Färberdistel (Carthamus tinctorius, L. 1753)

Färberdistel (Carthamus tinctorius) ist eine einjährige, distelartig wachsende Asteraceae, die nur aus Kultur bekannt ist. Ihr Ursprung liegt in der mittleren und östlichen Türkei sowie im Iran. An stark verzweigten Stängeln sitzen kugelige, von dornigen Hüllblättern umgebene Blütenkörbe, die zunächst gelborange und später rot sind. Seit der Antike dient sie als Färbepflanze, heute vor allem zur Gewinnung von Samenöl.

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Wissenschaftlicher NameCarthamus tinctorius
GattungCarthamus
OrdnungAsterales

Färberdistel, Saflor, Öldistel, Färbersaflor, Falscher Safran und Safflower

Identität
Toxizität
Für Katzen und Hunde nachweislich ungiftig
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Einjährige Blume · Kräuterartig
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Einjährig
Herkunft
TürkeiIran
Lebensraum
Kulturfelder in aridem bis semiaridem Klima mit saisonalem Regen; arme, tiefgründige, durchlässige Böden
Jahresverlauf
Blütezeit
Sommer
Erntezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
110 bis 150 Tage von der Aussaat bis zur Ernte trockener Blütenkörbe
Vermehrung
Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Dank holzigem Stängel gut, auf zu nährstoffreichem Boden jedoch lagergefährdet
Luftfeuchtigkeit
20–50 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Tiefer Boden
Salzhaltiger Boden
Wird vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

In die volle Sonne mit intensivem direktem Licht den ganzen Tag stellen.

Ausschließlich volle Sonne
Innenbereich
Gewächshaus
Außenbereich
Beet in voller Sonne
Erscheinungsbild
Höhe30–150 cmBreite20–40 cm
Blätter
Grün
Färberdistel (Carthamus tinctorius): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Färberdistel (Carthamus tinctorius): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Färberdistel (Carthamus tinctorius): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Färberdistel (Carthamus tinctorius): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Färberdistel (Carthamus tinctorius): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
GelbOrangeRotGröße2–4 cm
Färberdistel (Carthamus tinctorius): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Färberdistel (Carthamus tinctorius): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Färberdistel (Carthamus tinctorius): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Färberdistel (Carthamus tinctorius): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Färberdistel (Carthamus tinctorius): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Weiß
Färberdistel (Carthamus tinctorius): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Färberdistel (Carthamus tinctorius): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Färberdistel (Carthamus tinctorius): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Färberdistel (Carthamus tinctorius): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Färberdistel (Carthamus tinctorius): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Färberdistel (Carthamus tinctorius): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Färberdistel (Carthamus tinctorius): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Färberdistel (Carthamus tinctorius): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Färberdistel (Carthamus tinctorius): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Färberdistel (Carthamus tinctorius): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
GrünWeiß
Färberdistel (Carthamus tinctorius): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Färberdistel (Carthamus tinctorius): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Färberdistel (Carthamus tinctorius): Herkunft und Verwendung — rinde 3

Weltweite Verbreitung

Der vermutete Ursprung von Carthamus tinctorius liegt in der mittleren und östlichen Türkei und im Iran. Dort ist die Art nur aus Kultur bekannt und stammt vermutlich von Carthamus persicus ab. Seit der Antike gelangte sie in zahlreiche Länder mit aridem oder semiaridem Klima, ohne sich außerhalb der Anbauflächen dauerhaft einzubürgern.

  • Heimisch2
  • Eingeführt1
  • Türkei
  • Iran
  • Frankreich

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Jeder kugelige Blütenkorb der Färberdistel misst 2 bis 4 cm und trägt dornige Hüllblätter. Dadurch unterscheidet sie sich deutlich vom echten Safran (Crocus sativus), einer Iridaceae, von deren Blüten jeweils die drei Narben geerntet werden. Saflor, Öldistel, Färbersaflor und Falscher Safran sind weitere Namen für Carthamus tinctorius L., 1753, eine stark verzweigte, distelartige einjährige Asteraceae. Die Art ist nur aus Kultur bekannt. POWO verortet ihren Ursprung in der mittleren und östlichen Türkei sowie im Iran; vermutlich stammt sie von Carthamus persicus ab. 1 3

Die Bezeichnung Falscher Safran verweist auf eine alte Verfälschung: Händler verkauften getrocknete Blütenkörbe anstelle der Narben von Crocus sativus. Das Epitheton tinctorius erinnert an die Verwendung zum Färben. Carthamus geht auf das mittellateinische carthamo und letztlich auf das arabische qurtum zurück. 8

Erkennung

Bei Carthamus tinctorius erreicht der aufrechte, weißliche und stark verzweigte Stängel 30 bis 150 cm Höhe; jeder Zweig trägt mehrere Blütenkörbe. Die sitzenden, lanzettlichen bis elliptischen Blätter sind 7 bis 15 cm lang und 2,5 bis 6 cm breit. Ihr gezähnter, dorniger Rand ist an den oberen Blättern stärker ausgeprägt. 3 4

Kugelige Blütenkörbe von 2 bis 4 cm Durchmesser sind von distelartigen dornigen Hüllblättern umgeben. Die Einzelblüten öffnen sich gelb bis orange und werden mit zunehmendem Alter rot. Je Korb entstehen 15 bis 50 Samen. 4 3

Eine tiefe Pfahlwurzel verankert die Pflanze und erklärt ihre gute Trockenheitstoleranz. Sie unterscheidet Färberdistel auch von gewöhnlichen Disteln mit oberflächlicheren Wurzeln. Die weißen bis grauen, eiförmigen Achänen sind 6 bis 8 mm lang und besitzen keinen federigen Pappus, wie ihn viele andere Asteraceae tragen. 4

Nützliche Taxonomie

POWO/WCVP akzeptiert Carthamus tinctorius L. als Namen der einzigen großflächig angebauten Art dieser Gattung. Zwei botanische Varietäten prägen den Anbau. Die dornige Varietät tinctorius steht dem vermuteten wilden Vorfahren näher und dominiert als Ölsaat. Die dornenlose Varietät inermis Kitam. erleichtert dagegen die Handernte der Blütenkörbe für Farbstoffe und Trockensträuße.

Zur Gattung Carthamus gehören etwa zwanzig mediterrane Arten. In Frankreich ist Färberdistel die einzige im Gartenhandel angebotene Art. Bei unklaren Handelsbezeichnungen bleibt der vollständige wissenschaftliche Name der verlässlichste Anhaltspunkt. 6 1

Lebensraum und Verbreitung

Das vermutete Ursprungsgebiet in der mittleren und östlichen Türkei sowie im Iran umfasst trockene Gebiete mit saisonalen Niederschlägen. Die tiefe Pfahlwurzel erschließt dort auch arme Böden. Seit der Antike gelangte die Kulturpflanze nach Zentralasien, Indien, Nordamerika und Europa, ohne dort wirklich wilde Bestände zu bilden. 1 3

In Frankreich wird Färberdistel seit Langem für medizinische Zwecke und zum Färben angebaut. Gelegentlich sät sie sich nahe den Anbauflächen aus, etabliert sich aber außerhalb der Kultur nicht dauerhaft. 6

Heutige größere Anbaugebiete liegen in Kasachstan, Russland, Indien und Mexiko. Ihr kontinentales oder semiarides Klima ähnelt dem des vermuteten Ursprungsgebiets. 4

Lebenszyklus und Vermehrung

Nach Frühjahrsaussaat in etwa 15 °C warmen Boden erfolgt die Keimung in 3 bis 8 Tagen. Junge Pflanzen bleiben 2 bis 3 Wochen im Rosettenstadium, bevor sich der Stängel streckt. Nur in diesem Stadium vertragen sie kurze Fröste bis −7 °C; mit Streckung und Verzweigung des Stängels geht diese Toleranz verloren. 4

Auf die Sommerblüte folgt eine Reifezeit der Achänen von 30 bis 35 Tagen. Von der Aussaat bis zur Ernte trockener Blütenkörbe dauert der vollständige Zyklus je nach Klima und Saattermin 110 bis 150 Tage. 3

Die Vermehrung erfolgt ausschließlich durch Aussaat, flach und direkt am endgültigen Standort. Bereits im ersten Jahr entwickelt sich die tiefe Pfahlwurzel, die spätes Verpflanzen schlecht verträgt. 3

Nutzen und Risiken

Als Textilfarbstoff wurde Färberdistel schon früh genutzt. Chemische Analysen wiesen ihre Farbstoffe auf ägyptischen Textilien der 12. Dynastie von 1991 bis 1785 v. Chr. nach. Blumengirlanden schmückten Mumien der 18. Dynastie, darunter Tutanchamuns. Verantwortlich sind das rote Carthamin und das gelbe Carthamidin, die ohne Beize aus den Einzelblüten gewonnen werden. 8

Heute steht die Ölgewinnung im Vordergrund. Die Samen liefern Speiseöl mit vielen ungesättigten Fettsäuren für Küche und Kosmetik; ölsäurereiche Sorten dienen außerdem als Grundlage biologisch abbaubarer Schmierstoffe. Getrocknete Blütenkörbe werden weiterhin als preiswerter Lebensmittelfarbstoff und optischer Safranersatz verkauft. 7 8

Nach Einstufung der ASPCA gehört Färberdistel nicht zu den für Tiere giftigen Pflanzen. Ihr Öl ist Bestandteil vieler Futter für Katzen und Hunde. Große Mengen Samen oder Öl können dennoch leichte Verdauungsbeschwerden auslösen. 5

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Kulturformen unterscheiden sich vor allem durch vorhandene oder fehlende Dornen und durch ölsäure- beziehungsweise linolsäurereiches Samenöl. Sie bilden keine eigenen Arten; zur eindeutigen Zuordnung dienen Artname und Varietät. 4

Am häufigsten wird Färberdistel mit echtem Safran (Crocus sativus) verwechselt. Bei dieser Iridaceae werden die drei roten Narben jeder Blüte von Hand geerntet, was erheblich aufwendiger ist als die Ernte ganzer Färberdistel-Blütenkörbe. Andere dornige Asteraceae wie Cynara cardunculus und Silybum marianum ähneln ihr im Wuchs; ihre viel größeren, violetten Blütenkörbe unterscheiden sich jedoch deutlich von den gelborangen Köpfen der Färberdistel. 7

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Färberdistel dieselbe Pflanze wie Safran?

Nein. Färberdistel (Carthamus tinctorius, Asteraceae) und Safran (Crocus sativus, Iridaceae) gehören zu verschiedenen Familien. Getrocknete ganze Blütenkörbe der Färberdistel dienen als preiswerter Farbstoff. Echter Safran besteht aus den drei roten Narben jeder Krokusblüte.

Ist Färberdistel für Katzen und Hunde giftig?

Nein. Die ASPCA führt Färberdistel nicht als giftige Pflanze. Ihr Samenöl ist Bestandteil vieler Tierfuttermittel. Größere aufgenommene Mengen können dennoch leichte Verdauungsbeschwerden verursachen.

Wozu dienen die Blüten der Färberdistel heute?

Die getrockneten Blütenkörbe dienen vor allem als preiswerter Lebensmittelfarbstoff und optischer Safranersatz. Früher lieferten sie rote und gelbe Textilfarbstoffe, bis synthetische Farben diese Nutzung im 20. Jahrhundert zurückdrängten.

Warum wird Färberdistel heute vor allem wegen ihrer Samen angebaut?

Die Samen liefern Speiseöl mit vielen ungesättigten Fettsäuren für Küche und Kosmetik. Ölsäurereiche Sorten liefern auch biologisch abbaubare Schmierstoffe. Weltweit hat diese Nutzung die Farbstoffgewinnung deutlich überholt.

Ist Färberdistel in Frankreich invasiv?

Nein. Sie wird dort seit Langem als Färbe- und Heilpflanze angebaut und sät sich gelegentlich nahe den Feldern aus. Außerhalb der Kultur bildet sie jedoch keine dauerhaft etablierten Wildbestände.

Warum haben manche Färberdisteln keine Dornen?

Dornenlose Auslesen der var. inermis erleichtern die Handernte von Blütenkörben für Trockensträuße und Farbstoffe. Dornige Formen stehen der vermuteten Wildform näher und werden für die Ölsaatproduktion bevorzugt.

Wie unterscheidet man Färberdistel von gewöhnlichen Disteln?

Kugelige, zunächst gelborange und später rote Blütenkörbe mit dornigen Hüllblättern, aber ohne großen violetten Kranz, kennzeichnen Färberdistel. Dazu kommen weißliche, stark verzweigte Stängel und Achänen ohne federigen Haarkranz.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.