Nachtjasmin (Cestrum nocturnum, L. 1753)

Nachtjasmin (Cestrum nocturnum L., 1753) ist ein immergrüner Strauch aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae), der aus Mexiko und Mittelamerika stammt. Seine grünlich weißen Röhrenblüten stehen in Trauben und verströmen erst bei Einbruch der Nacht einen süßen, moschusartigen Duft. Danach entstehen kleine weiße Beeren, deren Samen Vögel verbreiten; dadurch wurde die Art in mehreren tropischen Regionen invasiv.

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Wissenschaftlicher NameCestrum nocturnum
GattungCestrum
OrdnungSolanales

Nachtjasmin, Night jessamine und Lady of the night

Identität
Toxizität
Giftig für Menschen und Haustiere; Beeren und Blätter
Pflegeaufwand
Mäßig
Pflanzenart
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
MexikoPanamaKubaVenezuela
Lebensraum
Feuchte Waldränder und Gebüsche, Bachufer, Gärten und städtische Brachen in warmem Klima
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommer
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
7/10
Reifezeit
Erste nächtliche Blüte ab der zweiten Wachstumssaison
Vermehrung
Steckling, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Bogige, recht biegsame Triebe; an windigen Standorten stützen
Luftfeuchtigkeit
50–80 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Reiche Erde
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne bis leichter Halbschatten
Innenbereich
Veranda, Warmhaus
Außenbereich
Beet in voller Sonne, Veranda
Pflanzgefäße
Pflanzgefäß, Abflusstopf
Erscheinungsbild
Höhe100–400 cmBreite150–250 cm
Blätter
Grün
Nachtjasmin (Cestrum nocturnum): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Nachtjasmin (Cestrum nocturnum): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Nachtjasmin (Cestrum nocturnum): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Nachtjasmin (Cestrum nocturnum): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Nachtjasmin (Cestrum nocturnum): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißCreme
Nachtjasmin (Cestrum nocturnum): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Nachtjasmin (Cestrum nocturnum): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Nachtjasmin (Cestrum nocturnum): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Nachtjasmin (Cestrum nocturnum): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Nachtjasmin (Cestrum nocturnum): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Weiß
Nachtjasmin (Cestrum nocturnum): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Nachtjasmin (Cestrum nocturnum): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Nachtjasmin (Cestrum nocturnum): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Nachtjasmin (Cestrum nocturnum): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Nachtjasmin (Cestrum nocturnum): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Nachtjasmin (Cestrum nocturnum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Nachtjasmin (Cestrum nocturnum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Nachtjasmin (Cestrum nocturnum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Nachtjasmin (Cestrum nocturnum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Nachtjasmin (Cestrum nocturnum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün
Nachtjasmin (Cestrum nocturnum): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Nachtjasmin (Cestrum nocturnum): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Nachtjasmin (Cestrum nocturnum): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Nachtjasmin (Cestrum nocturnum): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Nachtjasmin (Cestrum nocturnum): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Cestrum nocturnum reicht von Mexiko über Mittelamerika und die Antillen bis Venezuela. Die wegen ihres Nachtdufts häufig kultivierte Art wurde weit außerhalb dieses Gebiets eingeführt und ist in mehreren tropischen und subtropischen Regionen örtlich invasiv geworden.

  • Heimisch4
  • Eingeführt3
  • Invasiv2
  • Mexiko
  • Panama
  • Kuba
  • Venezuela
  • Vereinigte Staaten
  • Südafrika
  • China
  • Australien
  • Neuseeland

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Nachtjasmin (Cestrum nocturnum L., 1753), international auch Night jessamine und Lady of the night genannt, ist ein immergrüner Strauch der Gattung Cestrum aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Plants of the World Online erkennt den von Linné veröffentlichten Namen für eine Art an, deren natürliches Areal von Mexiko bis Venezuela reicht. 1 7

Der Handelsname Nachtjasmin kann irreführen: Die Pflanze ist mit den echten Jasminen der Gattung Jasminum nicht näher verwandt. Diese gehören zur ganz anderen Familie der Oleaceae. Allein der abendliche Duft erklärt die volkstümliche Verbindung. 2

Unter 1 °C zerstört Frost das Laub und verhindert einen erneuten Austrieb. Im Freiland hält sich der Strauch nur in den USDA-Zonen 9 bis 11; andernorts wird er im Kübel an einem hellen, geschützten Ort überwintert. 2 3

Erkennung

Biegsame, bogig überhängende Triebe prägen Cestrum nocturnum. Der Strauch erreicht gewöhnlich 1 bis 4 m Höhe und 1,5 bis 2,5 m Breite und ist ausgewachsen häufig breiter als hoch. 2 3

Einfache, wechselständige Blätter sind elliptisch bis lanzettlich, glänzend und 6 bis 20 cm lang. Dornen und Ranken fehlen, wodurch sich die Art von mehreren kletternden Nachtschattengewächsen derselben Gattung unterscheiden lässt. 4

Die röhrenförmigen Blüten mit fünf spitzen Zipfeln sind grünlich weiß bis cremefarben, 2 bis 2,5 cm lang und stehen in Trauben in den Blattachseln. Ihr süßer, moschusartiger Duft setzt bei Einbruch der Dunkelheit ein und geht in der Mittagssonne fast vollständig zurück. Eine tagsüber geruchlose Blüte schließt diese Art daher nicht aus. 2 4

Nach der Blüte folgen kleine, kugelige weiße Beeren von 8 bis 12 mm Durchmesser, die bei Vögeln sehr begehrt sind. 4

Nützliche Taxonomie

Zur Gattung Cestrum, die innerhalb der Solanaceae mit Solanum und Brugmansia verwandt ist, gehören vor allem tropische und subtropische Sträucher Amerikas. Carl von Linné veröffentlichte Cestrum nocturnum im Jahr 1753. Wegen ihres Abenddufts ist sie heute die am häufigsten kultivierte Art der Gattung. 1 7

ITIS verzeichnet für dasselbe Taxon je nach Region unterschiedliche Volksnamen: night jessamine, dama-de-noche und queen of the night sowie die französischen Bezeichnungen galant de nuit, cestreau nocturne und dame de nuit. Diese Namensvielfalt steht dem seit Linné stabilen, akzeptierten wissenschaftlichen Namen gegenüber. 7

Bei der verwandten Art Cestrum diurnum L. öffnen sich die weißen Blüten dagegen tagsüber und duften in voller Sonne. Abendlicher Duft weist auf C. nocturnum hin, Duft zur Mittagszeit auf C. diurnum. Dieses Blühverhalten unterscheidet die beiden schneller als eine ausführliche Beschreibung. 1

Lebensraum und Verbreitung

Von Mexiko über Mittelamerika und die Antillen bis nach Venezuela im nördlichen Südamerika erstreckt sich das natürliche Areal von Cestrum nocturnum. Dort besiedelt die Art feuchte Waldränder und Gebüsche in niedrigen Höhenlagen. 1

Wegen ihres Dufts häufig gepflanzt, wurde die Art in mindestens sechs Länder außerhalb ihres natürlichen Areals eingeführt. Florida führt sie als gebietsfremde Pflanze, die von Netzwerken zur Überwachung invasiver Arten beobachtet wird. ITIS nennt außerdem eingeführte Vorkommen auf Hawaii und im kontinentalen Karibikraum. 6 7

In Australien hat sich die Art deutlich stärker eingebürgert. Die zuständige Behörde von New South Wales unterstellt Cestrum nocturnum einer allgemeinen Biosicherheitspflicht, weil die Pflanze entlang der Küste Waldränder, Ufer und Gebüsche besiedeln kann. Diese Einstufung gilt für den dortigen Rechtsraum. 4

Lebenszyklus und Vermehrung

Im Frühjahr setzt die Blüte ein und hält den Sommer über an. Jede Traube gibt ihren Duft über mehrere aufeinanderfolgende Nächte ab. Unter gleichbleibend tropischen Bedingungen können sich Blühschübe fast das ganze Jahr wiederholen. 2 3

Aus bestäubten Blüten entstehen kleine weiße Beeren, die von Vögeln gefressen werden. Die Samen überstehen die Darmpassage und werden so wirkungsvoll verbreitet, auch unter Sitzplätzen weit entfernt von der Mutterpflanze. 4

Zur Vermehrung im Garten dienen vorzugsweise Stecklinge aus halbreifen Sommertrieben. Bodenwärme begünstigt die Bewurzelung innerhalb von 3 bis 6 Wochen. Auch die Aussaat von Samen aus reifen Beeren gelingt, verzögert die erste Blüte aber um mehrere Wachstumsperioden. 2

Nutzen und Risiken

Als Zierstrauch wird Cestrum nocturnum vor allem nahe Terrassen oder Wintergärten gepflanzt, um seinen Abendduft zu genießen. Phytochemische Untersuchungen isolierten aus Blütenextrakten Steroidsaponine, die auf mehrere Krebszelllinien zytotoxisch wirkten. Dieser Forschungsansatz ist experimentell und hat zu keiner anerkannten medizinischen Anwendung geführt. 2 5

Gesundheitsrisiken gehen von der gesamten Pflanze aus. Besonders Beeren und Blätter enthalten reichlich Steroidglykoside und sind für Menschen wie Haustiere giftig. Die Royal Horticultural Society nennt ein belegtes Vergiftungsrisiko für Hunde beim Fressen. Die australische Fachbehörde beschreibt die gesamte Pflanze als giftig für Nutztiere und Menschen. 2 4

Bei Sonnenuntergang trägt der Nachtduft über mehrere Dutzend Meter. Einige australische Gemeinden regeln deshalb Pflanzungen nahe Wohnhäusern. Bei Menschen mit Asthma werden Atemwegsreizungen oder Kopfschmerzen beschrieben; ein Platz unmittelbar am Schlafzimmerfenster ist daher ungünstig. 4

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Weit verbreitete Kultursorten von Cestrum nocturnum gibt es nicht. Die Auswahl richtet sich vor allem nach der Blühstärke und weniger nach abweichenden Blütenfarben oder panaschiertem Laub. 3

Besonders häufig kommt es zu Verwechslungen mit folgenden Pflanzen:

  • Cestrum diurnum L., dessen Blüten tagsüber statt nachts duften;
  • Jasminum officinale und Jasminum sambac, echte Jasmine ohne nähere botanische Verwandtschaft, deren Handelsnamen zu Verwechslungen führen;
  • Brugmansia und Datura, weitere Nachtschattengewächse mit starkem Nachtduft, aber wesentlich größeren Trompetenblüten.

Die kleine, fünfzipfelige Röhrenblüte in einer Traube hilft bei der Unterscheidung: Ihr tagsüber fast fehlender und nachts intensiver Duft findet sich in dieser Form bei keinem echten Jasmin. 2 4

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Warum duftet mein Nachtjasmin tagsüber nicht?

Das ist normal. Der süße, moschusartige Duft von Cestrum nocturnum wird erst abends und nachts freigesetzt; tagsüber sind die Blüten fast geruchlos.

Ist Nachtjasmin für Tiere giftig?

Ja. Beeren und Blätter enthalten Steroidglykoside, die für Hunde, Katzen, Pferde und Menschen giftig sind. Für Kleinkinder ist ein Risiko nach dem Verzehr der Beeren dokumentiert.

Kann man Nachtjasmin mit echtem Jasmin verwechseln?

Der Handelsname kann irreführen. Cestrum nocturnum gehört zu den Solanaceae, echte Jasminarten der Gattung Jasminum dagegen zu den Oleaceae. Die Pflanzen sind botanisch nicht näher verwandt.

Warum gilt Nachtjasmin als invasiv?

Vögel fressen die weißen Beeren gern und verbreiten die Samen wirkungsvoll. So konnte die Art in Australien und Neuseeland Waldränder und Ufer auf Kosten der heimischen Vegetation besiedeln.

Welche Mindesttemperatur verträgt Cestrum nocturnum?

Der Strauch verträgt kurzzeitig Temperaturen um 1 bis 5 °C, übersteht aber keinen anhaltenden Frost. In gemäßigtem Klima ist ein Kübel, der im Winter ins Haus kommt, die sicherste Lösung.

Wie lässt sich Nachtjasmin einfach vermehren?

Halbreife Stecklinge im Sommer liefern die besten Ergebnisse und wurzeln mit Bodenwärme in 3 bis 6 Wochen. Eine Aussaat ist ebenfalls möglich, verzögert aber die erste Blüte.

Sollte Nachtjasmin nicht am Schlafzimmer stehen?

Diese Vorsicht wird häufig empfohlen. Der auf kurze Distanz sehr starke Nachtduft kann bei empfindlichen Menschen, insbesondere bei Asthma, Atembeschwerden oder Kopfschmerzen auslösen.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.