Diptam (Dictamnus albus, L. 1753)

Diptam (Dictamnus albus) ist eine ausdauernde krautige Pflanze mit verholzter Basis aus der Familie der Rutaceae. Sein natürliches Areal reicht von Mittel- und Südeuropa bis nach Südwestsibirien und zum westlichen Himalaya. Weiße, rosa oder purpurne, geaderte Blüten öffnen sich im Frühsommer in aufrechten Trauben über dem gefiederten, zitronig duftenden Laub. Bei Hitze können seine flüchtigen Öle kurz aufflammen, ohne die Pflanze zu schädigen.

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Wissenschaftlicher NameDictamnus albus
GattungDictamnus
OrdnungSapindales

Diptam, Aschenwurz, Eschenwurz, Gas plant, Burning bush und Dittany

Identität
Toxizität
Photosensibilisierender Saft; geringe Giftigkeit beim Verschlucken
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Aromatische Staude · Kräuterlebhaft
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
FrankreichDeutschlandItalienUkraineTürkeiIran
Lebensraum
Waldränder, Trockenrasen und felsige Hänge auf Kalkboden
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommer
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
2/10
Reifezeit
Nach 3–5 Jahren ausgewachsen und blühfähig, dann sehr langlebig
Vermehrung
Aussaat, Wurzelsteckling
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut, mit festen aufrechten Stängeln
Luftfeuchtigkeit
40–60 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Kalkhaltiger Boden, Entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne, verträgt lichten Halbschatten
Außenbereich
Beet in voller Sonne, Frostsichere Rocaille
Erscheinungsbild
Höhe40–100 cmBreite30–60 cm
Blätter
Grün
Diptam (Dictamnus albus): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Diptam (Dictamnus albus): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Diptam (Dictamnus albus): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Diptam (Dictamnus albus): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Diptam (Dictamnus albus): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißRosaViolettGröße2–4 cm
Diptam (Dictamnus albus): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Diptam (Dictamnus albus): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Diptam (Dictamnus albus): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Diptam (Dictamnus albus): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Diptam (Dictamnus albus): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Braun
Diptam (Dictamnus albus): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Diptam (Dictamnus albus): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Diptam (Dictamnus albus): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Diptam (Dictamnus albus): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Diptam (Dictamnus albus): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Diptam (Dictamnus albus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Diptam (Dictamnus albus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Diptam (Dictamnus albus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Diptam (Dictamnus albus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Diptam (Dictamnus albus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün
Diptam (Dictamnus albus): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Diptam (Dictamnus albus): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Diptam (Dictamnus albus): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Diptam (Dictamnus albus): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Diptam (Dictamnus albus): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Dictamnus albus reicht von Mittel- und Südeuropa bis nach Südwestsibirien und zum westlichen Himalaya. In Frankreich wächst die Art örtlich an Kalkhängen und ist in mehreren Regionen, darunter Elsass und Burgund, gesetzlich geschützt. Außerhalb ihres natürlichen Areals wird sie vor allem in Steingärten und trockenen Gärten kultiviert.

  • Heimisch6
  • Frankreich
  • Deutschland
  • Italien
  • Ukraine
  • Türkei
  • Iran

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Diptam (Dictamnus albus L., 1753), auch Aschenwurz oder Eschenwurz, ist eine ausdauernde krautige Pflanze mit verholzter Basis aus der Familie der Rutaceae. Innerhalb der Gattung Dictamnus wird diese Art für trockene, kalkreiche Gärten kultiviert. Der französische Name fraxinelle leitet sich von lateinisch fraxinus, Esche, ab: Die Fiederblättchen erinnern an Eschenlaub, ohne dass beide Pflanzen näher verwandt wären. 1 6

Der englische Name Burning bush bezeichnet ein Phänomen bei heißem, windstillem Wetter. Blüten und junge Kapseln geben flüchtige Öldämpfe ab, die an einem Streichholz kurz aufflammen können, ohne Spuren an der Pflanze zu hinterlassen. Mehrere europäische Sprachen, etwa Schwedisch und Finnisch, verbinden dies mit dem brennenden Dornbusch aus dem biblischen Exodus. Die englischen Namen Gas plant und Dittany beziehen sich ebenfalls auf Diptam. 5

Erkennung

Aufrechte Horste von Dictamnus albus erreichen 40 bis 100 cm Höhe und 30 bis 60 cm Breite. Die festen Stängel brauchen keine Stütze. Gefiederte Blätter mit ovalen, glänzenden Fiederblättchen verströmen beim Zerreiben einen deutlichen Zitronenduft, der als zusätzliches Erkennungsmerkmal dient. 4 5

Fünf weiße, rosa oder purpurne, violett geaderte Kronblätter bilden die 2 bis 4 cm breiten Blüten; lange, gebogene Staubblätter ragen deutlich hervor. Die aufrechten endständigen Trauben öffnen sich je nach Klima von Ende Mai bis Juli. Dieser Blütezeitraum hilft bei der Abgrenzung von benachbarten Stauden. 2 5

Aus jeder Blüte entsteht nach dem Verblühen eine sternförmige, fünfkammerige Kapsel. Sie bleibt lange erhalten und verlängert den Zierwert der Pflanze bis zum Spätsommer. 4

Nützliche Taxonomie

POWO/WCVP akzeptiert den Namen Dictamnus albus L. In älterer botanischer und gärtnerischer Literatur erscheinen für dasselbe Taxon unter anderem folgende Synonyme:

  • Dictamnus fraxinella Link, historisches Synonym
  • Dictamnus caucasicus (Fisch. & C.A.Mey.) Fisch. ex Grossh., historisches Synonym
  • Dictamnus albus var. purpureus (DC.) Guss., purpurblütige Varietät
  • Dictamnus albus subsp. caucasicus (Fisch. & C.A.Mey.) N.A.Winter, Unterartname
  • Dictamnus gymnostylis Steven, historisches Synonym

Unter dem Synonym Dictamnus fraxinella wurde die Pflanze lange in der älteren Literatur geführt, besonders in britischen Gartenkatalogen des 19. Jahrhunderts. Gemeint ist dieselbe Pflanze wie Dictamnus albus, der heute von taxonomischen Referenzdatenbanken akzeptierte Name. 1 2

Zur Gattung Dictamnus gehören zwei weitere akzeptierte Arten: Dictamnus dasycarpus aus Ostasien und Dictamnus hispanicus, endemisch in Mittel- und Südostspanien. Beide wachsen fern von Dictamnus albus; eine natürliche Kontaktzone zwischen den drei Verbreitungsgebieten ist nicht bekannt. 1

Lebensraum und Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Mittel- und Südeuropa bis nach Südwestsibirien und zum westlichen Himalaya, mit Vorkommen in Iran und der Türkei. Diptam besiedelt Waldränder, Trockenrasen und felsige Hänge, stets auf kalkhaltigem Boden. 1 6

In Frankreich wächst Dictamnus albus örtlich an Kalkhängen. In mehreren Regionen, darunter Elsass und Burgund, schützt die Gesetzgebung die Art und regelt das Pflücken und Ausgraben. 8 9

Außerhalb seines natürlichen Areals wird Diptam häufig als Stein- und Trockengartenpflanze kultiviert. Ein dokumentiertes Invasivitätsproblem besteht nicht; sein langsames Wachstum und seine Empfindlichkeit beim Umpflanzen begrenzen eine spontane Ausbreitung außerhalb von Gärten. 5

Lebenszyklus und Vermehrung

Von Ende Mai bis Juli, je nach Klima, blühen die diesjährigen Stängel mit ihren endständigen Trauben. Jede bestäubte Blüte bildet anschließend eine sternförmige Kapsel, die bis zum Spätsommer allmählich ausreift. 2 4

Getrocknete, sternförmige Kapseln bleiben noch mehrere Wochen nach dem Öffnen dekorativ an den Stängeln. So wirkt die Pflanze im Beet auch lange nach ihrer Blütezeit. 4

Überwiegend erfolgt die Vermehrung durch Aussaat. Nach einer Kältestratifikation keimen die Samen bei 15 °C langsam und unregelmäßig über einen Zeitraum von einem bis sechs Monaten. Die erste Blüte erscheint oft erst drei bis fünf Jahre nach der Aussaat. 6

Eine Teilung ist möglich, aber riskant: Eingriffe in die tiefen Wurzeln führen oft zu Anwachsproblemen, selbst bei einem bloßen Standortwechsel. Erfahrene Gärtner empfehlen daher, Diptam von Anfang an an seinen endgültigen Platz zu setzen, statt ihn später zu teilen. 4 6

Nutzen und Risiken

Im Vordergrund steht die Zierwirkung, einzeln oder zusammen mit anderen sonnenliebenden Kalkbodenstauden in trockenen Beeten oder dauerhaft ungestörten Steingärten. Getrocknete Blätter werden gelegentlich für einen leichten, als erfrischend und zitronig beschriebenen Tee verwendet. 6

Das wichtigste Risiko betrifft die Haut: Der Pflanzensaft enthält photosensibilisierende Verbindungen, die zusammen mit Sonnenlicht örtliche, sonnenbrandähnliche Verbrennungen verursachen. Ein medizinischer Fallbericht beschreibt jährlich wiederkehrende Hautschäden bei einem Gärtner. Lange wurden sie mit einer Dermatitis durch Giftsumach verwechselt, bis ein Hauttest Diptam als Ursache bestätigte. 7 5

Handschuhe beim Schneiden und Hantieren sowie das Vermeiden von Saftkontakt bei voller Sonne können diesem Risiko vorbeugen. Die Giftigkeit beim Verschlucken wird in nordamerikanischen gärtnerischen Beschreibungen dagegen als gering eingeschätzt. 5

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Drei Gartenformen unterscheiden sich durch die Blütenfarbe. Var. purpureus mit rosa bis purpurnen, violett geaderten Blüten überwiegt im Angebot. Sie erhielt 1993 den Award of Garden Merit der RHS, was ihre häufigere Verwendung gegenüber der typischen Art erklärt. ‘Rubra’ trägt kräftig rosa Blüten; die weiß blühende var. albiflos steht Linnés ursprünglicher Beschreibung am nächsten. 2 3

Ähnliche Namen führen zu zwei häufigen Verwechslungen. Kretischer Diptam (Origanum dictamnus) ist ein mediterranes Würzkraut der Lamiaceae und mit Diptam nicht näher verwandt. Der französische Name buisson ardent meint meist Pyracantha coccinea, einen dornigen Strauch mit roten Früchten, der ebenfalls nicht näher mit Dictamnus albus verwandt ist. Dessen englischer Name Burning bush begünstigt diese Namensverwechslung.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Warum heißt Diptam auch Burning bush?

Bei heißem, windstillem Wetter können die flüchtigen Öle aus Blüten und jungen Kapseln beim Kontakt mit einem Streichholz kurz aufflammen, ohne die Pflanze zu schädigen. Darauf verweist der englische Name Burning bush, der in mehreren europäischen Sprachen mit dem brennenden Dornbusch aus dem biblischen Exodus verbunden wird.

Ist Diptam giftig?

Sein Saft enthält photosensibilisierende Stoffe, die bei Sonnenlicht örtliche, sonnenbrandähnliche Hautverbrennungen verursachen. Nordamerikanische gärtnerische Beschreibungen bewerten die Giftigkeit beim Verschlucken als gering.

Lässt sich Diptam teilen?

Eine Teilung ist riskant, weil Dictamnus albus Störungen seiner tiefen Wurzeln und das Umpflanzen schlecht verträgt. Die langsamere, aber zuverlässigere Aussaat bleibt die empfohlene Vermehrungsmethode.

Was unterscheidet Diptam vom Kretischen Diptam?

Kretischer Diptam (Origanum dictamnus) ist ein mediterranes Würzkraut aus der Familie der Lamiaceae. Trotz des ähnlichen Namens ist er mit Dictamnus albus nicht näher verwandt; Familie und Verwendung unterscheiden sich.

Warum blüht mein Diptam nicht?

Häufig steht die Pflanze zu schattig oder ist noch jung. Oft blüht sie erst drei bis fünf Jahre nach der Aussaat. Bei dieser langsam anwachsenden Staude ist Geduld deshalb meist die passende Antwort.

Steht Diptam in Frankreich unter Schutz?

Ja, in mehreren Regionen mit örtlichen Vorkommen an Kalkhängen, darunter Elsass und Burgund. Dort sind Pflücken und Ausgraben gesetzlich geregelt. Die Gartenkultur aus gärtnerisch gewonnenen Samen oder Pflanzen bleibt möglich.

Sollte man Diptam bei Sonnenschein nicht berühren?

Vorsicht ist sinnvoll. Kontakt mit dem Saft und anschließende Sonnenbestrahlung können eine medizinisch dokumentierte phototoxische Dermatitis auslösen. Handschuhe beim Schneiden oder Anfassen begrenzen dieses Risiko.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.