Kaffernlimette (Citrus hystrix, DC. 1813)

Die Kaffernlimette (Citrus hystrix) ist ein dorniger Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Rautengewächse (Rutaceae). Sie wird wegen ihrer stark duftenden Doppelblätter und der Früchte mit höckeriger Schale kultiviert. Das tropische Zitrusgewächs ist schon vor der Fruchtbildung an seinen sanduhrförmigen Blättern erkennbar.

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Wissenschaftlicher NameCitrus hystrix
GattungCitrus
OrdnungSapindales

Kaffernlimette, Combava, Kaffir lime und Makrut lime

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen, darunter Kinder · Ungiftig : Katzen, Hunde und Tiere · Unbekannt : Pferde
Pflegeaufwand
Mäßig
Pflanzenart
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
IndienChinaWallis und Futuna
Lebensraum
Lichte tropische Feuchtwälder und Waldränder; heute meist in Obstgärten oder Kübeln kultiviert
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommer
Erntezeit
HerbstWinter
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
6/10
Reifezeit
Früchte reifen gestaffelt über mehrere Monate nach der Blüte
Vermehrung
Aussaat, Steckling, Luftableger
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gering, vor starkem Wind schützen, besonders im Topf
Luftfeuchtigkeit
50–75 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Substrat für Zitruspflanzen, Leicht saures bis neutrales drainiertes Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

In die volle Sonne mit intensivem direktem Licht den ganzen Tag stellen.

Volle Sonne; in gemäßigten Klimaten Süd- oder Westlage
Innenbereich
Veranda, Gewächshaus
Außenbereich
Obstgarten, Beet in voller Sonne
Pflanzgefäße
Terrakotta, Schwerer entwässernder Topf
Erscheinungsbild
Höhe250–600 cmBreite100–350 cm
Blätter
Grün
Kaffernlimette (Citrus hystrix): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Kaffernlimette (Citrus hystrix): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Kaffernlimette (Citrus hystrix): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Kaffernlimette (Citrus hystrix): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Kaffernlimette (Citrus hystrix): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißCremeGröße1.5–2.5 cm
Kaffernlimette (Citrus hystrix): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Kaffernlimette (Citrus hystrix): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Kaffernlimette (Citrus hystrix): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Kaffernlimette (Citrus hystrix): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Kaffernlimette (Citrus hystrix): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
GrünGelbGröße4–6 cm
Kaffernlimette (Citrus hystrix): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Kaffernlimette (Citrus hystrix): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Kaffernlimette (Citrus hystrix): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Kaffernlimette (Citrus hystrix): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Kaffernlimette (Citrus hystrix): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Kaffernlimette (Citrus hystrix): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Kaffernlimette (Citrus hystrix): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Kaffernlimette (Citrus hystrix): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Kaffernlimette (Citrus hystrix): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Kaffernlimette (Citrus hystrix): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
GrünBraun
Kaffernlimette (Citrus hystrix): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Kaffernlimette (Citrus hystrix): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Kaffernlimette (Citrus hystrix): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Kaffernlimette (Citrus hystrix): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Kaffernlimette (Citrus hystrix): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Nach POWO liegt das natürliche Areal von Citrus hystrix im östlichen Himalaja, in Südchina (Yunnan, Guangxi) und auf den Wallis-Inseln. Die gut dokumentierte gärtnerische Verbreitungsgeschichte setzt dagegen auf den indonesischen Molukken an, die Rumphius bereits im 17. Jahrhundert beschrieb. Angaben zum kontinentalen Südostasien und zu den Sundainseln betreffen daher überwiegend einen alten, weit verbreiteten Anbau und nicht das natürliche Areal im engeren Sinn.

  • Heimisch3
  • Eingeführt1
  • Indien (östlicher Himalaja)
  • Südchina (Yunnan, Guangxi)
  • Wallis und Futuna
  • Mauritius

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Die Kaffernlimette (Citrus hystrix DC., 1813) wächst als dorniger Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Rautengewächse (Rutaceae). Das lateinische Epitheton hystrix bedeutet Stachelschwein und bezieht sich auf die feinen Dornen der Zweige. Diese helfen bereits dabei, die Art von vielen kultivierten Zitruspflanzen zu unterscheiden. 1 7

Der französische Name Combava soll von Sumbawa stammen, einer indonesischen Insel östlich von Bali, die westliche Seefahrer auf alten Karten als „Combava“ verzeichneten. Im französischen Alltagsgebrauch setzte sich das Wort erst in den 1980er- und 1990er-Jahren durch, lange nach der botanischen Einführung der Pflanze in Europa. 7

Erkennung

Das Doppelblatt kennzeichnet die Kaffernlimette zuverlässiger als Fruchtfarbe oder Wuchsform. Eine Blattspreite und ein breit geflügelter, fast gleich großer Blattstiel bilden eine Sanduhrsilhouette, die unter den gängigen Zitrusarten charakteristisch ist. Jedes Blatt wird etwa 7,5 bis 10 cm lang und verströmt beim Zerreiben einen deutlichen Zitronenduft. 7 3

Im tropischen Freiland erreicht der Strauch gewöhnlich 2,5 bis 6 m Höhe. Bei Kübelkultur in gemäßigten Klimaten wird er oft unter 2 m gehalten. Die weißen duftenden Blüten werden etwa 2 cm groß und erscheinen in warmem Klima in mehreren Schüben fast ganzjährig. 3 4

Kleine kugelige Früchte mit 4 bis 6 cm Durchmesser besitzen eine dicke, höckerige Schale. Unreif sind sie dunkelgrün, reif grünlich gelb. Das saftarme, sehr saure Fruchtfleisch steht dem kräftigen Aroma von Schale und Blättern gegenüber; diese sind die gefragtesten Pflanzenteile. 7 8

Nützliche Taxonomie

Bei POWO ist Citrus hystrix der akzeptierte Name mit der Autorenangabe DC. 1813 für Augustin Pyramus de Candolle. Lange wurde die Art der früheren Untergattung Papeda zugerechnet, einer Gruppe wilder Zitrusgewächse mit dicker Schale. In der akzeptierten Einordnung besitzt diese informelle Gruppe keinen eigenständigen formalen taxonomischen Status. 1 7

Historische Varietäten und Namenskombinationen sind mit diesem Namen verbunden, ohne eigenständige Taxa darzustellen:

  • Citrus × aurantium hystrix (DC.) Jacquemont-Bonnefont – historische Namenskombination
  • Citrus hystrix var. micrantha (Wester) Merr. – historischer Varietätenname
  • Citrus hystrix var. microcarpa (Wester) Merr. – historischer Varietätenname
  • Citrus hystrix var. torosa (Blanco) Wester – historischer Varietätenname

Gegenüber wechselnden Handelsnamen bietet Citrus hystrix die stabilere Bezeichnung. Die englischen Namen kaffir lime und makrut lime werden je nach Land unterschiedlich verwendet. In neueren englischsprachigen Publikationen ersetzt makrut lime zunehmend kaffir lime, dessen Herkunft als möglicherweise abwertend angesehen wird. 1 2 8

Lebensraum und Verbreitung

Nach POWO beschränkt sich das natürliche Areal auf den östlichen Himalaja, Südchina mit Yunnan und Guangxi sowie die Wallis-Inseln. Die botanisch überlieferte Anbaugeschichte verortet den Ausgangspunkt der Verbreitung dagegen auf den indonesischen Molukken. Dort beschrieb der auf Ambon tätige Naturforscher Georg Eberhard Rumphius die Pflanze bereits im 17. Jahrhundert. 1 7

Historische Stationen der Ausbreitung sind gut belegt: Pierre Sonnerat sammelte 1771–1772 Exemplare, und Pierre Poivre führte die Art gegen Ende des 18. Jahrhunderts auf Mauritius ein. Nach Frankreich gelangte sie 1808. Schon 1813 wurde sie im Katalog des Botanischen Gartens Montpellier geführt, im selben Jahr wie de Candolles botanische Beschreibung. 7

Heute wird die Kaffernlimette vor allem im kontinentalen Südostasien, auf den Sundainseln, auf Mauritius und Réunion angebaut. Auf Réunion würzt ihr Schalenabrieb traditionell Rougail tomates. Diese Regionen gehören zum alten und ausgedehnten Anbaugebiet, entsprechen aber nicht dem von POWO eng gefassten natürlichen Areal. 5 7

Lebenszyklus und Vermehrung

Unter warmen Bedingungen folgen mehrere Blütenschübe fast ganzjährig aufeinander. Die Früchte wachsen über Monate, bevor ihre höckerige Schale verhärtet und grünlich gelb wird. Knospen, Blüten und unterschiedlich weit entwickelte Früchte stehen deshalb häufig gleichzeitig an einer Pflanze. 3 4

Für die Vermehrung ist die Aussaat der unmittelbarste Weg. Die oft polyembryonalen Samen keimen bei etwa 13 °C innerhalb von 2 bis 3 Wochen und ergeben ohne Veredelung Pflanzen, die der Samenmutter genetisch entsprechen. Im Sommer geschnittene halbverholzte Stecklinge und Abmoosen bieten schnellere Alternativen, um eine bestimmte Sorte zu erhalten. 4

Nutzen und Risiken

Den größten kulinarischen Wert besitzen bei der Kaffernlimette die Blätter. Frisch oder getrocknet würzen sie Currys, Suppen und Salate in Thailand, Kambodscha, Laos, Vietnam, Indonesien, Malaysia und Myanmar. Der hocharomatische Schalenabrieb gehört in laotische und thailändische Currypasten und in Rougail tomates auf Réunion. 8 7

Die saure und saftarme Frucht wird selten frisch gegessen. Ätherisches Öl der Pflanze wird in Parfümerie und Kosmetik genutzt; im Blattöl kann Citronellal bis zu 80 % ausmachen. Versuche mit Blattextrakten zeigten 2015 keine akute Giftwirkung nach oraler Aufnahme. 8 7

Das dokumentierte Risiko betrifft die Haut: Furanocumarine in Schale und Fruchtfleisch erhöhen deren Lichtempfindlichkeit. Hautkontakt mit anschließender Sonnenbestrahlung kann eine Phytophotodermatitis mit Verbrennungen und Pigmentflecken auslösen. Dieser Mechanismus wurde bereits bei Wandernden nach Pflanzenkontakt beschrieben. 7

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Die fast verschwundene süße Form jeruk purut manis stammt aus Aceh in Indonesien und besitzt nicht die typische Bitterkeit der Wildfrucht. Eine mit Sumbawa verbundene Population fällt durch linaloolreiches ätherisches Öl auf. Die auf Réunion kultivierte Population wird vor allem wegen ihres Schalenabriebs für die Küche geschätzt. 7

Besonders häufig wird die Kaffernlimette mit der gewöhnlichen Limette (Citrus × aurantiifolia) verwechselt. Beide besitzen immergrünes Laub und höckerige Schalen. Die Kaffernlimette unterscheidet sich jedoch durch ihr ungefähr 10 cm langes sanduhrförmiges Doppelblatt und wird vor allem wegen der Blätter kultiviert; bei der gewöhnlichen Limette steht der Saft im Vordergrund. Vor dem Kauf ist das Doppelblatt das schnellste Prüfkriterium und zuverlässiger als die Farbe einer noch grünen unreifen Frucht. 3 8

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Woher stammt der Name Combava?

Er soll auf Sumbawa zurückgehen, eine indonesische Insel östlich von Bali, die westliche Seefahrer auf alten Karten als Combava bezeichneten. Im Französischen wurde das Wort erst in den 1980er- und 1990er-Jahren gebräuchlich, lange nach der botanischen Einführung der Pflanze.

Ist die Kaffernlimette giftig?

Neuere Untersuchungen zeigten keine akute Giftigkeit bei Aufnahme der Blätter. Schale und Fruchtfleisch enthalten jedoch Furanocumarine. Nach Hautkontakt und anschließender Sonnenbestrahlung können sie eine Phytophotodermatitis verursachen.

Kann man die Frucht der Kaffernlimette essen?

Die Frucht ist sehr sauer, bitter und saftarm und wird selten frisch gegessen. Vor allem Blätter und Schalenabrieb werden zum Würzen verwendet, etwa für thailändische und laotische Currys oder Rougail tomates auf Réunion.

Warum bestehen die Blätter der Kaffernlimette aus zwei Teilen?

Eine Blattspreite und ein breit geflügelter, fast ebenso großer Blattstiel bilden zusammen eine Sanduhrform. Dieses scheinbare Doppelblatt ist bei den gängigen Zitrusarten ein zuverlässiges Erkennungsmerkmal der Kaffernlimette.

Verträgt die Kaffernlimette Kälte?

Die tropische Zitrusart ist wenig winterhart. Unter 13 °C stellt sie das Wachstum ein. Allenfalls kurze leichte Fröste werden überstanden, bevor Blätter und junge Triebe Schaden nehmen.

Wie unterscheiden sich Kaffernlimette und gewöhnliche Limette?

Die Kaffernlimette (Citrus hystrix) besitzt stark duftende Doppelblätter, die hauptsächlich zum Würzen genutzt werden, und höckerige saftarme Früchte. Die gewöhnliche Limette (Citrus × aurantiifolia) wird dagegen vor allem wegen ihres Saftes kultiviert.

Was ist Jeruk purut manis?

Eine heute fast verschwundene süße Form der Kaffernlimette aus der indonesischen Provinz Aceh. Ihr fehlt die typische Bitterkeit der Wildfrucht.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.