Tränendes Herz (Lamprocapnos spectabilis, )
Tränendes Herz (Lamprocapnos spectabilis (L.) Fukuhara, 1997) ist eine krautige Staude der Papaveraceae und die einzige Art ihrer Gattung. Sie stammt aus Nordostchina, Korea und Südostsibirien. Im Frühjahr tragen ihre bogigen Stängel hängende rosaweiße Herzblüten, bevor das gesamte Laub zur Sommerruhe einzieht.
WeiterlesenTränendes Herz und Bleeding heart
An einen Platz mit indirektem Licht oder in einen schattigen Raum stellen.
Lichter Schatten; mehr Sonne bei kühlem Klima und feuchtem Boden

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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Lamprocapnos spectabilis umfasst Nordostchina, die koreanische Halbinsel und Südostsibirien. In Japan ist die Art weitgehend eingebürgert. Andernorts wird sie als Zierstaude in Schattengärten gemäßigter Gebiete kultiviert.
- Heimisch4
- Eingeführt1
- China
- Nordkorea
- Südkorea
- Russland (Sibirien)
- Japan
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Das Tränende Herz (Lamprocapnos spectabilis (L.) Fukuhara, 1997) ist eine krautige Staude und die einzige Art der monotypischen Gattung Lamprocapnos. Sie gehört zur Unterfamilie Fumarioideae innerhalb der Mohngewächse, Papaveraceae. International ist auch der Name Bleeding heart gebräuchlich. 1 7
Unter dem ursprünglichen Namen Fumaria spectabilis beschrieb Linné die Art 1753. Lange wurde sie als Dicentra spectabilis geführt. Eine Revision des japanischen Botanikers Teruyoshi Fukuhara trennte sie 1997 von den übrigen Dicentra ab und stellte sie in eine eigene Gattung. 7
Eine erste Einführung nach England im Jahr 1810 scheiterte, weil die Pflanze dort nicht überlebte. Erst Robert Fortunes Sammlung von der chinesischen Insel Chusan aus dem Jahr 1846 etablierte das Tränende Herz dauerhaft in westlichen Gärten. Dort wurde es rasch zu einer häufigen Frühlingsstaude. 5
Erkennung
Bogig überhängende, biegsame Stängel bilden bei Lamprocapnos spectabilis einen Horst von 40 bis 100 cm Höhe. Die Pflanze kann sich bis zu 1,20 m breit ausdehnen. 2 4
Blaugrünes, stark geteiltes Laub erinnert beim Tränenden Herz an einen Farn. Im Sommer verschwindet es vollständig, oft schon im August. Unerfahrene Gartenbesitzer halten dieses natürliche Einziehen gelegentlich für den Verlust der ganzen Pflanze. 2 5
Die 2,5 bis 5 cm langen Blüten wirken wie kräftig rosa Herzen, aus denen ein weißes inneres Kronblatt hervorragt. Je sieben bis fünfzehn stehen auf einer Seite eines bogigen Stängels. Je nach Klima und Standort öffnen sie sich von April bis Juli. 5 3
Im Boden speichert der fleischige, brüchige Wurzelstock Reserven für den neuen Austrieb im Frühjahr, obwohl im Sommer das gesamte Laub verschwindet. Bei der Teilung muss dieser Wurzelstock erhalten bleiben; er ist weder ein Samen noch eine Zwiebel. 6
Nützliche Taxonomie
Für diese Staude akzeptiert Plants of the World Online den Namen Lamprocapnos spectabilis (L.) Fukuhara. Mehrere Synonyme bleiben jedoch weit verbreitet, insbesondere im Pflanzenhandel: 1
- Fumaria spectabilis L., ursprünglicher Name
- Dicentra spectabilis (L.) Lem., früherer Gattungsname
- Diclytra spectabilis (L.) DC., weiteres Synonym
Besonders häufig führt Dicentra spectabilis zu Unsicherheit: Der Name dominiert weiterhin Baumschulkataloge und ältere Bücher. Seit der Revision von 1997 ist die Gattung Dicentra nordamerikanischen Arten mit kleineren Blüten vorbehalten, denen die für Lamprocapnos charakteristische glänzende Kapsel fehlt. 7 6
Im Gattungsnamen Lamprocapnos stehen das griechische lampros, „glänzend“, und kapnos, „Rauch“. Der Name verweist auf die Erdrauch-Unterfamilie Fumarioideae. Das lateinische spectabilis bedeutet „bemerkenswert“ und würdigt die auffällige Blüte. 1
Beide wissenschaftlichen Namen bezeichnen dieselbe Gartenpflanze und verlangen daher dieselbe Kultur: lichten Schatten, frischen Boden und sommerliche Ruhe. Die unterschiedlichen Etiketten ändern nichts an diesen Ansprüchen.
Lebensraum und Verbreitung
Heimisch ist Lamprocapnos spectabilis in Nordostchina, auf der koreanischen Halbinsel und im Südosten Sibiriens. Dort wächst die Art in lichten Wäldern sowie in schattigen, feuchten Tälern. 6 4
Nach Japan gelangte die Pflanze bereits vor langer Zeit und ist dort weitgehend eingebürgert. Andernorts kommt das Tränende Herz als Kulturpflanze in gemäßigten Schattengärten Europas und Nordamerikas vor. Auch das französische INPN erfasst es als verbreitete Zierstaude. 7
Bis etwa −20 °C reicht die angegebene Frosthärte des Tränenden Herzens bei einer Zuordnung zu USDA 3 bis 9. Es lässt sich deshalb sowohl in kaltem Kontinentalklima als auch in mildem ozeanischem Klima kultivieren. Voraussetzung bleibt frischer Boden, der im Winter niemals vernässt. 4 2
Lebenszyklus und Vermehrung
Die Frühlingsblüte des Tränenden Herzens beginnt früher als bei den meisten Schattenstauden. Abhängig von Klima und Standort erstreckt sie sich von April bis Juli. 4
Nach dem Verblühen vergilbt das Laub und verschwindet vollständig, meist ab August. Wärme und Wassermangel verstärken diese Ruhephase: In warmem Klima oder auf trockenem Boden kann sie bereits im Juli einsetzen. 5 3
Zur Vermehrung wird vor allem der Wurzelstock geteilt, während die Pflanze im Spätsommer oder ganz zeitigen Frühjahr ruht. Eingriffe während des Wachstums verträgt sie schlecht. Aussaat und Wurzelschnittlinge sind ebenfalls möglich, bleiben wegen ihrer langsameren Entwicklung aber nachrangige Verfahren. 6 4
Nutzen und Risiken
Fast ausschließlich dient das Tränende Herz als Zierstaude für schattige Beete oder den Unterwuchs von Gartengehölzen. Spät austreibende Funkien und Farne sind passende Begleiter, weil sie die durch die Sommerruhe entstehende Lücke schließen. 5
Sämtliche Pflanzenteile einschließlich Blüten, Blättern, Stängeln, Wurzeln und Saft enthalten Isochinolinalkaloide, darunter Protopin. Methanolische Wurzelextrakte erreichen Konzentrationen bis 0,25 %. Verschlucken kann Zittern, Erbrechen und Durchfall auslösen, bei hoher Exposition auch Atemstörungen. Wiederholter Kontakt mit dem Saft reizt die Haut. 4 9
In Deutschland wurde die Art zur Giftpflanze des Jahres 2017 gewählt, um auf diese Gefahr hinzuweisen. Ein dokumentierter Vergiftungsfall aus Korea nach Verwechslung mit einem essbaren Wildgemüse unterstreicht das Risiko. 8
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Einige Gartensorten unterscheiden sich durch Blüten- oder Laubfarbe: 'Alba' blüht reinweiß, 'Valentine' tiefrot mit weißen inneren Kronblättern. Bei 'Gold Heart' kontrastiert goldgelbes Laub mit den klassischen rosa Blüten. 2
Am häufigsten wird die Art mit anderen Dicentra verwechselt, besonders Dicentra formosa und Dicentra eximia. Diese nordamerikanischen Arten bleiben niedriger, blühen länger und besitzen deutlich kleinere Blüten ohne den charakteristischen bogigen Wuchs. Dicentra cucullaria lässt sich leichter erkennen: Ihre weißen Blüten ähneln einer umgedrehten Hose statt einem Herzen. 6
Die im Handel weiterhin übliche Bezeichnung Dicentra spectabilis meint dieselbe Pflanze wie Lamprocapnos spectabilis. Ihr zuverlässiges Merkmal ist der einseitswendige Blütenstand an bogig überhängenden Stängeln, der den anderen Dicentra fehlt. 7
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Lamprocapnos spectabilis (L.) Fukuhara
- Royal Horticultural Society, Lamprocapnos spectabilis – Tränendes Herz
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Lamprocapnos spectabilis
- NC State Extension Gardener Plant Toolbox, Lamprocapnos spectabilis
- University of Wisconsin Extension, Tränendes Herz – Lamprocapnos spectabilis
- Plants For A Future, Dicentra spectabilis
- INPN / MNHN, Lamprocapnos spectabilis (L.) Fukuhara, 1997
- Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Giftigkeit von Lamprocapnos spectabilis, Giftpflanze des Jahres 2017
- PMC, Bestimmung der Isochinolinalkaloide in Lamprocapnos spectabilis und verwandten Arten
Häufig gestellte Fragen
Ist das Tränende Herz giftig?
Ja. Alle Pflanzenteile enthalten reizende Isochinolinalkaloide. Aufnahme kann Verdauungsbeschwerden und neurologische Störungen verursachen; wiederholter Kontakt mit dem Saft kann die Haut reizen. In Deutschland wurde die Art zur Giftpflanze des Jahres 2017 gewählt.
Warum verschwindet das Laub des Tränenden Herzens im Sommer?
Mit zunehmender Wärme beginnt die natürliche Sommerruhe, die durch trockenen Boden verstärkt wird. Das Laub vergilbt und vertrocknet vollständig, je nach Klima meist zwischen Juli und August.
Wie vermehrt man das Tränende Herz?
Am zuverlässigsten ist die Teilung des Wurzelstocks während der Ruhezeit im Spätsommer oder zeitigen Frühjahr. Auch frische Samen und Wurzelschnittlinge eignen sich, benötigen aber mehr Geduld.
Was unterscheidet das Tränende Herz von Dicentra?
Die Pflanze hieß lange Dicentra spectabilis; dieser Name ist in Gärtnereien noch üblich. Heute gehört sie zur eigenen Gattung Lamprocapnos. Nordamerikanische Dicentra wie Dicentra formosa haben kleinere Blüten und nicht denselben bogigen Wuchs.
Lockt das Tränende Herz Bestäuber an?
Die frühe Frühlingsblüte liefert Hummeln und früh aktiven Bienen Nektar zu einer Zeit, in der erst wenige andere Schattenstauden blühen.
Woher kommt der Name Lamprocapnos?
Er setzt sich aus den griechischen Wörtern lampros, „glänzend“, und kapnos, „Rauch“, zusammen. Dies verweist auf die Verwandtschaft mit den Erdrauchgewächsen, der Unterfamilie Fumarioideae.
Welche Pflanzen passen zum Tränenden Herz?
Spät austreibende Stauden wie Funkien oder Farne füllen in schattigen Beeten und unter Gartengehölzen die Lücke, die das im Sommer einziehende Laub hinterlässt.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.


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