Zimmeraralie (Fatsia japonica, )
Zimmeraralie (Fatsia japonica) ist ein immergrüner Strauch der Araliengewächse (Araliaceae) aus den Küstenwäldern Südjapans und Südkoreas. Ihre großen, glänzenden Blätter mit sieben bis neun Lappen machen sie zu einem der wenigen Sträucher, die auch im tiefen Schatten ein Beet ganzjährig mit Laub füllen.
WeiterlesenZimmeraralie, Japanische Aralie, Fatsie, Japanese aralia und Paperplant
An einen Platz mit indirektem Licht oder in einen schattigen Raum stellen.
Halbschatten bis dichter Schatten





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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Fatsia japonica umfasst Südjapan bis zu den Nansei-Inseln und Südkorea. Außerhalb davon ist die Art örtlich eingebürgert, etwa in Neuseeland; im französischen Mutterland gilt sie nicht als invasiv.
- Heimisch2
- Eingeführt1
- Japan
- Südkorea
- Neuseeland
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Zimmeraralie (Fatsia japonica (Thunb.) Decne. & Planch., 1854), auch Japanische Aralie oder Fatsie genannt, ist ein immergrüner Strauch der Gattung Fatsia aus der Familie der Araliengewächse. Sie ist der wichtigste gärtnerisch genutzte Vertreter dieser Gattung. Carl Peter Thunberg beschrieb sie zunächst 1780 als Aralia japonica Thunb.. Joseph Decaisne und Jules Émile Planchon stellten sie 1854 in die neu geschaffene Gattung Fatsia. 1 2
Der Gattungsname wird auf das japanische hachi, die Zahl acht, zurückgeführt und bezieht sich auf die meist acht Blattlappen. Der japanische Name yatsude bedeutet aus demselben Grund wörtlich „acht Finger“. Tatsächlich variiert die Zahl der Lappen auch an ein und derselben Pflanze häufig zwischen sieben und neun. Die Zahl acht im Namen ist daher kein unveränderliches Erkennungsmerkmal. 3
Erkennung
Breit ausladender Wuchs und wenig verzweigte, unten oft kahle Triebe kennzeichnen Fatsia japonica. Der Strauch erreicht gewöhnlich 2,5 bis 4 m Höhe und eine ähnliche Breite. An langen Blattstielen sitzen große, glänzende, dunkelgrüne Blätter. Ihre einfache Blattspreite ist handförmig in 7 bis 9 tiefe Lappen geteilt; die Einschnitte reichen etwa bis zur Hälfte oder zu zwei Dritteln der Spreite. 3 4
Im Herbst erscheinen kleine cremeweiße Blüten in dichten Dolden. Mehrere solcher Dolden bilden zusammen große endständige Rispen, die über dem Laub auffallen. Nach der Blüte entstehen runde Früchte, die zunächst grün sind und im Winter schwarz ausreifen. An Pflanzen, die im Zimmer kultiviert werden, kommt es nur selten zur Fruchtbildung. 5 4
Junge Exemplare, Topfpflanzen oder lichtarm stehende Pflanzen können schwächer gelappte Blätter tragen und überhaupt nicht blühen. Fehlende Blüten schließen eine Zimmeraralie daher nicht aus; auch das Entwicklungsstadium und der Standort müssen bei der Bestimmung berücksichtigt werden. 5
Nützliche Taxonomie
Historische Beschreibungen führen die Art unter mehreren Namen, die heute als Synonyme gelten:
- Aralia japonica Thunb., das historische Basionym
- Aralia sieboldii K.Koch, ein weiterer historischer Name
- Dimorphanthus japonicus (Thunb.) Endl., eine frühere Gattungszuordnung
- Echinopanax japonicus (Thunb.) Kuntze, ebenfalls eine ältere Kombination
- Fatsia japonica var. liukiuensis Hatus. ex H.Ohba, ein synonym geführter Varietätsname
Der akzeptierte wissenschaftliche Name bleibt Fatsia japonica. Innerhalb der Araliengewächse gehört die Art zur selben Familie wie Efeu (Hedera) und Ginseng (Panax). Die Nähe der Gattungen Fatsia und Hedera erklärt auch die Hybride ×Fatshedera lizei: Sie entstand aus einer Kreuzung mit Hedera hibernica. 1 2
Lebensraum und Verbreitung
Südjapan bis zu den Nansei-Inseln und Südkorea bilden das natürliche Verbreitungsgebiet von Fatsia japonica. Dort wächst der Strauch in Küstenwäldern und im Unterwuchs, von halbschattigen Bereichen bis in dichten Schatten. Die schattigen Standorte gehören damit zu seinem natürlichen Lebensraum und sind keine bloße Anpassung an die Gartenkultur. 1 5
Außerhalb dieses Areals wird die Art in gemäßigten Gebieten mit milden Wintern häufig als Zierstrauch gepflanzt, etwa im Vereinigten Königreich und im französischen Mutterland. In Neuseeland ist sie örtlich auf brachliegenden Flächen eingebürgert. Dort vermehrt sie sich durch Samen und Ausläufer, ohne als große ökologische Bedrohung zu gelten. 3 4
An den Küstenwaldrändern ihrer Heimat verträgt die Pflanze salzhaltige Gischt und arme Böden. Das erklärt auch ihre gute Windverträglichkeit, sobald sie an einem geschützten Standort eingewurzelt ist. Dem vergleichsweise kleinen natürlichen Areal in Japan und Südkorea steht heute ein breites Kulturgebiet an gemäßigten Küsten mit milden Wintern gegenüber. 5 8
Lebenszyklus und Vermehrung
Die herbstlichen cremeweißen Blütendolden bieten bestäubenden Insekten Nahrung zu einer Zeit, in der nur noch wenige andere Sträucher blühen. Nach der Insektenbestäubung folgen schwarze Früchte mit rund 6 mm Durchmesser. Sie reifen im Winter, sodass Blüte und Fruchtreife in verschiedene Jahreszeiten fallen. 5 4
Für die gärtnerische Vermehrung werden vor allem halb ausgereifte Triebstecklinge im Spätsommer geschnitten. Unter geschützten Bedingungen bewurzeln sie in 4 bis 8 Wochen. Auch Aussaat ist möglich, doch gegenüber einem Steckling verzögert sich die erste Blüte häufig um 3 bis 4 Jahre. Die Wahl der Methode beeinflusst damit die Wartezeit bis zur Blüte. 3 5
Ausgepflanzte Exemplare entwickeln nach 2 bis 4 Jahren ihren erwachsenen Wuchs und die am tiefsten gelappten Blätter. Blüten erscheinen gewöhnlich erst ab dem dritten oder vierten Jahr. Die volle Blattform stellt sich somit nicht zwangsläufig schon unmittelbar nach dem Pflanzen ein. 4
Nutzen und Risiken
Schattige Beete, hintere Bereiche städtischer Gärten und große Wintergartenkübel sind typische Einsatzorte der Zimmeraralie. Wenige andere immergrüne Sträucher kommen ähnlich gut ohne direkte Sonne zurecht. Vor einer Nordwand oder unter dem Kronendach von Bäumen bildet sie einen ganzjährig belaubten Sichtschutz und gibt solchen Gartenbereichen Struktur. 3 4
Laut ASPCA ist Fatsia japonica für Katzen, Hunde und Pferde ungiftig. Der klebrige, harzige Pflanzensaft ist davon zu unterscheiden: Er enthält einen falcarinolähnlichen Stoff, der bei empfindlichen Menschen Kontaktdermatitis auslösen kann. Kreuzreaktionen mit anderen Araliengewächsen wie Efeu und Schefflera sind dokumentiert. Die Einstufung für Haustiere schließt solche Hautreaktionen beim Menschen also nicht aus. 6 7
Im Innenraum eignen sich große Gefäße in einem Wintergarten oder einer hellen Eingangshalle. Die dichte Blattmasse prägt dort das Gesamtbild, zumal nur wenige andere immergrüne Blattpflanzen in solchen Räumen eine vergleichbare Ausdehnung erreichen. 4
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Variegata mit cremefarbenem Blattrand und Spider's Web mit weiß gesprenkeltem Laub und kompakterem Wuchs erhielten beide, ebenso wie die Art, den Award of Garden Merit der RHS. Moseri wächst gedrungener und eignet sich dadurch besonders für kleine Gärten. Die Sorten unterscheiden sich damit sowohl in der Blattzeichnung als auch im Platzbedarf. 3
Bei ähnlichem Erscheinungsbild helfen folgende Unterschiede:
- ×Fatshedera lizei ist die Efeuhybride mit weniger tief gelappten Blättern und teilweise kletterndem Wuchs.
- Aralia elata besitzt Stacheln und zusammengesetzte Blätter und fühlt sich deshalb deutlich anders an.
- Schefflera arboricola hat handförmig angeordnete einzelne Fiederblättchen, die aus der Entfernung ähnlich wirken können.
Zuverlässiger als Blattfarbe oder Blattgröße ist die Spreitenform: Ein einfaches, handförmiges Blatt mit sieben bis neun tiefen Lappen weist auf Fatsia japonica. Besteht das Blatt dagegen aus mehreren getrennten Teilblättchen, kommt eine andere Gattung infrage.
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Fatsia japonica (Thunb.) Decne. & Planch.
- International Plant Names Index, Eintrag zu Fatsia japonica
- Royal Horticultural Society, Informationen zu Fatsia japonica
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Fatsia japonica
- NC State Extension Gardener Plant Toolbox, Fatsia japonica
- ASPCA, Giftigkeit der Japanischen Aralie
- Contact Dermatitis 1999, Allergene von Fatsia japonica und Kreuzreaktionen bei Araliaceae
- USDA GRIN Global Taxonomy, Fatsia japonica
Häufig gestellte Fragen
Ist die Zimmeraralie für Katzen und Hunde giftig?
Nein. Die ASPCA führt Fatsia japonica als ungiftig für Katzen, Hunde und Pferde. Der klebrige Pflanzensaft kann jedoch bei Berührung reizen; beim Schnitt sind deshalb Handschuhe sinnvoll.
Warum blüht meine Zimmeraralie nicht?
Die Herbstblüte erscheint vor allem an drei bis vier Jahre alten, ausgepflanzten Exemplaren. Eine junge Topfpflanze oder eine Pflanze mit wenig Licht kann mehrere Jahre bis zur ersten Blüte brauchen.
Verträgt Fatsia japonica volle Sonne?
Milde Morgensonne wird vertragen, doch volle Nachmittagssonne verursacht besonders bei heißem Wetter Verbrennungen und vergilbte Blätter. Im Halbschatten bis tiefen Schatten bleiben die Blätter am grünsten und größten.
Wie unterscheiden sich Fatsia japonica und Fatshedera lizei?
×Fatshedera lizei ist eine sterile Hybride aus Fatsia japonica und Hedera hibernica. Ihre Blätter sind weniger tief gelappt; der Wuchs ist biegsamer und teilweise kletternd.
Wie winterhart ist Fatsia japonica im Garten?
Gut eingewurzelt gilt der Strauch bis etwa -15 °C als winterhart, entsprechend USDA 8 bis 10. Bei tieferen Temperaturen braucht er einen geschützten Platz an einer Wand oder Winterschutz.
Muss Fatsia japonica jedes Jahr geschnitten werden?
Nein, ein regelmäßiger jährlicher Schnitt ist nicht zwingend. Er ist sinnvoll, wenn die Triebe unten verkahlen oder die Pflanze zu viel Platz beansprucht, vorzugsweise unmittelbar nach der Blüte.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.






