Baumheide (Erica arborea, L. 1753)

Baumheide (Erica arborea) ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Ericaceae. Sie stammt aus dem Mittelmeerraum und den tropischen Gebirgen Ostafrikas. Ihre duftenden Blüten erscheinen im Winter und Frühjahr, wenn nur wenige andere Sträucher blühen. Ein unterirdischer Lignotuber ermöglicht den Neuaustrieb nach Bränden; dieses knollenartige Holz dient auch zur Herstellung von Bruyèrepfeifen.

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Wissenschaftlicher NameErica arborea
GattungErica
OrdnungEricales

Baumheide, Tree heath und Tree heather

Identität
Toxizität
Für Menschen, Katzen und Hunde ungiftig; beim Pferd unklar
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
FrankreichSpanienPortugalItalienMarokkoTürkeiÄthiopienKeniaTansania
Lebensraum
Mediterrane Macchie und lichte Wälder bis 1.400 m; ostafrikanische Hochheiden in 3.000–4.000 m Höhe
Jahresverlauf
Blütezeit
WinterFrühling
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
5/10
Reifezeit
Ausgewachsen nach 5–10 Jahren; Pfeifenholz nutzbar nach 30–60 Jahren
Vermehrung
Steckling, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut, an Wind und mediterrane Gischt angepasster Macchienstrauch
Luftfeuchtigkeit
40–65 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Leicht saures bis neutrales drainiertes Boden, Leichter Sandboden
Salzhaltiger Boden
Wird vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne, verträgt leichten Halbschatten
Außenbereich
Beet in voller Sonne, Feldhecke
Erscheinungsbild
Höhe100–700 cmBreite100–400 cm
Blätter
Grün
Baumheide (Erica arborea): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Baumheide (Erica arborea): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Baumheide (Erica arborea): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Baumheide (Erica arborea): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Baumheide (Erica arborea): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
Weiß
Baumheide (Erica arborea): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Baumheide (Erica arborea): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Baumheide (Erica arborea): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Baumheide (Erica arborea): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Baumheide (Erica arborea): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Baumheide (Erica arborea): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Baumheide (Erica arborea): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Baumheide (Erica arborea): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Baumheide (Erica arborea): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Baumheide (Erica arborea): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Baumheide (Erica arborea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Baumheide (Erica arborea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Baumheide (Erica arborea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Baumheide (Erica arborea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Baumheide (Erica arborea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Baumheide (Erica arborea): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Baumheide (Erica arborea): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Baumheide (Erica arborea): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Baumheide (Erica arborea): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Baumheide (Erica arborea): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Erica arborea ist auf mehrere getrennte Teilgebiete verteilt. Es reicht vom atlantischen Portugal und Spanien über den Mittelmeerraum bis zum Schwarzen Meer in der Türkei und Georgien. Weitere Vorkommen liegen in den tropischen Gebirgen Äthiopiens, Kenias und Tansanias sowie auf der Arabischen Halbinsel. Außerhalb dieses Gebietes ist die Art unter anderem im Vereinigten Königreich, in Südostaustralien und Neuseeland eingebürgert.

  • Heimisch9
  • Eingeführt2
  • Invasiv1
  • Frankreich
  • Spanien
  • Portugal
  • Italien
  • Marokko
  • Türkei
  • Äthiopien
  • Kenia
  • Tansania
  • Vereinigtes Königreich
  • Neuseeland
  • Australien

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Baumheide (Erica arborea L., 1753) bezeichnet einen immergrünen Strauch oder kleinen Baum der Ericaceae innerhalb der Gattung Erica. Carl von Linné beschrieb die Art 1753. Mit ihrem aufrechten, kräftigen Gerüst und einer Höhe von mehreren Metern unterscheidet sie sich deutlich von den niedrigen Heidebeständen Europas. 1 2

Der Name Baumheide und das englische tree heath verweisen auf den aufrechten Wuchs. Während die bodendeckende Besenheide selten über 60 cm hoch wird, erreicht Erica arborea wild bis zu 7 m. Über die Macchie hinaus bekannt wurde jedoch ihr knollenartiges Wurzelholz: Bruyèreholz, englisch briar, dient seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zur Pfeifenherstellung. 5 3

Erkennung

Im Garten wächst Erica arborea als aufrechter, kräftig verzweigter Strauch von 1 bis 4 m Höhe und 1 bis 4 m Breite. An natürlichen Standorten in Ostafrika kann sie 7 m erreichen. 3 4

Dunkelgrüne, nadelförmige Blätter sitzen zu dritt oder viert in dichten Quirlen an den Zweigen. Dadurch erinnert die Pflanze eher an einen kleinen Nadelbaum als an ein typisches Heidekrautgewächs. Besenheide hat dagegen flache, schuppenartige Blätter ohne solche Quirle. Die winzigen weißen Blüten bilden nach Honig duftende Glöckchen in dichten Trauben an den Blattachseln. 4 3

Bei älteren Exemplaren löst sich die rotbraune Rinde in dünnen Streifen ab. Unter der Stammbasis liegt eine verholzte Verdickung, der Lignotuber. Er bleibt ohne Freilegen unsichtbar, entscheidet aber über die Erholung nach Störungen. 4

Nützliche Taxonomie

Kew führt Erica arborea L., veröffentlicht 1753, als akzeptierten Namen in der Familie der Ericaceae. 1 2

Zur Gattung Erica gehören mehrere Hundert Arten, überwiegend aus dem südlichen Afrika. Erica arborea zählt dagegen zur kleinen mediterranen und ostafrikanischen Gruppe. Zwei andere Autorenzitate wurden früher mit demselben Binomen verbunden:

  • Erica arborea Brot. bezeichnet historisch die heute als Erica lusitanica geführte Art;
  • Erica arborea Thunb. wurde für Erica strigosa verwendet, eine südafrikanische Art, die von der mediterranen Baumheide zu unterscheiden ist.

Das vollständige Autorenzitat Erica arborea L. bleibt daher entscheidend: Nur diese Kombination akzeptiert Plants of the World Online für die Baumheide. Eine Verwechslung kann zur Wahl einer Art führen, die an das südliche Afrika statt an die mediterrane Macchie angepasst ist. 1

Lebensraum und Verbreitung

Das natürliche Areal der Baumheide besteht aus getrennten Teilgebieten. Es erstreckt sich von den Atlantikküsten Portugals und Spaniens über den gesamten Mittelmeerraum bis zum Schwarzen Meer in der Türkei und Georgien. Weitere Vorkommen liegen in den tropischen Gebirgen Äthiopiens, Kenias und Tansanias sowie auf der Arabischen Halbinsel. 1 5

Mediterrane Vorkommen liegen in Macchien und lichten Wäldern bis 1.400 m. In Ostafrika prägt die Art dagegen Hochheiden zwischen 3.000 und 4.000 m. Diese Höhenverteilung erklärt die unterschiedlichen Klimabedingungen: milde, regenreiche Winter im Mittelmeergebiet und ganzjährig Nächte nahe 0 °C im äthiopischen Hochland. 5 6

Außerhalb des natürlichen Areals hat sich Erica arborea im Vereinigten Königreich, im Südosten Australiens und in Neuseeland angesiedelt. Dort kann sie an Waldrändern verwildern und örtlich invasiv werden. 5

Lebenszyklus und Anpassung an Feuer

Eine wichtige Feueranpassung ist der Lignotuber: Die unterirdische Holzknolle enthält Reservestoffe und ruhende Knospen. Vernichtet ein Brand sämtliche oberirdischen Teile, kann die Baumheide daraus innerhalb weniger Monate kräftig austreiben, ohne erneut aus Samen aufzuwachsen. 8

Durch wiederholten Stockausschlag kann die Baumheide nach mehreren Bränden hohe Macchien beherrschen. Weniger gut angepasste Konkurrenten verschwinden, während sie sich von der Basis aus erneuert. Junge Sämlinge ohne ausgebildeten Lignotuber können nach einem zu frühen Folgebrand jedoch nicht austreiben und sterben ab. In den ersten Jahren sind diese Jungpflanzen zudem leicht entzündlich, was in manchen Beständen häufigere Brände begünstigen kann. 8

Zwischen Januar und April, je nach Klima, erscheinen die Blüten zu einer Zeit, in der wenige andere Sträucher blühen. Die weißen Glockentrauben ziehen zahlreiche Bienen an. Auf Korsika und in der Provence wird daraus weißer Heidehonig gewonnen. 3 4

Nutzen und Risiken

Das Laub hat Zierwert, doch wirtschaftlich bedeutend ist vor allem der unterirdische Lignotuber. Dieses Bruyèreholz wird von 30 bis 60 Jahre alten Pflanzen geerntet, mehrere Stunden gekocht und monatelang getrocknet. Anschließend entstehen daraus Pfeifen, Schmuck oder Messergriffe. Das dichte, hitzebeständige Holz verändert das Tabakaroma nicht und ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts ein bevorzugtes Material für Pfeifen. 5

Für sonnige, auch küstennahe Gärten eignet sich Erica arborea als frei wachsende Hecke, in Heidebeeten oder als immergrüner Sichtschutz. Für Menschen, Katzen und Hunde ist keine Giftigkeit dokumentiert. Beim Pferd bleibt der Status mangels artspezifischer Daten ungeklärt. 3

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Bei mehreren von der Royal Horticultural Society ausgezeichneten Formen steht goldenes Laub im Vordergrund: 'Estrella Gold', die kompaktere alpine var. alpina, deren vollständig goldlaubige Form 'Albert's Gold' und die Hybride Erica × veitchii 'Gold Tips', die aus einer Kreuzung mit Erica lusitanica hervorgegangen ist. 3

Verwechslungen betreffen vor allem andere strauchige Heidearten des Mittelmeerraums:

  • Erica lusitanica, die Portugiesische Baumheide mit stärker rosa getönten Blüten und früherer Blüte;
  • Erica scoparia, deren grünliche Blüten wenig auffallen;
  • Calluna vulgaris, die niedrige, bodendeckende Besenheide einer eigenen Gattung.

Der Wuchs über 1 m bereits im Strauchstadium hilft eher bei der Abgrenzung als die variable Blütenfarbe. Zusammen mit dem unterirdischen Lignotuber bildet der aufrechte Wuchs eine Merkmalskombination, die keine der drei genannten Vergleichsarten teilt. 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Baumheide für Katzen und Hunde giftig?

Nein. Erica arborea gilt für Menschen, Katzen und Hunde als ungiftig. Beim Pferd bleibt der Status mangels artspezifischer Daten ungeklärt.

Wie unterscheidet sich Baumheide von Besenheide?

Beide werden den Heidepflanzen zugerechnet, gehören aber zu verschiedenen Gattungen. Erica arborea wächst aufrecht und kann über 2 m hoch werden. Calluna vulgaris bleibt niedrig und bodendeckend und überschreitet selten 60 cm.

Warum bestehen Bruyèrepfeifen nicht aus Besenheide?

Bruyèreholz für Pfeifen stammt aus dem Lignotuber von Erica arborea. Es ist dicht, hitzebeständig und verändert das Tabakaroma nicht. Besenheide bildet keine solche nutzbare Holzknolle.

Wie wird Erica arborea geschnitten?

Ein leichter Schnitt unmittelbar nach der Blüte im Frühjahr oder Frühsommer, je nach Klima, erhält den kompakten Wuchs. Ein Rückschnitt ins alte Holz sollte vermieden werden.

Verträgt Erica arborea kalkhaltigen Boden?

Das ist nicht empfehlenswert. Die kalkmeidende Art entwickelt in zu basischem Boden eine Eisenchlorose. Durchlässiger, saurer bis neutraler Boden ist die sicherere Wahl.

Wie erholt sich Baumheide nach einem Brand?

Sie treibt aus ihrem unterirdischen Lignotuber aus. Diese Holzknolle enthält Reserven und ruhende Knospen, aus denen sich das Laub rasch erneuert, ohne dass die Pflanze aus Samen nachwachsen muss. Dieser Austrieb ist normal und kein Krankheitszeichen.

Wann blüht Baumheide?

Sie blüht vor allem im Spätwinter und Frühjahr, je nach Klima von Januar bis April. In dieser blütenarmen Zeit wird sie stark von Bienen besucht.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.