Kurkuma (Curcuma longa, )
Kurkuma (Curcuma longa) ist eine rhizombildende, ausdauernde krautige Pflanze der Zingiberaceae, die seit der Antike in Indien und Südostasien kultiviert wird. Ihr orangegelbes Rhizom liefert getrocknet und gemahlen das gleichnamige Gewürz und den Farbstoff, der Currymischungen ihre charakteristische Farbe gibt.
WeiterlesenKurkuma, Curcuma, Gelbwurz, Gelber Ingwer, Safranwurz und Turmeric
Viel Umgebungslicht bieten, ohne direkte Sonne auf den Blättern.
Morgens volle Sonne, in heißem Klima nachmittags Halbschatten





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Taken Oct 11, 2022 by Lindacy Mello (cc-by-sa)
Taken Jan 21, 2021 by miranda maria (cc-by-sa)
Taken Jul 23, 2021 by Vergani Tristão Maria Clara (cc-by-sa)
Taken Dec 20, 2020 by Coral Prince (cc-by-sa)
Taken Mar 19, 2022 by J.P. Becker (cc-by-sa)
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Weltweite Verbreitung
Kurkuma ist eine mit Südwestindien verbundene Kulturpflanze, die seit Langem auf dem indischen Subkontinent und in Südostasien verbreitet wurde. Eindeutige Wildbestände sind nie sicher festgestellt worden. Gelegentlich ist sie an Teakwaldrändern eingebürgert, etwa auf Java; dadurch wird sie dort nicht zur heimischen Art.
- Heimisch1
- Eingeführt2
- Indien
- Indonesien
- Jamaika
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Kurkuma (Curcuma longa L., 1753), auch Gelbwurz, ist eine ausdauernde krautige Pflanze der Gattung Curcuma in der Familie Zingiberaceae. Aus ihren getrockneten und gemahlenen Rhizomen entsteht das gleichnamige orangegelbe Gewürz, das Currymischungen charakteristisch färbt. 5 7
Der Handelsname „indischer Safran“ bezeichnet eine Farbe, keine botanische Verwandtschaft. Safran stammt von einem Crocus, Kurkuma aus den Zingiberaceae. Die englische Bezeichnung Turmeric geht auf das französische terre mérite zurück, seinerseits abgeleitet vom lateinischen terra merita. Der Ausdruck bezog sich auf das erdige Aussehen des Rhizoms und seine vermeintlichen Vorzüge. 5
Erkennung
Aus einem unterirdischen aromatischen Rhizom wächst ein aufrechter, 60 cm bis 1,20 m hoher Horst. Im Anbau unterscheidet man das verdickte zentrale Mutterrhizom von den zahlreicheren fingerförmigen Seitenrhizomen. Ersteres dient traditionell medizinischen Zwecken, Letztere vor allem der Küche. 5 3
Breite, lanzettliche bis elliptische Blätter stehen wechselständig in zwei Reihen. Sie sind gleichmäßig grün, bis 50 cm lang und 7 bis 25 cm breit. Die aufrechte Blütenähre trägt oben einen Schopf rosa oder weißer Hochblätter; die blassgelben Blüten bleiben zwischen hellgrünen Hochblättern fast verborgen. 5 3
Ein frisch angeschnittenes Rhizom hinterlässt auf Haut, Textilien und Küchenutensilien hartnäckige orangegelbe Flecken, die sich nur schwer auswaschen lassen. Diese Färbung hilft oft schneller bei der Erkennung als der pfeffrige, aromatische Geschmack. 3 4
Nützliche Taxonomie
Für POWO ist Curcuma longa, von Linné 1753 beschrieben, der akzeptierte Name. In älterer Literatur finden sich mehrere rein botanische Synonyme: 1 5
- Curcuma domestica Valeton – botanisches Synonym
- Curcuma brog Valeton – botanisches Synonym
- Curcuma ochrorhiza Valeton – botanisches Synonym
- Curcuma soloensis Valeton – botanisches Synonym
- Curcuma tinctoria Guibourt – botanisches Synonym
Trotz jahrtausendelangen Anbaus wurde bislang keine eindeutig wilde Population von Curcuma longa sicher identifiziert. Zytogenetische Arbeiten legen nahe, dass die lange mit 21 angesetzte haploide Chromosomenzahl tatsächlich 7 beträgt; die meisten Kulturpflanzen besitzen 42 oder 63 Chromosomen. Diese Polyploidie stützt die Annahme einer sterilen Kulturpflanze, die durch menschliche Auslese aus noch unsicheren Elternarten entstand. 8 5
Lebensraum und Verbreitung
Südwestindien gilt als frühes Domestikationsgebiet der Kurkuma; von dort verbreitete sie sich über den indischen Subkontinent und Südostasien. Sie verträgt keine vernässten Böden und benötigt viel Sonne auf sehr fruchtbarem Boden. Der Monsun schafft solche Bedingungen auf natürliche Weise. 5 4
Außerhalb des Ursprungsgebiets ist Kurkuma gelegentlich eingebürgert, etwa in Teakwäldern Ostjavas, ohne dort heimisch zu sein. Indien bleibt mit Abstand der größte Erzeuger: Kurkuma macht dort rund 57 % der nationalen Gewürzproduktion aus, von der 90 % im Land verbraucht werden. 4 5
Auch Bangladesch, Sri Lanka, Südchina und Indonesien bauen Kurkuma in großem Umfang an. Hinzu kommen tropische Gebiete außerhalb Asiens, etwa Jamaika und Réunion. Auf Réunion wird sie in der Plaine des Grègues biologisch angebaut. 5
Lebenszyklus und Vermehrung
Fast immer sind die Kurkumablüten steril. Eine verlässliche geschlechtliche Fortpflanzung ist deshalb nicht möglich, und im Anbau erfolgt die Vermehrung durch Rhizomteilung. Ein Stück mit einem Auge treibt, waagerecht in warmen Boden gesetzt, nach 2 bis 4 Wochen aus. 5 3
Nach 7 bis 10 Monaten beginnt die Ernte, sobald die Sprosse vergilben und eintrocknen. Das zeigt die volle Reife des Rhizoms an. Die Rhizome werden ausgegraben, einige Stunden ruhen gelassen, sortiert und mit Wasser gereinigt. 5 4
Für Gewürzpulver blanchiert man die Rhizome ein bis drei Minuten, trocknet sie 10 bis 15 Tage in der Sonne oder bei 65 °C im Trockner und vermahlt sie anschließend. Das Blanchieren beseitigt Schimmel und verringert einen Teil der Bitterkeit frischer Rhizome. 5
Nutzen und Risiken
Als Wirkstoff wird Curcumin, ein gelber Farbstoff, seit den 1980er-Jahren auf entzündungshemmende Eigenschaften und mögliche Wirkungen gegen Krebs im Labor untersucht. Eine neuere Übersichtsarbeit über mehrere Reviews hält eine Linderung des metabolischen Syndroms und bestimmter chronischer Entzündungserkrankungen für möglich. Sie verlangt zugleich bessere klinische Studien zur Bestätigung. 5 7
Eine Metaanalyse von 2017 beschreibt Curcumin allerdings als instabil und schlecht bioverfügbar. Im Labor bindet es leicht an zahlreiche Proteine, ohne dass daraus eine tatsächliche therapeutische Wirkung beim Menschen folgt. Aus Italien, Schweden und Norwegen sind zudem Leberschäden im Zusammenhang mit hoch dosierten Kurkuma-Nahrungsergänzungsmitteln dokumentiert. 5
Bei üblichen Lebensmittelmengen ist für das Rhizom kein wesentlicher Giftstoff dokumentiert. Frische Rhizome können bei Kontakt eine Kontaktdermatitis auslösen und die Haut anhaltend gelb färben. Die Färbung ist vor allem kosmetisch störend. 3 4
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Landwirtschaftliche Sorten unterscheiden sich eher im Gehalt an Curcumin und Oleoresin als im Wuchsbild. Roma mit viel Curcumin und Suguna mit viel Oleoresin gehören zu den für industrielle Zwecke verbreiteten indischen Auslesen. 5
Ähnlichkeiten führen vor allem bei folgenden Arten zu Verwechslungen:
- Curcuma zedoaria, die Zitwerwurzel, mit stärker kampferartigem Rhizom;
- Curcuma aromatica, eine aromatische Wildart, die vorwiegend kosmetisch verwendet wird;
- Zingiber officinale, Ingwer, der trotz des ähnlichen Rhizoms einer anderen Gattung angehört.
Auf kreolischen oder auf exotische Waren spezialisierten Märkten erscheint Kurkuma unter Bezeichnungen wie „safran péi“, „safran calédonien“ oder „safran des Indes“. Solche Handelsnamen haben keinen taxonomischen Wert. Der wissenschaftliche Name Curcuma longa klärt die Abgrenzung zu echtem Safran eindeutig. 5
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Curcuma longa L.
- International Plant Names Index, Curcuma longa L.
- NC State Extension Gardener Plant Toolbox, Curcuma longa
- Useful Tropical Plants Database, Curcuma longa
- Wikipedia FR, Curcuma (Curcuma longa)
- Wikipedia EN, Turmeric
- Encyclopaedia Britannica, Turmeric
- Leong-Skornicková et al., 2007, Chromosome numbers and genome size variation in Indian species of Curcuma
Häufig gestellte Fragen
Sind Kurkuma und Ingwer dieselbe Pflanze?
Nein. Kurkuma (Curcuma longa) und Ingwer (Zingiber officinale) gehören zu verschiedenen Gattungen der Zingiberaceae. Ihre Rhizome ähneln sich äußerlich; innen ist Kurkuma orangegelb, Ingwer dagegen eher blass.
Ist Kurkuma für Katzen und Hunde giftig?
Bei Curcuma longa sind keine wesentlichen Giftstoffe dokumentiert. Im Vordergrund stehen Kontaktdermatitis und eine Gelbfärbung von Fell oder Haut durch das frische Rhizom.
Gibt es wild wachsende Kurkuma?
Eindeutige Wildbestände wurden nie sicher identifiziert. Kurkuma könnte eine sterile Kulturpflanze sein, die Menschen seit Jahrtausenden in Süd- und Südostasien durch Auslese geformt haben.
Was unterscheidet das Mutterrhizom von den Kurkumafingern?
Das verdickte zentrale Mutterrhizom wird traditionell medizinisch genutzt. Die zahlreicheren fingerförmigen Seitenrhizome dienen vor allem als Küchengewürz.
Kann Kurkuma in kühlen Klimaten wachsen?
Ja, im großen Kübel mit Überwinterung im Haus oder im beheizten Gewächshaus. Unter 15 °C stoppt das Wachstum; die Blätter vertragen keinen Frost.
Kann Kurkuma Safran ersetzen?
Aus wirtschaftlichen Gründen wird Kurkuma gelegentlich als Safran verkauft. Botanisch sind beide Gewürze nicht verwandt: Safran stammt von einem Crocus, Kurkuma von einer Zingiberaceae und hat ein weniger komplexes Aroma.
Wann lässt sich das Kurkumarhizom ernten?
Etwa 7 bis 10 Monate nach der Pflanzung, sobald die Blätter zu vergilben beginnen und anschließend eintrocknen.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.





