Forstersche Kentia (Howea forsteriana, )
Forstersche Kentia (Howea forsteriana) ist eine Palme aus der Familie der Arecaceae, die nur auf der australischen Lord-Howe-Insel heimisch ist. Über einem geringelten Stamm trägt sie lange, gefiederte Wedel und wächst langsam. Weil sie mäßiges Licht gut verträgt, gehört sie seit dem 19. Jahrhundert zu den verbreitetsten Zimmerpalmen.
WeiterlesenForstersche Kentia, Kentiapalme, Kentia, Kentia palm und Thatch palm






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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Howea forsteriana beschränkt sich auf die Lord-Howe-Insel in der Tasmansee. Dort ist die Art streng endemisch. Auf der benachbarten Norfolkinsel und in vielen warmgemäßigten Regionen wird sie als Zierpalme kultiviert; diese Anbaugebiete sind von ihrer insularen Heimat zu unterscheiden.
- Heimisch1
- Eingeführt1
- Lord-Howe-Insel (Australien)
- Norfolkinsel
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Forstersche Kentia (Howea forsteriana (F.Muell.) Becc., 1877), meist einfach Kentiapalme oder Kentia genannt, gehört zur Familie der Palmengewächse (Arecaceae) und zur Gattung Howea. Ihr natürliches Vorkommen ist streng auf die Lord-Howe-Insel beschränkt, ein kleines australisches Gebiet in der Tasmansee. Howea verweist auf die Insel; der Handelsname Kentia wird mit deren früherem Hauptort Kentia in Verbindung gebracht. 1 4
In Europa und Nordamerika ist sie vor allem als elegante Zimmerpalme bekannt. International wird sie auch als Kentia palm oder Thatch palm angeboten. Ihr lockerer Wuchs und die Verträglichkeit mäßiger Beleuchtung machten sie bereits im viktorianischen Zeitalter zu einer verbreiteten Salonpflanze. Sie verbindet lange, weich überhängende Blätter mit einem vergleichsweise zurückhaltenden Wachstum. 2 3
Erkennung
Bogenförmig ausgebreitete, gefiederte Wedel kennzeichnen Howea forsteriana. Bei älteren Exemplaren erreichen sie etwa 3 m Länge und sitzen an der Spitze eines einzelnen Stammes. Jeder Wedel trägt zahlreiche schmale Fiederblättchen, die oberseits dunkelgrün und unterseits heller sind. Ihre leicht herabhängende Stellung verleiht der Palme die charakteristische weiche Silhouette. 3 4
Der aufrechte Stamm ist zunächst grün und wird später braun. Regelmäßige Ringe zeichnen die Ansatzstellen abgefallener Wedel nach. Die Blattstielbasen sind hell, glatt und unbedornt, anders als bei manchen wehrhaften Palmen. Ihr Wachstum bleibt deutlich langsam: Im Laufe eines Jahres erscheinen lediglich einige neue Wedel. Ein langsamer Zuwachs allein ist daher noch kein Hinweis auf einen Pflegefehler. 2 3
Im Topf überschreitet die Forstersche Kentia selten 2 bis 3 m Höhe. Im natürlichen Inselhabitat kann sie ungefähr zehn Meter hoch werden und ausgewachsen mehrere Meter Breite einnehmen. Die Maße einer Zimmerpflanze lassen sich deshalb nicht unmittelbar auf einen alten Freilandbaum am natürlichen Standort übertragen. 2 1
Nützliche Taxonomie
Die Kombination Howea forsteriana (F.Muell.) Becc. stammt aus dem späten 19. Jahrhundert. Das Epitheton forsteriana ehrt die Naturforscher Johann Reinhold Forster und Georg Forster, die Cook in den Pazifik begleiteten. Zur Gattung Howea gehören nur zwei Arten; beide sind auf Lord Howe endemisch. Im Umfeld der Kentiapalme begegnen folgende Namen:
- Howea forsteriana (F.Muell.) Becc., der akzeptierte Name;
- Kentia forsteriana F.Muell., das Basionym und die Grundlage des Handelsnamens;
- Grisebachia forsteriana (F.Muell.) H.Wendl. & Drude;
- Howea belmoreana (C.Moore & F.Muell.) Becc., die zweite Palme der Insel.
Als zuverlässiger Bezugspunkt dient der akzeptierte wissenschaftliche Name Howea forsteriana. Kentia ist dagegen ein Handelsname, der auf einen früheren Gattungsnamen zurückgeht. Howea belmoreana, lange mit ähnlichen Etiketten angeboten, bleibt eine eigenständige Art. Sie darf weder als bloße Variante noch als Sorte der Forsterschen Kentia verstanden werden. 1 4
Lebensraum und Verbreitung
Auf der vulkanischen Lord-Howe-Insel zwischen Australien und Neuseeland liegt das gesamte natürliche Areal von Howea forsteriana. Die Palme ist dort endemisch und wächst in niedrigen Wäldern sowie an feuchten Hängen. Durchlässige vulkanische Böden und ein mildes, feuchtes Meeresklima prägen die beschriebenen Standorte. 1 5
Die insulare Herkunft erklärt das kleine natürliche Verbreitungsgebiet; ihr Vorkommen unter Baumkronen passt zugleich zur guten Verträglichkeit mäßigen Lichts. Im Unterwuchs kommt die Kentia mit Lichtverhältnissen zurecht, die viele andere Palmen schlecht ertragen. Auch auf der benachbarten Norfolkinsel wird sie in größerem Umfang kultiviert, unter anderem zur Samengewinnung. 2 3
Außerhalb ihrer Heimat handelt es sich um eine Kulturpflanze. In milden Regionen schmückt sie geschützte Innenhöfe und Wintergärten; in kühleren Klimaten wird sie vor allem als große Zimmerpflanze gehalten. Anbaugebiete in Kalifornien, Spanien oder im gemäßigten Europa bleiben vom einzigen natürlichen Herkunftsgebiet zu unterscheiden. Ein häufiges Auftreten im Handel erweitert das ursprüngliche Areal nicht. 4 1
Lebenszyklus und Vermehrung
Hängende, ährenartige Blütenstände erscheinen bei älteren Palmen an der Basis der Wedel. Die einzelnen Blüten sind klein und unscheinbar. Bis zur ersten Fruchtbildung vergeht eine lange Jugendphase: Im natürlichen Lebensraum setzt sie ungefähr im Alter von 15 Jahren ein. Eine junge Topfpflanze wird daher vor allem wegen ihres Laubs kultiviert. 3 4
Die ovalen Steinfrüchte färben sich bei der Reife rotbraun. Auffällig ist die lange Reifezeit der Samen, für die etwa sechs Jahre am Baum angegeben werden. Diese langsame Entwicklung und das eng begrenzte natürliche Vorkommen haben die Samenernte auf Lord Howe zu einer geregelten wirtschaftlichen Ressource gemacht. 1 5
Die Vermehrung erfolgt in Kultur ausschließlich durch Aussaat. Bei Bodenwärme und guter Feuchtigkeit keimen die Samen langsam über mehrere Monate. Die Forstersche Kentia besitzt einen einzelnen Stamm und bildet keine Ausläufer. Anders als horstbildende Palmen lässt sie sich deshalb weder teilen noch durch Stecklinge vermehren. Der buschige Eindruck handelsüblicher Töpfe entsteht häufig durch mehrere gemeinsam ausgesäte Jungpflanzen. 2 3
Nutzen und Risiken
Als Zierpflanze wird die Forstersche Kentia in unterschiedlichen Räumen eingesetzt. In mildem, frostfreiem Klima steht sie geschützt im Garten, Innenhof oder Wintergarten; andernorts ist sie eine geschätzte Zimmerpalme. Mäßiges Licht und die trockene Luft beheizter Innenräume verträgt sie vergleichsweise gut. Diese Robustheit begründete ihren Ruf als Salonpalme bereits seit den 1870er Jahren. 4 2
Für Haushalte mit Tieren ist ihre Einstufung als ungiftig von Bedeutung. Die ASPCA führt sie als unbedenklich für Katzen und Hunde, ohne bekannten giftigen Inhaltsstoff; Vergiftungszeichen nach dem Beknabbern sind nicht beschrieben. Damit eignet sie sich gut für Haushalte mit Haustieren oder kleinen Kindern. Trotzdem sollte das Fressen pflanzlicher Fasern grundsätzlich vermieden werden. 6 5
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Im Handel steht die botanische Art im Vordergrund. Weit verbreitete benannte Sorten gibt es nicht; die angebotenen Pflanzen stammen aus Samenvermehrung. Am häufigsten wird sie mit Howea belmoreana, der zweiten Palme von Lord Howe, verwechselt. Deren Wedel stehen aufrechter, sind stärker gebogen und ergeben insgesamt einen kompakteren Eindruck.
Weitere Verwechslungsmöglichkeiten sind andere Zimmerpalmen mit gefiederten Blättern:
- Howea belmoreana, gedrungener und mit stärker zurückgebogenen Wedeln;
- Chamaedorea elegans, deutlich kleiner, mit mehreren dünnen Stämmen;
- Dypsis lutescens, horstbildend und mit gelblichen Blattstielen.
Ein einzelner geringelter Stamm, lange geschmeidige Wedel mit herabhängenden Fiederblättchen und langsames Wachstum bilden zusammen die zuverlässigsten Erkennungsmerkmale. Anhand dieser Kombination lässt sich prüfen, ob eine unter dem Handelsnamen Kentia angebotene Palme tatsächlich Howea forsteriana ist. Weder der Verkaufsname noch die Anzahl der Stämme in einem dicht bepflanzten Topf genügt dafür allein. 3 1
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Howea forsteriana (F.Muell.) Becc.
- Royal Horticultural Society, Howea forsteriana, Kentiapalme
- North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, Howea forsteriana
- Encyclopaedia Britannica, Paradiespalme (Howea)
- Plants For A Future, Howea forsteriana
- ASPCA, Kentiapalme (Howea forsteriana), Eintrag als ungiftige Pflanze
Häufig gestellte Fragen
Ist die Forstersche Kentia für Katzen und Hunde giftig?
Nein. Die ASPCA führt die Forstersche Kentia (Howea forsteriana) als ungiftig für Katzen und Hunde. Sie gehört zu den besonders unbedenklichen Zimmerpalmen in Haushalten mit Haustieren.
Warum wächst meine Forstersche Kentia so langsam?
Das ist normal. Howea forsteriana wächst langsam und bildet nur wenige Wedel im Jahr. Gutes indirektes Licht und regelmäßige Sommerdüngung unterstützen diesen natürlichen Rhythmus.
Warum werden die Wedelspitzen braun?
Braune Spitzen entstehen vor allem durch zu trockene Luft, kalkhaltiges Wasser oder Kaliummangel. Höhere Luftfeuchtigkeit, Abwischen der Wedel und Palmendünger können das Problem begrenzen.
Welches Licht braucht die Forstersche Kentia?
Helles indirektes Licht ergibt die schönsten Wedel. Die Forstersche Kentia verträgt Halbschatten gut, was ihren Erfolg als Zimmerpalme erklärt. Brennende direkte Sonne schadet ihr dagegen.
Woher stammt die Forstersche Kentia?
Sie ist auf der australischen Lord-Howe-Insel in der Tasmansee streng endemisch. Auch auf der benachbarten Norfolkinsel wird sie kultiviert; ihre Samen werden seit den 1870er Jahren exportiert.
Wie lässt sich die Forstersche Kentia vermehren?
Nur durch Aussaat. Bei Wärme und Feuchtigkeit keimen die Samen langsam über mehrere Monate. Diese einstämmige Palme lässt sich weder durch Stecklinge noch durch Teilung vermehren.
Wie groß wird die Forstersche Kentia?
Im Topf wird sie selten höher als 2 bis 3 m. Auf der Lord-Howe-Insel kann sie etwa zehn Meter Höhe erreichen; die Wedel werden ungefähr 3 m lang.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.







