Blaue Klitorie (Clitoria ternatea, L. 1753)

Clitoria ternatea ist eine krautige Kletterpflanze aus der Familie der Fabaceae. Sie wird wegen ihrer kobaltblauen Blüten mit weißem Zentrum und des natürlichen Farbstoffs für südostasiatische Getränke und Speisen angebaut. Obwohl das Epitheton ternatea auf die indonesische Insel Ternate verweist, die Linné für ihre Heimat hielt, liegt das von Kew anerkannte natürliche Areal im tropischen und südlichen Afrika sowie auf der Arabischen Halbinsel. Für Menschen und die wichtigsten Haustiere gilt sie als ungiftig. Die streng tropische Art wird in gemäßigten Klimaten einjährig kultiviert.

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Wissenschaftlicher NameClitoria ternatea
GattungClitoria
OrdnungFabales

Blaue Klitorie, Butterfly pea und Blue pea

Identität
Toxizität
Ungiftig für Katzen, Hunde und Menschen
Pflegeaufwand
Niedrig
Blattart
Halbimmergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
Kap VerdeKeniaSaudi-Arabien
Lebensraum
Grasland, Savannen, offene Waldsäume, Buschland, Ufervegetation und gestörte Standorte
Jahresverlauf
Blütezeit
SommerHerbst
Erntezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Blüte 7–11 Wochen nach Aussaat; reife Hülsen 8–10 Wochen nach der Blüte
Vermehrung
Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Mäßig, dünne Stängel brauchen eine feste Stütze oder ein Rankgitter
Luftfeuchtigkeit
50–80 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Kalkhaltiger Boden, Ton, Schluff oder Sand
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

In die volle Sonne mit intensivem direktem Licht den ganzen Tag stellen.

Volle Sonne, bei großer Hitze auch leichter Schatten
Innenbereich
Veranda, Warmhaus
Außenbereich
Beet in voller Sonne, Stütze mit Pflanzstab
Pflanzgefäße
Topf mit Pflanzstab, Pflanzgefäß
Erscheinungsbild
Höhe300–600 cmBreite90–180 cm
Blätter
Grün
Clitoria ternatea: Herkunft und Verwendung — blätter 1
Clitoria ternatea: Herkunft und Verwendung — blätter 2
Clitoria ternatea: Herkunft und Verwendung — blätter 3
Clitoria ternatea: Herkunft und Verwendung — blätter 4
Clitoria ternatea: Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
BlauWeißRosaGröße4–5 cm
Clitoria ternatea: Herkunft und Verwendung — blüten 1
Clitoria ternatea: Herkunft und Verwendung — blüten 2
Clitoria ternatea: Herkunft und Verwendung — blüten 3
Clitoria ternatea: Herkunft und Verwendung — blüten 4
Clitoria ternatea: Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
GrünBraunGröße5–8 cm
Clitoria ternatea: Herkunft und Verwendung — früchte 1
Clitoria ternatea: Herkunft und Verwendung — früchte 2
Clitoria ternatea: Herkunft und Verwendung — früchte 3
Clitoria ternatea: Herkunft und Verwendung — früchte 4
Clitoria ternatea: Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Clitoria ternatea: Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Clitoria ternatea: Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Clitoria ternatea: Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Clitoria ternatea: Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Clitoria ternatea: Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün
Clitoria ternatea: Herkunft und Verwendung — rinde 1
Clitoria ternatea: Herkunft und Verwendung — rinde 2
Clitoria ternatea: Herkunft und Verwendung — rinde 3
Clitoria ternatea: Herkunft und Verwendung — rinde 4
Clitoria ternatea: Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das von POWO anerkannte natürliche Areal umfasst Kap Verde, das tropische und südliche Afrika sowie die Arabische Halbinsel. Das auf die indonesische Insel Ternate verweisende Epitheton ternatea ließ lange einen asiatischen Ursprung vermuten. Tatsächlich wurde die Art dort erst eingeführt und bürgerte sich später im gesamten Tropengürtel ein.

  • Heimisch3
  • Eingeführt1
  • Invasiv2
  • Kap Verde
  • Kenia
  • Saudi-Arabien
  • Indien
  • Hawaii
  • Australien

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Clitoria ternatea (Clitoria ternatea L., 1753), auch Blaue Klitorie und englisch Blue pea oder Butterfly pea genannt, ist eine krautige Kletterpflanze aus der Familie der Fabaceae. Weltweit wird sie wegen ihrer tief kobaltblauen Blüten mit weißem oder gelbem Zentrum angebaut. 1 2

Der Gattungsname Clitoria leitet sich unmittelbar von „Klitoris“ ab. Die Blütenform erinnerte den polnischen Naturforscher Jakób Breyne an eine menschliche Vulva; er beschrieb die Pflanze schon 1678 als Flos clitoridis ternatensibus, „Klitorisblume von Ternate“. Mehrere Botaniker des 19. Jahrhunderts beanstandeten den Namen als unanständig, darunter James Edward Smith im Jahr 1807. 7

Mit dem Epitheton ternatea ist die Insel Ternate in den indonesischen Molukken gemeint, die Linné für die Heimat der Art hielt. Dieser geografische Hinweis führt jedoch in die Irre: POWO verortet ihr natürliches Areal im tropischen und südlichen Afrika, auf Kap Verde und der Arabischen Halbinsel, nicht in Südostasien. 1

Erkennung

Dünne, windende Stängel klettern oder kriechen 3 bis 6 m weit. Das schnelle Wachstum lässt die Pflanze innerhalb einer Saison ein Rankgitter bedecken. Die wechselständigen, zusammengesetzten Blätter tragen 5 bis 9 elliptische bis eiförmige Teilblättchen, jeweils wenige Zentimeter breit. 3 4

Einzeln oder paarweise stehen die Blüten in den Blattachseln und erreichen 4 bis 5 cm Durchmesser. Ihre tiefblaue Fahne, bei gärtnerischen Auslesen auch weiß oder rosa, umgibt ein charakteristisches weißes oder gelbes Zentrum. 2 4

Wie bei der verwandten Gattung Centrosema ist die Blüte von Clitoria ternatea resupiniert: Eine Drehung des Blütenstiels kehrt sie um. Dadurch liegt die Fahne als größtes Blütenblatt unten, statt wie bei den meisten Fabaceae oben aufgerichtet zu sein. Dieses Detail genügt, um die Blüte von einer gewöhnlichen Erbsenblüte zu unterscheiden. 7

Nach der Blüte bildet sich innerhalb von 8 bis 10 Wochen eine flache Hülse. Bei Reife springt sie plötzlich auf und schleudert die Samen fort; dies erklärt die rasche Einbürgerung außerhalb von Kulturen. 3

Nützliche Taxonomie

POWO akzeptiert Clitoria ternatea L. in einer Gattung mit mehreren Dutzend kletternden oder aufrechten Fabaceae-Arten. Unter diesem Namen wurden verschiedene Formen beschrieben: Die Varietät alba Berhaut blüht weiß, die Form flaviflora Chiov. gelblich; die Varietät angustifolia Hochst. ex Baker f. besitzt schmalere Blätter als die typische Form. 1

Alle diese Formen gehören zu einer einzigen botanischen Art. Der akzeptierte Name Clitoria ternatea ist daher ein verlässlicherer Anhaltspunkt als die Blütenfarbe, die je nach gärtnerischer Auslese variiert. 1

Lebensraum und Verbreitung

Zum von POWO anerkannten natürlichen Areal zählen Kap Verde, das tropische und südliche Afrika sowie die Arabische Halbinsel. Die Lebensräume umfassen Grasland, offene Waldsäume, Buschland und Ufervegetation. 1 3

Schon früh nach Südostasien eingeführt und später über den gesamten Tropengürtel verbreitet, bürgerte sich die Art auf Hawaii bereits 1871 ein. Heute wächst sie in Indien, Thailand, Malaysia, Australien und weiten Teilen des tropischen Amerikas. Ihr Status reicht je nach Region von kultiviert bis invasiv. 5

Die weite Verbreitung birgt Risiken: Die PIER-Bewertung für die Pazifikinseln vergibt 9 von 10 Risikopunkten, weil die Pflanze Ufer, Teichränder und gestörte Flächen zulasten der örtlichen Flora besiedeln kann. 5

Lebenszyklus und Vermehrung

Nach Anritzen der harten Samenschale keimt der Samen in 3 bis 6 Tagen. Diese kurze Zeit begünstigt einen gleichmäßigen Aufgang bei gruppenweiser Aussaat am Rankgitter. Die Blüte folgt 7 bis 11 Wochen nach der Aussaat; der schnelle Zyklus ermöglicht eine einjährige Kultur im gemäßigten Klima. 3

In den Tropen ist Clitoria ternatea mehrjährig; Frost unter 0 °C tötet sie jedoch, weshalb sie andernorts einjährig kultiviert wird. Als Hülsenfrüchtlerin bindet sie durch eine Wurzelsymbiose mit Bodenbakterien Luftstickstoff. Dies fördert das Wachstum auf nährstoffarmen Substraten und erklärt ihre verbreitete Nutzung als Gründüngung und Futterpflanze. 4 3

Zur Bestäubung sind ausreichend schwere Insekten nötig, insbesondere Bienen, deren Gewicht die resupinierte Blüte öffnet. Die reife flache Hülse springt anschließend auf und schleudert ihre Samen fort. Dieses Merkmal begünstigt die rasche Einbürgerung außerhalb des natürlichen Areals. 3

Nutzen und Risiken

Blaue Blüten dienen vor allem als natürlicher Lebensmittelfarbstoff. Ihre Anthocyane färben südostasiatische Reisgerichte, Getränke und Gebäck, etwa den malaysischen blauen Reis nasi kerabu. Je nach Säuregrad wechselt die Farbe zu Violett oder Rosa. Im Jahr 2025 erweiterte die US-amerikanische FDA die zugelassene Verwendung des Blütenextrakts als Farbstoff unter anderem auf Getreideprodukte, Cracker und Chips. 8 6

Im Pflanzengewebe finden sich zudem Cyclotide, winzige ringförmige Peptide mit dokumentierter insektizider Wirkung. Sie schützen Clitoria ternatea auf natürliche Weise vor manchen Schädlingen. In der traditionellen ayurvedischen Medizin wird die Blüte unter dem Sanskritnamen aparajita mit Gedächtnis und geistiger Klarheit verbunden. Die abführend und harntreibend wirkende Wurzel bleibt einer fachlich begleiteten traditionellen Verwendung vorbehalten. 8 3

Für Katzen, Hunde und Menschen gilt die Pflanze als ungiftig; bei Pferden ist ihr Status mangels veröffentlichter Daten unklar. Im Anbau ist sie anfällig für Spinnmilben, Weiße Fliegen, Anthraknose und bakterielle Weichfäule. 9 4

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Gärtnerische Auslesen unterscheiden sich vor allem in Blütenfarbe und -form. Double Blue mit zusätzlichen Blütenblättern sowie weiß oder rosa blühende Formen werden als Saatgut gehandelt, ohne jeweils eigenständige botanische Varietäten zu bilden. 2

Den englischen Namen Butterfly pea teilt die Art mit Centrosema virginianum, einer nordamerikanischen Hülsenfrüchtlerin. Auch deren Blüte ist resupiniert, doch die Fahne ist flach statt konkav. Ein langer spornförmiger Kelchzipfel erklärt den Namen „spurred butterfly pea“. 7

Ähnlich ist außerdem Clitoria mariana, eine nordamerikanische Art derselben Gattung. Ihre Blüte hängt mit der Fahne nach unten, während diese bei Clitoria ternatea aufgerichtet bleibt. Gegenüber diesen beiden Doppelgängern ist der vollständige wissenschaftliche Name verlässlicher als der gemeinsame Name „Butterfly pea“, um die drei Kletterpflanzen auseinanderzuhalten. 7

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Stammt Clitoria ternatea aus Asien?

Nein, obwohl das Epitheton ternatea auf die indonesische Insel Ternate verweist. Das von POWO anerkannte natürliche Areal liegt im tropischen und südlichen Afrika sowie auf der Arabischen Halbinsel. In Südostasien wurde sie früh eingeführt und eingebürgert.

Ist Clitoria ternatea für Katzen und Hunde giftig?

Nein, die Pflanze wird für Katzen, Hunde und Menschen nicht als giftig geführt. Bei Pferden bleibt der Status mangels veröffentlichter Daten unklar.

Warum färbt sich eine Blüte von Clitoria ternatea im Getränk violett?

Die blauen Anthocyane reagieren auf den pH-Wert. Säurehaltiger Saft, etwa Zitronensaft, verändert die Farbe von Blau über Violett zu Rosa. Viele südostasiatische Getränke nutzen diesen Effekt.

Kann Clitoria ternatea im gemäßigten Klima im Freiland wachsen?

Frost tötet die Pflanze. Sie wird deshalb jedes Frühjahr als Einjährige ausgesät oder im Topf kultiviert und im Winter in einen Wintergarten oder ein beheiztes Gewächshaus geholt.

Welche Pflanzen ähneln Clitoria ternatea?

Besonders häufig werden Centrosema virginianum mit flacher Fahne und Sporn sowie Clitoria mariana verwechselt. Bei letzterer hängt die Blüte mit der Fahne nach unten, statt aufgerichtet zu sein.

Woher stammt der Gattungsname Clitoria?

Jakób Breyne beschrieb die Blüte bereits 1678 als Flos clitoridis ternatensibus, weil sie ihn an eine menschliche Vulva erinnerte. Mehrere Botaniker des 19. Jahrhunderts kritisierten den Namen als unschicklich.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.