Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum, L. 1753)

Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum) ist eine kleine einjährige Pflanze der Lamiaceae aus Europa und dem gemäßigten Asien. Sie ist keine Brennnessel und besitzt keine Brennhaare. Ihre purpurnen oberen Blätter und rosa Blüten erscheinen an Böschungen, in Gärten und an Wegen bereits gegen Winterende.

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Wissenschaftlicher NameLamium purpureum
GattungLamium
OrdnungLamiales

Purpurrote Taubnessel, Red dead-nettle, Purple dead-nettle und Purple archangel

Identität
Toxizität
Ungiftig : Menschen, darunter Kinder, Katzen, Hunde, Pferde und Tiere
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Kräuterartig · Kräuterartig aromatisch
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Einjährig
Herkunft
EuropaGriechenlandPortugalFrankreich
Lebensraum
Wiesen, Säume, Böschungen, Gärten und Wegränder; Brachen und umgelagerte Böden
Jahresverlauf
Blütezeit
WinterFrühlingSommer
Erntezeit
Frühling
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
9/10
Reifezeit
Blüte bereits 4 bis 6 Wochen nach dem Auflaufen
Vermehrung
Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut, niedriger Wuchs mit geringer Windexposition
Luftfeuchtigkeit
40–80 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Reicher Boden, Kühler, feuchter Boden, Sandiger Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Viel Umgebungslicht bieten, ohne direkte Sonne auf den Blättern.

Volle Sonne bis lichter Halbschatten
Außenbereich
Sonniger Rand, Gemüsegarten
Pflanzgefäße
Abflusstopf
Erscheinungsbild
Höhe5–40 cmBreite10–30 cm
Blätter
GrünViolett
Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
RosaViolettGröße1–2 cm
Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
GrünViolett
Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

POWO nennt Makaronesien, den Mittelmeerraum und Europa bis Westsibirien als natürliches Areal von Lamium purpureum. Mit dem Ackerbau wurde die Art weit verschleppt. Heute ist sie in Nordamerika, Ostasien und Ozeanien eingebürgert und vor allem ein Beikraut von Kulturland und Rasenflächen.

  • Heimisch4
  • Eingeführt3
  • Europa
  • Mittelmeerraum
  • Makaronesien
  • Frankreich
  • Vereinigte Staaten
  • Kanada
  • Japan

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Die Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum L., 1753) ist ein kleiner einjähriger Lippenblütler der Lamiaceae. Linné beschrieb sie in Species Plantarum. POWO und IPNI bestätigen den akzeptierten Namen ohne größere umstrittene Synonymien. 1 7

Der Gattungsname Lamium geht auf das altgriechische laimos, „Kehle“, zurück. Er beschreibt die röhrenförmige, schlundartig erweiterte Blütenkrone der Lippenblütler. Lamium purpureum ist die Typusart: Linné bestimmte sie 1753 als Bezugspunkt für die Merkmale der gesamten Gattung. 2

Trotz der ähnlichen Gestalt besteht keine nähere Verwandtschaft zu Brennnesseln der Gattung Urtica aus den Urticaceae. Das englische dead in dead-nettle verweist auf die fehlenden Brennhaare. Auch Red dead-nettle, Purple dead-nettle und Purple archangel sind gebräuchlich. Das Laub lässt sich ohne Brennen zerreiben. 2

Erkennung

Ein niedriger Horst aufrechter vierkantiger Stängel kennzeichnet Lamium purpureum. Die Triebe werden 5 bis 20 cm, selten 40 cm hoch. Die gestielten Blätter sind 2 bis 4 cm lang, runzelig und blasig, mit gewelltem bis gezähntem Rand. Unten bleiben sie grün, nahe dem Blütenstand werden sie purpurviolett. 2 4

Leuchtend rosapurpurne Röhrenblüten bestehen aus fünf verwachsenen Kronblättern mit kapuzenförmiger Oberlippe und zweilappiger Unterlippe. Je drei bis sechs stehen in den Achseln der oberen Blätter. In mildem Klima öffnen sie sich fast ganzjährig, besonders reichlich vom späten Winter bis zum Frühling. 2

Zur Unterscheidung ähnlicher Arten dienen die Blattstiele: Bei Lamium purpureum sind auch die obersten Blätter deutlich gestielt. Bei Lamium amplexicaule umfassen sie unmittelbar den Stängel. Auch die Keimblätter unterscheiden sich: Bei L. purpureum sind sie oval und kahl, bei L. amplexicaule eher rundlich. 5

Nützliche Taxonomie

Innerhalb der Lamiaceae gehört Lamium purpureum zur Unterfamilie Lamioideae, zusammen mit Lamium album und Lamium amplexicaule. POWO erkennt mehrere botanische Varietäten an, darunter var. incisum mit tiefer eingeschnittenen Blättern und die in Westeuropa vorkommende var. moluccellifolium. 1

Als einziges homotypisches Synonym führt POWO Lamiopsis purpurea (L.) Opiz. Der Name stammt aus einer aufgegebenen Gattungszuordnung. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18, eine beständige Angabe auch in französischen floristischen Referenzwerken. 1 6

Der übersichtlichen Namensgeschichte steht eine häufige Verwechslung im Gelände gegenüber. Lamium purpureum und Lamium amplexicaule teilen Ruderalstandorte und eine ähnliche Gestalt. Bei überlappenden Trivialnamen bleibt deshalb der wissenschaftliche Name der zuverlässigste Bezugspunkt. 5

Lebensraum und Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet reicht laut POWO von Makaronesien über den Mittelmeerraum und Europa bis Westsibirien. Die Art wächst auf Wiesen, an Säumen, Böschungen und Wegen ebenso wie in Gärten und auf umgelagerten Böden. Sie verträgt schweren Ton genauso wie sandig-lehmige Böden. 1 4

Über Jahrhunderte gelangte die Pflanze mit Kulturpflanzen in weitere Regionen. Heute ist sie in Nordamerika, darunter im Osten und Westen der USA sowie in Kanada, und in Ostasien eingebürgert. Dort bleibt sie ein häufiges Beikraut auf Kulturland, in Rasen und Gärten, ohne Status als regulierte Art. 4 2

Für Frankreich belegen floristische Angaben eine heimische Verbreitung im gesamten Staatsgebiet einschließlich Korsika. Die Art zählt dort nicht zu den überwachten invasiven Pflanzen. In Rasenflächen und am Rand von Gemüsebeeten gilt sie als gewöhnlicher Bestandteil der Ruderalflora. 6

Lebenszyklus und Vermehrung

Als kurzlebige Einjährige keimt Lamium purpureum je nach Klima im Herbst oder zeitigen Frühjahr. Die Samen laufen oft innerhalb weniger Wochen als dichter Teppich auf. Bereits vier bis sechs Wochen nach dem Auflaufen kann die Blüte beginnen. 2

Ausschließlich Samen sichern die Vermehrung; eine vegetative Ausbreitung findet nicht statt. Jede bestäubte Blüte bildet mehrere Nüsschen mit einem Elaiosom. Dieses Anhängsel lockt Ameisen an, die für eine örtliche Verbreitung über das Herabfallen unter die Mutterpflanze hinaus sorgen. 2

Mit der Sommerhitze endet der Zyklus rasch: Die Pflanze vergilbt und vertrocknet innerhalb weniger Wochen. Zurück bleibt ein Samenvorrat, aus dem ab Herbst die nächste Generation hervorgeht. Das sommerliche Verschwinden ist kein Krankheitszeichen, sondern das normale Ende ihres einjährigen Lebens. 3

Nutzen und Risiken

Junge Triebe und Blätter der Purpurroten Taubnessel sind essbar, roh im Salat oder gekocht als Frühlingsgemüse. Die Blüten lassen sich kandieren. Plants For A Future bewertet die traditionelle medizinische Nutzung als eher gering. Überlieferte adstringierende und schweißtreibende Wirkungen sind nicht durchgehend durch moderne klinische Untersuchungen bestätigt. 3 2

Für Menschen und Haustiere ist keine Giftigkeit dokumentiert. Weder Plants For A Future noch Cornell CALS nennen bekannte Risiken. Anders bei Lamium amplexicaule: Für sie werden selten reversible neurologische Störungen bei Wiederkäuern nach massenhafter Aufnahme beschrieben. 3 5

Bereits gegen Winterende liefert die frühe Blüte Nektar und Pollen für Wildbienen und Hummeln, bevor die meisten Gartenstauden blühen. Der kräftig karmesinrote Pollen lässt sich an den Beinen der sammelnden Insekten gut erkennen. 2

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Weithin verbreitete stabile Gartensorten fehlen bei dieser Art. Pflanzen im Garten entsprechen fast immer dem Wildtyp und stammen meist aus Selbstaussaat. POWO erkennt botanische Varietäten wie var. incisum mit stärker eingeschnittenen Blättern oder var. moluccellifolium an, ohne besonderen Status als Zierpflanzensorte. 1

Häufige Verwechslungen betreffen folgende Pflanzen:

  • Lamium amplexicaule, deren obere Blätter den Stängel ohne Blattstiel umfassen;
  • Glechoma hederacea, der kriechend an jedem Knoten wurzelt und deutlich minzig duftet;
  • Urtica urens und Urtica dioica, die ähnlich aussehen, aber tatsächlich Brennhaare besitzen.

Gerade an wenig gepflegten Rasenflächen und Gemüsebeeten wachsen diese Arten häufig am selben Ruderalstandort. Die Unterschiede sind deshalb besonders wichtig, wenn junge Triebe vor der Blüte bestimmt werden sollen. 5

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Purpurrote Taubnessel eine Brennnessel?

Nein. Lamium purpureum gehört wie die Minze zu den Lamiaceae und nicht zu den Brennnesselgewächsen (Urticaceae). Der Name verweist auf die ähnliche Gestalt; die Pflanze besitzt keine Brennhaare.

Ist die Purpurrote Taubnessel giftig?

Für Menschen oder Haustiere ist keine Giftigkeit dokumentiert. Junge Triebe und Blätter werden roh als Salat oder gekocht als Frühlingsgemüse verzehrt.

Wie unterscheidet man die Purpurrote von der Stängelumfassenden Taubnessel?

Am zuverlässigsten sind die Blattstiele der oberen Blätter. Bei Lamium purpureum sind sie gestielt; bei Lamium amplexicaule umfassen sie den Stängel unmittelbar, ohne sichtbaren Blattstiel.

Breitet sich die Purpurrote Taubnessel im Garten stark aus?

In Frankreich ist die heimische Art nicht als invasiv eingestuft. Durch ihren einjährigen Zyklus und reichliche Selbstaussaat ist sie vor allem ein häufiges Beikraut in Gemüsebeeten und wenig gepflegten Rasenflächen. Vor der Samenbildung lässt sie sich leicht entfernen.

Warum sind die oberen Blätter purpurfarben?

Die Färbung an der Triebspitze hat keine giftige Funktion. Sie tritt vor allem an jungen Blättern nahe dem Blütenstand auf, während die unteren Blätter grün bleiben.

Hilft die Purpurrote Taubnessel Insekten?

Ihre frühe Blüte, teils schon gegen Winterende, bietet Wildbienen und Hummeln eine der ersten Nektar- und Pollenquellen der Saison, bevor die meisten Gartenstauden blühen.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.