Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata, Pursh 1814)

Die Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata) ist eine einjährige Pflanze der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) aus den Prärien der zentralen Vereinigten Staaten bis ins nördliche und südöstliche Mexiko. Ihr einzelner Stängel trägt grüne Blätter, deren Ränder vor der Blüte rein weiß werden und die winzigen, kaum sichtbaren Blüten umgeben. Alle Teile enthalten reizenden Milchsaft und erfordern einen vorsichtigen Umgang.

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Wissenschaftlicher NameEuphorbia marginata
GattungEuphorbia
OrdnungMalpighiales

Weißrand-Wolfsmilch, Snow on the mountain, Ghost weed, Smoke-on-the-prairie, Variegated spurge und Mountain spurge

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen, darunter Kinder · Giftig : Katzen, Hunde und Tiere · Unbekannt : Pferde
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Einjährige Blume · Kräuterartig · Zierpflanze
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Einjährig
Herkunft
Vereinigte StaatenMexiko
Lebensraum
Trockene Prärien, Stein- und Sandböden, Straßenränder und Brachen; magere, durchlässige Böden in voller Sonne
Jahresverlauf
Blütezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Blüte je nach Wärme 10 bis 14 Wochen nach der Aussaat
Vermehrung
Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Sandiger Boden, Steiniger Boden, Gewöhnlicher Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne, bei sehr heißem Klima auch lichter Halbschatten
Außenbereich
Sonniger Berghang, Blühende Wiese, Garten von Schnittblumen, Gartenbeet
Erscheinungsbild
Höhe30–100 cmBreite30–60 cm
Blätter
GrünWeiß
Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißGrünGelb
Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün
Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Euphorbia marginata umfasst Prärien und Ebenen der zentralen und mittleren westlichen Vereinigten Staaten, von Minnesota und den Dakotas bis Colorado und Texas sowie weiter bis ins nordöstliche und südliche Mexiko. Außerhalb davon ist sie unter anderem in China und weiteren gemäßigten Regionen eingebürgert, wo sie oft gestörte Standorte besiedelt.

  • Heimisch2
  • Eingeführt1
  • Vereinigte Staaten
  • Mexiko
  • China

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Die Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata Pursh, 1814) ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Euphorbiaceae. Frederick Traugott Pursh beschrieb sie anhand eines Exemplars, das William Clark während der Lewis-und-Clark-Expedition gesammelt hatte. Je nach Land sind sechs volkstümliche Namen verbreitet. Über Sprachgrenzen hinweg bezeichnet nur der lateinische Artname die Pflanze eindeutig. 1 7

Tela Botanica führt als französischen Namen Euphorbe panachée. Er beschreibt das zweifarbige Laub, das unten grün und an den Stängelspitzen rein weiß erscheint. Die bildhaften englischen Namen snow on the mountain, ghost weed und smoke-on-the-prairie beziehen sich auf denselben aus der Ferne sichtbaren Weiß-Grün-Kontrast. 9 5

In Stängeln, Blättern und Hochblättern steckt der für die Gattung Euphorbia typische Milchsaft. Wer ihn unbeachtet lässt, riskiert bereits bei der Aussaat oder beim Schneiden von Straußstielen eine Kontaktdermatitis. 8 3

Erkennung

Zunächst bildet Euphorbia marginata einen einzelnen aufrechten Stängel, der vor der Blüte unverzweigt bleibt. Die Pflanze wird 30 bis 100 cm hoch und 30 bis 60 cm breit. Die unteren, wechselständigen Blätter sind oval, mittelgrün und 2 bis 8 cm lang. 3 6

Zum Sommer hin erscheint das entscheidende Merkmal: Die oberen Blätter entwickeln einen zunehmend breiten rein weißen Rand, bis sie unterhalb der Blütenstände fast vollständig weiß wirken. Die eigentlichen Blüten in den typischen Cyathien der Euphorbiaceae bleiben winzig und gelbgrün. Die Zierwirkung entsteht fast ganz durch die umgebenden weißen Hochblätter. 3 5

Ein weniger auffälliges Merkmal unterstützt die Bestimmung: Zerdrücktes Laub riecht durch Dimethylsulfid schwefelig. Darauf geht der englische Name smoke-on-the-prairie zurück; das Merkmal grenzt die Pflanze von anderen Gartenwolfsmilcharten ohne weißen Blattrand ab. 7

Nützliche Taxonomie

Akzeptiert wird der Name Euphorbia marginata Pursh innerhalb der Gattung Euphorbia, die mit etwa 2.000 Arten zu den größten Gattungen der Blütenpflanzen zählt. Der fast gleichlautende Name Euphorbia marginata Kunth von 1817 ist ein späteres illegitimes Homonym. Er darf den akzeptierten Namen von Pursh in Literaturangaben nicht ersetzen. 1 2

Auch die von Engelmann und Gray beschriebene Varietät Euphorbia marginata var. uloleuca erscheint in der botanischen Synonymie. Für die Bestimmung im Gelände sind solche historischen Varianten weniger wichtig als die Kombination aus weiß gerandeten Blättern und einzelnem Stängel: Sie ermöglicht eine rasche Zuordnung ohne Herbar. 1 2

Die Gattung Euphorbia umfasst sehr unterschiedliche Wuchsformen, von einjährigen Kräutern bis zu kaktusähnlichen Sukkulenten. Gemeinsam sind ihnen Milchsaft und Cyathien. Diese Einordnung hilft, Nutzung und Risiken von Euphorbia marginata nicht unbesehen von einer anderen Wolfsmilchart im Garten abzuleiten. 8 3

Lebensraum und Verbreitung

Ursprünglich stammt sie aus den Prärien und Ebenen der zentralen Vereinigten Staaten, von Minnesota und den Dakotas bis Colorado und Texas sowie weiter bis ins nordöstliche und südliche Mexiko. Dort wächst sie in voller Sonne auf mageren, steinigen oder sandigen Böden, an Straßenrändern und auf Brachen. 1 3

Weit über dieses Gebiet hinaus als Zierpflanze kultiviert, ist Euphorbia marginata in mehreren gemäßigten Regionen eingebürgert, insbesondere in China. Dort besiedelt sie gestörte Flächen als Ruderalpflanze. Ihr Status unterscheidet sich daher je nach Land deutlich: heimisch in den Vereinigten Staaten und Mexiko, anderswo eingeführt und teilweise invasiv. 8 1

In Frankreich bleibt sie eine jährlich ausgesäte Gartenpflanze ohne bekanntes eingebürgertes Areal. Verwilderung droht vor allem örtlich durch Selbstaussaat in Beeten, in denen sie bereits kultiviert wurde. 9 5

Lebenszyklus und Vermehrung

Als strikt einjährige Pflanze durchläuft Euphorbia marginata ihren gesamten Lebenszyklus von der Aussaat bis zur Samenbildung innerhalb einer Saison. Auf erwärmtem Boden keimt sie in 1 bis 2 Wochen. Gesät wird nach den letzten Frösten direkt am Standort oder 6 bis 8 Wochen zuvor unter Schutz. 3 5

Von Juli bis September stehen die Cyathien in zusammengesetzten Zymen an den Stängelenden. Die vom Missouri Botanical Garden dokumentierte Sorte Kilimanjaro blüht früher und wächst etwas höher als die typische Art. 4 5

Nach der Blüte bildet jedes Cyathium eine kleine dreikammerige Kapsel. Im Garten sät sich die Pflanze reichlich selbst aus. Das Entfernen der Kapseln vor dem Aufspringen bleibt die einzige zuverlässige Möglichkeit, diese Ausbreitung von Saison zu Saison einzudämmen. 3 6

Nutzen und Risiken

Ihre wichtigste Verwendung ist die Zierpflanzung in sonnigen Beeten, an Blumenwiesenrändern und in Schnittblumengärten. Das weiß gerandete Laub hellt benachbarte, kräftiger gefärbte Pflanzungen optisch auf. Trotz der kleinen eigentlichen Blüten zieht die Pflanze Bienen und Schmetterlinge an. 3 5

Die wichtigste Gefahr bildet der Milchsaft, der in allen Pflanzenteilen vorkommt und reich an Phorbolestern ist. Auf der Haut verursacht er Dermatitis, im Auge Schmerzen und Schwellungen. Bei Aufnahme reizt er Mund und Verdauungstrakt von Mensch und Tier. 8 5

Grundlegende Vorsicht vermindert das Risiko erheblich: Beim Säen, Schneiden und Kürzen der Stängel Handschuhe tragen, nach Kontakt nicht die Augen reiben und die Pflanze von Kindern sowie am Laub kauenden Tieren fernhalten. Bei Schnittblumen begrenzt kurzes Abflammen oder wenige Sekunden Eintauchen der Schnittenden in sehr heißes Wasser den Milchsaftaustritt. 8 3

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Für diese überwiegend als Saatgut verkaufte Einjährige gibt es nur wenige beständige Sorten. Kilimanjaro ist am besten dokumentiert, höher und früher blühend als die Wildform. Summer Icicle wird von mehreren Saatgutanbietern als kompaktere, früher weiß werdende Form genannt. Snow Top bezeichnet hauptsächlich Saatgutpartien für die Schnittblumennutzung. 4 6

Besonders missverständlich ist der englische Name snow in summer. Er bezeichnet neben Euphorbia marginata auch Cerastium tomentosum, eine Polsterpflanze der Caryophyllaceae ohne Milchsaft und ohne Verwandtschaft zu Wolfsmilchgewächsen. Nur der wissenschaftliche Name löst diese Verwechslung auf. 5 7

Der deutsche Name Braut und Bräutigam beschreibt denselben kennzeichnenden Kontrast: unten grünes Laub, oben weiße Hoch- und Laubblätter, wie zwei Farben auf einer Pflanze vereint. Dieses Grün-Weiß-Muster fällt schon vor dem Öffnen der Cyathien auf. 8 3

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Weißrand-Wolfsmilch giftig?

Ja. Die gesamte Pflanze enthält reizenden Milchsaft mit Phorbolestern. Er verursacht Kontaktdermatitis, Augenreizungen und bei Aufnahme Verdauungsbeschwerden, besonders bei Katzen, Hunden und Kindern.

Woran erkennt man Weißrand-Wolfsmilch?

Typisch ist die Kombination aus einem einzelnen, wenig verzweigten einjährigen Stängel, deutlich weiß gerandeten oberen Blättern und auffälligen weißen Hochblättern um kaum sichtbare gelbgrüne Cyathien.

Wann und wie sät man Weißrand-Wolfsmilch?

Nach den letzten Frösten direkt in erwärmten Boden an einem sonnigen Platz säen oder 6 bis 8 Wochen vorher geschützt vorziehen. Die Keimung dauert meist 1 bis 2 Wochen.

Warum ist der Name snow in summer missverständlich?

Dieser englische Name bezeichnet sowohl Euphorbia marginata als auch Cerastium tomentosum, eine Polsterpflanze aus einer ganz anderen botanischen Familie. Nur der wissenschaftliche Name klärt die Zuordnung.

Ist Weißrand-Wolfsmilch invasiv?

Sie sät sich im Garten reichlich selbst aus und ist außerhalb ihres ursprünglichen Areals, etwa in China, eingebürgert. Entfernen der Kapseln vor dem Aufspringen begrenzt unerwünschte Ausbreitung.

Kann man Weißrand-Wolfsmilch für Sträuße schneiden?

Ja. Ihre Stängel mit weißen Hochblättern werden als Schnittblumen und in Schnittblumengärten genutzt. Die Schnittenden müssen mit Hitze behandelt werden, um den Milchsaftaustritt zu begrenzen.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.