Japanische Zierquitte (Chaenomeles japonica, )
Japanische Zierquitte (Chaenomeles japonica) ist ein sommergrüner, dorniger Strauch aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae), der aus Japan und dem südlichen Zentralkorea stammt. Sie bleibt kompakter als die verwandte Chaenomeles speciosa und blüht im zeitigen Frühjahr scharlachrot bis rosa. Später trägt sie aromatische, säuerliche Früchte. Mit einer Frosthärte bis -25 °C eignet sie sich für dornige Schutzhecken, Kübel und Bonsai.
WeiterlesenJapanische Zierquitte, Maule's quince und Japanese flowering quince
Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.
Volle Sonne für reiche Blüte; Halbschatten wird vertragen





© Foto
(c) Denys Davydov, some rights reserved (CC BY-NC), uploaded by Denys Davydov · cc-by-nc
Liubov Ilminska · cc0
Taken Apr 13, 2020 by M Marina (cc-by-sa)
Taken Feb 2, 2020 by Thierry LE COM (cc-by-sa)
Taken Jan 17, 2020 by vall (cc-by-sa)
Taken Apr 3, 2021 by Dieter Wagner (cc-by-sa)
Taken Feb 17, 2022 by Bernard Boutin (cc-by-sa)
© copyright of the Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew.
Weltweite Verbreitung
POWO nennt das südliche Zentralkorea und Japan (Honshu, Kyushu) als natürliches Areal von Chaenomeles japonica. Dort wächst sie im Unterwuchs von Bergwäldern bis 2100 m Höhe. Sie wird in Europa, Asien und Nordamerika häufig als Zierstrauch kultiviert, in Lettland und Litauen auch gewerblich zur Fruchtgewinnung. In Frankreich tritt sie gelegentlich verwildert auf, ohne dort als invasiv eingestuft zu sein.
- Heimisch2
- Südkorea
- Japan
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Japanische Zierquitte (Chaenomeles japonica (Thunb.) Lindl. ex Spach, 1834) ist ein sommergrüner, dorniger Strauch der Rosengewächse (Rosaceae). POWO führt Chaenomeles japonica als akzeptierten Namen seit der von Lindley und Spach veröffentlichten Kombination von 1834, die ältere Synonyme ablöste. 1 2
Der Gattungsname Chaenomeles geht auf griechisch khaïneïn, „sich spalten“, und mêlea, „Apfelbaum“, zurück. Der schwedische Botaniker Carl Peter Thunberg beschrieb die Art 1784 als Pyrus japonica. Er nahm an, ihre Frucht spalte sich von selbst in fünf Teile, was bei dieser Pflanze tatsächlich nur selten vorkommt. 6
Die historische Einordnung erklärt die Verbindung zur Quitte im Namen. Lange hieß die Art Cydonia japonica, bis John Lindley die Gattung Chaenomeles im Jahr 1822 von Cydonia trennte. Ausschlaggebend waren Merkmale der Frucht statt des Laubs. 6 7
Erkennung
Im Garten entwickelt die Japanische Zierquitte einen dichten, dornigen Busch von 50 cm bis 1 m Höhe und nach der Royal Horticultural Society 1,5 bis 2,5 m Breite. Im natürlichen japanischen Lebensraum bleibt die Wildform mit etwa 1 bis 1,2 m kompakt. 2 6
Graubraune Zweige tragen 1 bis 5 cm lange Dornen. Diese natürliche Bewehrung macht die Pflanze für Schutzhecken geeignet, eine Funktion, die wenige Frühjahrssträucher so früh im Jahr erfüllen. Die glänzend grünen, verkehrt eiförmigen Blätter sind etwa 3 bis 5 cm lang und 2 bis 3 cm breit; ihr Rand ist fein gezähnt. 6 5
Früh erscheinen die Blüten, oft vor oder mit dem jungen Laub, in Gruppen von 2 bis 5. Sie besitzen fünf scharlachrote bis rosa Kronblätter und 40 bis 60 Staubblätter in zwei Kreisen. Die aromatische, gelbgrüne Apfelfrucht erreicht 3 bis 4 cm Durchmesser und reift im Frühherbst. 6 3
Taxonomie und Verwechslungen
Die Namensgeschichte umfasst mehrere Synonyme: Pyrus japonica Thunb., das Basionym der Art, Cydonia japonica (Thunb.) Pers., Cydonia lagenaria Loisel. und Chaenomeles maulei (Mast.) Lavallée. Der englische Name Maule's quince stammt vom letzten Synonym, das mit einer britischen Baumschule des 19. Jahrhunderts verbunden ist. Auch Japanese flowering quince ist eine internationale Bezeichnung. 6 7
Eine verlässliche Zuordnung ermöglicht der von POWO akzeptierte Name. Im französischen Handel reicht die Bezeichnung „cognassier du Japon“ über die eigentliche Art hinaus. Sie wird auch für Chaenomeles speciosa verwendet, die über 2 m hoch werden kann, während Chaenomeles japonica unter 1,5 m bleibt. Hinzu kommen Hybriden der Gruppe Superba (C. japonica × C. speciosa, um 1900 von G. Frahm gezüchtet) und der Gruppe Clarkiana (C. cathayensis × C. japonica, in Kalifornien entwickelt). Über 500 Sortennamen sind im Umlauf; allein garantieren sie keine sichere Artbestimmung. 1 6
Lebensraum und Verbreitung
Als natürliches Areal nennt POWO das südliche Zentralkorea und Japan mit Honshu und Kyushu. 1
Wilde Bestände wachsen im lichten Unterwuchs von Bergwäldern zwischen 100 und 2100 m Höhe, häufig an Bach- und Flussufern. 6
In Europa, Asien und Nordamerika wird die Japanische Zierquitte häufig als Zierstrauch kultiviert. In Frankreich verwildert sie gelegentlich, ohne dort als invasiv zu gelten. Im Baltikum dient sie auch dem gewerblichen Obstanbau: Lettland baute sie 1993 auf etwa 300 Hektar an, mit Erträgen von 12 bis 15 Tonnen je Hektar. Auch Litauen erzeugt die Früchte gewerblich. 6
Lebenszyklus und Vermehrung
Zum Winterende oder im zeitigen Frühjahr öffnen sich die Blüten vor oder mit dem jungen Laub am vorjährigen Holz. Ein starker Winterschnitt entfernt deshalb einen Teil der kommenden Blüten. Diese frühe Blüte liefert Bienen eine der ersten Nektarquellen zum Ende des Winters. 5 3
Im Frühherbst reifen die Früchte. Vermehrt wird durch weiche Stecklinge im Juli und August, stärker verholzte Stecklinge im November, Absenker mit etwa zwölf Monaten Bewurzelungszeit oder die Teilung von Wurzelausläufern zum Winterende. Auch frische Aussaat oder Aussaat im Februar ist möglich. 4
Nutzen und Risiken
Vor allem als Zierstrauch findet die Art Verwendung: für niedrige, dornige Schutzhecken, als Solitär, als Spalier an einer Mauer oder in Zwergformen für den Steingarten. Die Sorte 'Hime' eignet sich durch dichte Verzweigung und kleine, intensiv rote Blüten für Bonsai. Blühzweige lassen sich im Haus für einen frühen winterlichen Schmuck vortreiben. 6 3
Gekocht lassen sich die Früchte zu Konfitüre, Gelee oder Likör verarbeiten; roh sind sie herb und sauer. Die Royal Horticultural Society weist darauf hin, dass die Kerne Giftstoffe enthalten und vor dem Verzehr entfernt werden müssen. Haustiere sollen die Früchte nicht fressen. Ein eigenes ASPCA-Porträt der Art wurde nicht gefunden, weshalb diese Vorsicht weiterhin angemessen ist. 6 2 4
Ein regenreiches Frühjahr begünstigt pilzliche Blattflecken. Daneben können Feuerbrand, Schorf, Blattläuse und Milben auftreten. Auf zu alkalischen Böden entwickelt das Laub Chlorosen. 5 3
Sorten und verwandte Pflanzen
Am häufigsten wird Chaenomeles japonica mit der größeren Chaenomeles speciosa verwechselt, die im französischen Handel ebenfalls „cognassier du Japon“ heißt. Hybriden der Gruppen Superba und Clarkiana erweitern die Farbpalette von Rot über Orange und Rosa bis Weiß. Außerhalb spezialisierter Baumschulen ist die reine Art dadurch schwer sicherzustellen. 6
Zwei botanische Formen verdienen Beachtung: die niederliegende Varietät alpina aus den Bergen Kyushus und die Varietät pygmaea mit unterirdischen Zweigen. Unter der französischen Handelsbezeichnung sind über 500 Sorten im Umlauf, ohne die höchstens 1,5 m hohe Zwergart von der über 2 m hohen Chaenomeles speciosa zu trennen. Nur der vollständige, bei POWO überprüfbare wissenschaftliche Name beseitigt diese Unklarheit vor dem Kauf. 1 7
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Chaenomeles japonica (Thunb.) Lindl. ex Spach
- Royal Horticultural Society, Chaenomeles japonica
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Chaenomeles japonica
- Plants For A Future, Chaenomeles japonica
- NC State Extension Gardener Plant Toolbox, Chaenomeles japonica
- Wikipédia, Cognassier du Japon (Japanische Zierquitte)
- International Plant Names Index, Chaenomeles japonica
- GBIF Backbone Taxonomy, Chaenomeles japonica
Häufig gestellte Fragen
Ist die Japanische Zierquitte für Katzen und Hunde giftig?
Die Royal Horticultural Society weist auf Giftstoffe in den Fruchtkernen hin und rät davon ab, Tiere die Früchte fressen zu lassen. Ein eigenes ASPCA-Porträt für die Art wurde nicht gefunden. Daher sollte vorsorglich diese Warnung gelten, statt völlige Unbedenklichkeit anzunehmen.
Wie unterscheidet sie sich von Chaenomeles speciosa?
Chaenomeles japonica bleibt mit 50 cm bis 1,5 m kompakter, während Chaenomeles speciosa über 2 m erreichen kann. Beide werden unter der französischen Handelsbezeichnung cognassier du Japon verkauft; diese allein erlaubt keine sichere Unterscheidung.
Kann man die Früchte essen?
Nur gekocht. Roh sind sie herb und sauer; als Konfitüre, Gelee oder Likör entfalten sie ihr Aroma. Vor dem Verzehr müssen die Kerne entfernt werden.
Wann und wie wird die Japanische Zierquitte geschnitten?
Unmittelbar nach der Blüte, denn die Blüten entstehen am vorjährigen Holz. Ein Winterschnitt entfernt einen großen Teil der kommenden Knospen.
Ist die Japanische Zierquitte invasiv?
Sie bildet leicht Ausläufer und dichte Bestände. In Frankreich gilt sie jedoch nicht als invasiv und tritt um Kulturstandorte nur gelegentlich verwildert auf.
Eignet sie sich für Kübel oder Bonsai?
Ja. Besonders die Sorte 'Hime' eignet sich durch dichte Verzweigung und kleine, intensiv rote Blüten für Bonsai. Im Kübel sind ein durchlässiges Substrat und Umtopfen zum Winterende passend.
Wie winterhart ist die Japanische Zierquitte?
Sie ist sehr winterhart und verträgt Temperaturen bis -25 °C. Gartenbauliche Quellen ordnen sie den USDA-Zonen 5 bis 9 zu.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.





