Ají Amarillo (Capsicum baccatum, L. 1767)

Capsicum baccatum ist ein Halbstrauch aus der Familie der Solanaceae und stammt aus Südperu und Bolivien. Seine weiße Blütenkrone mit grüngelben Flecken am Grund der Blütenblätter unterscheidet ihn von allen anderen domestizierten Chiliarten. Die hängenden, oft orangefarbenen Früchte liefern den für die peruanische Küche typischen Ají Amarillo.

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Wissenschaftlicher NameCapsicum baccatum
GattungCapsicum
OrdnungSolanales

Ají Amarillo, Ají, Aji pepper und Berry pepper

Identität
Toxizität
Nicht giftig; Capsaicinoide scharfer Früchte wirken reizend
Pflegeaufwand
Mäßig
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
PeruBolivienKolumbienArgentinienBrasilien
Lebensraum
Saisonal trockene tropische Gebüsche und Andenvorland; Anbau in voller Sonne bei ganzjähriger Wärme
Jahresverlauf
Blütezeit
Sommer
Erntezeit
SommerHerbst
Wachstum
Wuchsgeschwindigkeit
6/10
Reifezeit
Ernte 100 bis 130 Tage nach der Aussaat
Kronendurchmesser
40–80 cm
Vermehrung
Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Windverträglichkeit
Gering, vor starkem Wind schützen
Luftfeuchtigkeit
40–70 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Reicher Boden, Entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

In die volle Sonne mit intensivem direktem Licht den ganzen Tag stellen.

Volle Sonne, gleichmäßige Wärme in der Wachstumszeit
Innenbereich
Aussaat unter Schutz
Außenbereich
Gemüsegarten, Pflanzgefäß, Warmhaus
Pflanzgefäße
Abflusstopf, Tiefer Behälter
Erscheinungsbild
Höhe50–200 cmBreite50–100 cm
Blätter
Grün
Capsicum baccatum: Herkunft und Verwendung — blätter 1
Capsicum baccatum: Herkunft und Verwendung — blätter 2
Capsicum baccatum: Herkunft und Verwendung — blätter 3
Capsicum baccatum: Herkunft und Verwendung — blätter 4
Capsicum baccatum: Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißGelb
Capsicum baccatum: Herkunft und Verwendung — blüten 1
Capsicum baccatum: Herkunft und Verwendung — blüten 2
Capsicum baccatum: Herkunft und Verwendung — blüten 3
Capsicum baccatum: Herkunft und Verwendung — blüten 4
Capsicum baccatum: Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
GrünGelbOrangeRotBraun
Capsicum baccatum: Herkunft und Verwendung — früchte 1
Capsicum baccatum: Herkunft und Verwendung — früchte 2
Capsicum baccatum: Herkunft und Verwendung — früchte 3
Capsicum baccatum: Herkunft und Verwendung — früchte 4
Capsicum baccatum: Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Capsicum baccatum: Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Capsicum baccatum: Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Capsicum baccatum: Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Capsicum baccatum: Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Rinde
Grün

Weltweite Verbreitung

Das Domestikationszentrum von Capsicum baccatum liegt in Südperu und Bolivien, wo die Wildform var. baccatum neben der Kulturform var. pendulum vorkommt. Das von POWO anerkannte natürliche Areal reicht weiter, von Kolumbien bis Nordargentinien und ins mittlere südliche Brasilien. Der Anbau verbreitete sich anschließend über die südamerikanischen Anden und weltweit als Gemüsepflanze.

  • Heimisch5
  • Peru
  • Bolivien
  • Kolumbien
  • Argentinien (Norden)
  • Brasilien (mittlerer Süden)

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Capsicum baccatum (Capsicum baccatum L., 1767), auch als Ají Amarillo angeboten, ist ein Halbstrauch der Gattung Capsicum aus der Familie der Solanaceae. Die Art gehört neben Capsicum annuum, Capsicum chinense, Capsicum frutescens und Capsicum pubescens zu den fünf domestizierten Arten der Gattung. 1 5

Das Epitheton baccatum leitet sich vom lateinischen bacca, „Beere“, ab und beschreibt die Fruchtform der Wildform. Der seit etwa 4.600 Jahren in den Andensprachen verwendete Name Ají bezeichnet heute die meisten in Südamerika angebauten scharfen Chilis und beschränkt sich nicht auf diese botanische Art. 5 9

Erkennung

An der weißen Blütenkrone von Capsicum baccatum sitzen grüngelbe Flecken am Grund der Blütenblätter. Keine andere domestizierte Chiliart zeigt dieses Muster. Die Flecken sind daher zuverlässiger als die wechselnde Fruchtfarbe. Unterhalb der Krone bleibt der Kelch kurz und becherförmig, mit fünf Rippen und fünf schwach ausgeprägten Zähnen. 7 5

Einfache, lanzettliche, kräftig grüne Blätter stehen wechselständig an Stängeln, die bei günstigem Tropenklima über 2 m erreichen können. Beim einjährigen Gemüseanbau in gemäßigtem Klima bleibt die Pflanze oft kompakter und erreicht etwa 60 bis 90 cm. 7

Die Früchte hängen an ihren Stielen, anders als die häufig aufgerichteten Früchte von Capsicum frutescens. Ihre Reifefarbe variiert je nach Sorte stark: Grün, Gelb, Orange, Rot oder Braun. Allein damit lässt sich die Art nicht sicher bestimmen. Jeder Knoten trägt nur eine Blüte, bei Capsicum chinense dagegen mehrere. Dieses Blütenmerkmal ist bei Zweifeln ebenso wichtig wie die gefleckte Krone. 7 5

Nützliche Taxonomie

Bei POWO gilt Capsicum baccatum L., 1767 von Carl von Linné beschrieben, als akzeptierter Name. Die Art umfasst anerkannte Varietäten, darunter die Wildform und die in großem Umfang angebaute Kulturform: 1 2

  • Capsicum baccatum var. baccatum, Wildform von Peru bis Brasilien
  • Capsicum baccatum var. pendulum (Willd.) Eshbaugh, Kulturform von Kolumbien bis Nordargentinien
  • Capsicum baccatum var. umbilicatum (Vell.) Hunz. & Barboza, Kultigen von Bolivien bis Nordargentinien
  • Capsicum frutescens var. baccatum (L.) Irish, homotypisches Synonym
  • Capsicum annuum var. baccatum (L.) Kuntze, Synonym

Als verlässliche Bezeichnung dient das akzeptierte Binomen. Gartenbauliche Gruppen wie Ají Amarillo, Bishop’s Crown oder Lemon Drop bezeichnen Sorten und keine eigenständigen Taxa. 3 4

Lebensraum und Verbreitung

In Südperu und Bolivien liegt das Domestikationszentrum; dort kommen Wildform und Kulturform nebeneinander vor. POWO gibt ein größeres natürliches Areal von Kolumbien bis Nordargentinien und ins mittlere südliche Brasilien an. Das Klima wird als tropisch mit saisonaler Trockenzeit beschrieben. 1 9

Von den südamerikanischen Anden aus verbreitete sich der Anbau als wärmeliebendes Gemüse in die übrige Welt. In gemäßigtem Klima verwildert die Art nicht, sondern bleibt auf Gemüsegärten, Gewächshäuser und Kübel beschränkt. Gegenüber Capsicum chinense aus dem feuchten Amazonasbecken erklärt die Andenherkunft von Capsicum baccatum seine bessere Verträglichkeit trockenerer Bedingungen und kühlerer Nächte in Höhenlagen. 8

Lebenszyklus und Vermehrung

Unter tropischen Bedingungen wächst Capsicum baccatum als ausdauernder Halbstrauch. In gemäßigtem Klima wird die Pflanze wegen unzureichender Winterwärme einjährig kultiviert oder frostfrei überwintert. Unter 15 °C nimmt das Wachstum deutlich ab, unter 10 °C kommt es zum Stillstand. Kühle Nächte verträgt die Art dennoch besser als Capsicum chinense. 7

Pro Knoten steht eine einzelne Blüte, während Capsicum chinense mehrere gruppierte Blüten trägt. Von der Aussaat bis zur ersten Ernte vergehen meist 100 bis 130 Tage. Die Vermehrung erfolgt fast ausschließlich durch Aussaat. Samen einer Hybridsorte ergeben im Folgejahr nicht immer wieder dieselbe Frucht. 7

Nutzen und Risiken

In der peruanischen und allgemein andinen Küche dienen die Früchte vor allem zum Würzen, roh, als Sauce oder als Paste. Ají Amarillo ist die mit Abstand häufiger als Bishop’s Crown oder Lemon Drop angebaute Sorte dieser Art. Zusammen mit roten Zwiebeln und Koriander bildet sie eine Grundlage vieler traditioneller peruanischer Gerichte. Ihre Schärfe liegt meist bei 30.000 bis 50.000 Scoville-Einheiten; Piquanté Pepper bleibt dagegen nahezu mild. 5

Für Katzen und Hunde gilt Capsicum baccatum im veterinärmedizinischen Sinn als nicht giftig. Das Risiko geht von den in scharfen Früchten konzentrierten Capsaicinoiden aus: Bei Kontakt reizen sie Mund, Augen und Haut. Größere verzehrte Mengen können bei Kindern Verdauungsbeschwerden auslösen. Wie bei anderen Chilis liegen diese Stoffe überwiegend in den inneren Scheidewänden und der Plazenta um die Samen, weniger im Fruchtfleisch. 7

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Zu den meistgehandelten Sorten gehören Ají Amarillo, Bishop’s Crown, Lemon Drop und Piquanté Pepper. Sie wurden für sehr unterschiedliche Schärfeprofile ausgewählt. Bishop’s Crown erkennt man zusätzlich an der hutförmigen Frucht mit drei oder vier Spitzen. 5

Häufige Verwechslungen betreffen folgende Arten:

  • Capsicum annuum, ohne farbige Flecken auf der Blütenkrone;
  • Capsicum chinense, mit zwei bis fünf Blüten je Knoten;
  • Capsicum frutescens, häufig aufrechter wachsend und ebenfalls mit aufgerichteten Früchten.

Fragen Sie vor dem Kauf nach der genauen Sorte. Die Fruchtfarbe ist zu variabel, um die Art sicher zu bestimmen. An einer blühenden Pflanze bleibt der grüngelbe Fleck am Grund der Blütenblätter das klare Erkennungsmerkmal, das den anderen kultivierten Chilis fehlt. 7 3

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Woran erkennt man Capsicum baccatum gegenüber anderen kultivierten Chilis?

Die weiße Blütenkrone trägt grüngelbe Flecken am Grund der Blütenblätter. Unter den fünf domestizierten Chiliarten ist dies ein artspezifisches Merkmal. Es ist zuverlässiger als die stark wechselnde Fruchtfarbe oder Fruchtform.

Woher stammt Ají Amarillo?

Das Domestikationszentrum von Capsicum baccatum liegt in Südperu und Bolivien. Ají Amarillo, die bekannteste Sorte der Art, ist seit mehreren Jahrtausenden ein Grundpfeiler der peruanischen Küche.

Ist Capsicum baccatum für Katzen und Hunde giftig?

Nein, Capsicum baccatum ist im veterinärmedizinischen Sinn nicht giftig. Scharfe Früchte können bei Kontakt Mund, Haut oder Augen reizen, verursachen aber keine Vergiftung beim Tier.

Warum ist Ají Amarillo orange, obwohl der Name „gelb“ bedeutet?

Die reife Frucht ist überwiegend orangefarben. Das klare Gelb, auf das der Name verweist, entsteht erst bei der Zubereitung als Sauce oder Paste.

Verträgt Capsicum baccatum Kälte besser als andere Chilis?

Seine Herkunft aus höher gelegenen Andengebieten verleiht ihm eine bessere Verträglichkeit kühler Nächte als Capsicum chinense oder Capsicum frutescens. Frosthart ist er deshalb jedoch nicht.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.