Rittersporne (Delphinium, )
Rittersporne (Delphinium) sind eine Gattung der Ranunculaceae mit mehr als 300 Arten der Nordhalbkugel. Meist handelt es sich um aufrechte Stauden, daneben gibt es einige einjährige Arten. Als Hintergrundpflanzen im Bauerngarten bilden sie hohe Blütenstände mit intensiv blauen, gespornten Blüten. Sämtliche Pflanzenteile sind stark giftig.
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Weltweite Verbreitung
Die Gattung ist in den gemäßigten Regionen der Nordhalbkugel von Nordamerika bis Eurasien weit verbreitet. Ein Schwerpunkt der Vielfalt liegt in Asien, besonders China. Einige Arten wachsen im Hochgebirge des tropischen Afrikas. Das genaue Areal hängt von der Art ab; Gartenpflanzen sind Zuchthybriden, die weit außerhalb der natürlichen Areale kultiviert werden.
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Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität und Namen
Die Rittersporne (Delphinium L.) bilden eine Gattung der Hahnenfußgewächse, Ranunculaceae, mit mehr als 300 Arten. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die Nordhalbkugel bis in die Hochgebirge des tropischen Afrikas. Der Gattungsname geht auf griechisch delphis, Delfin, zurück, weil die Blütenknospe an dessen Umriss erinnert. 1 4
Im klassischen Bauerngarten stehen Rittersporne häufig im Beethintergrund. Ihre hohen aufrechten Blütenstände bringen ein intensives Blau und eine auffällige senkrechte Gliederung in die Pflanzung. Meist sind es Stauden, seltener ein- oder zweijährige Pflanzen. Die im Gartenhandel angebotenen Exemplare sind fast immer Zuchthybriden. Sämtliche Pflanzenteile sind stark giftig. 2 7
Erkennungsmerkmale
Hohe aufrechte Blütenstängel kennzeichnen den Wuchs, bei Hybriden oft deutlich über einen Meter hoch und dicht mit Blüten besetzt. Entscheidend für die Bestimmung ist der nektarführende Sporn. Dieser gut sichtbare Fortsatz sitzt an der Rückseite jeder Blüte und erklärt auch den deutschen Namen Rittersporn. 4 3
Die wechselständig am Stängel stehenden Blätter sind handförmig und tief in schmale Lappen geteilt. Bei den Blüten überwiegen Blau und Violett, seltener Weiß oder Rosa. Damit gehören Rittersporne zu den wenigen Beetpflanzen, die ein ausgeprägtes echtes Blau in sommerliche Pflanzungen bringen. 3 5
Im Sommer erscheinen die Blüten, nach dem Rückschnitt der ersten verblühten Stände manchmal in zwei Schüben. Die oberirdischen Teile des Horstes sterben im Winter ab. Im Frühjahr treibt die Pflanze aus dem Wurzelstock wieder aus, entsprechend ihrer Lebensweise als Staude mit Winterruhe. 2 3
Taxonomie und Einordnung
1753 beschrieb Carl von Linné die Gattung Delphinium. Sie gehört zur Familie Ranunculaceae innerhalb der Ordnung Ranunculales. Die große, vielgestaltige Gattung besitzt einen Schwerpunkt ihrer Artenvielfalt in Asien. Allein in China kommen mehr als hundert Arten vor, was die Bedeutung dieser Region für die Gattung verdeutlicht. 1 4
Die Abgrenzung der Gattung hat sich verändert. Einjährige Gartenrittersporne, die lange zu Delphinium gerechnet wurden, werden heute häufig in die benachbarte Gattung Consolida gestellt. Nahe verwandt ist außerdem der Eisenhut (Aconitum), ebenfalls ein giftiges Hahnenfußgewächs mit blauen Blüten. Rittersporne unterscheiden sich von ihm durch den Blütensporn. 1 5
Im Handel werden überwiegend Hybriden statt Wildarten angeboten. Sie werden in größere Gruppen zusammengefasst. Zur Elatum-Gruppe gehören hohe aufrechte Pflanzen mit dichten Blütenständen, zur Belladonna-Gruppe lockerere und stärker verzweigte Formen. Pacific Giant und New Millennium bezeichnen gärtnerische Serien, keine botanischen Rangstufen. 2 3
Lebensraum und Verbreitung
Natürliche Vorkommen von Delphinium liegen in den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel, von Nordamerika bis Eurasien. Einzelne Vertreter wachsen auch im Hochgebirge des tropischen Afrikas. Das genaue Areal ist artspezifisch. In Frankreich kommen mehrere wilde Rittersporne in Gebirgen und offenen Lebensräumen vor. 1 4
Ein kühles Klima und nährstoffreiche tiefgründige Böden, die nicht austrocknen, prägen viele natürliche Standorte. Die Pflanzen wachsen auf Wiesen, an Säumen und an Berghängen. Daraus erklären sich die Ansprüche im Garten: Sonne und ein frischer Boden sind günstig, trockene Hitze sowie winterliche Staunässe werden schlecht vertragen. 3 5
Weit außerhalb ihrer natürlichen Areale werden Rittersporne kultiviert, von britischen Gärten bis zu nordamerikanischen und japanischen Blumenbeeten. Die Hybriden verwildern praktisch nicht. Sie bleiben auf gärtnerische Pflege angewiesen, insbesondere auf einen geeigneten Boden und auf Stützen für ihre hohen Blütenstängel. 2 6
Lebenszyklus und Vermehrung
Mehrjährige Gartenformen sind überwiegend krautige Stauden mit Winterruhe. Ihr Wurzelstock treibt jedes Frühjahr erneut aus und bildet im Sommer Blütenstände, bei Sämlingen ab dem zweiten Jahr. Der Nektar liegt tief im Blütensporn. Vor allem Hummeln und andere Insekten mit langem Rüssel besuchen die Blüten. 3 5
Nach der Blüte entstehen trockene Balgfrüchte mit zahlreichen Samen. Bei kühler Aussaat im Frühjahr dauert die Keimung zwei bis vier Wochen. Samen von Hybriden erhalten die ursprüngliche Blütenfarbe allerdings nicht zuverlässig. Für die sortenechte Erhaltung einer bestimmten Auslese ist diese Vermehrung deshalb nur eingeschränkt geeignet. 2 3
Soll eine Blütenfarbe erhalten bleiben, eignet sich die Teilung des Wurzelstocks zu Beginn des Frühjahrs. Möglich sind auch Stecklinge aus jungen basalen Trieben mit einem kleinen Stück des Wurzelhalses. Nach drei bis vier Jahren lässt die Kraft eines Horstes häufig nach. Regelmäßiges Teilen dient deshalb zugleich der Vermehrung und der Verjüngung. 2 5
Verwendung und Risiken
Ausschließlich als Zierpflanzen werden Rittersporne verwendet. Hohe Stauden gliedern den Beethintergrund im Bauerngarten und liefern eine der wenigen deutlich blauen senkrechten Strukturen im Sommergarten. Sie benötigen einen reichen frischen Boden sowie einen sonnigen, geschützten Standort. Besonders wichtig sind sorgfältige Stützen, da die hohen Stängel schon bei wenig Wind umknicken können. 2 3
Die größte Gefahr besteht in der Giftigkeit. Alle Pflanzenteile enthalten Diterpenalkaloide, beispielsweise Methyllycaconitin. Besonders hoch sind die Konzentrationen in Samen und jungen Trieben. Die ASPCA führt Rittersporne als giftig für Katzen, Hunde und Pferde auf. Für Menschen sind sie ebenfalls giftig und dürfen nicht verzehrt werden. 7 5
Auf Weideflächen zählen Rittersporne zu den wichtigen Ursachen von Nutztiervergiftungen, besonders bei Rindern, die im Frühjahr davon fressen. Mögliche Folgen sind Speichelfluss, Verdauungsstörungen, Muskelschwäche sowie Herz- und Atemstörungen, die tödlich verlaufen können. Beim Umgang sind Handschuhe und anschließendes Händewaschen sinnvoll. Standorte mit kleinen Kindern oder Tieren sollten vermieden werden. 5 4
Sorten und ähnliche Pflanzen
Gärtnerische Hybridgruppen und Serien bestimmen das Sortiment stärker als einzelne Arten. Die Elatum-Gruppe liefert hohe Hintergrundpflanzen, die Belladonna-Gruppe lockerere, nachblühende Formen. Pacific Giant und New Millennium stehen für Zuchtlinien, deren Auswahl sich nach Blütenfarbe, Wuchshöhe und Hitzetoleranz richtet. 2 3
Bei der Abgrenzung sind folgende verwandte oder ähnlich wirkende Pflanzen hilfreich:
- Consolida, einjährige Rittersporne, früher zu Delphinium gestellt;
- Aconitum, Eisenhut, ebenfalls ein stark giftiges blau blühendes Hahnenfußgewächs, jedoch mit helmförmiger Blüte ohne Sporn;
- Lupinus, Lupinen mit ähnlich aufrechten Blütenständen, die einer anderen Familie angehören.
Der Blütensporn, die handförmig tief geteilten Blätter und das intensive Blau der Blütenstände bleiben die zuverlässigsten Merkmale der Rittersporne. Sie helfen besonders gegenüber Eisenhut, dessen helmförmige Blüte keinen entsprechenden Sporn besitzt. Ein ähnlicher hoher Blütenstand allein genügt dagegen nicht zur Bestimmung. 5 1
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Delphinium L.
- Royal Horticultural Society, Delphinium Suchergebnisse
- Missouri Botanical Garden, Delphinium
- Encyclopaedia Britannica, Rittersporn (Pflanze)
- North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, Delphinium
- USDA-PLANTS-Datenbank, Delphinium L.
- ASPCA, Rittersporn (Delphinium), Giftpflanzeneintrag
Häufig gestellte Fragen
Sind Rittersporne für Katzen und Hunde giftig?
Ja. Die ASPCA stuft Delphinium als giftig für Katzen, Hunde und Pferde ein. Alle Teile enthalten Diterpenalkaloide. Das Verschlucken kann Speichelfluss, Verdauungsstörungen, Muskelschwäche und Herzstörungen auslösen.
Sind Rittersporne für Menschen gefährlich?
Ja, alle Teile sind giftig. Samen und junge Triebe enthalten besonders hohe Alkaloidkonzentrationen. Nichts davon verzehren und nach dem Umgang die Hände waschen, besonders wenn Kinder in der Nähe sind.
Warum brechen die Blütenstängel meiner Rittersporne?
Hohe Blütenstände sind empfindlich und knicken bei Wind oder starkem Regen um. Stützen sollten bereits während des Wachstums angebracht werden, einzeln oder als Gitter. Bei Sorten über einem Meter Höhe sind sie unverzichtbar.
Was unterscheidet Staudenrittersporn von einjährigem Rittersporn?
Einjährige Gartenrittersporne wurden lange Delphinium zugeordnet und stehen heute häufig in der benachbarten Gattung Consolida. Die verbreiteten Rittersporne im Staudenbeet sind dagegen mehrjährig und gehören etwa zur Elatum- oder Belladonna-Gruppe.
Treiben Rittersporne jedes Jahr wieder aus?
Die meisten Gartenrittersporne sind Stauden und treiben im Frühjahr aus dem Wurzelstock aus. Nach drei bis vier Jahren lässt ihre Wuchskraft allerdings oft nach. Regelmäßiges Teilen hält sie kräftig.
Wie gedeihen Rittersporne in heißem Klima?
Rittersporne bevorzugen kühles Klima und vertragen trockene Hitze schlecht. Hilfreich sind nachmittäglicher Halbschatten, gemulchter frischer Boden und als hitzetoleranter bekannte Auslesen wie New Millennium.
Wann werden Rittersporne ausgesät oder geteilt?
Die Aussaat erfolgt im Frühjahr unter kühlen Bedingungen. Geteilt wird ganz zu Beginn des Frühjahrs, sobald die Triebe erscheinen. Durch Teilung bleibt die genaue Blütenfarbe einer Sorte am sichersten erhalten.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.




