Echte Zaunwinde (Calystegia sepium, )
Echte Zaunwinde (Calystegia sepium (L.) R.Br., 1810) ist eine ausdauernde krautige Kletterpflanze der Windengewächse (Convolvulaceae), die in gemäßigten Klimaten fast aller Kontinente vorkommt. Große weiße Trichterblüten und pfeilförmige Blätter kennzeichnen sie. Ihre windenden Triebe nutzen verfügbare Stützen und bilden rasch dichte Vorhänge in Hecken, auf Brachen und an Gewässern.
WeiterlesenEchte Zaunwinde, Zaunwinde, Heckenwinde, Hedge bindweed, Bearbind und Devil’s guts
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Weltweite Verbreitung
Calystegia sepium stammt aus den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel in Europa, Asien, Nordafrika und Nordamerika. Durch Einbürgerung ist die Art heute kosmopolitisch verbreitet, auch in Australien und auf mehreren Inseln gemäßigter Breiten.
- Heimisch5
- Invasiv1
- Europäisches Frankreich
- Europa
- Gemäßigtes Asien
- Nordafrika
- Nordamerika
- Australien
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Echte Zaunwinde (Calystegia sepium (L.) R.Br., 1810), auch Zaunwinde oder Heckenwinde genannt, ist eine ausdauernde krautige Kletterpflanze der Gattung Calystegia innerhalb der Windengewächse (Convolvulaceae). Plants of the World Online führt den Namen als akzeptiert. Er geht auf Convolvulus sepium L. zurück, von Linné 1753 beschrieben und 1810 durch Robert Brown neu eingeordnet. 1 5 Zwei breite Vorblätter verdecken den Kelch vollständig und liefern ein auffälliges Erkennungsmerkmal. Bei der verwandten Acker-Winde (Convolvulus arvensis) mit kleineren Blüten bleibt der Kelch sichtbar.
Ihre windenden Triebe umschlingen die Stütze; in einer Hecke findet die Pflanze zugleich Licht und natürlichen Halt. Dieser Zusammenhang erklärt den französischen Namen „liseron des haies“. Die englische Bezeichnung devil’s guts bezieht sich dagegen auf das weiße, kriechende Rhizom, das beim Hacken an die Oberfläche kommt und scheinbar immer wieder neue Triebe bildet. 6 2
Erkennung
Windende Sprossachsen umschlingen jede verfügbare senkrechte Stütze, ohne Ranken oder Haftorgane auszubilden. Fehlt eine Stütze, wächst der Trieb am Boden entlang, während sich das Rhizom weiter ausbreitet. Auf fruchtbarem Boden und mit geeignetem Halt erreichen die dünnen, brüchigen Triebe gewöhnlich 1 bis 3 m, nach einzelnen Angaben bis 4 m. 2 4
An den pfeilförmigen Blättern lässt sich die Kletterpflanze schon vor der Blüte erkennen. Die Blattspreiten sind 5 bis 10 cm lang und 2 bis 6 cm breit. Ihre spitzen basalen Lappen weisen nach hinten und geben dem Blatt die charakteristische Pfeilform. 4
Den sichersten Hinweis liefern die Blüten, deutlicher als Blattform oder Laubfarbe. Ihre weißen bis blassrosa Trichterkronen sind 5 bis 7 cm breit, am Schlundgrund gelb und überwiegend tagsüber geöffnet. Zwei breite ovale Vorblätter umgeben die Blüte und verdecken den Kelch vollständig. Dieses Merkmal der Gattung Calystegia trennt sie unmittelbar von Convolvulus. 3 4
Nützliche Taxonomie
Als akzeptierter Artname gilt bei Plants of the World Online Calystegia sepium (L.) R.Br., veröffentlicht 1810 auf Grundlage des Basionyms Convolvulus sepium L., 1753. Vier noch in regionalen Floren verwendete Synonyme gehören zum selben akzeptierten Taxon: 1 6
- Convolvulus sepium L., historischer Name
- Convolvulus maritimus Gouan, historischer Name
- Calystegia sepium var. maritima (Gouan) Choisy, früherer Varietätenname
- Calystegia sepium var. americana (Sims) Matsuda, früherer Varietätenname
Innerhalb der Convolvulaceae gehört Calystegia zur Unterfamilie Convolvuloideae, neben Convolvulus und Ipomoea. Die drei Gattungen besitzen Trichterblüten mit fünf verwachsenen Kronblättern. Sie unterscheiden sich jedoch durch Form und Größe der Vorblätter um den Kelch. 5
Lebensraum und Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Echten Zaunwinde umfasst Europa, das gemäßigte Asien, Nordafrika und Nordamerika. Damit zählt sie zu den wenigen tatsächlich zirkumborealen Windengewächsen. Sie besiedelt Hecken, Waldränder, Fluss- und Grabenufer, Feuchtwiesen und gestörte Flächen mit frischem, fruchtbarem Boden. Dort kann das Rhizom in einer Saison mehrere Meter vordringen. Auf trockenem, verdichtetem Boden wächst es erheblich langsamer, weil die bevorzugte Feuchtigkeit fehlt. 1 2
Weit über ihr Ursprungsgebiet hinaus eingebürgert, wächst die Art heute in fast allen zusammenhängenden US-Bundesstaaten sowie in Australien und auf verschiedenen Inseln gemäßigter Breiten. Mehrere nordamerikanische Rechtsgebiete führen sie als schädliches Unkraut. NC State Extension beurteilt sie wegen ihres kräftigen Wachstums und ihrer allelopathischen, Nachbarpflanzen hemmenden Stoffe als ungeeignet für den Ziergarten. 3
Lebenszyklus und Vermehrung
Von Juni bis September erscheinen zwittrige Blüten, die Bienen und einige Schmetterlinge bestäuben. Jede einzelne Blüte hält nur einen Tag. Da während der warmen Jahreszeit fortlaufend neue Blüten entstehen, finden Bestäuber entlang besiedelter Hecken anhaltend Nahrung. 2
Zwei sich ergänzende Wege ermöglichen die Ausbreitung. Nach der Bestäubung gebildete Samen keimen bei etwas kühlen Bedingungen innerhalb von einem bis drei Monaten. Den größten Anteil übernimmt jedoch das weiße, kriechende Rhizom. Ein nur wenige Zentimeter langes, im Boden verbliebenes Stück kann eine vollständige Pflanze bilden. 2 3
Bleiben beim Ausgraben Rhizomreste zurück, kann jedes einzelne Bruchstück die Besiedlung erneut beginnen. Dafür müssen keine weiteren Samen keimen. 3
Nutzen und Risiken
Traditionelle Nutzungen spielen heute eine untergeordnete Rolle. Plants For A Future nennt junge Triebe und gekochte Wurzeln als essbar und beschreibt einen durch Stärke bedingten süßlichen Geschmack. Wegen der ausgeprägt abführenden Wirkung der Wurzel wird jedoch von regelmäßigem Verzehr abgeraten. In der älteren Pflanzenheilkunde diente sie als harntreibendes und fiebersenkendes Mittel. 2
Für Katzen oder Hunde ist die Echte Zaunwinde nicht als giftige Pflanze verzeichnet. Eine gezielte Aufnahme großer Mengen bleibt für Weidetiere riskant: Plants For A Future dokumentiert die starke abführende Wirkung der Wurzel, die Verdauungsstörungen auslösen kann. 2
Gärtnerisch und landwirtschaftlich wiegt vor allem die Konkurrenz durch das kriechende Rhizom und das dichte Laub schwer. Beide können Wirtspflanzen rasch überwachsen und benachbarte Kulturen bedrängen. Deshalb gilt die Art in mehreren nordamerikanischen Rechtsgebieten als schädliches Unkraut. 3
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Anerkannte Gartensorten der Echten Zaunwinde sind nicht bekannt. Sie wächst spontan und wurde im Gegensatz zu einigen Garten-Prunkwinden der Gattung Ipomoea nicht als Zierpflanze ausgelesen. 2
Am häufigsten wird sie mit der Acker-Winde (Convolvulus arvensis) verwechselt. Deren Blüten sind wesentlich kleiner, und die kleinen Vorblätter stehen vom sichtbaren Kelch entfernt. Schwieriger ist die Abgrenzung zu Calystegia silvatica (Kit.) Griseb.: Diese besitzt abgerundete Vorblätter, die sich an der Basis überlappen. Bei C. sepium bleiben beide deutlich getrennt. 4
Blütengröße und Form der Vorblätter sind zuverlässiger als die Farbe allein. Auch von Calystegia sepium gibt es rosa blühende Formen, die mit anderen Winden mit getönten Blüten verwechselt werden können.
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Calystegia sepium (L.) R.Br.
- Plants For A Future, Calystegia sepium
- NC State Extension Plant Toolbox, Calystegia sepium - Echte Zaunwinde
- Go Botany / Native Plant Trust, Calystegia sepium - Echte Zaunwinde
- Integrated Taxonomic Information System, Calystegia sepium (L.) R.Br.
- Tela Botanica / eFlore bdtfx, Calystegia sepium (L.) R.Br.
- USDA PLANTS Database, Calystegia sepium (CASE13)
Häufig gestellte Fragen
Ist die Echte Zaunwinde giftig?
Sie ist für Katzen und Hunde nicht als giftig verzeichnet. Ihre Wurzel wirkt in hoher Dosis jedoch stark abführend. Deshalb ist bei absichtlichem Verzehr Vorsicht geboten, besonders bei Weidetieren.
Wie unterscheidet sich die Echte Zaunwinde von der Acker-Winde?
Beide Windengewächse klettern mit windenden Trieben. Calystegia sepium hat jedoch wesentlich größere, 5 bis 7 cm breite Blüten und zwei breite Vorblätter, die den Kelch vollständig verdecken. Bei Convolvulus arvensis sind die Blüten kleiner und der Kelch bleibt sichtbar.
Breitet sich die Echte Zaunwinde stark aus?
Ja, in vielen Gebieten ihres Vorkommens. Ihr kriechendes Rhizom treibt selbst aus einem im Boden verbliebenen Bruchstück erneut aus. Hat sie sich in Hecken oder Beeten etabliert, lässt sie sich deshalb schwer beseitigen.
Kann man die Echte Zaunwinde essen?
Junge Triebe und gekochte Wurzeln werden als traditionelle Nahrung angegeben. Ihr Stärkegehalt verleiht ihnen einen süßlichen Geschmack. Wegen der abführenden Wirkung der Wurzel wird von regelmäßigem Verzehr abgeraten.
Wie lässt sich die Echte Zaunwinde im Garten entfernen?
Einmaliges Mähen genügt nicht, weil jedes verbliebene Rhizomstück neu austreibt. Wiederholtes Ausgraben über mehrere Vegetationsperioden oder längeres lichtdichtes Abdecken des Wurzelstocks gelten als die zuverlässigsten Verfahren.
Wo wächst die Echte Zaunwinde?
Die Art ist in Europa, dem gemäßigten Asien, Nordafrika und Nordamerika heimisch. Sie besiedelt Hecken, Gewässerufer, Feuchtwiesen und gestörte Böden und ist in vielen weiteren gemäßigten Gebieten eingebürgert.
Sind Calystegia sepium und Calystegia silvatica dieselbe Pflanze?
Nein. Beide Arten ähneln sich stark. Calystegia silvatica besitzt jedoch abgerundete Vorblätter, die sich an der Basis überlappen. Bei Calystegia sepium bleiben sie voneinander getrennt.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.




