Litschibaum (Litchi chinensis, Sonn. 1782)

Litschibaum (Litchi chinensis) ist ein immergrüner Obstbaum aus der Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae) mit Ursprung im südlichen China. Als einzige Art der Gattung Litchi bildet er Früchte mit einem geschätzten süßen Arillus. Unreife Früchte wurden jedoch mit dokumentierten Vergiftungen unterernährter Kinder in Indien in Verbindung gebracht.

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Wissenschaftlicher NameLitchi chinensis
GattungLitchi
OrdnungSapindales

Litschibaum, Litchibaum, Litschi und Lychee

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen · Ungiftig : Katzen, Hunde und Tiere · Unbekannt : Pferde
Pflegeaufwand
Mäßig
Pflanzenart
Baum · Obstbaum
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
ChinaVietnamPhilippinen
Lebensraum
Tieflagen, Flussufer und Küsten; heiße, feuchte Sommer sowie kühle, trockene Winter
Jahresverlauf
Blütezeit
Frühling
Erntezeit
Sommer
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
4/10
Reifezeit
Fruchtreife 80 bis 112 Tage nach der Blüte
Vermehrung
Luftableger, Transplantation, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gering, während der Blüte vor heißen Winden schützen
Luftfeuchtigkeit
50–80 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Tiefer Boden, Gut entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

In die volle Sonne mit intensivem direktem Licht den ganzen Tag stellen.

Volle Sonne für den Fruchtansatz
Innenbereich
Kalthaus, Helle Veranda
Außenbereich
Obstgarten, Garten in Kisten
Pflanzgefäße
Großes Becken, Abflusstopf
Erscheinungsbild
Höhe900–2000 cmBreite600–1200 cm
Blätter
Grün
Litschibaum (Litchi chinensis): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Litschibaum (Litchi chinensis): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Litschibaum (Litchi chinensis): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Litschibaum (Litchi chinensis): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Litschibaum (Litchi chinensis): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
GrünWeiß
Litschibaum (Litchi chinensis): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Litschibaum (Litchi chinensis): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Litschibaum (Litchi chinensis): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Litschibaum (Litchi chinensis): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Litschibaum (Litchi chinensis): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
RotRosaGröße2.5–5 cm
Litschibaum (Litchi chinensis): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Litschibaum (Litchi chinensis): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Litschibaum (Litchi chinensis): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Litschibaum (Litchi chinensis): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Litschibaum (Litchi chinensis): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Litschibaum (Litchi chinensis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Litschibaum (Litchi chinensis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Litschibaum (Litchi chinensis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Litschibaum (Litchi chinensis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Litschibaum (Litchi chinensis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Litschibaum (Litchi chinensis): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Litschibaum (Litchi chinensis): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Litschibaum (Litchi chinensis): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Litschibaum (Litchi chinensis): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Litschibaum (Litchi chinensis): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Nach POWO reicht das natürliche Areal von Litchi chinensis vom südlichen China (Guangdong, Fujian) bis zur Malaiischen Halbinsel, nach Borneo und auf die Philippinen. Der in China seit Langem betriebene Erwerbsanbau verbreitete sich nach Indien, Südostasien und später in tropische Gebiete weltweit. Natürliches Areal, Domestikationszentrum und jüngere Anbaugebiete sind daher zu unterscheiden.

  • Heimisch3
  • China
  • Vietnam
  • Philippinen

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Litschibaum (Litchi chinensis Sonn., 1782), auch Litchibaum genannt, ist ein immergrüner Obstbaum der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae). Er bildet allein die gesamte Gattung Litchi: Eine zweite ebenso nahe verwandte Art gibt es nicht, die Gattung ist monotypisch. Der französische Naturforscher Sonnerat veröffentlichte den Namen 1782 in seinem Reisebericht über Ostindien und China. Seitdem gehört das Autorenkürzel Sonn. zum wissenschaftlichen Namen. 1 4

An seinen Früchten lässt sich der Litschibaum unmittelbar vom nah verwandten Longanbaum (Dimocarpus longan) unterscheiden. Seine 2,5 bis 5 cm großen Beeren besitzen eine rote bis rosafarbene, höckerige Schale, die beim Trocknen brüchig wird. Longanfrüchte sind deutlich kleiner und haben eine glatte, hellbraune Hülle. 3

Die Fruchtbezeichnung Litschi geht auf das chinesische 荔枝 (lìzhī) zurück. Portugiesische und spanische Reiseberichte vermittelten das Wort ab dem 16. Jahrhundert nach Europa; im Französischen ist es seit dem Ende desselben Jahrhunderts belegt. Das englische Lychee hat dieselbe Wurzel und bezeichnet botanisch genau dieselbe Art. 5

Erkennung

In bewirtschafteten Obstgärten erreicht der Litschibaum gewöhnlich 9 bis 15 m; wenig beschnittene Bäume können 20 m oder höher werden. Seine dichte, rundliche Krone bleibt ganzjährig belaubt. Die graue Rinde bekommt mit zunehmendem Alter Risse, ein hilfreiches Erkennungsmerkmal älterer Exemplare. 3 4

Wechselständige, gefiederte Blätter des Litschibaums sind 12 bis 20 cm lang. Sie tragen 4 bis 8 Fiederblättchen, die elliptisch bis lanzettlich, oberseits dunkelgrün und glänzend, unterseits heller sind. Winzige grünliche bis weißliche Blüten ohne Kronblätter stehen in großen endständigen Rispen, die gelegentlich 30 cm überschreiten und den blühenden Baum gut kenntlich machen. 3

Die runde bis ovale Litschifrucht misst 2,5 bis 5 cm und wechselt während der Reife von Grün zu Rot oder Rosa. Ihre dünne, ledrige, höckerige Schale wird beim Trocknen brüchig. Darunter umschließt ein weißer, durchscheinender, saftiger Arillus einen einzelnen braunen Samen. Bei manchen Sorten verkümmert dieser zur sogenannten Hühnerzunge; dadurch steigt der Anteil essbaren Fruchtfleischs. 3 4

Nützliche Taxonomie

POWO erkennt Litchi chinensis als einzige Art der Gattung an und beschreibt ihr natürliches Areal vom südlichen China bis zur Malaiischen Halbinsel, nach Borneo und auf die Philippinen. Drei Unterarten gliedern ihre Vielfalt: subsp. chinensis, auf die nahezu alle Handelssorten zurückgehen; subsp. philippinensis, wild auf den Philippinen und dort örtlich alupag genannt; sowie subsp. javensis, in Malaysia und Indonesien angebaut und mit glatteren Früchten. 1 4

Jahrhundertelanger ununterbrochener Anbau in China hat zuverlässige Spuren wirklich wilder Populationen der typischen Unterart verwischt. Der akzeptierte Artname bleibt deshalb der stabile taxonomische Bezug. Sorte und Unterart kennzeichnen gärtnerische oder geografische Unterschiede, keine eigenständigen Arten. 2 4

Lebensraum und Verbreitung

Vom südlichen China mit Guangdong und Fujian erstreckt sich das natürliche Areal bis zur Malaiischen Halbinsel, nach Borneo und auf die Philippinen. Die Art kommt vor allem in niedrigen Lagen, an Flüssen und in Küstennähe vor. 1 3

Mindestens bis zum Jahr 1059 reicht der belegte Litschianbau in China zurück: Damals wurde die Frucht bereits in chinesischer Literatur beschrieben und abgebildet. Im 17. Jahrhundert gelangte sie nach Burma, etwa ein Jahrhundert später nach Indien. Es folgten die Antillen 1775, Hawaii 1873 und Florida 1883. 3

Heiße, feuchte Sommer und kühle, trockene Winter bilden den entscheidenden Klimarhythmus des Litschibaums. Dieser Wechsel löst die Blüte aus; dauernd vernässter Boden führt dagegen zu Wurzelfäule, und Salz im Boden wird ebenfalls schlecht vertragen. Außerhalb seines Ursprungsgebiets wird der Baum heute in Indien, Vietnam, Madagaskar, Südafrika, Florida, Hawaii und französischen Überseegebieten wie Réunion angebaut. 3

Lebenszyklus und Vermehrung

Drei Blütentypen erscheinen am selben Litschibaum: männliche Blüten sowie zwittrige Blüten, die funktionell weiblich oder männlich sind. Sie öffnen sich in unregelmäßiger Folge. Fehlt die zeitliche Übereinstimmung, gelingt die Selbstbefruchtung eines Einzelbaums schlecht; dann wird Fremdbestäubung notwendig. In Obstgärten übernehmen Honigbienen den größten Teil des Pollentransports. 3

Zwischen Blüte und Fruchtreife liegen beim Litschibaum etwa 80 bis 112 Tage. Im Erwerbsanbau trägt ein durch Abmoosen vermehrter Baum erstmals nach 2 bis 5 Jahren, ein unveredelter Sämling dagegen nach 8 bis 12 Jahren, mitunter später. Sämlinge bilden die Fruchteigenschaften des Mutterbaums nicht zuverlässig nach. Deshalb dient die Aussaat im Erwerbsanbau überwiegend der Unterlagengewinnung. 3 2

Als bewährte Vermehrungsmethode dient beim Litschibaum das Abmoosen, das in China seit Jahrhunderten praktiziert wird. Ein geringelter Zweig wird mit feuchter Erde umhüllt und feucht gehalten; nach ungefähr hundert Tagen hat er eigene Wurzeln und kann vom Mutterbaum getrennt werden. Auch die lange als schwierig geltende Veredelung macht in jüngeren Erwerbsanlagen Fortschritte. 3 2

Nutzen und Risiken

Reife Litschis werden frisch, als Dessert, in Obstsalaten oder als Sirupkonserve gegessen. Getrocknet werden sie zimtbraun und lassen sich ähnlich wie Rosinen verzehren. Wo große Litschianlagen stehen, entsteht außerdem ein geschätzter bernsteinfarbener, aromatischer Honig aus den von Bienen besuchten Blüten. 3

Dokumentierte Vergiftungsrisiken betreffen bei der Litschi unreife Früchte und Samen. Beide enthalten Hypoglycin A und MCPG, die den Fettsäurestoffwechsel stören und schwere Hypoglykämien auslösen können. Während des Ausbruchs von Muzaffarpur in Indien wurden 2014 insgesamt 390 Kinder mit akuter Enzephalopathie ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem sie unreife Litschis gegessen und kein Abendessen erhalten hatten. 122 Kinder starben; die Fallsterblichkeit betrug etwa 31 %. 8 7

Für Katzen und Hunde ist beim Fruchtfleisch reifer Litschis keine nennenswerte Giftigkeit dokumentiert; zu Pferden liegen wenige Angaben vor. Die beschriebene Vorsicht betrifft vor allem unterernährte Kinder, die in der Erntezeit abends nüchtern bleiben. Sie bezieht sich nicht auf den üblichen Verzehr reifer Früchte durch gut ernährte Erwachsene. 8

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Mauritius, auch Kwai Mi genannt, dominiert die Erzeugung in Südafrika und Hawaii. Brewster, Anfang des 20. Jahrhunderts aus China nach Florida gebracht, verträgt leichte Fröste besser. No Mai Tsze und Haak Yip sind historische Referenzsorten in China; Shahi prägt den indischen Anbau um Muzaffarpur. 3 4

Am ehesten werden Litschis mit den Früchten des verwandten Longanbaums (Dimocarpus longan) verwechselt. Dessen kleinere Früchte haben eine glatte, hellbraune Schale ohne die typischen Höcker. Eine als Litschi verkaufte glattschalige Frucht sollte deshalb vor dem Kauf überprüft werden. Auch ein voll entwickelter oder zur Hühnerzunge verkümmerter Samen sollte zur angegebenen Sorte passen. 3

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Sind Litschis für Menschen giftig?

Für die reife Frucht ist kein Risiko bekannt. Unreife Früchte und Samen enthalten Hypoglycin A und MCPG. Diese Verbindungen wurden insbesondere in Indien mit akuter Enzephalopathie bei unterernährten Kindern in Verbindung gebracht, die unreife Litschis gegessen und kein Abendessen erhalten hatten.

Sind Litschis für Katzen und Hunde gefährlich?

Für das Fruchtfleisch reifer Früchte ist bei Katzen und Hunden keine nennenswerte Giftigkeit dokumentiert. Für Pferde liegen wenige Daten vor; bei Aufnahme großer Mengen bleibt deshalb Vorsicht geboten.

Warum trägt mein Litschibaum keine Früchte?

Meist fehlt eine ausreichend kühle und trockene Winterruhe als Blühreiz. Auch ein noch junger Sämling kann die Ursache sein, denn bis zum ersten Fruchtansatz können 8 bis 12 Jahre vergehen.

Wie unterscheiden sich Litschi und Longan?

Der verwandte Longanbaum (Dimocarpus longan) gehört ebenfalls zu den Sapindaceae. Seine kleinere Frucht hat eine glatte, hellbraune Schale ohne die charakteristischen Höcker der Litschi.

Woher stammt das Wort Litschi?

Es geht auf das chinesische 荔枝 (lìzhī) zurück. Portugiesische und spanische Reiseberichte brachten den Namen ab dem 16. Jahrhundert nach Europa; im Französischen ist er seit dem Ende dieses Jahrhunderts belegt.

Wie wird der Litschibaum im Anbau vermehrt?

Das in China seit Jahrhunderten praktizierte Abmoosen bleibt die Referenzmethode. Es erhält die Sorte und ermöglicht erste Ernten nach 2 bis 5 Jahren; Sämlinge brauchen dagegen 8 bis 12 Jahre.

Wo wird der Litschibaum heute angebaut?

Sein natürliches Areal reicht vom südlichen China bis zur Malaiischen Halbinsel, nach Borneo und auf die Philippinen. Heute wird er unter anderem in Indien, Vietnam, Madagaskar, Südafrika, Florida, Hawaii und französischen Überseegebieten wie Réunion angebaut.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.