Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa, Wall. 1824)

Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa) ist ein sommergrüner Strauch der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) aus dem Himalaya und Südwestchina. Ihre hohlen, zunächst hellgrünen und später purpurfarbenen Triebe tragen von Juni bis September hängende weiße Blüten mit weinroten Hochblättern. Darauf folgen dunkle Beeren, die Vögel anlocken.

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Wissenschaftlicher NameLeycesteria formosa
GattungLeycesteria
OrdnungDipsacales

Schöne Leycesterie, Karamellbeere, Himalayan honeysuckle, Pheasant berry und Flowering nutmeg

Identität
Toxizität
Keine Giftigkeit für Katzen, Hunde und Menschen bekannt
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
NepalIndienBhutanChinaPakistan
Lebensraum
Feuchte Waldränder, Gebüsche und Bachufer bis etwa 3500 m Höhe
Jahresverlauf
Blütezeit
Sommer
Erntezeit
Herbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
7/10
Reifezeit
Ausgewachsen nach 2 bis 3 Jahren, Blüte ab der ersten oder zweiten Saison
Vermehrung
Aussaat, Steckling
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut windverträglich, direkte Meeresexposition meiden
Luftfeuchtigkeit
50–75 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Feuchter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Viel Umgebungslicht bieten, ohne direkte Sonne auf den Blättern.

Sonne bis Halbschatten, bei heißem Klima leichter Schatten
Außenbereich
Gartenbeet, Feldhecke
Erscheinungsbild
Höhe100–300 cmBreite150–250 cm
Blätter
Grün
Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißRosa
Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
ViolettSchwarz
Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
GrünViolett
Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Leycesteria formosa reicht von Nordostpakistan und dem indischen und nepalesischen Himalaya bis nach Südwestchina und Nordmyanmar. Als Zierpflanze eingeführt, hat sich die Art in mehreren gemäßigten Regionen eingebürgert. Ihr gut belegter invasiver Status in Ozeanien ist von der bloßen Gartenkultur in Frankreich zu unterscheiden.

  • Heimisch5
  • Eingeführt1
  • Invasiv2
  • Nepal
  • Indien
  • Bhutan
  • China
  • Pakistan
  • Vereinigtes Königreich
  • Neuseeland
  • Australien

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa Wall., 1824) ist ein sommergrüner Strauch der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae). Nathaniel Wallich beschrieb die Art 1824 und widmete die Gattung seinem Freund William Leycester, der als Richter in Bengalen tätig war. Das lateinische formosa bedeutet „schön“ und bezieht sich auf den Zierwert der Pflanze, nicht auf die Insel Taiwan. 1 2

Innerhalb der Geißblattgewächse gehört Leycesteria derselben Unterfamilie an wie die Heckenkirschen (Lonicera) und Schneebeeren (Symphoricarpos). Diese Verwandtschaft erklärt den englischen Namen Himalayan honeysuckle. Pheasant berry, wörtlich Fasanenbeere, erinnert an die Jagdpraxis auf britischen Landsitzen im 19. Jahrhundert: Reife Beeren dienten dort als Futter für aufgezogene Fasane. Daraus entstand auch der französische Name „arbre aux faisans“. 2

Erkennung

Hohle, anfangs hellgrüne und später purpurfarbene Triebe kennzeichnen den buschigen Wuchs von Leycesteria formosa. Der Strauch erreicht meist 1,5 bis 2,5 m Höhe und eine ähnliche Breite; unter günstigen Bedingungen werden bis zu 3 m genannt. Auf frischem Boden entstehen durch Austriebe aus dem Wurzelstock rasch dichte Bestände, die besonders am Waldrand auffallen. 2 4

Gegenständige, länglich herzförmige Blätter werden 6 bis 18 cm lang und fallen im Winter ab. Von Juni bis September erscheinen hängende Trauben weißer bis rosig weißer Blüten. Ihre weinpurpurnen Hochblätter bleiben noch lange nach dem Abfallen der Blütenblätter dekorativ und bieten schon im Sommer ein deutliches Erkennungsmerkmal. 4 2

Die etwa 1 cm großen Beeren hängen in überneigenden Fruchtständen. Sie wechseln von Grün über Braunpurpur zu Violettschwarz bei voller Reife. Ihr Geschmack unterscheidet sich stark zwischen einzelnen Pflanzen: Manche liefern süßes, an Karamell erinnerndes Fruchtfleisch, andere bleiben selbst innerhalb derselben Sorte bitter. Der Sortenname allein erlaubt daher keine verlässliche Aussage über den Geschmack der Früchte eines bestimmten Strauchs. 5

Nützliche Taxonomie

POWO/WCVP führt Leycesteria formosa Wall. als akzeptierten Namen. Mehrere früher beschriebene Varietäten und Formen werden heute als Synonyme der Art behandelt; die folgende Liste gibt diese botanischen Bezeichnungen wieder:

  • Leycesteria formosa var. brachysepala Airy Shaw, ein Synonym der Art
  • Leycesteria formosa var. glandulosissima Airy Shaw, ein Synonym der Art
  • Leycesteria formosa var. liogyne Hand.-Mazz., ein Synonym der Art
  • Leycesteria formosa var. stenosepala Rehder, ein Synonym der Art
  • Leycesteria formosa f. glauca, eine synonym geführte Form

Zur Gattung Leycesteria gehören etwa zehn verwandte Arten aus dem Himalaya und China. Leycesteria crocothyrsos besitzt gelborange statt weinpurpurne Hochblätter; Leycesteria stipulata wird größer und ist in Europa selten in Kultur. Diese wenig gehandelten Schwesterarten sind daher naheliegendere Verwechslungspartner als andere Gattungen der Geißblattgewächse. 1

Lebensraum und Verbreitung

Von Nordostpakistan über Nepal, Bhutan und den indischen Himalaya bis nach Südwestchina und Nordmyanmar erstreckt sich das natürliche Areal der Schönen Leycesterie. Sie wächst dort an feuchten Waldrändern, in Gebüschen und entlang von Wasserläufen, bis auf etwa 3500 m Höhe. 1 5

Nach ihrer Einführung als Zierstrauch bürgerte sich die Art in mehreren gemäßigten Regionen ein, allerdings mit erheblichen Unterschieden zwischen den Ländern. In Neuseeland ist sie seit 1878 nachgewiesen und wird vom Department of Conservation als problematische Pflanze für natürliche Lebensräume geführt. Zahlreiche Samen verbreiten sich durch Wasser und Vögel, sodass Ufer und Waldlichtungen rasch besiedelt werden. Wegen desselben Ausbreitungswegs steht sie auch in Australien unter Beobachtung. 6

Frankreichs Vorkommen betreffen überwiegend Gartenpflanzen, die wegen ihres Laubs und ihrer Blütentrauben kultiviert werden. Aus dem Westen und Süden des Landes liegen einzelne Meldungen verwilderter Gartenpflanzen vor, ohne dass ein anerkannter invasiver Status besteht. Diese französische Einordnung ist regional zu verstehen. 7 8

Lebenszyklus und Vermehrung

Während der Blütezeit von Juni bis September bildet der Strauch fortlaufend neue Trauben, solange die warme Jahreszeit anhält. Je nach Klima dauert die Blüte damit nahezu vier Monate. Nach dem Fruchtansatz vergehen mehrere Wochen, in denen die grünen Beeren über Braunpurpur fast schwarz werden. Diese gestaffelte Reife erklärt, warum im Spätsommer Blüten und reife Beeren gleichzeitig an einer Pflanze stehen. 4 2

Frische Samen keimen bei Aussaat im kalten Kasten im Frühjahr leicht. Stecklinge aus halbreifen Trieben, im Juli oder August geschnitten, erhalten dagegen die Eigenschaften einer Mutterpflanze mit geschätztem Fruchtgeschmack; bei Sämlingen ist dies nicht gewährleistet. Nach starkem Rückschnitt treibt der Strauch auch aus dem Wurzelstock bereitwillig wieder aus. Dadurch lässt er sich im Frühjahr gut verjüngen. 5 2

Nutzen und Risiken

Als Ziergehölz schmückt die Schöne Leycesterie schattige Beete und frei wachsende Hecken mit sommergrünem Laub und langen, hängenden Blütentrauben. Sie zieht sowohl Vögel als auch Bestäuber an. Ihre hohlen Triebe pfeifen nach dem Trocknen im Wind; in verschiedenen Traditionen des Himalaya wurden daraus einfache Pfeifen geschnitten. 2 5

Im Himalaya und in Südwestchina zählen junge Triebe und reife Früchte von Leycesteria formosa zu den örtlich genutzten Wildpflanzen. Eine Untersuchung aus der chinesischen Region Shangri-La beschreibt, dass tibetische Bevölkerungsgruppen die frischen Beeren während der drei Monate von August bis Oktober sammeln. 9

Für Katzen, Hunde und Menschen ist bei Leycesteria formosa keine Giftigkeit dokumentiert. Bei Pferden bleibt der Status unklar, weil spezifische Daten fehlen. Vorsorglich sollten Tiere weder große Mengen Laub noch unreife Früchte abweiden. Fehlende dokumentierte Giftigkeit ersetzt keine artspezifischen Daten für Pferde. 5

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Goldgelbes Laub vom Frühjahr bis zum Herbst zeichnet 'Golden Lanterns' ('Notbruce') aus, ausgezeichnet mit dem Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society. Die weißen Blüten mit dunklen Hochblättern und die purpurschwarzen Beeren entsprechen denen der Wildart. Auch f. glauca, eine Form mit bläulicherem Laub, wird unter diesem Namen in Baumschulen angeboten. 3

Bei Jungpflanzen unter 1 m Höhe fehlen oft noch Blütentrauben und Hochblätter. Dann kommen andere Geißblattgewächse mit hängenden Blütenständen als Verwechslungspartner infrage, besonders strauchige Heckenkirschen (Lonicera) und Schneebeeren (Symphoricarpos) mit weißen oder rosafarbenen Beeren. Die weinpurpurnen Hochblätter um jede Blüte fehlen bei beiden Gattungen. Sie bleiben deshalb das verlässlichste Merkmal der Schönen Leycesterie, deutlich aussagekräftiger als die stark veränderliche Beerenfarbe oder Blattform.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Schöne Leycesterie invasiv?

Ja, regional sehr unterschiedlich. Leycesteria formosa gilt in Neuseeland und Australien als invasiv; ihre zahlreichen Samen besiedeln Ufer und Waldränder. In Frankreich bleibt sie eine Gartenpflanze ohne anerkannten invasiven Status.

Sind die Beeren der Schönen Leycesterie essbar?

Vollreife, braunpurpurne bis violettschwarze Beeren sind essbar und mitunter süß. Ihr Geschmack unterscheidet sich jedoch stark von Pflanze zu Pflanze. Grüne oder wenig reife Früchte sollten gemieden werden.

Ist die Schöne Leycesterie für Katzen und Hunde giftig?

Für Katzen, Hunde und Menschen ist keine Giftigkeit dokumentiert. Bei Pferden bleibt der Status mangels spezifischer Daten unklar, weshalb vorsorgliche Zurückhaltung angebracht ist.

Warum pfeifen die Triebe von Leycesteria formosa im Wind?

Die Triebe sind hohl. Getrocknet lassen sie Luft hindurchströmen und erzeugen einen charakteristischen Pfeifton. Darauf beruhen der chinesische Pflanzenname und die traditionelle Verwendung als Pfeife.

Wann schneidet man die Schöne Leycesterie?

Ein Verjüngungsschnitt erfolgt im Spätwinter, indem alte Triebe bodennah zurückgeschnitten werden. Der Strauch treibt rasch aus dem Wurzelstock aus und blüht noch in derselben Saison am neuen Holz.

Wie lässt sich Leycesteria formosa vermehren?

Durch Aussaat frischer, kalt stratifizierter Samen, die im Frühjahr leicht keimen, oder durch Stecklinge halbreifer Triebe im Juli und August. Stecklinge erhalten die Eigenschaften einer geschätzten Mutterpflanze.

Woher stammt der Name Leycesteria?

Nathaniel Wallich widmete die Gattung 1824 seinem Freund William Leycester, einem Richter in Bengalen. Das lateinische Artepitheton formosa bedeutet schön.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.