Banane (Musa acuminata, )
Musa acuminata ist eine ausdauernde krautige Pflanze der Bananengewächse (Musaceae) aus Süd- und Südostasien bis Neuguinea. Seit etwa 7.000 Jahren domestiziert, ist sie allein oder als Kreuzungspartner der Ursprung fast aller weltweit angebauten Dessertbananen, von Cavendish bis zu kleinen diploiden Sorten.
WeiterlesenBanane, Wildbanane, Zwergbanane, Edible banana und Wild banana
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Musa acuminata reicht von Südasien und dem indischen Subkontinent bis Südostasien mit Malaysia, Indonesien und den Philippinen sowie bis Neuguinea. Nach örtlicher Domestikation verbreitete der Mensch die Art in alle Tropengebiete, auch auf die französischen Antillen, wo Cavendish den kommerziellen Anbau dominiert.
- Heimisch5
- Eingeführt2
- Indien
- Malaysia
- Indonesien
- Philippinen
- Papua-Neuguinea
- Australien
- Ostafrika
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Musa acuminata (Musa acuminata Colla, 1820), auch Banane oder Wildbanane genannt, ist eine ausdauernde krautige Art der Bananengewächse (Musaceae). Ihr Scheinstamm besteht nicht aus Holz, sondern aus eng ineinandergerollten Blattscheiden. Damit gehört sie botanisch zu den größten Kräutern der Welt, auch wenn ihre aufrechte Gestalt zunächst an einen Baum erinnert. 1 6
Der italienische Botaniker Luigi Aloysio Colla beschrieb die Art 1820. Sie gilt heute als alleiniger oder anteiliger Vorfahr fast aller kultivierten Dessertbananen. Dazu gehört die Gruppe Cavendish, die seit den 1950er-Jahren den weltweiten Handel prägt. Der Artname bezeichnet somit sowohl eine Wildpflanze als auch einen wichtigen genetischen Ursprung zahlreicher Kulturformen. 7 4
Erkennung
Ein ausgewachsener Scheinstamm erreicht je nach Unterart und Kulturbedingungen gewöhnlich 2 bis 8 m Höhe bei einer Breite der Pflanze von 1,5 bis 3 m. Die großen, langgestreckten Blätter können mehrere Meter lang werden. Wind zerreißt ihre Blattspreiten leicht entlang der seitlichen Adern. Dieser auffällige Anblick unterscheidet Bananen von Bäumen mit steiferem, windfestem Laub. 3 2
Am Ende des Blütentriebs hängt ein Blütenstand mit purpurfarbenen Hochblättern. Sie schützen Reihen cremeweißer Blüten; die weiblichen Blüten nahe der Basis bilden Früchte, die männlichen sitzen am endständigen Blütenknospenbereich. Wilde Früchte enthalten viele harte Samen von 5 bis 6 mm. Handelsbananen dagegen stammen von sterilen triploiden Klonen und bilden keine keimfähigen Samen. 3 4
Nützliche Taxonomie
Mehrere wilde Unterarten von Musa acuminata verteilen sich entlang eines geografischen Gradienten vom indischen Subkontinent bis Neuguinea und ins nördliche Queensland. Ihre Namen verbinden die botanische Gliederung mit unterschiedlichen Herkunftsgebieten:
- Musa acuminata subsp. banksii wächst in Neuguinea.
- Musa acuminata subsp. errans wächst auf den Philippinen.
- Musa acuminata subsp. malaccensis wächst in Malaysia und auf Sumatra.
- Musa acuminata subsp. microcarpa wächst auf Borneo.
- Musa acuminata subsp. siamea wächst in Kambodscha, Laos und Thailand.
- Musa acuminata subsp. zebrina wächst auf Java.
Diese Wildpopulationen, besonders errans und zebrina, sind direkte Eltern diploider AA-Kultivare. Kreuzungen und die Auslese auf Sterilität und Parthenokarpie führten anschließend zu den triploiden AAA-Dessertbananen. Unter Beteiligung von Musa balbisiana entstanden außerdem die AAB- und ABB-Gruppen der Kochbananen. Die Buchstaben beschreiben dabei die Herkunft der jeweiligen Chromosomensätze. 8 7
Lebensraum und Verbreitung
Von Indien und Sri Lanka erstreckt sich das natürliche Areal über Myanmar, Thailand, Vietnam und Malaysia bis Indonesien, zu den Philippinen und nach Neuguinea. Je nach Höhenlage wächst Musa acuminata in feuchten Schluchten, an Waldrändern, in Sümpfen oder an bewaldeten Hängen. Die Standorte reichen vom Meeresspiegel bis auf 1.200 m Höhe. 4 1
Vor etwa 7.000 Jahren wurde die Art in Neuguinea und Wallacea domestiziert. Sie zählt damit zu den frühesten bekannten domestizierten Pflanzen. Vermutlich standen anfangs die Fasern und essbaren männlichen Blüten im Mittelpunkt; erst später erfolgte die Auslese auf samenlose Früchte. 8 4
Durch menschliche Verbreitung gelangte die Banane weit über ihr Ursprungsgebiet hinaus in sämtliche Tropenregionen, auch auf die französischen Antillen. Auf Martinique und Guadeloupe bestimmen Cavendish-Kultivare den kommerziellen Anbau. Sie gehen ausschließlich auf Musa acuminata zurück; ihre heutige Anbaufläche ist daher vom natürlichen Verbreitungsgebiet zu unterscheiden. 2 9
Lebenszyklus und Vermehrung
Nach häufig 9 bis 15 Monaten Wachstum blüht ein ausgereifter Scheinstamm. Die Früchte entwickeln sich danach in etwa vier Monaten zu einem Fruchtstand. Nach der Ernte stirbt dieser Scheinstamm ab. Ein basaler Ableger aus demselben unterirdischen Rhizom setzt das Wachstum fort, sodass der Bestand ohne erneute Keimung weiterlebt. 3 4
Zur sortenechten Vermehrung trennt man im Frühjahr einen basalen Ableger mit einem Rhizomstück und einigen aktiven Wurzeln ab. Im warmen Klima wächst er häufig innerhalb von 2 bis 4 Wochen an. Gegenüber der Aussaat erhält dieses Verfahren die Eigenschaften der Mutterpflanze besser. Fertile Wildformen lassen sich aussäen, doch ihre harten Samen keimen langsam; sterile Kultivare liefern überhaupt keine Samen. 4
Reife Wildfrüchte locken Flughunde, Vögel, Eichhörnchen, Schleichkatzen und Primaten an. Diese Tiere verbreiten die Samen. Die Wildbanane besiedelt dadurch Waldlücken und übernimmt dort die Rolle einer Pionierpflanze, während sterile Kulturklone auf vegetative Vermehrung angewiesen bleiben. 7
Nutzen und Risiken
Sowohl fertile Wildformen als auch sterile Kultivare liefern essbare reife Früchte. Mit der Reife wird das zunächst herb schmeckende Fruchtfleisch süß. Männliche Blüten werden roh oder geröstet ähnlich wie Artischocken gegessen; das weiche Herz des Scheinstamms wird vergleichbar mit Bambussprossen zubereitet. 4
Für Katzen, Hunde und Pferde besteht keine bekannte Giftigkeit. Die ASPCA führt die Banane unter den ungiftigen Pflanzen. Diese Einstufung unterscheidet sie von vielen anderen tropischen Zimmerpflanzen und passt zu ihrer Nutzung als Nahrungspflanze. 5
Die wesentlichen Gefahren für den Anbau gehen von Schaderregern aus. Der Bananenrüssler (Cosmopolites sordidus) bohrt Gänge in den Scheinstamm. Schwarze Sigatoka und die Fusariumwelke, auch Panamakrankheit genannt, bedrohen kommerzielle Cavendish-Bestände. Deren genetische Einheitlichkeit über Kontinente hinweg macht solche Krankheiten besonders problematisch. 2 3
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Nach der Zahl ihrer Chromosomensätze werden ausschließlich aus Musa acuminata hervorgegangene Kultivare in mehrere Gruppen gegliedert. Die diploide Gruppe AA umfasst frühreifende Dessertbananen wie 'Pisang Mas'. Zur triploiden Gruppe AAA gehören Cavendish und Zwergselektionen wie 'Dwarf Cavendish'. Letztere wurde von der RHS ausgezeichnet und wird in gemäßigten Klimaten im Wintergarten gehalten. 2 4
Purpurfarben marmorierte Blätter kennzeichnen die zierende Unterart Musa acuminata subsp. zebrina. Sie wird häufig als Blutbanane angeboten; im Vordergrund steht ihr Blattschmuck und nicht die Qualität ihrer Früchte. 8
Drei verwandte Arten führen besonders häufig zu Verwechslungen:
- Musa balbisiana ist der zweite wilde Elternteil kultivierter Bananen, trägt das B-Genom und hat kantigere Früchte.
- Musa x paradisiaca ist eine Kreuzung beider Arten und steht am Ursprung der Kochbananen.
- Ensete ventricosum, die Abessinische Banane, besitzt einen ähnlichen Wuchs, bildet jedoch keine nutzbaren basalen Ableger.
Harte Samen von 5 bis 6 mm in reifen Früchten sind ein verlässlicheres Merkmal als die genetische Herkunft eines Kultivars, die auf Verkaufsetiketten selten erkennbar ist. Keine kommerzielle Sorte, einschließlich Cavendish, bildet solche Samen aus.
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Musa acuminata Colla
- Royal Horticultural Society, Musa acuminata 'Dwarf Cavendish' (AAA Group)
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Musa acuminata
- Plants For A Future, Musa acuminata
- ASPCA, Banana toxicity entry
- Integrated Taxonomic Information System, Musa acuminata (TSN 42390)
- D'Hont et al., 2012, Nature, The banana (Musa acuminata) genome and the evolution of monocotyledonous plants
- Perrier et al., 2011, PNAS, Multidisciplinary perspectives on banana (Musa spp.) domestication
- USDA PLANTS Database, Musa acuminata (MUAC)
Häufig gestellte Fragen
Ist die Banane ein Baum?
Nein. Musa acuminata ist eine ausdauernde krautige Pflanze. Ihr Scheinstamm besteht aus ineinandergerollten Blattscheiden ohne Holz. Botanisch zählt sie zu den größten Kräutern der Welt.
Warum haben gekaufte Bananen keine Samen?
Handelssorten wie Cavendish sind sterile triploide Klone aus menschlicher Auslese. Wilde Früchte von Musa acuminata enthalten dagegen zahlreiche harte, 5 bis 6 mm große Samen.
Ist Musa acuminata für Tiere giftig?
Nein. Die ASPCA führt die Banane als ungiftig für Katzen, Hunde und Pferde. Anders als viele tropische Zimmerpflanzen ist sie eine Nahrungspflanze.
Lässt sich Musa acuminata in gemäßigtem Klima kultivieren?
Im Freiland vertragen nur einige winterharte Musa-Arten die Kälte. Musa acuminata ist kälteempfindlich und benötigt bei Temperaturen unter 10 °C Schutz. Sie steht daher besser im großen Kübel, der im Winter in einen beheizten Wintergarten oder ein Gewächshaus kommt.
Wie unterscheiden sich Musa acuminata und Musa balbisiana?
Musa acuminata trägt das A-Genom, aus dem Dessertbananen hervorgegangen sind. Musa balbisiana trägt das B-Genom, das durch Kreuzung in trockenheitsverträglichere Kochbananen und Plantains gelangte.
Wo wurde die Banane zuerst domestiziert?
Archäologische und genetische Daten verorten die älteste Domestikation vor etwa 7.000 Jahren in Neuguinea und Wallacea. Vermutlich nutzte man zunächst Fasern und männliche Blüten, bevor samenlose Früchte ausgewählt wurden.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.






