Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum, L. 1753)

Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum L., 1753) ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Hypericaceae. Sein natürliches Areal reicht von Europa über den Kaukasus und Sibirien bis China sowie nach Nordwestafrika. Der zweikantige Stängel und durchscheinend punktierte Blätter kennzeichnen die seit Langem medizinisch gesammelte Art, die außerhalb ihres Ursprungsgebiets auch als invasives Unkraut gilt.

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Wissenschaftlicher NameHypericum perforatum
GattungHypericum
OrdnungMalpighiales

Echtes Johanniskraut, Tüpfel-Johanniskraut, Tüpfel-Hartheu, Durchlöchertes Johanniskraut, Teufelsflucht und St. John’s wort

Identität
Toxizität
Für Vieh giftig (Lichtempfindlichkeit); Arzneimittelwechselwirkungen
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Kräuterlebhaft · Blühende Staude
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
FrankreichEuropaNordwestafrikaWestasien und SibirienChina
Lebensraum
Trockene Wiesen, Waldränder, Böschungen und sonnige Wegränder, meist auf kalkreichen oder durchlässigen Böden
Jahresverlauf
Blütezeit
Sommer
Erntezeit
Sommer
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
6/10
Reifezeit
Blüte von Mai bis August; reife Kapseln und Samenausbreitung im Spätsommer
Vermehrung
Aussaat, Teilung
Klima & Wasser
Tolerierter Temperaturbereich
Winterhärte
Windverträglichkeit
Mäßig, biegsamer, aber aufrechter Stängel
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Kalkhaltiger Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne bis leichter Halbschatten
Außenbereich
Beet in voller Sonne, Frostsichere Rocaille
Erscheinungsbild
Höhe30–100 cmBreite30–60 cm
Blätter
Grün
Blüten
GelbGröße1.5–2.5 cm
Früchte
Braun
Wuchsform
Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Rinde
Grün

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Hypericum perforatum reicht von Europa über den Kaukasus und Sibirien bis China und umfasst Nordwestafrika. Außerhalb dieses Gebiets ist die Art heute in Nordamerika, Australien und Neuseeland weit eingebürgert und wird dort teilweise als invasives Unkraut eingestuft.

  • Heimisch5
  • Eingeführt1
  • Invasiv3
  • Europäisches Frankreich
  • Europa
  • Nordwestafrika
  • Westasien und Sibirien
  • China
  • Neuseeland
  • Vereinigte Staaten
  • Kanada
  • Australien

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum L., 1753), auch Tüpfel-Johanniskraut oder Tüpfel-Hartheu genannt, ist eine krautige Staude aus der Gattung Hypericum in der Familie der Hypericaceae. Der kahle, aufrechte Stängel trägt zwei hervortretende Längskanten. Dieses Merkmal unterscheidet ihn schon mit bloßem Auge von Hypericum maculatum mit hohlem, vierkantigem Stängel. POWO akzeptiert den von Linné 1753 veröffentlichten Namen; das natürliche Areal reicht von Europa über den Kaukasus, Sibirien und Nordwestafrika bis China. 1 6

Die Artbezeichnung perforatum beschreibt den scheinbar durchlöcherten Anblick der Blätter im Gegenlicht. Daher heißt die Pflanze auch Durchlöchertes Johanniskraut. Tatsächlich sind es keine Löcher, sondern lichtdurchlässige Drüsen mit ätherischen Ölen. Der Name Johanniskraut verweist auf die traditionelle Ernte um den 24. Juni, den Gedenktag Johannes des Täufers. Der Brauch geht auf vorchristliche Rituale zur Sommersonnenwende zurück. 7 6

Erkennung

Bei Hypericum perforatum bleibt der kahle, oben verzweigte Stängel innen ausgefüllt. Gewöhnlich wird er 30 bis 80 cm, auf stickstoffreichen Böden gelegentlich 1 m hoch. Der volle, zweikantige Stängel liefert gegenüber dem hohlen, vierkantigen Stängel von Hypericum maculatum ein verlässlicheres Merkmal als die bei beiden Arten fast gleiche Blütenfarbe. 7 6

Gegenständige, ungestielte Blätter sind etwa 2,5 cm lang und 1 cm breit. Im Gegenlicht erscheinen zahlreiche durchscheinende Punkte, deutlich mehr als bei Hypericum maculatum. Einzelne schwarze Drüsen kommen auf der Blattfläche und an den Rändern hinzu. 3 6

Von Mai bis August öffnen sich Blüten in abgeflachten Trugdolden an den Zweigenden. Fünf goldgelbe Kronblätter tragen kleine schwarze Punkte an ihren Rändern. Die zahlreichen Staubblätter sind zu drei Bündeln zusammengefasst und prägen das Erscheinungsbild der Blütenmitte. 3

Nützliche Taxonomie

POWO führt Hypericum perforatum L., veröffentlicht 1753, als akzeptierten Namen. Regionale Floren verwenden daneben weiterhin mehrere Synonyme und Namen unterhalb des Artrangs: 1

  • Hypericum perforatum var. angustifolium DC., in regionalen Floren geführter Name
  • Hypericum perforatum subsp. veronense (Schrank) Ces., in regionalen Floren geführter Name
  • Hypericum quadrangulum var. perforatum Tourlet, in regionalen Floren geführter Name
  • Hypericum vulgare Spenn., in regionalen Floren geführter Name

Mehrere Hundert Arten bilden die Gattung Hypericum innerhalb der Hypericaceae, die lange den Clusiaceae zugerechnet wurden. Gemeinsam sind ihnen drüsig punktierte Blätter und gelbe Blüten mit zahlreichen, in Bündeln angeordneten Staubblättern. 1

Lebensraum und Verbreitung

Trockene Wiesen, Waldränder, Böschungen und sonnige Wege bieten Hypericum perforatum geeignete Lebensräume, meist auf kalkreichen oder gut durchlässigen Böden. Dichten Schatten und vernässten Boden meidet die Art. Bei dauerhafter Nässe kann der Wurzelstock bereits vor der Blüte faulen. 7 3

Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Europa, den Kaukasus, Sibirien und Nordwestafrika bis nach China. Außerhalb davon ist die Art in Nordamerika, Australien und Neuseeland weit eingebürgert und wird als invasives Unkraut geführt. Der Name Klamath weed verweist auf die kalifornische Region, in der ihre Ausbreitung besonders eingehend untersucht wurde. Aus dem Ursprungsgebiet eingeführte Blattkäfer der Gattung Chrysolina drängten Bestände zurück, indem sie Blätter und junge Triebe fraßen. 1 3

Bis zu 100.000 Samen je Pflanze und Jahr können entstehen. Sie bleiben im Boden mehrere Jahrzehnte keimfähig. Das erklärt, weshalb sich nach Bodenstörungen rasch zahlreiche Sämlinge zeigen und eine umgebrochene Fläche schnell wieder besiedelt werden kann. 3

Lebenszyklus und Vermehrung

Während der Blüte von Mai bis August besuchen viele Insekten das Echte Johanniskraut. Obwohl die Blüten keinen Nektar anbieten, sammeln Bienen dort Pollen. Die Art kann außerdem durch Apomixis keimfähige Samen ohne Befruchtung bilden. Diese bei Blütenpflanzen ungewöhnliche Fähigkeit ermöglicht Fortpflanzung auch ohne Bestäuber. 6

Aus jeder reifen Kapsel fallen Hunderte winzige, weniger als einen Millimeter große Samen. Im Anbau oder bei der Wiesenbewirtschaftung ist auch die Vermehrung durch Aussaat und Teilung des Wurzelstocks möglich. Kriechende Rhizome vergrößern den Bestand von Jahr zu Jahr. 2 6

Nutzen und Risiken

Schon im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung dienten getrocknete blühende Triebspitzen für wundheilende Zubereitungen. Später gehörte die Pflanze zur Heilkunde des Mittelalters und der Renaissance. Im Mittelalter hängte man sie am Johannistag auch an Türen, um böse Geister abzuwehren; daran erinnert der Name Teufelsflucht. 6

Heute werden auf Hypericin standardisierte Extrakte in Apotheken und im Kräuterhandel gegen leichte bis mittelschwere Depressionen angeboten. Bei gleichzeitiger Einnahme beschleunigen sie den Abbau zahlreicher Arzneimittel durch die Leber und können deren Wirksamkeit vermindern. Besonders betroffen sind orale Verhütungsmittel, Gerinnungshemmer und bestimmte antiretrovirale Behandlungen. 5

Bei Weidetieren kann die Aufnahme großer Mengen frischer oder getrockneter Pflanzen durch Hypericin eine Lichtüberempfindlichkeit der Haut auslösen. Rötungen, Blasen und anschließend Nekrosen betreffen unpigmentierte Hautstellen, besonders bei Rindern, Pferden und Schafen in der Sonne. Jungtiere und hell gefärbte Tiere tragen ein höheres Risiko; junge Triebe weisen häufig im Frühjahr die höchsten Hypericingehalte auf. Die ASPCA stuft Hypericum perforatum auch für Katzen und Hunde als giftig ein. 4

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Weit verbreitete gärtnerische Ziersorten besitzt Hypericum perforatum nicht. Anders als Verwandte wie Hypericum calycinum oder Hypericum x moserianum ist es vor allem eine Heil- und Wiesenpflanze und wird selten gezielt für die Gartengestaltung ausgewählt. 2

Am häufigsten wird die Art mit Hypericum maculatum verwechselt. Dessen hohler, vierkantiger Stängel geht mit weniger durchscheinenden, dafür mehr schwarzen Blattdrüsen einher. Beide Arten können sich kreuzen; die Hybride Hypericum x desetangsii Lamotte zeigt dazwischenliegende Merkmale. 6

Außerhalb der Blüte sind auch andere Johanniskräuter feuchter Standorte mögliche Verwechslungspartner: Hypericum tetrapterum mit geflügeltem Stängel oder das kriechende Hypericum humifusum. Entscheidend bleibt die Kombination aus ausgefülltem zweikantigem Stängel und dicht mit durchscheinenden Drüsen punktierten Blättern. 3

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Echtes Johanniskraut giftig?

Ja, für Nutz- und Haustiere. Hypericin verursacht bei Rindern, Pferden und Schafen nach der Aufnahme und anschließender Sonnenexposition eine erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut. Die ASPCA stuft die Pflanze auch für Katzen und Hunde als giftig ein.

Wie unterscheidet man Hypericum perforatum von Hypericum maculatum?

Am zuverlässigsten ist der Stängel: Bei Hypericum perforatum ist er innen ausgefüllt und besitzt zwei Längskanten, bei Hypericum maculatum ist er hohl und vierkantig. Letztere Art trägt zudem weniger durchscheinende Drüsen auf den Blättern.

Woher kommt der Name Johanniskraut?

Traditionell wurde die Pflanze um den 24. Juni, den Gedenktag Johannes des Täufers, gesammelt. Dahinter steht ein älterer, vorchristlicher Brauch zur Sommersonnenwende, bei dem die Pflanze symbolisch das Haus schützen sollte.

Kann Johanniskraut die Wirkung von Medikamenten beeinflussen?

Ja. Auf Hypericin standardisierte Extrakte können die Wirksamkeit vieler Arzneimittel vermindern, darunter orale Verhütungsmittel, Gerinnungshemmer und bestimmte antiretrovirale Medikamente, indem sie deren Abbau durch die Leber beschleunigen.

Breitet sich Echtes Johanniskraut invasiv aus?

In Europa ist die heimische Art eine gewöhnliche Pflanze trockener Wiesen. In Nordamerika und Australien wurde sie nach ihrer Einführung zu einem invasiven Unkraut, das unter anderem mit Blattkäfern der Gattung Chrysolina bekämpft wird.

Wie vermehrt sich Echtes Johanniskraut?

Hauptsächlich durch Samen, die in sehr großer Zahl aus trockenen Kapseln freigesetzt werden. Auch Apomixis ist möglich: Diese Fortpflanzung ohne Befruchtung liefert keimfähige Samen selbst fern von Bestäubern.

Lässt sich Echtes Johanniskraut im Garten anbauen?

Ja, auf nährstoffarmem, durchlässigem Boden in voller Sonne. Die Art wird jedoch vor allem auf Wiesen gesammelt oder zur Arzneimittelproduktion feldmäßig angebaut und seltener als Zierpflanze für den Garten ausgewählt.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.