Armoise japonaise (Artemisia princeps, )
Artemisia princeps (Pamp., 1930), in Japan Yomogi genannt, ist eine aromatische, krautige Staude der Korbblütler (Asteraceae) aus China, Japan und Korea. Ihre unterirdischen Rhizome breiten sich kräftig aus und besiedeln rasch gestörte Böden. Die geteilten Blätter mit wollig weißlicher Unterseite prägen eine lange kulinarische und rituelle Tradition in Ostasien, von Yomogi-Mochi bis zur koreanischen Gründungslegende von Gojoseon.
WeiterlesenArmoise japonaise, Yomogi, Ssouk, Japanese mugwort, Korean mugwort und Korean wormwood
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Weltweite Verbreitung
POWO umschreibt das ursprüngliche Areal als gemäßigtes China bis zum gemäßigten Ostasien. Die Flora of China nennt rund zwanzig chinesische Provinzen sowie Japan und Korea. Außerhalb Asiens wird die Art vor allem als Nutz- oder Zierpflanze kultiviert. Ihre Ausbreitung durch kriechende Rhizome verlangt eine ähnliche Aufmerksamkeit wie bei Artemisia vulgaris.
- Heimisch4
- China
- Japan
- Korea
- Taiwan
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Artemisia princeps (Artemisia princeps Pamp., 1930) ist eine aromatische, krautige Staude aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) und der Gattung Artemisia. POWO führt ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet vom gemäßigten China bis zum gemäßigten Ostasien. Die Art gehört damit zu den ostasiatischen Vertretern dieser artenreichen Gattung. 1
Als Yomogi ist die Pflanze in Japan bekannt, als Ssouk in Korea. In französischen Gartenkatalogen wird sie als japanische Artemisia bezeichnet. Die englischen Bezeichnungen Japanese mugwort, Korean mugwort und Korean wormwood meinen ebenfalls diese Art. Diese Namen nach Ländern ersetzen jedoch keine botanische Abgrenzung gegenüber ähnlich aussehenden Nachbararten. 5
Das lateinische Epitheton princeps bedeutet „die Erste“ oder „die Hauptsächliche“. Es kennzeichnet diese ostasiatische Art innerhalb einer Gattung, die mit mehreren Hundert Arten über die Nordhalbkugel verbreitet ist.
Erkennung
Nach der Flora of China bildet Artemisia princeps aufrechte Horste von 60 cm bis 1,5 m Höhe. Die Stängel sind schwach bis dicht spinnwebig behaart und verzweigen sich vor allem im oberen Drittel. Die Verteilung der Zweige gehört zum Erscheinungsbild der ausgewachsenen Pflanze. 4
Ein- bis zweifach geteilte Blätter zeigen eine hellgrüne, nahezu kahle Oberseite und eine dicht wollige, weißliche Unterseite. Dieser baumwollartige Belag ist heller als bei Beifuß und liefert traditionell den Rohstoff für Moxa. Mittlere Stängelblätter werden gewöhnlich 6 bis 12 cm lang. Der deutliche Gegensatz zwischen heller grüner Oberseite und weißlich wolliger Unterseite hilft auch dann beim Erkennen, wenn keine Blüten vorhanden sind. 4
Von Juli bis November erscheinen winzige Blütenkörbchen in großen, länglichen Rispen. Jedes nur 1,5 bis 2,5 mm breite Körbchen enthält 5 bis 7 weibliche Randblüten und 4 bis 9 zwittrige Blüten im Zentrum. Weil diese Blüten wenig auffallen, richtet sich die Bestimmung vor allem nach dem Laub. 4
Nützliche Taxonomie
Bei POWO gilt Artemisia princeps Pamp. als akzeptierte Art, getrennt von Artemisia vulgaris und Artemisia indica. Die historischen Namen dieser Arten überschneiden sich allerdings erheblich. Zu den wichtigen Bezeichnungen in dieser Synonymie gehören: 1
- Artemisia vulgaris var. maximowiczii Nakai (historischer Varietätsname)
- Artemisia lavandulifolia var. maximowiczii (Nakai) Pamp. (historische Zuordnung)
- Artemisia indica var. maximowiczii (Nakai) H.Hara (weitere historische Kombination)
- Artemisia parvula Pamp. (historischer Artname)
- Artemisia montana (Nakai) Pamp. (Name in der Synonymie)
Besonders irreführend ist die Varietät orientalis. Trotz ihres Namens ordnet POWO Artemisia princeps var. orientalis H.Hara heute Artemisia indica var. indica zu. Sie wird dort also nicht zu Artemisia princeps gestellt. Ein Epitheton wie maximowiczii oder orientalis allein erlaubt keine sichere Zuordnung, denn je nach botanischer Auffassung taucht es bei drei benachbarten Arten auf. Dafür ist der vollständige wissenschaftliche Name mit Autorenangabe nötig. 1 3
Lebensraum und Verbreitung
Im gemäßigten China nennt die Flora of China Vorkommen in rund zwanzig Provinzen; hinzu kommen Japan und Korea. Besiedelt werden Straßenränder, Böschungen, Gebüsche, Waldränder, Täler und Flussufer. Die Höhenverbreitung reicht von Meereshöhe bis etwa 1.400 m. 4
Kriechende Rhizome lassen die Horste in aufgewühltem Boden rasch größer werden. Schon ein eingegrabenes Teilstück kann eine neue Kolonie hervorbringen, ähnlich wie bei Beifuß. 6 Ohne eine wirksame Trennung der Wurzelräume können dieselben Rhizome an Beeträndern oder in gemeinsam bepflanzten Kübeln benachbarte Frühlingszwiebeln schnell verdrängen.
Außerhalb Ostasiens bleibt Artemisia princeps vor allem eine Kulturpflanze für Küche und traditionelle Anwendungen. Als weit verbreitetes Wildkraut ist sie dort weniger umfassend dokumentiert. Wer ihre Ausbreitung im Garten begrenzen möchte, hat deshalb weiterhin guten Grund, sie im Kübel zu halten. 5
Lebenszyklus und Vermehrung
Jedes Frühjahr treiben Wurzelstock und Rhizome von Artemisia princeps erneut aus. Danach bilden sich aufrechte Stängel; die Blüte folgt von Juli bis November. PFAF beschreibt ein schnelles Wachstum, das eher durch magere, trockene und durchlässige Böden als durch reiches Substrat begünstigt wird. 6 Bleiben die verblühten Triebe ungeschnitten, reifen Samen, und Selbstaussaat kann das Nachbarbeet rasch besiedeln.
Zur Vermehrung kommen oberflächliche Aussaat von Spätwinter bis Frühsommer, Horstteilung und Basalstecklinge im Frühjahr oder Herbst infrage. Für die Küche werden die jungen, 10 bis 15 cm langen Triebe im späten Frühjahr geerntet, bevor die Stängel hart werden. 6
Magerer Boden kann zugleich Langlebigkeit und Aroma fördern. PFAF hält ausdrücklich fest, dass Pflanzen auf trockener, wenig fruchtbarer Erde länger überleben als Exemplare auf nährstoffreichem Boden. Kräftiger Wuchs verlangt bei dieser Art daher nicht automatisch nach einem besonders reichen Substrat. 6
Traditionelle und kulturelle Verwendung
Junge Blätter und Triebe gehören in Ostasien zu den traditionell roh oder gekocht verzehrten Pflanzenteilen. Besonders bekannt ist ihre Verwendung in japanischen Klebreisklößen, den Kusa-Mochi. Nach dem Kochen, das die Bitterkeit abschwächt, werden die Blätter zerstoßen und in die Reismasse eingearbeitet. 6
Der wollige Belag der Blattunterseiten liefert traditionell Moxa, einen pflanzlichen Brennstoff für die Moxibustion. Das Wort stammt vom japanischen mogusa, einer Verkürzung von Yomogi. Diese kontrollierte Verbrennung ist mit der Akupunktur verbunden und wird in Ostasien seit mehreren Jahrhunderten weitergegeben. 5
In Korea heißt die Pflanze Ssouk und spielt eine zentrale Rolle im Gründungsmythos von Gojoseon. Eine Bärin und ein Tiger sollen hundert Tage ohne Licht ausschließlich Beifuß und Knoblauch essen, um Menschen zu werden. Nur die Bärin besteht die Prüfung. Sie verwandelt sich in die Frau Ungnyeo und bringt später Dangun, den legendären Gründer des Reiches, zur Welt. 8
Giftigkeit und Verwechslungen
Weder PFAF noch die üblichen toxikologischen Datenbanken führen Artemisia princeps als für Haustiere beim Verzehr giftige Pflanze. Das bei PFAF beschriebene Risiko betrifft vor allem die Haut. Wer das zerriebene Laub mit bloßen Händen berührt, kann bei entsprechender Empfindlichkeit eine Kontaktdermatitis oder allergische Hautreaktion entwickeln. 6
Drei verwandte Arten mit wolligem Laub erschweren die Bestimmung: Artemisia vulgaris, in Europa weiter verbreitet, Artemisia indica, der je nach botanischer Auffassung ein Teil der Synonymie von princeps zugeordnet wird, und Artemisia montana, die gelegentlich lediglich als Synonym behandelt wird. Bei diesen Überschneidungen bleibt nur der wissenschaftliche Name mit Autorenangabe ein verlässlicher Bezugspunkt. 1 7
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Artemisia princeps Pamp.
- International Plant Names Index, Artemisia princeps Pamp.
- GBIF Backbone Taxonomy, Artemisia princeps Pamp.
- Flora of China, Artemisia princeps Pampanini
- Royal Horticultural Society, Artemisia princeps
- Plants For A Future, Artemisia princeps
- NCBI Taxonomy, Artemisia princeps
- Encyclopaedia Britannica, Tangun (Dangun), Gründungslegende von Gojoseon
Häufig gestellte Fragen
Sind Artemisia princeps und Beifuß dieselbe Pflanze?
Nein. Artemisia princeps und Artemisia vulgaris sind nach POWO zwei verschiedene Arten, auch wenn sich ihre Synonymie rund um das Epitheton maximowiczii stark überschneidet. Die Blattoberseite von Artemisia princeps ist heller, die Unterseite dichter wollig behaart.
Wie hängen die Namen Moxa und Yomogi zusammen?
Moxa geht auf das japanische mogusa zurück, das von Yomogi abgeleitet ist. Die getrockneten, zerstoßenen Blätter dieser Art liefern traditionell den pflanzlichen Brennstoff für die Moxibustion.
Ist Artemisia princeps giftig?
Weder PFAF noch die üblichen toxikologischen Datenbanken führen die Art als für Haustiere giftige Pflanze. PFAF nennt vor allem das Risiko einer Kontaktdermatitis bei empfindlichen Menschen nach Berührung des Laubs, weniger eine Giftwirkung durch Verzehr.
Kann man Artemisia princeps essen?
In Ostasien werden junge Blätter und Triebe traditionell roh oder gekocht gegessen. Nach dem Abmildern der Bitterkeit durch Kochen werden sie unter anderem zerstoßen in Kusa-Mochi, japanische Klebreisklöße, eingearbeitet.
Breitet sich Artemisia princeps stark aus?
Im ursprünglichen ostasiatischen Areal besiedelt sie mit kriechenden Rhizomen rasch gestörte Böden. Außerhalb dieses Gebiets wird sie überwiegend kultiviert. Eine Kultur im Kübel bleibt sinnvoll, um unkontrollierte Ausbreitung zu vermeiden.
Welche Rolle spielt Artemisia princeps in der Legende von Gojoseon?
Im koreanischen Gründungsmythos wird eine Bärin zur Frau, nachdem sie hundert Tage lang Beifuß und Knoblauch gegessen hat. Sie bringt Dangun zur Welt, den legendären Gründer von Gojoseon. Seitdem bleibt die Pflanze in Korea mit dem Frühling verbunden.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.





