambanô, „ergreifen“, hergeleitet und beschreibt die Haken ihrer Fruchtstände. 8 1

Mit den widerhakigen Früchten hängt auch der französische Name bardane zusammen. Er geht auf mittellateinisch bardana und spätlateinisch dardana zurück, letztlich auf ein germanisches Wort für „Spieß“ oder „Wurfpfeil“. Diese Etymologie betrifft den französischen Namen und erklärt die betonte Wehrhaftigkeit der Früchte. 8

Ein einzelnes Merkmal hilft bei der Bestimmung unter Kletten: Anders als bei Arctium minus, deren Grundblattstiele hohl sind, bleiben die Blattstiele der Großen Klette auf ganzer Länge markig und gefurcht. 4

Erkennung

Mit 1,5 bis 3 m Höhe und 1 bis 1,5 m Breite zählt Arctium lappa zu den auffälligen Ruderalpflanzen. Ihre fleischige Pfahlwurzel kann bis 50 cm tief reichen; außen ist sie braun, innen weiß. 2 8

Breite, herzförmige Grundblätter werden oft über 15 cm lang. Oben sind sie mattgrün, unten weißlich filzig. Ihr Stiel ist markig und oberseits rinnig vertieft. Dieses Merkmal trennt Arctium lappa von der nah verwandten Arctium minus mit hohlen Blattstielen. 4

Violette Blütenkörbe mit 2,5 bis 4 cm Durchmesser stehen zwischen Juli und September in flachen Schirmrispen an verzweigten, gefurchten Stängelspitzen. Nach der Blüte wird jeder Korb zu einer Klette aus hakigen Hüllblättern. Darin liegen graue bis braune, 5 bis 6 mm lange Achänen mit einem kurzen gelblichen Pappus. 4 8

Nützliche Taxonomie

Für Arctium lappa L. führt Plants of the World Online den Status eines akzeptierten Namens. Er wurde 1753 veröffentlicht und bezeichnet eine Art der Asteraceae, deren natürliches Areal im gemäßigten Eurasien liegt. 1 6

In der botanischen Synonymie sind mehrere Namen zu finden. Für Saatgutkäufe und die Bestimmung im Gelände ist es hilfreich, diese historischen Bezeichnungen zu kennen:

  • Arctium lappa var. tomentosum A.Gray (historische taxonomische Bezeichnung)
  • Arctium lappa var. purpurascens Fernald & Wiegand (historische taxonomische Bezeichnung)
  • Arctium lappa subsp. nemorosum (Lej.) P.D.Sell (historische taxonomische Bezeichnung)
  • Arctium lappa subsp. pubens (Bab.) P.D.Sell (historische taxonomische Bezeichnung)

Zur Gattung Arctium gehören nahe verwandte Arten wie Arctium minus und Arctium tomentosum. Sie werden ebenfalls als Kletten bezeichnet, sind aber verschiedene Pflanzen. Für die eindeutige Zuordnung bleibt daher der wissenschaftliche Name der verlässlichste Bezugspunkt. 1

Lebensraum und Verbreitung

Stickstoffreiche Böden im gemäßigten Europa und Asien bilden den ursprünglichen Lebensraum der Großen Klette. Dort besiedelt sie Brachen, Schuttstellen, Wegränder und Böschungen. 1 8

In Frankreich ist die Große Klette im gesamten Land häufig. Sie wächst vorwiegend auf gestörten Flächen und in der Nähe von Siedlungen, weniger in unberührten Lebensräumen. 8

Weit außerhalb ihres natürlichen Areals wurde die Art ebenfalls eingeführt. Dazu gehören Kanada, der Nordosten und Teile der Mitte der USA sowie Brasilien. Dort ist sie besonders an Straßenrändern und am Rand bewirtschafteter Flächen anzutreffen. 4

Lebenszyklus und Vermehrung

Zwei Jahre umfasst der zweijährige Lebenszyklus der Großen Klette. Im Frühjahr keimt der Same. Während des ersten Jahres entsteht eine Blattrosette ohne Blütenstängel, und die unterirdische Pfahlwurzel verdickt sich als Speicherorgan. 4

Nach dem Winter im Rosettenstadium hat die Pflanze den für die Blüte nötigen Kältereiz erhalten. Im folgenden Frühjahr entwickelt sie einen verzweigten Stängel, der 2 m überragen kann. Zwischen Juli und September folgen die in Schirmrispen angeordneten Blütenkörbe. 4 2

Jeder verblühte Korb wird zu einer hakigen Klette, die an Tierfell oder Kleidung haftet. So werden die Achänen über weite Strecken transportiert, statt durch den Wind verbreitet zu werden. Dieses Haftsystem inspirierte den Schweizer Ingenieur George de Mestral zum Klettverschluss. Nach einer Wanderung in den Alpen untersuchte er 1941 die Haken im Fell seines Hundes. Daraus entwickelte er den Mechanismus, der vierzehn Jahre später patentiert wurde. 8 7

Nutzen und Risiken

Im Herbst des ersten Jahres, noch vor dem Schossen, lässt sich die Wurzel der Großen Klette als Gemüse ernten. Sie wird ähnlich wie Schwarzwurzel gekocht und enthält etwa 45 % Inulin, einen für den Menschen unverdaulichen Speicherkohlenhydratstoff. 3 8

In Japan wird die Wurzel gewerblich als Gobo angebaut. Für Gerichte wie Kinpira Gobo schneidet man sie in dünne Stifte und schmort sie anschließend mit Sojasauce. 8

NC State Extension nennt keine Giftigkeit beim Verzehr für Menschen oder Haustiere, beschreibt aber eine ernste mechanische Gefahr. Haken und Borsten der Blütenkörbe können Augen, Haut und Atemwege stark reizen, etwa bei Menschen, Hunden, Pferden und anderen Nutztieren. In Gefieder verhedderte Kletten haben bereits kleine Vögel und Fledermäuse getötet. 4

Wurzel und Blätter werden außerdem wegen ihres Gehalts an Arctigenin, Chlorogensäure und Flavonoiden untersucht. Für diese Stoffe wurden antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften in Zellversuchen und an Tieren beschrieben. 5

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Weit verbreitete Ziersorten gibt es bei der Großen Klette kaum. Gemüsebauliche Sorten wurden dagegen auf lange, zarte Wurzeln ausgelesen. Takinogawa ist eine japanische Sorte mit langer Wurzel aus der Edo-Zeit; Watanabe Early reift früher und hat kürzere Wurzeln. 3

Zwei nahe Verwandte können im Gelände ähnlich aussehen: Arctium minus bleibt kleiner und hat hohle statt markige Blattstiele. Bei Arctium tomentosum tragen die Hüllblätter der Blütenkörbe einen wolligen Filz, der Arctium lappa fehlt. Auf ähnlichen Brachen wächst Silybum marianum, ohne zur gleichen Gattung zu gehören. Dessen weiß marmorierte Blätter und Früchte ohne Haken erlauben eine schnelle Abgrenzung.

Für die sichere Bestimmung von Arctium lappa bleiben die markigen, gefurchten Blattstiele verlässlicher als die Höhe oder die Farbe der Blütenkörbe. Diese beiden Merkmale verändern sich mit Standort und Wachstumsbedingungen. 4

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Große Klette für Katzen und Hunde giftig?

Eine Giftigkeit beim Verzehr ist nicht dokumentiert. Die tatsächliche Gefahr ist mechanisch: Die Haken reifer Blütenkörbe können Haut, Augen und Atemwege reizen und sich dauerhaft im Fell verfilzen.

Warum haften Kletten so stark an Fell und Kleidung?

Jeder reife Blütenkorb ist von hakig gekrümmten Hüllblättern umgeben. Der Schweizer Ingenieur George de Mestral untersuchte dieses Haftsystem 1941 im Fell seines Hundes; daraus entstand der Klettverschluss.

Kann man die Wurzel der Großen Klette essen?

Ja. Die Wurzel wird im Herbst des ersten Jahres vor dem Schossen geerntet und wie Schwarzwurzel gekocht. In Japan wird sie unter dem Namen Gobo gewerblich angebaut.

Wie erkennt man Arctium lappa unter anderen Kletten?

Am zuverlässigsten ist der Stiel der Grundblätter: Bei Arctium lappa ist er markig und gefurcht, bei Arctium minus hohl. Der meist höhere Wuchs und die größeren Blütenkörbe stützen die Bestimmung.

Warum blüht meine Große Klette im ersten Jahr nicht?

Die Pflanze ist zweijährig. Im ersten Jahr bildet sie eine Rosette ohne Blütenstängel, während die Wurzel unterirdisch dicker wird. Erst nach dem Kältereiz des Winters blüht sie im zweiten Jahr.

Wie verhindert man eine Ausbreitung der Großen Klette im Garten?

Die Blütenkörbe beim Braunwerden abschneiden, bevor sich die Haken öffnen und die Achänen im Tierfell verbreitet werden. Dieser Eingriff genügt, um die Selbstaussaat einzudämmen.

Ist die Große Klette für Vögel gefährlich?

NC State Extension berichtet von kleinen Vögeln und Fledermäusen, die durch verhedderte Kletten getötet wurden. Das ist eine mechanische Gefahr und keine Vergiftung durch Verzehr.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.