Jewelweed (Impatiens capensis, Meerb. 1775)

Impatiens capensis (Meerb., 1775) ist eine einjährige Art der Balsaminaceae aus Nordamerika. Sie besiedelt Flussufer, Gräben und feuchte Waldsenken. In Europa wächst die eingeführte Pflanze vor allem auf feuchten, schattigen Böden; ihr Invasionsstatus unterscheidet sich je nach Land.

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Wissenschaftlicher NameImpatiens capensis
GattungImpatiens
OrdnungEricales

Jewelweed, Orange jewelweed, Spotted touch-me-not und Orange balsam

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen, darunter Kinder, Katzen und Hunde · Unbekannt : Pferde
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Einjährige Kräuterpflanze · Blühende Pflanze
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Einjährig
Herkunft
Vereinigte StaatenKanada
Lebensraum
Bachufer, feuchte Gräben, bewaldete Senken und schattige Feuchtwiesen
Jahresverlauf
Blütezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Blüte Juni bis September; Kapselreife zwei bis drei Wochen nach Befruchtung
Vermehrung
Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Saftreiche Stängel brechen bei starkem Wind
Luftfeuchtigkeit
60–90 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Feuchter Boden, Reicher Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

An einen Platz mit indirektem Licht oder in einen schattigen Raum stellen.

Halbschatten bis lichter Schatten; bei feuchtem Boden auch mehr Sonne
Außenbereich
Bachufer, Grabenrand, Feuchtwiese
Erscheinungsbild
Höhe60–150 cmBreite40–80 cm
Blätter
Grün
Impatiens capensis: Herkunft und Verwendung — blätter 1
Impatiens capensis: Herkunft und Verwendung — blätter 2
Impatiens capensis: Herkunft und Verwendung — blätter 3
Impatiens capensis: Herkunft und Verwendung — blätter 4
Impatiens capensis: Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
OrangeRotGröße2–3 cm
Impatiens capensis: Herkunft und Verwendung — blüten 1
Impatiens capensis: Herkunft und Verwendung — blüten 2
Impatiens capensis: Herkunft und Verwendung — blüten 3
Impatiens capensis: Herkunft und Verwendung — blüten 4
Impatiens capensis: Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Grün
Impatiens capensis: Herkunft und Verwendung — früchte 1
Impatiens capensis: Herkunft und Verwendung — früchte 2
Impatiens capensis: Herkunft und Verwendung — früchte 3
Impatiens capensis: Herkunft und Verwendung — früchte 4
Impatiens capensis: Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Impatiens capensis: Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Impatiens capensis: Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Impatiens capensis: Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Impatiens capensis: Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Impatiens capensis: Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
GrünRot
Impatiens capensis: Herkunft und Verwendung — rinde 1
Impatiens capensis: Herkunft und Verwendung — rinde 2
Impatiens capensis: Herkunft und Verwendung — rinde 3
Impatiens capensis: Herkunft und Verwendung — rinde 4
Impatiens capensis: Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

POWO und GBIF nennen Kanada sowie den Norden, die Mitte und den Osten der USA als natürliches Areal. In Europa und Asien ist die Art eingeführt. Ihr Invasionsstatus unterscheidet sich deutlich zwischen den Ländern.

  • Heimisch2
  • Eingeführt3
  • Invasiv3
  • Vereinigte Staaten
  • Kanada
  • Europäisches Frankreich
  • Belgien
  • Deutschland
  • Dänemark
  • Finnland
  • Japan

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Impatiens capensis (Impatiens capensis Meerb., 1775) ist eine einjährige Art der Gattung Impatiens aus den Balsaminengewächsen (Balsaminaceae). Der niederländische Botaniker Nicolaas Meerburgh beschrieb sie 1775; sein Autorenkürzel begleitet den heute anerkannten Namen. 1

Das Artepitheton capensis bedeutet „vom Kap“ und beruht auf einem historischen Irrtum: Meerburgh hielt das Kap der Guten Hoffnung für die Heimat dieser ausschließlich nordamerikanischen Pflanze. Die englischen Namen Jewelweed und touch-me-not verweisen auf den silbrigen Glanz untergetauchter Blätter beziehungsweise die bei Berührung aufspringenden Kapseln. 2

Eine gärtnerisch gezüchtete Zierform liegt hier nicht vor. Anders als bei verbreiteten Gartenspringkräutern wurden keine Ziersorten ausgelesen. Bedeutung hat die Art als Feuchtgebietspflanze, die von Juni bis September Kolibris und Hummeln Nahrung bietet. Ihr Stängelsaft wird außerdem in der traditionellen Heilkunde indigener nordamerikanischer Völker gegen Hautreizungen verwendet. 4

Erkennung

Aufrechte Bestände erreichen 0,6 bis 1,5 m Höhe bei 0,4 bis 0,8 m Breite. Die glatten Stängel sind saftreich und halb durchscheinend. An ihren Knoten können rötliche Färbungen auftreten; der insgesamt weiche Bau unterscheidet sie von verholzenden Uferpflanzen. 3

Eiförmige, fein gezähnte Blätter stehen unten gegenständig und weiter oben wechselständig. Die 2 bis 3 cm langen Blüten sind orange, oft rot gefleckt. Sie besitzen eine dreilappige Krone und hinten einen gebogenen, kegelförmigen Sporn. Eine seltenere Form trägt ungefleckte blassgelbe Blüten. 3 2

Blütenfarbe und Wuchs allein sind zur Bestimmung nicht ausreichend: Farbformen reichen von geflecktem Orange bis Blassgelb, und andere Waldspringkräuter haben eine ähnliche Gestalt. Sicherer ist die längliche Kapsel, die schon bei leichter Berührung aufspringt und Samen mehrere Dutzend Zentimeter weit schleudert. Zusätzlich bildet die Pflanze kleine, geschlossen bleibende, kleistogame Blüten. Diese bestäuben sich selbst und sichern die Samenbildung auch ohne Bestäuberbesuch. 2

Taxonomie und Namen

Anerkannt wird Impatiens capensis Meerb. aus der Familie Balsaminaceae und der Ordnung Ericales. Zu diesem Taxon gehören auch Impatiens capensis f. albiflora, f. citrina und f. immaculata. Diese botanischen Formen beschreiben wild vorkommende Unterschiede der Blütenfarbe. 1

In der französischen Pflanzensoziologie zählt die Art zu den stickstoffliebenden einjährigen Pionierpflanzen frischer Lichtungen und Waldränder. Dort steht sie neben dem europäischen Impatiens noli-tangere. Beide ähneln sich im Wuchs, bleiben jedoch eigenständige Arten. 8

Lebensraum und Verbreitung

Kanada sowie der Norden, die Mitte und der Osten der Vereinigten Staaten bilden das natürliche Verbreitungsgebiet, von Neufundland bis Saskatchewan und weiter südwärts. Typische Wuchsorte sind nasse Fließgewässerufer, Gräben, bewaldete Senken und feuchte Wiesen. 1 3

Als eingeführte Art kommt sie in Frankreich, Belgien und Deutschland vor, ohne in den herangezogenen Inventaren als invasiv geführt zu werden. Für Dänemark, Finnland und Japan verzeichnen dieselben Register dagegen örtlich einen invasiven Status. Die Bewertung lässt sich deshalb nicht unverändert von einem Land auf ein anderes übertragen. 5

Der US-Bundesstaat Washington führt die Pflanze als Unkraut der Klasse C. Dieser rechtliche Status unterscheidet sich von ihrem Vorkommen als heimische Art in anderen Teilen Nordamerikas. Die IUCN bewertet sie insgesamt als nicht gefährdet. Ihr großes natürliches Areal passt zu dieser Einstufung und begünstigt die rasche Besiedlung weiterer feuchter Standorte. 7 6

Lebenszyklus, Bestäubung und Samen

Innerhalb einer einzigen Vegetationsperiode durchläuft Impatiens capensis ihren vollständigen Lebenszyklus. Die Keimung erfolgt im Frühjahr, nachdem winterliche Kälte die Samenruhe aufgehoben hat. Überdauernde lebende Triebe gehören nicht zu diesem einjährigen Zyklus. 4

Von Juni bis September erscheinen die Blüten. Kolibris nehmen Nektar aus dem tiefen Blütensporn auf und fördern dabei die Bestäubung. Während der übrigen Blühzeit übernehmen Hummeln den überwiegenden Teil der Blütenbesuche. 2

Reife Kapseln schleudern ihre Samen bei Berührung mehrere Dutzend Zentimeter weit. Diese explosive Fruchtöffnung wird auch Ballochorie genannt. Mit der ersten Kälte stirbt die Pflanze ab; nur die im Boden geschützten Samen überstehen den Winter bis zur nächsten Keimung. 3 2

Traditionelle Verwendung und Giftigkeit

Frischer Saft aus Stängeln und Blättern ist als traditionelles Heilmittel indigener nordamerikanischer Völker gegen Hautreizungen überliefert, auch nach Kontakt mit Giftsumach (Toxicodendron radicans). Den enthaltenen Saponinen wird eine beruhigende Wirkung zugeschrieben. Die häufig berichtete Anwendung ist klinisch bislang nicht bestätigt. 4

Junge Frühjahrstriebe werden gekocht gegessen. Ein- bis zweimaliges Erneuern des Wassers entfernt den größten Teil der Calciumoxalate aus dem rohen Gewebe. Roh und in größeren Mengen können die Triebe hingegen abführend wirken; die Zubereitungsweise ist daher für diese traditionelle Nutzung wesentlich. 4

Für Katzen und Hunde widersprechen sich die Quellen. NC State nennt die Früchte von Impatiens capensis als problematisch: Ihr Naphthochinon kann nach dem Verschlucken leichte bis mäßige Verdauungsreizungen auslösen. Die ASPCA stuft dagegen die Gattung Impatiens für Katzen, Hunde und Pferde als ungiftig ein. Bei Katzen und Hunden bleibt deshalb Vorsicht angemessen. 9 10

Beim Menschen betrifft die Vorsicht vor allem den Verzehr großer roher Mengen, der gelegentlich abführend wirkt. Die überlieferte äußerliche Anwendung wird demgegenüber meist gut vertragen. Beide Anwendungswege müssen bei der Beurteilung auseinandergehalten werden. 4

Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Besonders häufig wird die Pflanze mit Impatiens pallida verwechselt. Diese Art wächst oft an denselben feuchten Standorten, besitzt aber größere blassgelbe Blüten und einen weniger stark gekrümmten Sporn als Impatiens capensis. Eine zweite Verwechslung ist möglich, tritt aber deutlich weniger nahe in den Vordergrund. 2

Das Drüsige Springkraut, Impatiens glandulifera, wird deutlich größer und hat rosa oder purpurfarbene Blüten. Anders als Impatiens capensis gilt es in Europa als invasiv. In Frankreich wird I. capensis in den herangezogenen Registern lediglich als eingeführt geführt, ohne gleichwertigen Invasionsstatus. 5

Europas heimisches Impatiens noli-tangere besetzt eine ähnliche ökologische Nische, bleibt aber eine andere Art und kommt in Nordamerika nicht ursprünglich wild vor. Bei ähnlich wirkenden Springkräutern sind Blütenfarbe und genaue Spornform zusammen mit der geografischen Herkunft verlässlicher als die allgemeine Wuchsform.

Vor dem Sammeln oder einer traditionellen Saftanwendung sollte die Identität an einer blühenden Pflanze gesichert werden. Orangefarbene, rot gefleckte Blüten, der gebogene Sporn und die aufspringende Kapsel bilden gemeinsam ein belastbareres Merkmal als jedes dieser Kennzeichen für sich allein. 8

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Impatiens capensis giftig?

Die Giftigkeit gilt als gering. NC State nennt Früchte als Auslöser von Verdauungsreizungen bei Katzen und Hunden, während die ASPCA die Gattung Impatiens als ungiftig einstuft. Rohe Blätter enthalten Calciumoxalate und können in großen Mengen abführend wirken; Kochen beseitigt dieses Risiko.

Woher kommt der Name touch-me-not?

Reife Kapseln springen schon bei leichter Berührung auf und schleudern ihre Samen fort. Der Vorgang heißt explosive Fruchtöffnung.

Stammt die Art wegen ihres Namens capensis aus Südafrika?

Nein. Bei der Beschreibung 1775 nahm der Botaniker irrtümlich das Kap der Guten Hoffnung als Herkunft an. Tatsächlich stammt die Art ausschließlich aus Nordamerika.

Hilft der Saft gegen Hautreizungen durch Giftsumach?

Diese Anwendung ist als traditionelles Heilmittel indigener nordamerikanischer Völker vielfach überliefert. Manche Untersuchungen vermuten eine beruhigende Wirkung der Saponine im Saft. Bei schweren Reaktionen ersetzt dies keine ärztliche Beurteilung.

Ist Impatiens capensis in Frankreich invasiv?

Die Art ist in mehreren europäischen Ländern einschließlich Frankreich eingeführt, wird dort laut den verfügbaren Inventaren aber nicht als invasiv geführt. In Dänemark, Finnland und Japan gilt sie örtlich als invasiv.

Kann man sie mit Drüsigem Springkraut verwechseln?

Ja. Impatiens glandulifera wird jedoch deutlich größer, blüht rosa bis purpurfarben und gilt in Europa als invasiv, anders als Impatiens capensis.

Sind junge Triebe essbar?

Junge Frühjahrstriebe werden gekocht verzehrt. Ein- bis zweimaliger Wasserwechsel entfernt die Oxalate. In der heutigen Küche spielt diese Verwendung nur eine geringe Rolle.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.