Besenginster (Cytisus scoparius, )
Besenginster (Cytisus scoparius) ist ein sommergrüner Strauch der Fabaceae aus West- und Mitteleuropa. Seine grünen kantigen Triebe bleiben auch ohne Blätter photosynthetisch aktiv. Im Frühling trägt er sehr zahlreiche leuchtend gelbe Blüten. In Frankreich ist er heimisch und häufig; in Nordamerika, Australien und Neuseeland wurde er zu einer bedeutenden invasiven Art.
WeiterlesenBesenginster, Gewöhnlicher Besenginster, Besenstrauch, Common broom, Scotch broom und Retama negra
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Taken Jun 6, 2021 by Moshira Hassan (cc-by-sa)
Taken Apr 6, 2021 by Thierry LE COM (cc-by-sa)
Taken Sep 5, 2021 by Alain Bigou (cc-by-sa)
Taken May 3, 2021 by Alain Bigou (cc-by-sa)
Taken Jun 14, 2021 by Alain Bigou (cc-by-sa)
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Cytisus scoparius umfasst West- und Mitteleuropa von Portugal und den Britischen Inseln bis nach Polen und Südskandinavien. Dort ist die Art auf nährstoffarmen Böden häufig und gilt nicht als invasiv. Außerhalb dieses Areals wurde sie als Zierpflanze oder zur Bodenbefestigung eingeführt und breitete sich in Nordamerika, Australien und Neuseeland stark aus.
- Heimisch4
- Invasiv4
- Frankreich
- Vereinigtes Königreich
- Spanien
- Deutschland
- Vereinigte Staaten
- Kanada
- Australien
- Neuseeland
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Besenginster (Cytisus scoparius (L.) Link, 1822), auch Gewöhnlicher Besenginster oder Besenstrauch, ist ein sommergrüner Strauch der Gattung Cytisus aus der Familie Fabaceae. Er stammt aus West- und Mitteleuropa, von Portugal und den Britischen Inseln bis nach Polen und Südskandinavien. Dort besiedelt er Heiden, Dünen, Böschungen und lichte Waldränder auf nährstoffarmen sauren Böden. 1 2
Seinen Namen verdankt der Strauch einer früheren Verwendung im Haushalt: Die biegsamen, zu Bündeln gebundenen Triebe dienten als Besen und zum Reinigen von Kaminen. Der Überlieferung nach trug Gottfried V. von Anjou im 12. Jahrhundert einen Ginsterzweig, lateinisch planta genista, am Helm. Dieses heraldische Zeichen soll der Dynastie der Plantagenets ihren Namen gegeben haben, die England von 1154 bis 1485 regierte. 9
Erkennung
Kennzeichnend für Cytisus scoparius sind die grünen, fünfkantigen Triebe, die über ihre ganze Länge gerieft sind. Sie betreiben Rindenphotosynthese, auch im Winter nach dem Laubfall. Daher bleibt der botanisch sommergrüne Strauch sichtbar grün. Im Freiland erreicht er gewöhnlich 1 bis 3 m Höhe und eine ähnliche Breite. 2 3
Dreiteilige Blätter erscheinen nur an jungen Trieben. An älteren Zweigen sind sie auf ein einzelnes sitzendes, früh abfallendes Blättchen reduziert. Die leuchtend gelben Schmetterlingsblüten messen 2 bis 3 cm und stehen einzeln oder paarweise in den Blattachseln. Bei der Bestäubung wirkt ein Federmechanismus: Das Gewicht einer auf den Flügeln landenden Biene löst das plötzliche Hervorschnellen der pollenbedeckten Staubblätter und des Griffels aus. 4 2
Nützliche Taxonomie
POWO/WCVP erkennt Cytisus scoparius (L.) Link an. Die Kombination von 1822 beruht auf dem Basionym Spartium scoparium L., das Linné 1753 veröffentlichte. Das Synonym Sarothamnus scoparius (L.) Wimm. ex W.D.J.Koch war lange in botanischen und gärtnerischen Texten verbreitet. Literaturrecherchen nur unter dem heutigen Namen können deshalb ältere, unter dem Synonym erfasste Quellen übersehen. 1
Zwei Unterarten werden anerkannt: die weit verbreitete typische Unterart Cytisus scoparius subsp. scoparius und Cytisus scoparius subsp. maritimus (Rouy) Heywood, eine niederliegende Küstenform mit begrenztem Areal an den Kanalküsten. Die wissenschaftliche Zuordnung bleibt Cytisus scoparius. Trotz ähnlicher Trivialnamen gehört die Art nicht zur benachbarten Gattung Genista. 1
Lebensraum und Verbreitung
In seinem ursprünglichen Verbreitungsgebiet wächst Besenginster auf sauren Heiden, Küstendünen, Straßenböschungen und an lichten Waldrändern. Die Böden sind nährstoffarm und gut durchlässig, mit pH-Werten von 4,5 bis 7. Je nach Sorte verträgt die Pflanze Temperaturen von −18 bis 35 °C. Dort ist sie häufig und verursacht keine besonderen ökologischen Probleme. 2 4
Außerhalb des natürlichen Areals wurde die Art als Zierpflanze oder zur Böschungsbefestigung eingeführt. Besonders stark breitete sie sich im Nordwesten der USA, in British Columbia, im Südosten Australiens und in Neuseeland aus. Ihre dichten Gebüsche verdrängen heimische Vegetation, verringern die verfügbare Weidefläche und erhöhen das Brandrisiko. 5 6
Mehrere Eigenschaften wirken bei dieser invasiven Ausbreitung zusammen: sehr hohe Samenproduktion, ein Bodensamenvorrat, in dem einzelne Samen bis zu 80 Jahre keimfähig bleiben, und die Bindung von Luftstickstoff. Letztere verändert die Bodenchemie besiedelter Flächen langfristig. 6 7
Lebenszyklus und Vermehrung
Auf der Nordhalbkugel blüht Besenginster von April bis Juni, besonders reich im Mai. Aus jeder bestäubten Blüte entsteht eine abgeflachte, am Rand behaarte Hülse, die zunächst grün und bei Reife schwarz ist. Beim Trocknen in der Sonne verdreht sie sich und schleudert ihre Samen mit einem hörbaren Knacken mehrere Meter weit fort. 2 4
Wo die Art invasiv ist, erschwert diese Fruchtbarkeit die dauerhafte Bekämpfung. Die in den Boden gelangten Samen bilden eine Reserve, aus der selbst Jahre oder Jahrzehnte nach scheinbar vollständiger Entfernung wieder Pflanzen auflaufen können. 6
Gärtnerisch wird Besenginster durch Aussaat vermehrt. Vor der Keimung werden die Samen angeritzt, 24 Stunden eingeweicht und anschließend einen Monat kalt stratifiziert. Stecklinge aus halbreifen Trieben im August sind eine verlässliche Alternative zur sortenechten Vermehrung. Wegen der empfindlichen Pfahlwurzel ist spätes Verpflanzen riskant; junge Pflanzen sollten direkt an ihren endgültigen Standort gesetzt werden. 4
Nutzen und Risiken
Heute überwiegt die Verwendung als Zierstrauch in lockeren Feldhecken oder einzeln in sonnigen Beeten. Auf nährstoffarmen Böden blühen nur wenige andere Sträucher so dicht. Früher dienten gebündelte Triebe als Haushaltsbesen, woran der deutsche Name erinnert. 2
Alle Pflanzenteile, einschließlich Blättern, Trieben und Samen, enthalten Chinolizidinalkaloide, vor allem Cytisin und Spartein. Beide Stoffe sind für Menschen, Hunde und Pferde giftig. Verschlucken verursacht Verdauungsstörungen und Muskelschwäche; hohe Dosen können zusätzlich die Herztätigkeit beeinträchtigen. 5 2
In Salzlake eingelegte Blütenknospen wurden traditionell als Kapernersatz und geröstete Samen als Kaffeeersatz genutzt. Diese überlieferten Anwendungen bestehen trotz der Giftigkeit fort. Solche Zubereitungen verlangen große Vorsicht und ersetzen keinen fachkundigen Rat, besonders während der Schwangerschaft oder bei Bluthochdruck. 4
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Die Gartensorten unterscheiden sich vor allem durch ihre Blütenfarben: 'Andreanus' blüht braunrot und gelb, 'Boskoop Ruby' ist ein rubinrot blühender Hybrid, und 'Lena', ein Hybrid mit Cytisus dallimorei, verbindet rote, gelbe und orange Töne. Alle drei erhielten den Award of Garden Merit der RHS. 8
Im Gelände wird Besenginster besonders häufig mit Stechginster (Ulex europaeus) verwechselt. Dieser wächst ebenfalls auf nährstoffarmen Böden und blüht gelb, besitzt jedoch starre Dornen, die Cytisus scoparius fehlen. Der Pfriemenginster (Spartium junceum) hat runde statt kantiger Triebe. Auch Cytisus striatus und Genista tinctoria können ungeübte Beobachter verwechseln, obwohl Wuchs und Blütengröße abweichen.
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Cytisus scoparius (L.) Link
- Royal Horticultural Society, Cytisus scoparius (Besenginster)
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Cytisus scoparius
- Plants For A Future, Cytisus scoparius
- NC State Extension, Cytisus scoparius
- California Invasive Plant Council, Cytisus scoparius, Artenporträt
- IUCN Global Invasive Species Database, Cytisus scoparius
- Royal Horticultural Society, Cytisus x boskoopii 'Boskoop Ruby'
- Encyclopaedia Britannica, House of Plantagenet
Häufig gestellte Fragen
Ist Besenginster invasiv?
In Frankreich und Westeuropa ist er heimisch und gilt nicht als invasiv. Als Zierpflanze oder zur Bodenbefestigung eingeführt, wurde er dagegen in Nordamerika, Australien und Neuseeland invasiv. Dort bilden sich dichte Gebüsche, die die heimische Vegetation verdrängen.
Ist Besenginster giftig?
Ja. Die Alkaloide Cytisin und Spartein kommen in der ganzen Pflanze vor und sind für Menschen, Hunde und Pferde giftig. Beim Verschlucken können sie Verdauungs- und Herzbeschwerden auslösen.
Warum bleiben die Triebe des Besenginsters im Winter grün?
Die kantigen Triebe betreiben auch nach dem Laubfall Rindenphotosynthese. Damit gleicht die Pflanze den frühen Blattverlust aus und kann ganzjährig Energie erzeugen.
Wie unterscheidet man Besenginster von Stechginster?
Stechginster (Ulex europaeus) trägt starre Dornen und zu stechenden Organen reduzierte Blätter. Besenginster besitzt keine Dornen und behält biegsame Triebe; das ist im Gelände ein einfaches, verlässliches Unterscheidungsmerkmal.
Kann man Blütenknospen von Besenginster essen?
Die Knospen wurden traditionell als Kapernersatz in Salzlake eingelegt und geröstete Samen als Kaffeeersatz verwendet. Wegen der giftigen Alkaloide sind jedoch große Vorsicht und geringe Mengen erforderlich.
Woher stammt der Name der Plantagenet-Dynastie?
Der Überlieferung nach trug Gottfried V. von Anjou einen Besenginsterzweig, lateinisch planta genista, als heraldisches Zeichen am Helm. Daraus soll der Name der Plantagenet-Dynastie entstanden sein, die England von 1154 bis 1485 regierte.
Warum breitet sich Besenginster in invasiven Beständen so schnell aus?
Jede Pflanze erzeugt pro Saison Tausende Samen. Ein Teil bleibt über mehrere Jahrzehnte im Boden keimfähig. Die explosionsartig aufspringenden Hülsen schleudern die Samen von der Mutterpflanze fort und beschleunigen so die Besiedlung neuer Flächen.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.






