Tamarindenbaum (Tamarindus indica, L. 1753)

Tamarindus indica ist ein Obstbaum der Fabaceae aus dem tropischen Afrika. Sein Artepitheton indica verweist irreführend auf Indien. Die Hülsen liefern säuerliches Fruchtmark für zahlreiche tropische Küchen. Der Baum zählt zu den langlebigsten bekannten Obstgehölzen und kann mehrere Jahrhunderte leben. Für Haustiere und Menschen ist er ungiftig; als streng tropische Art eignet er sich nicht für die Freilandkultur im gemäßigten Klima.

Weiterlesen
Wissenschaftlicher NameTamarindus indica
GattungTamarindus
OrdnungFabales

Tamarindenbaum, Tamarinde, Indische Dattel, Sauerdattel und Tamarind

Identität
Toxizität
Ungiftig : Menschen, Katzen, Hunde und Tiere · Unbekannt : Pferde
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Baum · Obstbaum
Blattart
Halbimmergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
SenegalSudanÄthiopien
Lebensraum
Baumsavannen und Trockenwälder, durchlässige Schwemm-, Fels- oder Kalkböden bis in Küstennähe
Jahresverlauf
Blütezeit
Sommer
Erntezeit
WinterFrühling
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
3/10
Reifezeit
Fruchtansatz je nach Klima nach 4–14 Jahren, Vollertrag nach 10–15 Jahren
Vermehrung
Aussaat, Steckling, Transplantation, Luftableger
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Hoch, biegsame Äste und sehr gute Windfestigkeit
Luftfeuchtigkeit
40–70 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Kalkhaltiger Boden, Leichter Sandboden
Salzhaltiger Boden
Wird vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

In die volle Sonne mit intensivem direktem Licht den ganzen Tag stellen.

Außenbereich
Obstgarten, Beet in voller Sonne, Offener Boden
Pflanzgefäße
Pflanzgefäß, Tiefer Behälter
Erscheinungsbild
Höhe1200–3000 cmBreite800–1200 cm
Blätter
Grün
Tamarindus indica: Herkunft und Verwendung — blätter 1
Tamarindus indica: Herkunft und Verwendung — blätter 2
Tamarindus indica: Herkunft und Verwendung — blätter 3
Tamarindus indica: Herkunft und Verwendung — blätter 4
Tamarindus indica: Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
GelbOrangeGröße2–3 cm
Tamarindus indica: Herkunft und Verwendung — blüten 1
Tamarindus indica: Herkunft und Verwendung — blüten 2
Tamarindus indica: Herkunft und Verwendung — blüten 3
Tamarindus indica: Herkunft und Verwendung — blüten 4
Tamarindus indica: Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
BraunGröße5–18 cm
Tamarindus indica: Herkunft und Verwendung — früchte 1
Tamarindus indica: Herkunft und Verwendung — früchte 2
Tamarindus indica: Herkunft und Verwendung — früchte 3
Tamarindus indica: Herkunft und Verwendung — früchte 4
Tamarindus indica: Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Tamarindus indica: Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Tamarindus indica: Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Tamarindus indica: Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Tamarindus indica: Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Tamarindus indica: Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Tamarindus indica: Herkunft und Verwendung — rinde 1
Tamarindus indica: Herkunft und Verwendung — rinde 2
Tamarindus indica: Herkunft und Verwendung — rinde 3
Tamarindus indica: Herkunft und Verwendung — rinde 4
Tamarindus indica: Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Tamarindus indica umfasst den sudanischen Gürtel des tropischen Afrikas vom Senegal bis Ostafrika. Vor mehreren Jahrtausenden wurde der Baum nach Indien eingeführt. Dort wurde er so umfangreich kultiviert, dass er lange als heimisch galt, bevor er sich im gesamten Tropengürtel verbreitete.

  • Heimisch3
  • Eingeführt5
  • Senegal
  • Sudan
  • Äthiopien
  • Indien
  • Mexiko
  • Guatemala
  • Hawaii
  • Australien

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Tamarindus indica (Tamarindus indica L., 1753) ist die einzige Art der monotypischen Gattung Tamarindus. Diese Fabaceae kann 50–60 Jahre lang Früchte liefern und über anderthalb Jahrhunderte alt werden, verträgt aber keinen Frost. Das Artepitheton indica täuscht über die Herkunft hinweg: Der Baum stammt aus Afrikas Tropen, aus dem sudanischen Gürtel vom Senegal bis Ostafrika. Nach Indien gelangte er erst durch eine mehrere Jahrtausende zurückliegende Einführung. 1 2

Der Name Tamarinde geht auf arabisch tamr hindi, wörtlich „indische Dattel“, zurück. Gemeint ist das braune, klebrige Aussehen des getrockneten Fruchtmarks, nicht die tatsächliche geografische Herkunft. Bereits Ägypter und Griechen kannten die Frucht im 4. Jahrhundert v. Chr., lange bevor der Name die Vorstellung eines indischen Ursprungs festigte. 2 3

Erkennung

Langsames Wachstum führt bei diesem Baum nicht zu einer klar begrenzten Endgröße. Die runde, dichte Krone erreicht gewöhnlich 12–20 m, bei außergewöhnlichen Exemplaren bis 30 m Höhe. Graue, raue und rissige Rinde bedeckt die biegsamen Äste, die den Baum bemerkenswert windfest machen. 2 5

Zusammengesetzte, gefiederte Blätter bestehen aus 10–20 Paaren kleiner Fiederblättchen. Diese klappen nachts zusammen, eine Nyktinastie, die viele Hülsenfrüchtler zeigen. Die Blüten sind unauffällig: gelb mit orangefarbenen oder roten Streifen, in kleinen Trauben angeordnet. Vor dem Öffnen sind die Knospen rosa. 2

Die Frucht ist eine abgeflachte, unregelmäßig gebogene und angeschwollene Hülse. Sie wird 5–18 cm lang und färbt sich bei Reife zimtbraun. Die brüchige Schale umschließt braunes, klebriges und stark saures Fruchtmark mit harten, glänzenden Samen. Nach dem Öffnen bieten dieses Fruchtmark und die gebogene Hülsenform die verlässlichsten Merkmale, um die Art zu bestätigen. 2 3

Nützliche Taxonomie

Mehrere ältere botanische Beschreibungen werden heute unter dem akzeptierten Namen Tamarindus indica zu einer einzigen Art zusammengeführt. Zu den daraus überlieferten Synonymen gehören:

  • Tamarindus occidentalis Gaertn., ein älterer Artname
  • Tamarindus officinalis Hook., ein älterer Artname
  • Tamarindus somalensis Mattei, ein älterer Artname
  • Tamarindus umbrosa Salisb., ein älterer Artname
  • Tamarindus indica var. emarginata Chiov., ein älterer Varietätsname

Die Gattung Tamarindus ist monotypisch und umfasst nur diese eine Art. Das erleichtert die Bestimmung gegenüber artenreicheren Gattungen. Der akzeptierte wissenschaftliche Name bleibt deshalb der verlässliche Bezugspunkt, ohne Verwechslungsmöglichkeit mit einer anderen Varietät der Gattung. 1 9

Lebensraum und Verbreitung

Vom Senegal bis Ostafrika erstreckt sich das natürliche Areal im sudanischen Gürtel des tropischen Afrikas. Der Baum wächst in Baumsavannen auf unterschiedlichen Böden, von alluvialem Lehm bis zu porösem Kalkgestein. Er verträgt salzhaltige Gischt und gedeiht unmittelbar an der Küste. 1 2

Vor mehreren tausend Jahren wurde er nach Indien eingeführt und dort so verbreitet angebaut, dass er lange als heimische Art des Subkontinents galt. Anschließend verbreitete er sich im gesamten Tropengürtel: in Südostasien, auf den Pazifikinseln, bereits 1797 auf Hawaii, auf den Antillen sowie in Mexiko und Mittelamerika. 2 5

Die IUCN bewertet den Baum als nicht gefährdet. Seine weite Verbreitung und der Anbau in allen Tropenregionen bewahren ihn vor einem weltweiten Aussterberisiko. 6 7

Lebenszyklus und Vermehrung

Mehrere Monate keimfähig bleibende Samen gehen nach der Aussaat in ungefähr einer Woche auf. Bei regelmäßiger Bewässerung erreicht ein Sämling im ersten Jahr etwa 60 cm, im zweiten ungefähr 120 cm Höhe. 2

Der Beginn des Fruchtansatzes hängt anschließend stark vom Klima ab: auf Madagaskar bereits nach 4 Jahren, in Mexiko ungefähr nach 5 Jahren, in Indien manchmal erst nach 10–14 Jahren. Nach der sommerlichen Blüte benötigt die Hülse ab dem Fruchtansatz rund 245 Tage zur Reife. Dabei verliert sie nach und nach die Hälfte ihrer Feuchtigkeit. 2

Eine ausgeprägte Trockenzeit während der Reifung begünstigt den Fruchtansatz. Zu häufige Regenfälle in dieser Phase können ihn dagegen vollständig verhindern. Ein erwachsener Baum trägt anschließend 50–60 Jahre reichlich, bevor seine Produktivität abnimmt. 2

Nach diesem Ertragsrückgang kann der Baum noch fast anderthalb Jahrhunderte weiterleben. Damit zählt er zu den langlebigsten Obstbäumen, die Menschen je kultiviert haben. Seine Lebensdauer reicht also deutlich über die Zeit der hohen Erträge hinaus. 2

Nutzen und Risiken

Säuerliches Fruchtmark ist ein klassischer Bestandteil der Worcestershiresauce. In zahlreichen tropischen Küchen dient es außerdem für Saucen, Chutneys, Getränke und Süßwaren. Junge Blätter und Blüten werden in einigen Regionen Indiens und des südlichen Afrikas auch gekocht als Gemüse gegessen. 2 3

Das harte, dichte und violettbraune Kernholz wird für Möbel und Werkzeugstiele geschätzt. Es dient zudem zur Herstellung traditioneller Mörser. Die Samen liefern außerdem einen industriell genutzten Pflanzengummi für die Textilappretur. 2

Nach Angaben der ASPCA ist der Baum für Katzen, Hunde und Menschen nicht giftig. Für Pferde bleibt der Status unbestimmt; die fehlende Angabe erlaubt keine entsprechende Einstufung. 4

Nach einer verbreiteten Vorstellung überleben nur wenige Pflanzen unter einem erwachsenen Baum. Dieser Effekt wird eher der Säure abgefallener Blätter als einer tatsächlichen Giftigkeit der Art zugeschrieben. In einigen afrikanischen und birmanischen Traditionen gilt der Baum außerdem als heilig oder als Wohnort eines Schutzgeistes. 2

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Süßeres Fruchtmark steht bei den gärtnerischen Auslesen im Vordergrund. Makham Waan aus Thailand und Manila Sweet, von US-Landwirtschaftsdiensten in Florida verbreitet, liefern deutlich süßeres Fruchtmark als der Wildtyp. Einige Populationen mit rotem Fruchtmark gelten in mehreren Anbaugebieten ebenfalls als qualitativ überlegen, bilden aber keine eigene botanische Varietät. 2

Der Name „Tamarinde“ kann zu Verwechslungen mit Pflanzen außerhalb der Gattung Tamarindus führen:

  • Die Manilatamarinde ist Pithecellobium dulce, ein amerikanischer Hülsenfrüchtler mit süßen Hülsen ohne direkte botanische Verbindung zur echten Tamarinde.
  • Die australischen einheimischen Tamarinden der Gattung Diploglottis gehören zu einer ganz anderen Pflanzenfamilie.

Für die Bestimmung bleibt der akzeptierte wissenschaftliche Name Tamarindus indica der einzige sichere Bezugspunkt. Keine dieser beiden Verwechslungen besitzt zugleich seine 5–18 cm lange Hülse, sein saures Fruchtmark und die Zugehörigkeit zur Gattung mit nur einer Art. 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Tamarindus indica giftig?

Nein. Die ASPCA stuft Tamarindus indica für Katzen, Hunde und Menschen als ungiftig ein. Bei Pferden bleibt der Status ungeklärt. Das Fruchtmark ist überall dort, wo der Baum wächst, ein gängiges Lebensmittel.

Woher stammt der Baum tatsächlich?

Die Art stammt aus dem tropischen Afrika, aus dem sudanischen Gürtel vom Senegal bis Ostafrika. Das Artepitheton indica geht auf die so frühe Einführung nach Indien zurück, dass der Baum dort lange für heimisch gehalten wurde.

Verträgt der Baum Kälte?

Jungpflanzen vertragen sie sehr schlecht; Frost ist für sie tödlich. Gut eingewachsene erwachsene Bäume im subtropischen Klima überstehen kurze leichte Kältephasen, grundsätzlich bleibt die Art jedoch streng tropisch.

Wie alt kann der Baum werden?

Er trägt 50–60 Jahre reichlich, danach nimmt der Ertrag ab. Anschließend kann er noch fast anderthalb Jahrhunderte weiterleben und zählt damit zu den langlebigsten kultivierten Obstbäumen.

Warum trägt mein Baum keine Früchte?

Der erste Fruchtansatz erfolgt je nach Klima nach 4–14 Jahren. Während der Fruchtreife ist eine ausgeprägte Trockenzeit nötig. Zu häufige Regenfälle in dieser Phase verhindern oft den Fruchtansatz.

Welche Pflanzen werden mit ihm verwechselt?

Die Manilatamarinde ist tatsächlich Pithecellobium dulce und gehört nicht zu dieser Gattung. Auch die australischen einheimischen Tamarinden der Gattung Diploglottis gehören zu einer anderen Familie.

Kann man die Früchte roh essen?

Ja, reifes Fruchtmark lässt sich frisch essen. Besonders häufig wird es jedoch für Saucen, Chutneys, Getränke und Süßwaren in den tropischen Küchen der Anbaugebiete verwendet.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.