Red spider lily (Lycoris radiata, (L'Hér.) Herb. 1819)

Lycoris radiata ist eine ausdauernde Zwiebelpflanze der Amaryllidaceae mit einem natürlichen Areal von Nepal über China und Korea bis Südjapan. Im Spätsommer erscheinen vor den Blättern kahle Blütenschäfte mit scharlachroten Blüten und langen Staubblättern. Dieser gegenüber vielen Gartenzwiebeln umgekehrte Jahreszyklus ist ihr markantes Kennzeichen.

Weiterlesen
Wissenschaftlicher NameLycoris radiata
GattungLycoris
OrdnungAsparagales

Red spider lily, Hurricane lily und Higanbana

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen, darunter Kinder · Giftig : Katzen, Hunde und Pferde
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
ChinaJapanSüdkoreaNepal
Lebensraum
Schattige Böschungen, Waldsäume und humusreiche Bachufer; in Ostasien auch an Reisfeldern und Friedhöfen
Jahresverlauf
Blütezeit
Herbst
Wachstum
Ruhephase
Sommerruhe
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Ausgewachsene Zwiebeln blühen schon in der ersten Saison nach der Pflanzung
Vermehrung
Teilung, Aussaat
Klima & Wasser
Winterhärte
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Bodenarten
Entwässerter Boden, Nährstoffreicher, luftiger Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne bis leichter Halbschatten
Außenbereich
Beet in voller Sonne, Rand, Frostsichere Rocaille
Pflanzgefäße
Abflusstopf, Terrakotta
Erscheinungsbild
Höhe30–60 cmBreite20–45 cm
Blätter
Grün
Lycoris radiata: Herkunft und Verwendung — blätter 1
Lycoris radiata: Herkunft und Verwendung — blätter 2
Lycoris radiata: Herkunft und Verwendung — blätter 3
Lycoris radiata: Herkunft und Verwendung — blätter 4
Lycoris radiata: Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
Rot
Lycoris radiata: Herkunft und Verwendung — blüten 1
Lycoris radiata: Herkunft und Verwendung — blüten 2
Lycoris radiata: Herkunft und Verwendung — blüten 3
Lycoris radiata: Herkunft und Verwendung — blüten 4
Lycoris radiata: Herkunft und Verwendung — blüten 5
Wuchsform
Lycoris radiata: Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Lycoris radiata: Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Lycoris radiata: Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Lycoris radiata: Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Lycoris radiata: Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Lycoris radiata: Herkunft und Verwendung — rinde 1
Lycoris radiata: Herkunft und Verwendung — rinde 2

Weltweite Verbreitung

POWO nennt als natürliches Areal Nepal, China, Korea und Südjapan. Die japanischen Populationen sind fast durchweg steril und triploid sowie genetisch nahezu identisch. Vermutlich gehen sie eher auf eine alte Einführung aus China im Zuge des Reisanbaus als auf eine jüngere natürliche Einwanderung zurück. Außerhalb Asiens ist die Art im Südosten der USA und auf den Seychellen eingebürgert. Andernorts, auch in Frankreich, wird sie als Zierpflanze kultiviert, ohne dokumentierten invasiven Status.

  • Heimisch4
  • Eingeführt2
  • China
  • Japan
  • Südkorea
  • Nepal
  • Vereinigte Staaten
  • Seychellen

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Lycoris radiata (Lycoris radiata (L’Hér.) Herb., 1819) ist eine ausdauernde Zwiebelpflanze der Amaryllidaceae. POWO führt den heutigen botanischen Namen auf Herberts Überführung in die Gattung Lycoris im Jahr 1819 zurück. Zuvor hatte L’Héritier die Pflanze 1789 in der Gattung Amaryllis beschrieben. 1 8

Der englische Name Hurricane lily verweist auf die rasch einsetzende Blüte: Nach kräftigem Spätsommerregen erscheinen binnen weniger Tage Blüten, ohne dass Blätter sie ankündigen. In Japan säumt die Pflanze traditionell Reisfelder und Friedhöfe. Dort heißt sie Higanbana, wörtlich Blume der Herbsttagundnachtgleiche, weil sie zur buddhistischen Higan-Zeit blüht. 5

Erkennung

Am auffälligsten ist bei Lycoris radiata die Blüte ohne Blätter. Im Spätsommer schiebt sich der kahle Blütenschaft direkt aus dem Boden, noch bevor das Laub erscheint. Er wird 30 bis 60 cm hoch und trägt eine Dolde mit 4 bis 6 gleichzeitig geöffneten scharlachroten Blüten. 2 3

Gewellte, stark nach hinten gebogene Blütenblätter und lange herausragende Staubblätter, die weit über die Blütenhülle reichen, prägen die Blütenform. Auf diese Gestalt bezieht sich der englische Name Red spider lily. 2

Schmales, bandförmiges, graugrünes Laub treibt nach der Blüte im Oktober oder November aus und schützt die Zwiebel während der kalten Jahreszeit. Es verschwindet im späten Frühjahr; den Sommer über ruht die kahle Zwiebel. Ein sommerlicher Blattschopf ohne Blüten entspricht daher nicht Lycoris radiata in ihrer Ruhephase: Dann sind weder Blüten noch Blätter sichtbar. 3

Nützliche Taxonomie

Der akzeptierte Name Lycoris radiata (L’Hér.) Herb. wurde 1819 auf Grundlage des Basionyms Amaryllis radiata veröffentlicht, das L’Héritier 1789 beschrieben hatte. Vor der Festigung der Gattung Lycoris waren mehrere weitere Kombinationen in Gebrauch:

  • Amaryllis radiata L’Hér., 1789, Basionym
  • Nerine radiata (L’Hér.) Sweet, historische Kombination
  • Nerine japonica Miq., historischer Name
  • Orexis radiata (L’Hér.) Salisb., historische Kombination

Besondere Beachtung verdient Lycoris radiata var. pumila Grey. POWO behandelt diesen Varietätsnamen als Synonym. Bei chinesischen Populationen entspricht er jedoch einer biologisch unterscheidbaren Einheit, die Samenvermehrung ermöglicht, anders als der andernorts vorherrschende sterile Zytotyp. 1

Lebensraum und Verbreitung

Das von POWO genannte natürliche Verbreitungsgebiet reicht von Nepal über China und Korea bis Südjapan. Bevorzugt werden schattige Böschungen, Waldsäume und humusreiche Bachufer, an denen sich die Zwiebeln spontan ansiedeln können. 1 3

Genetische Untersuchungen zeigen nahezu identische klonale Bestände auf den japanischen Inseln. Fast alle diese Pflanzen sind triploid und steril. Ihre Einheitlichkeit spricht eher für eine alte Einführung aus China, vermutlich im Zuge der Ausbreitung des Reisanbaus, als für eine jüngere natürliche Einwanderung. 6

Außerhalb Asiens ist die Art im Südosten der Vereinigten Staaten und auf den Seychellen eingebürgert. Dort ähnelt das subtropische Klima dem ihrer Herkunftsgebiete. In Europa einschließlich Frankreich wird Lycoris radiata überwiegend als Zierpflanze kultiviert, ohne dokumentierten invasiven Status. 5

Lebenszyklus und Vermehrung

Bei Lycoris radiata verläuft der Jahreszyklus gegenüber vielen Gartenzwiebeln umgekehrt. Die Zwiebel bleibt den ganzen Sommer in Ruhe. Ende August oder im September beginnt plötzlich die Blüte, sobald die ersten kräftigen saisonalen Regenfälle den Boden durchfeuchten. 5 2

Für die Fortpflanzung sind zwei Formen zu unterscheiden. Die chinesische diploide var. pumila (2n = 22) bildet keimfähige Samen und kann sich so natürlich ausbreiten. Der andernorts weit überwiegende sterile triploide Zytotyp (2n = 33) vermehrt sich ausschließlich vegetativ durch Zwiebelteilung. Das erklärt die fast vollständige genetische Einheitlichkeit der Bestände in Japan und Korea. 6

Bei einer bereits etablierten Gartenpflanze bleibt daher die Teilung der Tochterzwiebeln im Spätsommer nach der Blüte die einzige verlässliche Vermehrungsmethode. Aussaat ist vor allem bei fruchtbaren diploiden Populationen sinnvoll und nur in einem Klima, das eine trockene Sommerruhe ermöglicht. 2 4

Abgetrennte junge Tochterzwiebeln brauchen oft mehrere Vegetationsperioden bis zur Blüte, weil sie zunächst eine ausreichende Größe erreichen müssen. Wenn ein Horst im Jahr nach der Teilung kaum zunimmt, bedeutet das deshalb nicht zwangsläufig einen Kulturfehler. 2

Nutzen und Risiken

Vor allem die unterirdischen Gewebe enthalten Lycorin, ein giftiges Alkaloid. Bei Tieren kann Zwiebelverzehr Bauchschmerzen, Speichelfluss, Zittern, Übelkeit und Erbrechen hervorrufen. NC State Extension stuft die Giftwirkung als gering ein; die RHS rät vom Verzehr ab und empfiehlt Handschuhe beim Umgang mit den Zwiebeln. 3 2

Traditionell werden die giftigen Zwiebeln in Japan an Reisfeldern und Gräbern gepflanzt, um Ratten, Mäuse und Maulwürfe fernzuhalten, die Ernten oder Grabstätten aufsuchen. Auch das intensive Rot hat symbolische Bedeutung: Es verbindet sich mit der Herbsttagundnachtgleiche und in manchen Volkserzählungen mit Trennung oder letztem Abschied. 5

Ein weiterer Inhaltsstoff der Zwiebel ist Galantamin, ein Alkaloid, das als Arzneistoff gegen Alzheimer eingesetzt wird. Seine Konzentration ist dort höher als in den anderen Pflanzenorganen. In China wird Lycoris radiata neben ihrer Ziernutzung gezielt für diese Gewinnung angebaut. Die beim Verzehr gefährliche Zwiebel ist damit zugleich eine dokumentierte pharmazeutische Rohstoffquelle. 7

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Nur wenige beständige Sorten sind im Umlauf; meist wird die botanische Art kultiviert. Die in China endemische var. pumila ist als fruchtbare diploide Form zur Samenbildung fähig, anders als der andernorts dominierende triploide Zytotyp. Weiß oder cremefarben blühende Pflanzen unter dem Namen „Alba“ gehören häufig eher zu Hybriden der Gattung Lycoris als zur reinen Art. Vor dem Kauf ist der vollständige wissenschaftliche Name deshalb verlässlicher als der Handelsname allein. 1 6

Verwechslungen betreffen vor allem Lycoris squamigera mit duftenden rosa Blüten und Nerine bowdenii, eine weitere im Herbst vor dem Laub blühende Zwiebelpflanze mit weniger stark zurückgebogenen Blütenblättern. Gegenüber beiden sind die scharlachrote Farbe und die langen herausragenden Staubblätter zuverlässigere Kennzeichen als die Blütenform allein. 2 4

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Warum blüht Lycoris radiata ohne Blätter?

Ihr Jahreszyklus verläuft gegenüber den meisten Gartenzwiebeln umgekehrt. Im Spätsommer erscheint, oft nach kräftigem Regen, ein kahler Blütenschaft. Erst nach der Blüte treiben die Blätter aus und bleiben den ganzen Winter erhalten.

Ist Lycoris radiata giftig?

Ja, die Zwiebel enthält Lycorin. Dieses Alkaloid verursacht bei Verzehr Bauchschmerzen, Speichelfluss und Erbrechen. NC State Extension stuft die Giftigkeit als gering ein; bei Kindern und Tieren bleibt dennoch Vorsicht geboten.

Kann Lycoris radiata durch Aussaat vermehrt werden?

Außerhalb Chinas selten. Die in Japan und anderswo weit verbreitete Form ist ein steriler triploider Zytotyp und lässt sich nur durch Teilung der Tochterzwiebeln vermehren. Nur die chinesische diploide Form var. pumila bildet keimfähige Samen.

Wann werden die Zwiebeln von Lycoris radiata gepflanzt und geteilt?

Gepflanzt wird im Sommer vor der spätsommerlichen Blüte. Eingewachsene Horste werden im Spätsommer unmittelbar nach dem Verblühen geteilt.

Mit welchen Pflanzen wird Lycoris radiata verwechselt?

Häufig sind Verwechslungen mit Lycoris squamigera, die duftende rosa Blüten hat, und Nerine bowdenii. Letztere blüht ebenfalls im Herbst vor dem Laubaustrieb, hat aber weniger stark zurückgebogene Blütenblätter.

Was bedeutet der Name Higanbana?

Der japanische Name bedeutet Blume der Herbsttagundnachtgleiche. Die Blüte fällt traditionell in die Higan-Zeit des japanischen buddhistischen Kalenders.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.