Korbmarante (Calathea, )
Calathea (Calathea) ist eine Gattung der Marantaceae aus dem tropischen Amerika, deren Vertreter wegen ihrer markanten Blattmuster als Zimmerpflanzen kultiviert werden. Die Blätter richten sich abends auf und liegen tagsüber flach, ähnlich wie bei Maranta. Seit 2012 gehören die meisten früher hier eingeordneten Arten zur Gattung Goeppertia.
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Weltweite Verbreitung
Calathea stammt aus dem tropischen Amerika, von Südmexiko über Mittelamerika und die Karibik bis Südamerika. Das genaue Gebiet hängt von der Art ab. Als Grünpflanzen werden Calatheen weit außerhalb ihrer Heimat in Töpfen und Gewächshäusern kultiviert. Diese Kulturgebiete sind von ihrem amerikanischen Ursprungsgebiet zu unterscheiden.
- Heimisch4
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Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Calathea (Calathea G.Mey., 1818), auch als Korbmarante bekannt, bezeichnet eine Gattung krautiger Marantaceae aus dem tropischen Amerika. Im Gartenhandel steht der Name für rund dreißig Zimmerpflanzen, deren auffällig gemustertes Laub im Mittelpunkt steht. Augenartige Zeichnungen erinnern an die Flecken einer Pfauenfeder und erklären entsprechende Handelsbezeichnungen. 1 4
Wie die verwandte Maranta zeigt Calathea eine nyktinastische Blattbewegung: Abends richten sich die Blätter auf, tagsüber liegen sie flach. Diesen Tag-Nacht-Rhythmus teilen die als Gebetspflanzen bezeichneten Marantaceae. Die Bewegung macht sie leicht erkennbar; zugleich gehören sie zu den Grünpflanzen mit besonders hohen Ansprüchen an die Luftfeuchte. 4 5
Erkennung
Aus einem Rhizom wachsen lange Blattstiele, die einen aufrechten Blattschopf bilden. Je nach Art erreicht die Pflanze 30 bis 90 cm Höhe. Das Laub prägt ihr Erscheinungsbild: Die breiten Blätter sind oval bis lanzettlich, ganzrandig und an der Oberfläche häufig samtig. 2 3
Besonders kennzeichnend ist die regelmäßige Zeichnung der Blattspreite. Hellgrüne, dunkelgrüne, silbrige oder purpurfarbene Muster liegen beiderseits der Mittelrippe. Häufig ist die Unterseite purpurfarben. Wenn die Blätter sich abends aufrichten, wird diese Färbung sichtbar und verstärkt den Kontrast zur Oberseite. 2 3
Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist die tägliche, mit bloßem Auge sichtbare Blattbewegung. Die Blüte bleibt im Topf selten und unscheinbar: Kleine weiße, gelbe oder orangefarbene Blüten stehen in Ähren. Einen ausgeprägten Zierwert haben sie bei den hier beschriebenen Blattpflanzen nicht. 4 5
Nützliche Taxonomie
Georg Friedrich Wilhelm Meyer beschrieb Calathea 1818. Die Gattung gehört zu den Marantaceae und ist mit Maranta verwandt. Für die heutige Namenszuordnung ist eine neuere Revision entscheidend: Eine phylogenetische Untersuchung zeigte 2012, dass die meisten damals zu Calathea gestellten Arten eine eigene Gruppe bildeten. 1 4
Aufgrund dieser Untersuchung wurden etwa 200 Arten in die Gattung Goeppertia überführt. Calathea im engeren Sinn umfasst seither nur noch rund 60 Arten. Deshalb tragen viele als Calathea verkaufte Zimmerpflanzen in botanischen Verzeichnissen inzwischen einen akzeptierten Namen mit Goeppertia. 1 2
Zu den betroffenen bekannten Zimmerpflanzen gehört C. orbifolia, heute Goeppertia orbifolia. C. roseopicta heißt nun Goeppertia roseopicta, und auch C. lancifolia wurde zu Goeppertia gestellt. Der Handelsname Calathea bleibt gleichwohl verbreitet. Verkaufsetikett und akzeptierter botanischer Name stimmen daher häufig nicht überein. 1 3
Lebensraum und Verbreitung
Feuchte Tropenwälder Amerikas sind die natürliche Heimat der Calatheen. Je nach Art reicht das Gebiet von Südmexiko über Mittelamerika und die Karibik bis Südamerika. Als krautige Pflanzen des schattigen Unterwuchses wachsen sie am Boden auf frischen, bedeckten Substraten und bleiben vor direkter Sonne geschützt. 1 4
Der Standort in der unteren Waldschicht erklärt die Kulturansprüche: gleichmäßige Wärme, hohe Luftfeuchte und gefiltertes Licht ohne sengende Sonne. Bei manchen Arten fangen junge Blätter und Hochblätter Regenwasser in kleinen Taschen auf. Diese Phytotelmen, also pflanzlichen Wasseransammlungen, bieten zahlreichen wirbellosen Tieren einen Lebensraum. 4 3
Durch den Gartenbau gelangten Calatheen weit über ihr Ursprungsgebiet hinaus. Sie werden in Europa, unter anderem in den Niederlanden, sowie in Ostasien in Töpfen und Gewächshäusern gezogen. Solche Kulturgebiete sind von der amerikanischen Heimat zu unterscheiden, in der die Arten an natürlichen Standorten vorkommen. 3 5
Lebenszyklus und Vermehrung
Im Zimmer entstehen Blüten nur selten und bleiben meist unauffällig. Wenn die Pflanze im Frühjahr oder Sommer blüht, stehen kleine weiße, gelbe oder orangefarbene Einzelblüten in Ähren zusammen. Die Farbe hängt von der Art ab. Der Schwerpunkt der Kultur liegt jedoch vollständig auf dem Schmuck des Laubs. 3 2
Den Tagesrhythmus bestimmen die beweglichen Blätter. Ein Gelenkpolster an der Blattstielbasis, der Pulvinus, ändert seinen Zelldruck im Wechsel von Licht und Dunkelheit. Dadurch richten sich die Blätter nachts auf und kehren tagsüber in die Waagerechte zurück. Für diesen Ablauf ist ausreichend Licht erforderlich. 4 3
Zur Vermehrung dient vor allem die Teilung beim Umtopfen. Der Horst wird so getrennt, dass jedes Teilstück Wurzeln und Blätter behält. Für diese horstbildenden Kräuter ist das mit Abstand die zuverlässigste Methode. Triebstecklinge mit Knoten sind bei Arten mit deutlichem Stängel möglich, liefern aber weniger verlässliche Ergebnisse. Aussaat bleibt bei Hobbygärtnern selten. 2 5
Nutzen und Risiken
Als Blattschmuckpflanze im Zimmer wird Calathea wegen ihrer farbigen Muster und nächtlichen Bewegung geschätzt. In feuchtem Tropenklima kann sie schattige Flächen als Bodendecker begrünen. In gemäßigten Regionen hält man sie dagegen als dichten Blattschopf im Topf, vor Kälte geschützt. 5 3
Für Haushalte mit Tieren bietet die Gattung einen Vorteil: Nach Angaben der ASPCA ist Calathea für Katzen, Hunde und Pferde ungiftig. Vergiftungszeichen werden nicht beschrieben; sie zählt damit zu den besonders sicheren großen Grünpflanzen für Haushalte mit Tieren oder kleinen Kindern. Schwieriger ist die Kultur. Trockene Luft, kalkhaltiges Wasser und Kälteeinbrüche lassen die Blattränder rasch braun werden und bereiten Anfängern häufig Probleme. 6 3
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Das Handelssortiment gliedert sich eher nach Arten und Auslesen als nach streng abgegrenzten Sorten. C. orbifolia hat große, runde, silbrig gestreifte Blätter. C. makoyana zeigt feine grüne und purpurfarbene Zeichnungen, C. lancifolia längliche gewellte Blätter. C. roseopicta besitzt runde rosa gerandete Blätter, C. zebrina samtige Blattflächen mit dunkelgrünen Streifen. 2 3
Ähnliche Vertreter derselben Familie können zu Verwechslungen führen:
- Goeppertia ist die Gattung, in die die meisten früheren Calatheen überführt wurden;
- Maranta, die Gebetspflanze, wächst niedriger und eher bodendeckend;
- Ctenanthe besitzt länglichere, häufig panaschierte Blätter;
- Stromanthe zeichnet sich durch deutlich purpurfarbene Blattunterseiten aus.
Ein aufrechter Blattschopf, augenartige Blattmuster und die tägliche Blattbewegung liefern gemeinsam die verlässlichsten Hinweise. Mit ihnen lässt sich bestätigen, dass eine als Calathea verkaufte Pflanze zu dieser Gruppe der Marantaceae gehört. 3 1
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Calathea G.Mey.
- North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, Calathea makoyana
- Missouri Botanical Garden, Calathea, Suchergebnisse
- Encyclopaedia Britannica, Marantaceae (Pfeilwurzgewächse)
- Royal Horticultural Society, Calathea, Suchergebnisse
- ASPCA, Calathea, Eintrag als ungiftige Pflanze
Häufig gestellte Fragen
Ist Calathea für Katzen und Hunde giftig?
Nein. Die ASPCA stuft Calathea für Katzen, Hunde und Pferde als ungiftig ein. Sie zählt zu den großen Grünpflanzen, die sich besonders sicher in Haushalten mit Tieren halten lassen.
Warum richten sich die Blätter von Calathea abends auf?
Diese nyktinastische Bewegung steuert ein Gelenkpolster an der Blattstielbasis, der Pulvinus. Es reagiert auf den Wechsel von Licht und Dunkelheit. Wie bei Maranta richten sich die Blätter nachts auf und liegen tagsüber flach.
Warum werden die Blattränder braun?
Braune Spitzen und Ränder entstehen vor allem durch zu trockene Luft oder kalkhaltiges Wasser. Mehr als 60 % Luftfeuchte und kalkarmes Gießwasser begrenzen dieses in beheizten Räumen häufige Problem.
Was unterscheidet Calathea und Goeppertia?
Seit 2012 wurden etwa 200 früher zu Calathea gezählte Arten in die Gattung Goeppertia überführt. Calathea umfasst nur noch rund 60 Arten; im Gartenhandel bleibt der Name Calathea dennoch gebräuchlich.
Welches Licht braucht Calathea?
Helles indirektes Licht ergibt besonders kontrastreiches Laub. Direkte Sonne bleicht die Blattflächen aus und verbrennt sie. Zu wenig Licht lässt die Muster verblassen und stört die nächtliche Blattbewegung.
Wie lässt sich Calathea vermehren?
Am einfachsten durch Teilung beim Umtopfen. Jedes Teilstück muss Wurzeln und Blätter behalten. Für diese horstbildenden, aus Rhizomen wachsenden Pflanzen ist das die zuverlässigste Methode.
Warum ist Calathea so anspruchsvoll?
Calathea braucht hohe Luftfeuchte, kalkarmes Wasser und gleichmäßige Wärme. Trockene Heizungsluft, kalkhaltiges Leitungswasser und Kälteeinbrüche sind die häufigsten Ursachen geschädigter Blätter.
Blüht Calathea im Zimmer?
Selten. Die vor allem wegen ihres Laubs kultivierte Pflanze bildet gelegentlich kleine weiße, gelbe oder orangefarbene Blüten in Ähren. Im Topf bleibt die Blüte unscheinbar und zweitrangig.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.







